Titel: Communication (2) Autor: Destiny Kontakt: Destiny.@gmx.de Kategorie: leichte MSR, Scully angst, Mulder angst???, ich würde sagen, es wären eventuell Taschentücher nötig.... ich habe euch vorgewarnt *g* Rating: PG (Ich geb's zu. Ich kenne mich da nicht so aus, falls das nicht passen sollte, dann tut euch keinen Zwang an und korrigiert es) Spoiler: Also, in dieser kleinen Geschichte kann man Spoilers zu folgenden Episoden finden. „Gezeichnet", „Das Nest", „An der Grenze", „Todestrieb", „Das Ritual", „Fett" „Memento Mori", „Redux", „Vom Erdboden verschluckt", „Der große Mutato", „Böses Blut", „Emily", „Das Ende", „FTF" „Arkadien", „Ex", Ähm, ... der Zeitraum ... ich würde sagen bis zum Anfang der siebten Staffel, aber wundert euch nicht, Falten - Fowley is still alive. Short-Cut: Was ist mit Scully geschehen? Und was für ein Spiel spielt Fowley und auch noch eine andere Person? Disclaimer: Außer Fred, Nell und ein paar Ärzte gehören alle Personen CC. Ich leihe sie mir nur für meine kleine Story aus und ich habe nicht die Absicht irgendwelche Rechte zu verletzen. Feedback: IMMER!!!!!!!!!!!! Es ist mein Lebenselixier!!!!! *bettel* Thanx: Ein riesen, großes DANKESCHÖN an ENIGMA. *knuddelganzdoll* Ich denke, du weißt schon warum. Ich sage es dir aber trotzdem gerne nochmals . Ohne dich hätte diese Geschichte nie eine solche Wandlung genommen. Durch dich bin ich nämlich auf eine super Idee gekommen. Und dafür wollte ich dir einfach nochmals danken. Ich weiß, dass ich dir das schon öfters gesagt habe, aber das musste jetzt einfach sein. *g* Es haben sich zwar nicht viele gemeldet *schnief*, aber schon alleine wegen dir habe ich den zweiten Teil geschrieben. DU GLAUBST GAR NICHT WIE GLÜCKLICH MICH DAS MACHT!!!! Und ein mega DANKESCHÖN, dass du den Beta Read übernommen hast!!!!!!!!!! Und natürlich meiner Mom, die darf ich nicht vergessen. Wie ich schon im ersten Teil erwähnt habe, hat sie mich nicht gerade oft gesehen und jetzt noch viel weniger. Ich kann es nicht oft genug sagen, aber für ihre Geduld mit mir, danke ich ihr von ganzem Herzen (Hey, Enigma, schau die mal die letzten drei Worte an. *g* Erkennst du sie wieder????) OF COURSE!!!! LIES MAL WAS IN MEINER FORTSETZUNG VON TLAOD STEHT, DAUERT NOCH NE WEILE BIS DU SIE BEKOMMST, ABER ICH SAGS SCHON MAL VORHER *g*. Ich habe dich wahnsinnig lieb, Mom. *schmatz* Und ich danke dir, Felicia. Wunderst dich jetzt bestimmt, nicht??? Na ja, ich wollte dir nur danken, dass ich dich die ganze Zeit zu labern durfte. Und ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem neuen Projekt *zwinker* Ach ja, wie ihr sicher schon bemerkt habt, ist dies hier eine Fortsetzung, also, wenn ihr diesen Teil verstehen wollt, würde ich euch raten vorher den ersten Teil zu lesen. Okay, ich warne euch im Voraus, ich bin kein Medizinstudent oder so was, also, falls ihr irgendwas finden solltet, wo ihr meint, dass das nicht stimmen kann, dreht mir nicht gleich den Hals um, ja??? Ich weiß auch nicht, ob das, was ich geschrieben habe so ganz richtig ist... habe mir halt nur was rausgesucht und dann ein wenig damit herum experimentiert. Deswegen garantiere ich für nichts....aber mit einem kann ich euch beruhigen, das Mittel, welches ich irgendwann mal erwähne gibt es wirklich....*g* Jetzt habe ich mal wieder viel zu viel geredet und deswegen werde ich jetzt meinen Mund halten und wünsche euch viel Spaß beim lesen *g*.........und nicht das Feedback vergessen, ja? Communication - Teil 2 Akademie, Quantico 20.02.2000 10:20 Uhr Seit ihrem „Treffen" waren inzwischen 4 Tage vergangen und er hatte immer noch nichts von Scully gehört. Mulder wusste zwar, dass sie ein ziemlicher Dickkopf sein konnte und auch dass sie sich immer schwer tat, wenn es um Entschuldigungen ging, aber, dass sie sich nicht meldete oder auf seine Anrufe reagierte, war nicht ihre Art. Scully hatte immer das Berufliche und Private von einander getrennt und auch wenn sie mal eine kleine Meinungsverschiedenheit hatten - was häufig vorkam - so konnte er sich immer auf sie verlassen. Sie hatte immer versucht zu verhindern, dass äußere Einflüsse ihr Urteilsvermögen beeinflussten. Daher konnte er sich nicht vorstellen, dass sich das geändert haben soll und er überlegte nach weiteren Gründen. Doch die gefielen ihm ganz und gar nicht und Mulder merkte, wie sich ein ungutes Gefühl in ihm ausbreitete. Er beschloss nicht weiter darüber nachzudenken und so verschob er die Gedanken vorerst, aber so ganz vergessen konnte er sie nicht. Mit schnellem Schritt ging er den Gang zur Pathologie entlang und direkt zur Anmeldung, doch als er dort ankam, konnte er niemanden vorfinden. Nicht einmal Wachen waren da, obwohl immer jemand anwesend sein musste. Langsam kam Mulder ins Grübeln. Er schaute sich suchend um, aber keiner war zu sehen und auch niemand betrat oder verließ einen Autopsiesaal. Auf Mulder machte es den Eindruck, als ob alles ausgestorben war. Als er so ganz alleine dastand, merkte er, wie ihm ein kalter Schauer den Rücken runter lief. Überrascht darüber und auch ein wenig unsicher ging er langsam weiter in Richtung des Autopsiesaals, in dem er Scully zuerst vorgefunden hatte. Als er vor der Tür stand, blickte er noch kurz durch das kleine Fenster, um zu sehen, was sich im dahinter liegenden Raum befand. Dort konnte er einen Obduziertisch sehen und ein paar Schüler, die darauf warteten, dass der Unterricht beginnen würde. Bevor er den Raum betrat, schaute er sich nochmals um, aber auch diesmal war niemand zu sehen. Gleichgültig zuckte Mulder mit den Schultern. >Wenn niemand hier ist, der mir helfen will, versuche ich es eben alleine.< Er stieß die Tür auf und betrat den Raum. Die Schüler stoppten ihre Unterhaltung und drehten sich erwartungsvoll zu Mulder um, da sie dachten, dass jetzt endlich der Unterricht beginnen würde, doch als sie nur sahen, dass es sich nicht um den Lehrer handelte auf den sie gewartet hatten, ging ein Raunen durch die Runde. Mulder blickte sich weiterhin suchend um, doch als er Scully auch hier nicht vorfand, machte er eine verärgerte Geste und ging auf die Schüler zu. „Entschuldigen Sie. Kann mir hier jemand sagen, wo ich Dr. Scully finden kann?", Mulder schaute die Schüler fragend an, doch diese schüttelten nur ihre Köpfe. „Okay, war sie schon hier und ist jetzt woanders hingegangen?", wieder nur Kopfschütteln und Schweigen. Resigniert nickte Mulder mit seinem Kopf. „Danke.", er wandte sich um und ging in Richtung Ausgang. „Waren Sie nicht schon mal vor vier Tagen hier?", fragte eine weibliche Stimme. Mulder drehte sich zu ihr um und machte einen Schritt in ihre Richtung. „Ja. Wieso?" „Ähm, ... na ja, ...ich wollte nur ..." „Wissen Sie zufällig, wo ich Dr. Scully finden kann?", versuchte Mulder es nochmals. „Tut mir leid, aber wir warten auch noch auf sie. Vielleicht verspätet sie sich ja auch nur." „Ja, das ist wohl die beste Erklärung.", sagte Mulder unsicher. Er glaubte nicht, dass Scully sich verspätet hatte. Das hatte sie noch nie getan und wenn dann hatte sie sich immer gemeldet, aber hier war ja niemand, der ihm das hätte sagen können. „Glauben Sie, ihr ist etwas passiert?", fragte Rachel ängstlich. „Nein, ich ... ich ..."Mulder fuhr sich mit seiner Hand nervös durch die Haare. „Ich hoffe nicht." „Vielleicht ist sie aber auch nur krank. Sie war in letzter Zeit so anders.", sagte diesmal Mike. „Was meinen Sie damit?", Mulder wandte sich jetzt Mike zu und er trat hervor. „Na ja, sie wirkte so unkonzentriert und war andauernd in Gedanken. Für mich, sah es so aus, als ob sie traurig und enttäuscht wäre, aber das ist jetzt nur eine Vermutung. An einem Tag, ich glaube, es war vorgestern, da ist sie fast zusammengeklappt. Dr. Scully war eh schon blass um die Nase, aber das es ihr so schlecht ging, hätte ich nicht gedacht.", die anderen bestätigten Mikes Aussage mit einem Nicken oder vereinzelten `Jas ´. „Oh Gott.", nuschelte Mulder leise. „Ähm, ... danke, Sie haben mir sehr geholfen. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden, ich muss noch was erledigen." „Was ... was ist denn jetzt mit Dr. Scully? Wird Sie jetzt noch kommen?" „Nein, ich denke nicht. Wahrscheinlich hattet Ihr recht und sie ist nur krank.", schnell verließ Mulder den Raum und die Schüler sahen sich ratlos an. Was sollten Sie jetzt tun? Sie entschieden sich dazu, jemanden aufzusuchen, der ihnen eine Auskunft geben konnte. Fred Steels Haus Selber Tag Nell lag noch immer im Bett. Sie war schon seit geraumer Zeit wach, aber sie schaffte es einfach nicht sich aufzurappeln. Müde rieb sie sich ihre Augen und gähnte einmal herzhaft. Sie streckte sich und kuschelte sich dann wieder in die Decke zurück und schloss ihre Augen. Doch lange blieben sie nicht geschlossen. Nell hob ihren Kopf und blickte Richtung Tür. Ein kleines Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus. Schnell strampelte sie mit ihren Füßen die Decke beiseite und setzte sich auf. Sie strich mit ihrer linken Hand durch ihr Haar und griff mit ihrer rechten Hand nach dem Gummiband, welches auf der Kommode lag. Nell machte sich einen Pferdeschwanz, wobei ihr einige Strähnen wieder zurück ins Gesicht fielen. Sie strich sie mit ihrer Hand hinter ihr Ohr und schwang sich aus dem Bett. Langsam schlurfte sie ins Badezimmer, das gleich nebenan lag, und rieb sich mit ihren Händen die Müdigkeit aus den Augen. Nell nahm sich ein Handtuch aus dem Schrank und stellte die Dusche an. Man sah wie Dampfwolken aufstiegen und hörte das Wasser plätschern. Nach guten zwanzig Minuten drehte Nell den Wasserhahn ab und öffnete den Duschvorhang einen Spalt. Fast blind tastete sie nach dem Handtuch und trocknete sich dann in der Dusche damit ab. Nachdem sie es sich umgewickelt hatte, stieg sie summend aus der Dusche und frottierte sich mit einem kleineren Handtuch ihre Haare. Nell zog sich eine Jogginghose und einen Pullover an, den Fred ihr gegeben hatte. Außerdem zog sie sich ein paar Socken an, welche ihr zwei Nummern zu groß waren und zog sie über die Hose drüber, damit diese nicht rutschten. Jetzt fühlte sie sich schon viel besser und kaum ihre Füße hebend ging sie zur Treppe. Sie war gerade auf halber Höhe als sie eine Stimme hörte und stehen blieb. Sie ging in die Hocke und setzte sich auf eine Treppenstufe, um besser sehen zu können, was unten vor sich ging. Nell drückte ihren Kopf an die Gitterstäbe und blieb regungslos sitzen. Gespannt hörte sie auf die Stimme, die sie schon als Freds' identifiziert hatte. Es sah so aus, als ob er telefonieren würde. Nell wagte es nicht einmal zu atmen. Angestrengt versuchte sie einen Sinn aus den gesagten Worten zu verstehen. „Ja, Sir, es ist alles erledigt.", Fred machte eine Pause und lauschte in den Hörer. „Ja habe ich.... nein, es wird bestimmt keine Schwierigkeiten geben..... ja, ich warte dann auf Ihren Anruf und behalte sie solange im Auge, genau....." Nell traute ihren Ohren nicht. Von wem sprach er da? Doch nicht etwa von ihr? Aber von wem sollte er sonst sprechen? Was meinte er? Nell wusste es nicht. Aber in ihrer Magengegend breitete sich ein ungutes Gefühl aus. Langsam zog sie ihren Kopf zurück und versuchte sich aufzurichten. Sie überlegte sich jede ihrer Bewegungen genau, denn sie wollte nicht, dass Fred mitbekam, wie sie gelauscht hatte. Vorsichtig setzte sie ihren rechten Fuß auf die Stufe über ihr, darauf bedacht ja keinen Laut von sich zu geben. Doch als sie den linken Fuß ebenfalls auf die Stufe setzen wollte, rutschte sie aus. Sie riss ihre Augen auf und versuchte einen Schrei zu unterdrücken. Schnell griff sie mit ihrer rechten Hand an das Geländer. Fast schon panisch blickte sie sich um und hielt die Luft an. „Mm mh, ...", Fred blickte auf, als er ein Geräusch hörte. Langsam ging er in die Richtung aus der das Geräusch kam. Er blieb im Türbogen stehen, da seine Strippe vom Telefon zu kurz war. „Sir, ich muss jetzt Schluss machen.... Ja, alles unter Kontrolle.", Fred ging wieder zurück ins Wohnzimmer und legte den Hörer auf die Gabel. Nell nutzte diese Chance und „erwachte" aus ihrer Starre. Schnell sprintete sie die Treppe rauf und rannte in ihr Zimmer. So schnell wie nur möglich schloss sie hinter sich die Tür und ihr Blick war starr auf diese gerichtet. Mit langsamen Schritt ging sie rückwärts auf ihr Bett zu. Sie atmete einmal tief ein. Plötzlich fuhr ihr Kopf erschrocken nach unten. Nell ist mit ihrem linken Fuß gegen die Bettkante gestoßen und biss sich mit Schmerz verzerrtem Gesicht auf die Lippe. Innerlich fluchend setzte sie sich auf das Bett und presste ihren Rücken gegen das Drahtgestell und hielt sich ihren Fuß. Langsam ließ der Schmerz nach, doch noch immer blickte sie mit angsterfülltem Gesicht in Richtung Tür. Sie hörte wie Schritte die Treppe hochstiegen und dann verstummten sie. Als sie sie das nächste mal hörte waren sie schon viel näher und Nell konnte schwören, dass sie vor ihrer Tür stoppten. Langsam drehte sich der Türknauf und die Tür wurde einen Spalt geöffnet. Im gleichen Moment hielt sie den Atem an und wünschte sich nur noch, überall zu sein nur nicht hier. Quietschend öffnete sich die Tür und im Türrahmen stand Fred. Er blickte sie mit einem ausdruckslosem Blick an und Nell hatte keine Ahnung was er als nächstes tun würde. Fred bewegte sich nicht, sondern blickte nur auf Nell, die zusammengekauert auf dem Bett saß und einzelne Tränen ihre Wange hinunter liefen. Mit einem Mal löste er sich vom Türrahmen und trat in den Raum. Mit langsamen und schweren Schritten - so kam es Nell vor - schritt er auf sie zu. Im gleichen Moment versuchte Nell sich weiter von ihm zu entfernen, doch es gelang ihr nicht. Jetzt konnte Fred ein leises Schluchzen vernehmen. Vor dem Bettende blieb er stehen und stütze seine beiden Hände auf die Bettkante vor ihm. Er legte seinen Kopf schief und blickte sie an. Mit leiser und doch bestimmter Stimme begann er zu sprechen: „Nell...", er wurde von einem weiteren Schluchzen von Nell unterbrochen. Er wartete bis sie sich wieder einigermaßen gefangen hatte, bevor er weiter sprach. „Es ist nicht das, wonach es sich für Dich angehört hat.", Fred machte eine kleine Pause, um Nells Reaktion abzuwarten, doch sie regte und antwortete nicht. „Es ging um meine Arbeit. Das hat nicht das Geringste mit Dir zu tun... Das am Telefon eben, war mein Chef. Er wollte nur wissen, ob ich die Aufgabe erledigt habe, die ich machen sollte.", immer noch sagte Nell nichts. Sie blickte ihn immer noch an und Fred seufzte einmal. „Komm schon, Nell, Du kannst mir vertrauen. Ich weiß, dass Du viel durchgemacht hast, aber Du bist hier in Sicherheit. Du brauchst keine Angst mehr zu haben, Dich wird niemand finden und ich werde auf Dich aufpassen.", Nell schluckte einmal. Sie wusste nicht was sie machen sollte. Sagte er jetzt die Wahrheit? Sie hatte keine Ahnung, aber Nell konnte auch nicht vergessen, was er am Telefon gesagt hatte. Sie konnte irgendwie nicht glauben, dass es nicht mit ihr was zu tun hatte. Für sie passte alles so gut zusammen. Nell nahm sich vor, dem weiter auf dem Grund zu gehen, aber dafür musste sie mitspielen. Fred sah sie erwartungsvoll an und schließlich nickte sie zögerlich. Auf Freds' Gesicht breitete sich ein kleines Lächeln aus. „Siehst Du Nell, Du kannst mir vertrauen. Jetzt komm mit runter, lass uns was frühstücken. Du hast doch bestimmt Hunger, oder nicht?" Nell kam aus ihrer Ecke heraus gekrochen und rutschte langsam vom Bett. Sie nickte und Fred konnte ein leises „Ja" vernehmen. „Gut, ich habe unten schon alles vorbereitet." Fred richtete sich wieder ganz auf und ging in Richtung Tür. Nell folgte ihm in einem größeren Abstand. Immer noch war sie davon überzeugt, dass er ihr nicht die Wahrheit gesagt hatte. Sie konnte es nicht mir Sicherheit sagen, aber sie spürte es und ihr Gefühl hatte sie bisher nur in wenigen Fällen im Stich gelassen. Nell spielte sogar für einen kurzen Augenblick mit dem Gedanken wegzulaufen, doch dann kam sie zu der Überzeugung, dass es weniger klug wäre. Wenn Fred wirklich gerade über sie am Telefon gesprochen hatte - und da war sie sich ganz sicher - würde er sie finden. Also, müsste sie mehr über seine Arbeit herausfinden. Aber da kam schon das nächste Problem. Wie sollte sie das machen? Sie konnte ihn ja wohl kaum danach fragen. So konnte sie da schon einmal nicht heran gehen. Nein, sie musste warten bis er das Haus verließ und dann könnte sie sich mal ein wenig umsehen. Doch dies hatte er bisher noch nie getan. Nicht einmal zum einkaufen ist er gegangen, aber bald müssten seine Vorräte erschöpft sein und er musste gehen. Nell sah dies als ihre einzige Chance und so lange musste sie ihm Glauben lassen, dass sie ihm voll und ganz vertraute. Scullys Wohnung 12:00 Uhr Mulder parkte sein Auto mit quietschenden Reifen vor Scullys Haus. Flüchtig warf er einen Blick zu ihrer Wohnung. Alles war Dunkel, kein Licht brannte. >Kein Licht? Sie ist doch da? Vielleicht schläft sie ja schon, oder ist sie doch noch in die Pathologie gefahren?< Mulder ging verschiedene Möglichkeiten durch, doch bei allen kam er zu dem Entschluss, dass er zu ihr musste, also machte er sich nicht die Mühe den Wagen abzuschließen, sondern ging mit schnellen Schritten auf das Haus zu. Als er die Tür aufstoßen wollte, wurde sie bereits von innen geöffnet und er stieß mit Mr. Peters zusammen. Er war ein älterer Mann und wohnte in der selben Etage wie Scully. „Können Sie nicht besser aufpassen?", fragte dieser wütend und erschrocken zugleich. „'Tschuldigung.", war das einzige, was Mulder hervorbrachte. Ohne weiter auf den älteren Mann zu achten hechtete Mulder den Gang entlang. Das einzige was er noch hörte war: „Die Jugend heutzutage. Kein Benehmen." Als er schließlich vor Scullys Wohnung stand, klopfte er an die Tür. Doch er bekam keine Antwort. Wieder klopfte er und auch diesmal war alles still. „Scully! Machen Sie die Tür auf.!", langsam bekam Mulder Angst. Wieso machte sie nicht die Tür auf? Mulder überlegte sich tausend Gründe, warum sie ihm nicht öffnete, aber keine konnte ihn zufriedenstellen. >Vielleicht will sie dich ja gar nicht sehen. Wegen mir ist ja schließlich das Essen geplatzt. Aber es war doch eigentlich alles nur Dianas Schuld. Wenn sie nicht gekommen wäre, dann wäre das alles nicht passiert. Sie müsste mich doch so gut kennen, um zu wissen, dass ich nichts mit Diana vorhatte. Schließlich waren WIR beide zum Essen verabredet. Gott, ich habe ihr doch gesagt, dass es nicht so war, wie es aussah... Das ist doch echt nicht zu fassen. Immer wenn mir oder Scully etwas passiert, hat Diana was damit zu tun.< Wieder klopfte er an die Tür und diesmal war es kein normales Klopfen mehr, sondern ein regelrechtes Klopfen. „Scully, wenn Sie da sind, machen Sie bitte die Tür auf. Falls es wegen dem Essen war, kann ich Ihnen das erklären. Bitte, Scully!", als sie diesmal wieder nicht die Tür öffnete war Mulder kurz davor aufzugeben. Schräg gegenüber öffnete sich eine andere Haustür und eine ältere Dame stand im Türrahmen. „Würden Sie bitte mit dem Lärm aufhören. Wenn Dana Sie nicht sehen möchte, hat sie bestimmt ihre Gründe.", sie schaute ihn verärgert an. „Tut mir leid. Ich wollte Sie nicht stören. Aber es wichtig und ich weiß, dass sie um diese Zeit normalerweise zu Hause sein müsste." „Wie Sie sehen, ist sie es wahrscheinlich nicht, junger Mann. Ich habe sie schon seit ein paar Tagen nicht mehr gesehen. Wenn Sie jetzt so freundlich wären und ein bisschen leiser wären, wäre das wirklich nett von Ihnen.", mit diesen Worten schloss sie kopfschüttelnd die Tür. Mulder wandte sich wieder Scullys Tür zu und klopfte nochmals, doch diesmal leiser. „Kommen Sie, Scully, wollen Sie wirklich, dass mich Ihre Nachbarn zu Kleinholz verarbeiten? Ich weiß, dass Ihnen das bestimmt gefallen würde, aber ....", plötzlich kam Mulder eine Idee. Er kramte in seiner Hosentasche und zog schließlich den Schlüsselbund heraus. Schnell suchte er denn Schlüssel zu Scullys Wohnung raus und steckte ihn ins Schloss. Die Tür war nicht abgeschlossen. Augenblicklich zog Mulder seine Waffe und öffnete langsam die Tür. Er machte sich auf alles gefasst und trat in das Wohnzimmer. Schnell blickte er sich um, konnte jedoch nichts Auffälliges entdecken. „Hallo? Ist hier jemand? Ich bin vom FBI und bewaffnet!", niemand antwortete ihm. Mulder ging zu ihrem Anrufbeantworter und spulte diesen zurück. Es waren zwei Nachrichten drauf. Die erste war von ihm, als er noch am selben Abend versucht hatte Scully zu erreichen und zweite war von ihrer Mutter, die dringend mit ihr reden wollte. Mulder nahm sich vor, falls er sie nicht finden sollte - aber er hatte seine Hoffnung noch nicht aufgegeben - zu ihrer Mutter zu fahren und mit ihr zu sprechen. Nachdem er sich vergewisserte hatte, dass im Wohnzimmer alles in Ordnung war ging er in Richtung Küche. Dort fand er eine offenstehende Schublade und schaute kurz hinein und in ihr befanden sich verschieden scharfe Messer. Mulder umfasste fester seine Pistole und ging von der Küche aus ins Wohnzimmer und blieb schließlich vor der Schlafzimmertür stehen. Die Tür war leicht angelehnt. Auf Mulders Stirn bildeten sich kleine Schweißperlen und er fuhr mit seiner Zunge einmal über seine Lippen. Er horchte, um zu sehen, ob jemand im Schlafzimmer war, doch es war alles ruhig. Mit seinem rechten Fuß stieß er leicht an die Tür und diese schwang auf. Einen Augenblick später stürzte Mulder in Scullys Schlafzimmer. „FBI! Hände hoch!", aber auch hier war niemand zu sehen. Mulder schaltete das Licht an und konnte die kaputte Nachttischlampe auf dem Boden sehen. Die Bettdecke war halb herunter gezogen und mitten auf dem Boden lag ein Küchenmesser. Blutspuren waren auf dem Teppich sichtbar. >Oh mein Gott. Scully!< Mulder holte ein Taschentuch aus seiner Tasche und hob das Messer auf. Am Griff und an der Klinge klebte Blut. Fassungslos starrte er darauf. Was war hier nur passiert? Er konnte sehen, dass das Blut nicht mehr frisch war, sondern schon angetrocknet. Er legte seine Waffe beiseite und kramte mit seiner nun freien Hand wieder in seiner Jackentasche. Mulder holte ein kleines Tütchen hervor und ließ das Messer darin verschwinden. Er ließ seinen Blick nochmals durch das Chaos schweifen und ihm wurde übel und schwindelig. Mulder legte seine Hand auf den Bauch und mit der anderen musste er sich an der Wand abstützen. Er senkte seinen Blick und versuchte das Gefühl der Übelkeit unter Kontrolle zu halten. Aber sobald er seine Augen schloss, sah er Scully, wie sie hier verzweifelt um ihr Leben kämpfte. Er hörte förmlich ihre Schreie. Er konnte es nicht mehr ertragen und hielt sich die Hand vor dem Mund. Mit schnellen Schritten verschwand er im Badezimmer und übergab sich auf der Toilette. Nach einer Weile drückte er die Spülung und zog sich erschöpft am Waschbecken hoch. Er blickte in den Spiegel und ihn sah ein ausgelaugtes, übermüdetes und total fertiges Gesicht an. Es sah nicht nach ihm aus. Für Mulder war die Person im Spiegel ein Fremder. Langsam senkte er seinen Blick und starrte ins Waschbecken. Tränen der Verzweiflung kämpften sich ihren Weg aus seinen Augen und tropften ins Waschbecken. Wütend umfasste er den Rand des Beckens und immer wieder sprach er die selben Worte. „Scully..... verdammt!" Kurze Zeit später trafen die Leute von der Spurensicherung, sowie weitere Agenten ein. Einige neugierige Nachbarn sammelten sich im Flur und versuchten einen Blick in die Wohnung zu werfen, aber sie wurden immer wieder von Agenten und der Polizei, die inzwischen auch eingetroffen war, gebeten den Tatort zu verlassen, da es nichts zu sehen gäbe. Unter ihnen waren auch Mr und Mrs Peters. Sie schauten mit entsetzten Blicken auf das Geschehene. Mr Peters hatte einen Arm um seine Frau gelegt und versuchte sie zu beruhigen. Mulder ging nervös in Scullys Wohnung auf und ab. Die Leute von der Spurensicherung haben gesagt, dass hier definitiv ein Kampf stattgefunden hatte. Das Schloss an der Tür war nicht beschädigt. Daraus folgerte Mulder zwei Möglichkeiten. Entweder kannte Scully ihren Angreifer oder aber die Tür war nicht abgeschlossen und er konnte ungehindert in die Wohnung gelangen. Mulder sah hinaus in den Flur und erblickte dort die Peters. Mit schnellem Schritt ging er auf sie zu und als sie ihn sahen wischte sich Mrs Peters schnell die Tränen aus den Augen und blickten Mulder entgegen. Selbst sie konnten sehen, dass er fertig mit den Nerven war. Man konnte ihm ansehen, dass er müde und ausgelaugt war. Dies ist Mrs Peters gar nicht aufgefallen, als sie vor gerade mal einer halben Stunde Mulder darum gebeten hatte nicht so einen Lärm zu machen. Innerlich machte sie sich Vorwürfe. Sie hatte das Gefühl auch Schuld an dem Verschwinden ihrer jungen Nachbarin zu sein. Mulder stand nun direkt vor ihnen und blickte auf seine Schuhe. Sein Körper war leicht am zittern und er kämpfte darum nicht gleich die Kontrolle zu verlieren. Er atmete mehrmals tief ein und aus und blickte dann auf. Als sich ihre Blicke kreuzten senkte Mrs Peters ihren Blick. Sie konnte in den Augen ihres Gegenübers soviel Schmerz und Schuld sehen, dass sie es nicht ertragen konnte. Mit leiser Stimme begann Mulder zu sprechen. „Mr und Mrs ... Peters, habe ich recht?", beide nickten und Mrs Peters schniefte einmal kurz. „Können Sie mir sagen, was hier passiert ist oder haben Sie irgendwas merkwürdiges gesehen?", erst sagte keiner von beiden etwas doch dann sagte Mrs Peters leise: „Wir wissen nicht was passiert ist." „Wann haben Sie Agent Scully das letzte mal gesehen?" „Ich habe sie vor ungefähr 4 Tagen das letzte mal gesehen.", antwortete nun Mr Peters und Mrs Peters bestätigte dies durch ein heftiges Nicken. „Es muss so gegen Abend gewesen sein. Wir kamen gerade von unseren täglich abendlichen Spaziergang wieder. Wir haben sie im Flur getroffen. Sie war gerade dabei ihre Tür aufzuschließen. Dana grüßte uns freundlich, aber selbst ein Blinder konnte sehen, dass sie wütend war.", Mulder schloss kurz seine Augen und fuhr sich mit einer Hand durch sein Haar. „Wann genau war das?" „Lassen Sie mich mal überlegen. Wir gehen immer so gegen halb acht los. Dieses mal waren wir aber nur eine halbe Stunde draußen. Es hat geregnet und es war richtig ungemütlich.", Mulder nickte und kaute an seiner Unterlippe. „Ja, es muss so gegen acht Uhr gewesen sein." Mulder nickte wieder bevor er weiter sprach: „Und Sie haben nichts Ungewöhnliches gehört oder gesehen?" „Mmh, nein. Ich fand es nur ungewöhnlich, dass wir so lange nichts von ihr gehört hatten. Sie müssen wissen, wir hatten sie am Sonntag eingeladen. Sie wissen schon Kaffee trinken und so... aber sie ist nicht gekommen. Ich habe schon irgendwie damit gerechnet. Dana ist immer viel Unterwegs und so bekommen wir sie nicht oft zu Gesicht, doch dieses mal hatte sie uns versprochen vorbeizuschauen. Es ist nicht ihre Art einfach nicht zu erscheinen und gemeldet hatte sie sich auch nicht. Anfangs hatte ich mir auch Sorgen gemacht und war schon drauf und dran die Polizei zu rufen..." >Hätten Sie es bloß getan.<, dachte Mulder. „.... aber Paul...", sie zeigte auf ihren Mann. „ ... meinte, dass sie es wahrscheinlich nur vergessen habe und es ihr gut ging. Ich verstehe immer noch nicht, wieso sie einen so gefährlichen Beruf gewählt hat. Das arme Kind hat schon so viel durchgemacht und jetzt ist sie wieder verschwunden.", Mrs Peters schüttelte den Kopf und Mulder schaute schuldbewusst zu Boden. „Sie ist eine hervorragende Agentin und Partnerin. Sie hat mir schon tausendmal das Leben und meinen Hintern gerettet. Wenn sie nicht gewesen wäre, läge ich wahrscheinlich schon auf dem städtischen Friedhof oder ich wäre arbeitslos.", Mulder verstummte und hing seinen eigenen Gedanken nach. „Sie müssen, dann also Mulder sein. Danas Partner, sie hat schon viel von Ihnen erzählt.", sagte nun Mr Peters. „Ich hoffe doch, nur Gutes.", versuchte Mulder zu scherzen, da es war für ihn die einzige Art war seinen Schmerz nicht zu zeigen und mit dieser Situation fertig zu werden. Mrs Peters nahm Mulders Hand und sah ihm dann in seine Augen. „Agent Mulder, versprechen Sie mir, dass Sie sie finden werden und dass sie so was grausames nicht noch einmal durch machen muss.", Mulder nickte. „Ich danke Ihnen. Ich habe keine weiteren Fragen mehr. Falls Sie doch noch was hören oder Ihnen noch etwas einfallen sollte, rufen Sie mich bitte an.", Mulder gab ihnen seine Visitenkarte, verabschiedete sich und verließ den Flur. Altes Backsteinhaus Irgendwo in D.C. Mit einem leisen Quietschen öffnete sich die Tür zu einem Raum. Dieser war mit stickiger Luft gefüllt und wurde nur von einer kleinen Tischlampe beleuchtet. Krycek betrat leise den Raum und schloss die Tür hinter sich. Er sagte nichts. Blieb einfach nahe der Tür Stehen. Sein Blick war geradeaus gerichtet. Ungeduldig wippte er mit seinen rechten Fuß hin und her. Als ihm die Stille zu bedrückend wurde, fuhr er mit seinen linken Hand an seinen Mund und räusperte sich kurz. Ohne auf eine Antwort zu warten, trat er weiter in den Raum hinein bis er an dem großen Ohrensessel stand. „Schön, dass Sie gekommen sind.", Krycek nickte nur einmal kurz, sagte aber nichts. „Ich habe gehört, dass Fortschritte gemacht wurden?", er zündete sich eine weitere Zigarette an und blies eine dichte Rauchwolke an die Decke. „Wie es aussieht, läuft alles nach Plan.", in Kryceks Stimme schwang ein undefinierbarer Unterton mit. „So wie Sie es sich vorgestellt haben." „Was ist los mit Ihnen, Krycek? Haben Sie nicht gut geschlafen?" „Nein, Sir, ich habe hervorragend geschlafen.", diesmal konnte man erkennen, dass er ein wenig gereizt klang. „Wieso wollten Sie mich jetzt also sprechen?" Der CSM blickte ihn erst etwas über seinen Ton verwirrt an. Nach einigen Sekunden des Schweigens hatte er sich wieder gefangen und blickte Krycek wieder mit seinen kalten und undurchdringlichen Blick an, wie er es schon zuvor getan hatte. „Das müssten Sie doch eigentlich wissen." „Tut mir leid, Sir, aber meines Wissens, kann ich Ihnen nicht mehr sagen, als Sie eh schon wissen." „Tja, wenn das so ist können Sie gehen.", Krycek verdrehte einmal kurz die Augen und wandte sich von ihm ab und ging in Richtung Tür. „Ach, Krycek, eine Frage hätte ich da noch.", Krycek blieb auf halben Wege stehen, drehte sich jedoch nicht um. „Wie kommt es, dass ein ganzes Labor in die Luft fliegt und wir die Testperson immer noch nicht gefunden haben?" Krycek drehte sich langsam, fast so wie in Zeitlupe, zu ihm um. „Tut mir leid, Sir, aber da kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen. Vielleicht fragen Sie ja mal ihre anderen Kollegen, die wissen doch sonst immer über alles Bescheid.", erwiderte Krycek mit zusammen gebissenen Zähnen und ohne ihm noch einmal zu Wort kommen zu lassen, verließ er den Raum. Als Krycek das alte Backsteinhaus verließ und gerade die Straße überqueren wollte, klingelte sein Handy. Mit einem geübten Griff zog er es aus seiner Jackentasche und drückte den Annahmeknopf. „Ja?" Krycek war in der Zwischenzeit bei seinem Wagen angekommen und schloss diesen mit seiner noch freien Hand auf. Die ganze Zeit über hörte er nur seinen Gesprächspartner am anderen Ende zu. Ab und zu gab er ein knappes `Ja´ oder `Nein´ von sich. Krycek setzte sich in sein Auto und wartete bis der andere ausgesprochen hatte. „Okay, lassen Sie alles wie es ist, ich werde dann so schnell wie möglich zu Ihnen kommen.", mit diesen Worten drückte Krycek den Ausknopf und ein kleines Lächeln breitete sich auf seinen Gesicht aus. >Na, wer sagst denn. Endlich wird es mal ein wenig interessant.< Mit quietschenden Reifen verließ er den Parkplatz und reihte sich in den Verkehr ein. Nach wenigen Sekunden war sein Auto um der nächsten Ecke verschwunden. Fred Steels Haus 2 Stunden später Nell versuchte sich nichts anmerken zu lassen, aber ihre Nerven lagen blank. Sie gab eine Ruhe vor, die sie nicht besaß. Immer wieder kam ihr das Telefongespräch in den Sinn. Über wen oder was hatte er da gesprochen? Fred hatte ihr zwar versichert, dass es nicht um sie ging, sondern um seine Arbeit, aber diese dumpfe Gefühl, dass er sie angelogen hatte, war immer noch nicht verschwunden. Außerdem würde alles so gut zusammen passen. Sie hatte keine Ahnung, als was er arbeitete. Bisher hatten sie immer nur über sie gesprochen, doch nie über ihn. Für wen arbeitete er? Was waren seine Aufgaben? Nell nahm sich fest vor dem nachzugehen. Sie wurde abrupt aus ihren Gedanken gerissen, als sie ihren Namen hörte. „Nell, alles in Ordnung?", Fred lachte einmal kurz auf. Sie zwang sich zu einem Lächeln. „Ja, mir geht es gut, ich habe nur ein wenig nachgedacht." „Dann ist ja gut. Ich habe mir schon Sorgen gemacht, weil Du gerade gar nicht reagiert hast." „Hast Du mich denn was gefragt?" „Nein, nein, ich wollte Dir nur Bescheid sagen, dass ich gleich mal kurz weg muss." „Wirklich?", Nell war auf einmal hellwach und in ihrer Stimme schwang eine Spur von Hoffnung und sie hoffte, dass er es nicht bemerken würde. „Ich meine... okay ." „Bist Du Dir sicher? Ich meine, ich kann den Termin auch absagen." „Nein. Das ist schon in Ordnung. Ich ... ich werde schon klar kommen. Du brauchst nicht wegen mir Deine ganzen Termine abzusagen.", sie lächelte ihn aufmunternd zu. Für einen kurzen Augenblick zögerte er noch ein wenig, doch schließlich nickte er langsam mit seinen Kopf. „Na schön, wie Du meinst. Es wird auch nicht lange dauern. Ich versuche so schnell wie möglich wieder hier zu sein." „Wann ist denn das Treffen?", fragte Nell neugierig. „Wieso fragst Du?", Nell machte eine abwehrende Geste und erwiderte: „Nur so, ich bin nur neugierig. Ich meine, Du ... Du warst bis jetzt noch nie weg ...." „Verstehe ...ich verspreche, dass ich mich beeilen werde.", er lächelte ihr aufmunternd zu und Nell versuchte es zu erwidern. „So, jetzt muss ich aber los.", Fred schob seinen Stuhl zurück und erhob sich. Er nahm seinen Teller und den von Nell und stellte sie in die Spüle. Die Tür fiel ins Schloss und Nell beobachtete wie Fred in sein Auto stieg und davon fuhr. Für ein paar Minuten blieb sie noch am Fenster stehen, um auch ganz sicher zu gehen, dass er nicht wieder zurück kommen würde. Sie blickte sich unschlüssig im Haus um. Wo sollte sie nur anfangen? Nach was sollte sie überhaupt suchen? Bei diesen Gedanken zuckte Nell einmal mit den Schultern und nahm sich vor unten anzufangen. Vielleicht würde sie ja noch einen Raum finden den sie noch nicht kannte. In den paar Tagen, in denen sie nun hier war, hatte sie noch nicht die Gelegenheit gehabt das Haus näher zu untersuchen. Aber jetzt war sie ja allein und es war vielleicht ihre einzige Chance. Sie schritt langsam den Flur entlang, und obwohl sie schon soweit alles zu kennen schien, schaute sie es sich so an, als ob sie es heute zum ersten Male sehen würde. Am Anfang des Flurs auf der linken Seite war eine kleine Kammer, aber dort befanden sich nur alte Schuhe und Jacken. Auf der rechten Seite war ein großer Türbogen und wenn man unter diesem hindurch ging, kam man direkt ins Wohnzimmer, und von dort führte nur eine weitere Tür in die Küche und eine in den Garten. Also, da brauchte sie schon mal nicht mehr nachschauen. Aber am Ende des Flures auf der rechten Seite war eine Tür, die ihr bisher noch nicht aufgefallen war. Langsam schritt sie auf diese Tür zu. Als sie davor stand schaute sie sich nochmals um, so als ob sie glauben würde, Fred würde jeden Augenblick durch die Haustür kommen. Nell schluckte einmal, bevor sie an den Türknauf griff. Nell versuchte ihn herumzudrehen, aber nichts rührte sich. Die Tür war abgeschlossen. Sie versuchte es zum wiederholten Male, aber auch diesmal ließ sich die Tür nicht öffnen. Unschlüssig darüber, was sie als nächstes tun sollte, ging sie leicht in die Hocke und lugte durch das Schlüsselloch. Nell konnte nicht viel sehen, aber sie glaubte einen Schreibtisch erkennen zu können. Ein ungewöhnliches Kribbeln breitete sich in ihr aus und sie war sich in diesem Moment sicher, dass sie in diesen Raum musste. Sie schaute auf die Wanduhr im Esszimmer, welches direkt gegenüber von der verschlossenen Tür lag und musste feststellen, dass Fred gerade mal 10 Minuten fort war. Wann hatte er gesagt würde er wiederkommen. In ca. einer bis anderthalb Stunden? Dann hatte sie noch etwas Zeit, aber jetzt musste sie erst einmal überlegen, wie sie in dieses Zimmer kommen sollte. Nell schaute nach, ob sie irgendwo den Schlüssel finden würde, aber nach nur ein paar Minuten wurde ihr klar, dass er wahrscheinlich nicht den Schlüssel hier irgendwo herumliegen lassen würde. Also, jetzt war die große Frage: Wie kommt sie in das Zimmer ohne einen Schlüssel? Nell hatte da schon eine Idee, aber sie bezweifelte stark, dass diese klappen würde. Mit schnellen Schritten rannte sie Treppe hoch zum Badezimmer und durchwühlte alle Schubladen. >Ich war mir doch sicher, dass ich hier heute morgen noch irgendwo Haarnadeln oder etwas ähnliches gesehen habe. Aber wozu braucht Fred Haarnadeln? Ach egal, Hauptsache ich finde was Nützliches.< Nell durchsuchte jede Schublade und jeden Schrank, konnte jedoch nichts finden. Frustriert schloss sie wieder alle Laden und ging zurück in ihr Zimmer bzw. Freds Schlafzimmer. Sie blickte sich noch einmal kurz um, bis ihr Blick am Nachtschränkchen hängen blieb. Kurz entschlossen sprang sie auf das Bett und rutsche rüber zum anderen Ende, bis so vor dem Nachtschränkchen saß. Sie öffnete die oberste Schublade und wühlte in ihr herum. Aber sie konnte nichts Aufschlussreiches finden. In ihr befanden sich bloß ein paar Bücher. Sie holte eines heraus und sah es durch. Es war irgendein Roman den sie nicht kannte. Nachdem sie das Buch durchgeblättert hatte, legte sie es wieder zurück in die Schublade und schob diese wieder zu. Danach machte sie sich an der untere Schublade zu schaffen Dort befanden sich ein Fotoalbum und verschiedene Zettel. Nell holte das Fotoalbum heraus und blätterte es interessiert durch. Es waren keine Familienfotos, so wie sie es erwartet hatte, sondern die Fotos zeigten Fred mit anscheinend wichtigen Leuten. Nell legte es auf das Bett und durchwühlte weiter die Schublade. Schließlich entdeckte sie doch noch was, was ihre Aufmerksamkeit erregte. In der hintersten Ecke der Schublade lag ein kleines Taschenmesser. Nell holte es heraus und öffnete es. Es hatte nur eine kleine Klinge und würde wahrscheinlich auch in ein Schlüsselloch passen. Schnell räumte sie das Fotoalbum wieder in die Lade und verschloss diese. Nell sprang vom Boden auf und eilte die Treppe hinunter. Ein wenig außer Atem kam sie schließlich vor der verschlossenen Tür zum stehen. Sie öffnete das Messer abermals und steckte es ins Schloss. Nell biss sich auf die Unterlippe und starrte konzentriert auf das Schlüsselloch. >Im Fernsehen sieht das immer so einfach aus. James Bond schafft das auch immer. Das wird doch wohl nicht so schwer sein.... Komm schon, jetzt geh endlich auf... ich habe nicht mehr viel Zeit ... Mist!< Schnell steckte sie ihren Finger in den Mund, an dem sie sich gerade geschnitten hatte. Als sie nachschaute, hatte er soweit aufgehört zu bluten und sie machte sich wieder an die Arbeit. Nach noch mehreren Fehlschlägen, erklang schließlich das erlösende Geräusch. Es machte klick und die Scharniere sprangen zurück. „Ja.", entfloh es ihr glücklich. Vorsichtig öffnete Nell die Tür. In dem dahinter liegenden Raum befand sich, wie sie schon vermutet hatte, ein Arbeitszimmer. Es war ein großes Zimmer. Ein großer Schreibtisch aus Ebenholz stand vor einem großen Panoramafenster mitten im Raum. Das Licht fiel genau auf die Arbeitsfläche. An den Seiten standen jeweils verschiedene Aktenschränke, doch diese, so musste Nell feststellen, waren abgeschlossen. Vor dem riesigen Fenster standen noch ein paar Pflanzen und selbst die Bilder von Künstlern, die an den Wänden hingen, konnten dem Raum keine warme Atmosphäre vermitteln. Nell ging auf den Schreibtisch zu, auf dem ein paar Akten lagen. Neugierig nahm sie die oberste zur Hand und schaute sie durch. Es war eine Akte die fast vollständig seziert war. Nur einzelne Namen konnte man lesen. Unter anderem auch Dr. Jannings und Dr. Newall. Nell traute ihren Augen nicht. Was hatte das alles zu bedeuten? Und vor allem: Was hatte Fred mit all dem zu tun? Und woher kannte er Dr. Jannings und Dr. Newall? Immer noch darüber nachdenkend legte sie die Akte beiseite und schnappte sich die Nächste. Vorne auf dem Dossier war das Zeichen des FBI abgebildet. Erstaunt darüber öffnete sie schnell die Akte und musste feststellen, dass es sich um eine Personalakte handelte. Es war die Akte von einer Frau. Einer FBI-Agentin. Nell hatte zwar noch nie eine FBI-Akte gesehen, aber sie wusste, dass diese normalerweise nicht mit einem X versehen waren. Interessiert las sie sich die Akte durch. Es handelte sich um eine gewisse Special Agent Dana Kathrine Scully. Sie arbeitet in der Abteilung der X-Akten. >X-Akten? Was soll denn das bedeuten? Und wieso liegt hier die Personalakte einer FBI-Agentin? Langsam verstehe ich das alles nicht mehr.< Nell las weiter die Akte durch und staunte nicht schlecht, was da so alles drin stand. Sie wurde in die Abteilung X-Akten versetzt um ihren neuen Partner Special Agent Fox William Mulder zu überwachen, damit die X-Akten geschlossen wurden. Und dies geschah dann wohl auch schon kurze Zeit später, und diese Scully wurde wieder zurück nach Quantico versetzt. Doch dann war sie auf einmal für drei Monate spurlos verschwunden und ist dann wie aus dem Nichts wieder aufgetaucht. Ungefähr zwei Jahre später erkrankte sie an Krebs und wurde von diesem auf unerklärliche Weise wieder geheilt. Den Rest überflog Nell und konnte nur mit den Kopf schütteln. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Das gibt's doch alles gar nicht. So etwas konnte doch gar nicht alles einer Person passieren. Aber plötzlich erregte etwas anderes hatte ihre Aufmerksamkeit. Sie blätterte wieder zurück an den Anfang und las sich ihn nochmals durch. Bei den Namen Mulder blieb sie hängen. „Mulder? .... Mulder? ..... Mulder! .... M und U ... das ist es. Dr. Newall ... Er meinte bestimmt Mulder.", Nell war auf einmal ganz aufgeregt. Schnell schlug sie die Akte wieder zu und suchte weiter nach anderen Akten. Vielleicht würde sie ja auch noch die Personalakte von diesem Mulder finden. Nell stellte das halbe Arbeitszimmer auf den Kopf, bis ihr Blick auf die Wanduhr fiel. „Oh Shit!! Fred kommt gleich wieder. Ich muss hier so schnell wie möglich raus.", ihre Gedanken überschlugen sich und sie blickte sich verwirrt im Zimmer um. Sie schnappte sich die Akten und versuchte sie wieder so hinzulegen, wie sie vorher lagen. Anschließend schnappte sie sich das Taschenmesser und schritt zur Tür. Schnell blickte sie sich nochmals im Zimmer um und schloss sie dann hinter sich zu. Hektisch blickte sie zur Haustür, doch diese war noch immer verschlossen. Aber dann hörte sie das, was sie in diesem Moment überhaupt nicht hören wollte. Den Motor eines Autos. Panisch riss Nell ihre Augen auf und stand wie erstarrt da. Sie konnte sich nicht bewegen. Hektisch atmete sie ein und aus. Und so schnell wie die Starre über sie gekommen war, verschwand sie auch wieder. Schnell holte sie das Taschenmesser hervor und versuchte damit die Tür wieder zu schließen. Immer wieder wanderte ihr Blick zur Tür. Der Motor war jetzt abgeschaltet und Schritte waren zu hören. Nell begann leicht zu zittern. Sie wandte ihren Blick von der Haustür ab und machte sich wieder an dem Schloss zu schaffen. „Komm schon... jetzt geh doch endlich zu....!!!", flüsterte Nell zu sich selbst. Panisch blickte sie immer wieder hin und her. Nell hörte wie ein Schlüssel ins Türschloss geschoben wurde. Mit zitterten Händen hantierte sie mit dem Taschenmesser herum.. Die Haustür öffnete sich einen Spalt, fiel dann aber wieder zu. Erleichtert stieß Nell die Luft aus, die sie für einen kurzen Moment angehalten hatte. Bevor die Tür zum zweiten Mal geöffnet wurde, hörte Nell wie der Riegel ins Schloss viel. Schnell verstaute sie das Taschenmesser in ihrer Hosentasche und ging mit schnellen Schritten den Flur hinunter. Plötzlich stand Fred vor ihr und blickte sie fragend an. „H-hi!", war alles was sie herausbrachte. „Schon ... schon wieder da?", fragte Nell leicht nervös. Fred zog gerade seinen Mantel aus und schüttelte den Rest Schnee von sich ab. „Ähm ... ja ....es hat doch nicht so lange gedauert, wie ich eigentlich angenommen hatte. Und hast Du Dich auch nicht gelangweilt?" Nell musste einmal schlucken und schüttelte schnell mit ihrem Kopf. „Nein, nein, ich ... ähm ... ich habe angefangen ein ... ein ... Buch zu lesen. Ja, genau, ein Buch." „Schön.", Fred klatschte einmal kurz in die Hände. „Kommst Du mit in die Küche? Und hilfst mir beim Essen machen?" Mit dieser Frage ließ er Nell im Flur stehen und ging in Richtung Küche. Altes Backsteinhaus 1 Stunde zuvor Ein großer Tisch stand mitten im Raum. Um ihn herum standen vereinzelt Stühle, welche alle besetzt waren, bis auf einen. Die Gruppe von Männern diskutierte heftig und es schien so, dass sie sich nicht einigen konnten. Der CSM war der einzige, der sich nicht an dem Gespräch beteiligte. Er saß zurück gelehnt in seinem Sessel und zog genüsslich an seiner Zigarette. Langsam wurde ihm die Streiterei zu viel und er meldete sich zu Wort. „Meine Herren. Ich bitte Sie. Durch gegenseitiges Anschreien können wir die Probleme auch nicht lösen. Lassen Sie uns am besten nochmals von vorne anfangen und Punkt für Punkt durchgehen." Die anderen im Raum wurden still und nickten dann vereinzelt. „Gut. Also, was haben Sie zu berichten?" Ein Mann räusperte sich und erhob sich von seinem Stuhl. „Ich habe die neue Testperson in das Labor gebracht. Wir haben auch schon alle nötigen Tests durchgeführt und haben festgestellt, dass sie hervorragend für die folgenden Untersuchungen geeignet ist. Ich sehe da keine Schwierigkeiten." „Aber was ist mit ihm?", fragte ein weiterer Mann. „Wird er nicht versuchen....?" „Wir haben das unter Kontrolle.", unterbrach ihn der Mann, der zuvor noch gesprochen hatte. „Wir werden dafür sorgen, dass er sich nicht einmischt." „So wie beim letzten mal? Sie wissen doch genauso gut wie ich, dass er nichts unversucht lassen wird!" „Diesmal haben wir aber alle nötigen Vorrichtungen getroffen. Es wird nichts schief gehen, verstehen Sie?", sagte der Mann in einem zischenden Ton, der keinen weiteren Widerspruch duldete. Der Mann senkte resigniert und schüttelnd den Kopf. Jetzt mischte sich auch noch ein anderer Mann ein. Er rutschte mit seinen Stuhl nach hinten und stand auf. „Was ich nicht verstehe. Wieso hat Krycek sie entführt? Ist das nicht zuviel Aufwand? So ziehen wir doch nur die Aufmerksamkeit des FBI auf uns. Reichte es nicht, ihm einfach eine falsche Fährte zu lenken, um ihn so abzulenken?" Genervt richtete sich der Mann, der vorhin meinte, alles unter Kontrolle zu haben, an ihn. „Woher zum Teufel soll ich das wissen? Fragen Sie ihn doch selbst. Er hat wahrscheinlich seine Gründe gehabt. Sie wissen wie gut die beiden als Team arbeiten und dass sie ohne den anderen so gut wie aufgeschmissen sind. Vielleicht hat sich Krycek gedacht, dass er so mehr Zeit für uns herausholen könnte. Für das neue Labor...." Der andere Mann hatte sich wieder hingesetzt und erwiderte nichts. Es hatte keinen Sinn, jetzt mit diesem Mann zu streiten. Er stand eindeutig unter zu großen Druck und im Moment hatte er nicht die Nerven dazu sich jetzt hier noch herum zu streiten, also ließ er es lieber ganz bleiben. Um das Thema zu wechseln fragte der CSM in die Runde: „Wurden jetzt die Spuren von dem Brand des alten Labors beseitigt?" „Ja, Sir. Alle Spuren, die beweisen könnten, dass dort damals ein Labor stand, welches beweisen könnte, dass irgendwelche Tests an irgendwelchen Menschen durchgeführt wurden, wurden entfernt. Wir haben es so dargestellt, dass es ein Labor war, in dem irgendwelche nichtssagenden Tierversuche durchgeführt wurden und dann durch einen Anschlag einer Umweltschutzgruppe in Brand geraten sei und die Hilfskräfte nicht zeitig dagewesen waren und so nichts mehr machen konnten." „Wird die Polizei das glauben?" „Ich denke, schon. Mir schien es so, als ob sie es uns abgekauft haben." „Was ist mit der entflohenen Testperson?", fragte der CSM und blickte jeden einzelnen an. Einer der Männer machte den Mund auf und schloss ihn dann wieder. Fragend sah der CSM zu ihm rüber. „Ja?" „Nun ja, ich dachte, dass wäre Kryceks Aufgabe ... Wo, wo ist er eigentlich?" Jetzt erst fiel den anderen auch auf, dass Krycek gar nicht anwesend war. Der CSM zündete sich eine weitere Zigarette an und sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich zunehmend. „Meine Herren, ich denke, hiermit wäre das Wichtigste geklärt. Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen würden.", mit diesen Worten verließ der CSM den Raum und ließ die anderen Männer verdutzt zurück. Zur selben Zeit Fred parkte seinen Wagen in der Nähe des Rock Creek Parks. Er stellte den Motor ab und suchte im Handschuhfach nach seiner Schachtel Zigaretten. Eigentlich hatte er mit dem Rauchen aufgehört, doch seit dem diese ganze Sache begonnen hatte, musste er einfach wieder anfangen. Es beruhigte ihn. Als er aufgehört hatte, hatte er sich geschworen nie wieder auch nur einer Zigarette anzurühren. Zigaretten erinnerten ihn immer an seine ehemalige Frau. Sie war an Lungenkrebs gestorben und seit diesem Tag hatte er alle seine Zigaretten weggeschmissen und auch keine mehr angerührt. Immer noch schmerzten die Gedanken an ihren Tod und die Tatsache, dass er ihr nicht helfen konnte, verschlimmerte alles nur noch mehr. Das war in Wirklichkeit der eigentlich Grund. Sie lag im Sterben und er konnte nichts für sie tun, außer an ihrem Krankenbett zu sitzen und ihre Hand halten. Fred nahm einen tiefen Zug, schloss seine Augen, lehnte sich in seinen Sitz zurück und dachte an die alten Zeiten zurück. Er sah ihr Gesicht vor seinem innere Auge. Sie lächelte, so wie sie es immer getan hatte und auch auf seinem Gesicht erschien ein kleines Lächeln. Doch Fred wurde grob aus seinen Gedanken gerissen, als die Beifahrertür aufgerissen wurde und eine dick eingekleidete Person und mit Schneeflocken benetzten Mantel ins Innere des Wagens schlüpfte. Immer noch schüttelte der Mann die restlichen Schneeflocken von seinem Mantel und schaute Fred erst nur eine Weile an. Fred hingegen wurde immer nervöser und nahm noch schnell einen letzten Zug von seiner Zigarette und warf diese schließlich aus dem Fenster, welches er kurz geöffnet hatte. Er räusperte sich einmal und wandte sich schließlich ganz an den Mann, der noch immer nichts sagte. „Sie ... Sie wollten mich sprechen?" Sein Gegenüber nickte. „Ja, da Sie ja so freundlich waren und mich benachrichtigt haben, habe ich da noch eine kleine Aufgabe für Sie." „Was meinen Sie damit, Sie haben noch eine Aufgabe für mich? Ich habe doch schon alles gemacht, was sie wollten." „Ja, das stimmt, offiziell haben Sie ihren Teil erfüllt, aber leider ist das Spiel noch nicht zu Ende. Jetzt geht es in die zweite Runde und da können wir nur schwer auf Sie verzichten." „A- Aber, das können Sie nicht machen. Ich meine, ich ... ich möchte da nicht noch weiter mit hineingezogen werden." „Dafür ist es jetzt schon leider viel zu spät. Sie wissen schon mehr, als Sie eigentlich dürften. Und falls Sie mit den Gedanken spielen sollten uns einfach zu verlassen, muss ich Sie da leider enttäuschen. Das geht jetzt auch nicht mehr. Natürlich gäbe es da doch noch eine Möglichkeit, wie Sie aus der Gruppe aussteigen könnten, aber ich glaube nicht, dass Ihnen die gefallen wird." „Was für eine Möglichkeit?" „Sie wollen es wirklich wissen?", Fred nickte etwas zögerlich mit seinen Kopf. „Na schön, wie Sie meinen, aber sagen Sie hinterher nicht, ich hätte Sie nicht vorgewarnt.", schnell verneinte Fred dies. „Also gut, bei uns gibt es nur einen Weg aus der Gruppe auszusteigen und dafür muss man einen hohen Preis zahlen.", Krycek machte eine dramatische Pause bis er fortfuhr. „Diesen Preis könnte man mit dem Leben vergleichen. Sind Sie jetzt immer noch daran interessiert auszusteigen?", Krycek genoss es sichtlich, als er merkte, dass Fred sich immer mehr unwohler nach seiner Erklärung fühlte. „N...Nein.", stotterte Fred und schluckte den Klos herunter, der sich in seinem Hals gebildet hatte. „Fein, dann können wir ja endlich zu dem eigentlichen Thema kommen, ich habe nämlich nicht mehr viel Zeit. Ich denke, Sie können sich schon ungefähr denken, worum es geht, oder?", wieder brachte Fred nur ein Nicken zustande. Irgendwas strahlte dieser Mann neben ihn aus, aber Fred wusste nicht was es war, dass Einzige, was er wusste, war, dass es ihm Angst machte und er würde heil froh darüber sein, wenn dieser endlich seinen Wagen verlassen würde. „Ich möchte, dass Sie mir einen kleinen Gefallen tun. Es ist auch wirklich ganz einfach....", daraufhin erklärte Krycek Fred, was er zu tun hatte und wieder bereute Fred nun schon zum tausendsten Male, dass er auf dieses Angebot eingegangen war. Aber man hatte ihm das Blaue vom Himmel versprochen. Sie hatten gesagt, man hätte ein Heilmittel für seine Frau und dies war eigentlich auch der wahre Grund, warum Fred das alles mit machte. Aber jetzt war seine Frau tot, die konnten ihr nicht helfen und er wird sie nie wieder sehen. Hatte er denn jetzt noch eine andere Wahl? Was war das bloß für eine schreckliche Arbeit, die diese Männer da verrichteten? Krycek schloss mit seiner Erklärung ab und für kurze Zeit breitete sich eine unangenehme Stille im Wagen aus. „Aber ... aber wieso ich? Ich meine, man hat mir gesagt, dass meine Aufgabe einmalig wäre..... ich ... ich verstehe das nicht.... Sie haben doch jetzt wieder ihre Versuchsperson, wieso haben Sie sich einfach eine Neue genommen. Was soll das alles? Reicht es Ihnen nicht, dass diese eine Frau schon so viele Qualen über sich ergehen lassen muss? Müssen Sie jetzt auch noch weitere Frauen quälen. Was wollen Sie damit bezwecken? Mir hat man versichert, dass keine weiteren Frauen dafür leiden müssen. Das war auch ein Grund, warum ich bei diesem ganzen Mist mitgemacht habe!", Fred konnte es nicht fassen. Diese verdammten Schweine! Wie können die nur so skrupellos sein? Er begriff es nicht. Waren diese Frauen für sie nichts weiter als irgendwelche Laborratten, mit denen man machen konnte was man wollte? „Mr Steel, ich würde mir an Ihrer Stelle gut überlegen, was Sie als nächstes tun oder sagen, haben Sie verstanden? Man hat Ihnen nie versprochen, dass dies hier eine einmalige Sache wäre. Dass Sie das noch nicht gemerkt haben tut mir leid, aber Sie haben sich einmal für uns verpflichtet und eigentlich sollten Sie langsam merken, dass Sie nicht einfach so aufhören können. Und was die andere Testperson angeht, lassen Sie das mal schön unsere Sorge sein. Wenn Sie denken, hier jetzt irgendwas durch Ihre Proteste zu bewirken, muss ich sie enttäuschen. Sie haben gar keinen Einfluss auf die Geschehnisse und das wird sich auch nicht ändern. Sie sind nur ein kleiner Laufbursche und kleine Laufburschen können ganz leicht von der Bildfläche verschwinden.... haben Sie mich verstanden?", Krycek hatte langsam wirklich genug von Fred. Er hoffte nur, dass Fred diesmal seine unterschwellige Botschaft verstanden hatte, denn noch einmal würde er sie ihm nicht sagen, sondern sofort in die Tat umsetzen. „Ähm .... j ....ja", es war fast nur noch ein Flüstern, aber Krycek hatte es verstanden und ohne noch ein Wort zu sagen verließ er den Wagen und nach nur wenigen Minuten war er wieder verschwunden. Fred vergrub sein Gesicht in seinen Händen und wusste nicht mehr was er machen sollte. Erschöpft und total in Gedanken, über seinen neuen Auftrag, versunken, startete er den Motor und fuhr langsam zurück zu seinen Haus. Maggie Scullys Haus Mulder stoppte den Wagen und stellte den Motor ab. Er hatte etwas abseits geparkt, aber so, dass er einen perfekten Blick auf das Haus der Scullys hatte. Gedankenverloren starrte er aus dem Fenster auf das Haus und fragte sich immer wieder, wie er es Mrs Scully beibringen sollte, dass ihre, jetzt nur noch einzige, Tochter wieder verschwunden war. Er wusste es nicht. Mulder hatte sich schon tausend Varianten, auf den Weg zu ihr, ausgedacht, aber jede sagte doch das gleiche aus. Scully war verschwunden und er hatte es nicht verhindern können. Wäre er doch nur früher zu ihr gefahren, dann wäre das alles vielleicht gar nicht geschehen... >Jetzt hör endlich auf, dich in deinem eigenen Selbstmitleid zu baden. Davon wird sie auch nicht wiederkommen. Wenn du so weiter machst, wirst du sie nie finden... und das ist doch wohl das Letzte was ich will. Ich werde sie finden, koste es was es wolle.< Mulder schloss seine Augen und atmete einmal tief durch. >Na dann, auf in die Höhle des Löwen.< Er nahm den Schlüssel aus dem Zündschloss und öffnete die Autotür. Mulder stieg aus dem Auto... mitten in den Regen. >Na klasse, war ja klar, dass das mir passieren muss.< Schnell rannte er auf die andere Straßenseite zu Mrs. Scullys Haus. Als er dort ankam, war er klatschnass. Mulder hob seine rechte Hand und klopfte an die Tür. Er stülpte den Kragen seines Mantels höher, doch dies nützte genauso wenig, wie den Mantel noch enger um seinen Körper zu ziehen. Dieser war ebenso nass, wie der Rest von ihm. Die Regentropfen rannen am seinen Gesicht hinunter und Mulder begann ungeduldig sich von einem Bein aufs andere zu stellen. Wieder klopfte er, doch diesmal etwas energischer. Dies schien funktioniert zu haben, denn er hörte Schritte auf der anderen Seite. Schnell fuhr er sich mit seiner Hand durch das nasse Haar und ihm wurde auf einmal bewusst, wie blöd er doch aussehen musste. Er steht mitten im Regen, klatschnass vor einer Haustür und versucht sein Haar zu richten. Bei diesem Gedanken musste er Lächeln. Es war das erste Mal, dass er wieder lächelte, seit dem Streit mit Scully. Und da war sie wieder, alles was er machte erinnerte ihn augenblicklich an Scully und das Lächeln, was noch gerade eben auf seinen Lippen war, verschwand wieder. Mulder wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen, als er eine vertraute Stimme hörte. „Fox? Was machen Sie denn hier?" Im ersten Moment starrte Mulder Mrs Scully nur an, ohne zu wissen was er eigentlich sagen wollte. „Ähm... ich .... ich...", doch Maggie ließ ihn nicht ausreden. „Ach du meine Güte. Sie sind ja nass bis auf die Knochen. Kommen Sie doch erst einmal rein.", Maggie trat einen Schritt zurück, um Mulder Platz zu machen. Dankbar trat er ins Innere und ihn empfing eine gemütliche Wärme. Maggie schloss hinter ihm die Tür und Mulder schüttelte als erstes sein Haar. Er warf Maggie einen entschuldigenden Blick zu und zuckte einmal kurz mit den Achseln. „Danke." „Jetzt ziehen Sie aber als allererstes Ihren nassen Mantel aus. Nicht das Sie noch krank werden.", schnell zog Mulder seinen Mantel aus und Maggie brachte ihn schnell ins Gäste WC, wo sie ihn über die Heizung legte. Mulder stand noch immer etwas unschlüssig im Flur und wartete darauf, dass Maggie wieder zurückkam. Sie kehrte zu ihm zurück und blieb dann bei Mulder stehen. „Wollen wir nicht lieber ins Wohnzimmer gehen? Wir können uns auch hier unterhalten, aber, ich denke, im Wohnzimmer ist es doch etwas gemütlicher, meinen Sie nicht auch? Außerdem ist noch die Familie da. Wir haben beschlossen, Danas Geburtstag mal richtig zu feiern. Dieses mal konnte sogar ihr jüngerer Bruder kommen. Darüber wir sie sich bestimmt freuen, denken Sie nicht auch?", Mulder zuckte augenblicklich bei Scullys Namen zusammen, doch Maggie schien es nicht bemerkt zu haben. „So, dann lassen Sie uns mal gehen und dann können Sie mir vielleicht auch sagen, was Sie möchten.", Maggie lächelte ihn so fröhlich an, dass ihm immer unwohler wurde. Er nickte ihr nur zu, da er befürchtete, wenn er jetzt sprechen würde keinen Ton heraus zu bekommen. Wie sollte er ihr es nur sagen? Sie wirkte so fröhlich bei der Vorstellung Scullys Geburtstag im Kreise der Familie zu feiern... ja, die Familie, die war jetzt auch noch da.... >Das werde ich nie schaffen. Wieso bin ich es immer, der alles zunichte macht? Oh man, ich verstehe es einfach nicht. Jetzt werde ich auch noch dran Schuld sein, wenn ihre Vorstellungen zerstört werden.... Was hat sie gerade noch gesagt? Ihre Familie ist auch da? Die werden mich auseinander nehmen, wenn ich denen jetzt sage, was mit Scully passiert ist. Ich hoffe nur, dass ihr großer Bruder nicht da ist...< Mit diesen Gedanken folgte Mulder Maggie ins Wohnzimmer und wurde bitter enttäuscht. Als er das Wohnzimmer betrat, drehten sich alle Anwesenden zu ihm um. Unter ihnen auch Bill Scully mit seiner Frau und noch jemanden, den er noch nicht kannte, aber er ging mal von der Annahme aus, dass es sich um Scullys jüngeren Bruder handeln musste. Er sah ihr verdammt ähnlich und wieder hatte er das Bild von Scully in seinem Kopf und dies versetzte ihm ein Stich in sein Herz. Bill Scully funkelte ihn böse an und wollte gerade etwas sagen, doch Maggie unterbrach ihn. „Fox, wollen Sie sich nicht setzen? Neben Charles ist noch ein Platz frei." Immer noch brachte Mulder keinen Ton heraus und setzte sich neben Charlie, der ihm seine Hand entgegen hielt. „Sie müssen, dann also, der berühmt berüchtigte Fox Mulder sein. Ich habe schon viel von Ihnen gehört." „Wirklich? Das wundert mich nicht.", dabei warf er Bill einen Seitenblick zu. „Oh ja, das habe ich. Wie Sie wahrscheinlich vermuten bin ich Danas jüngerer Bruder und wollte sie dieses Jahr überraschen. Freut mich wirklich Sie mal kennen zu lernen.", Mulder schüttelte seine Hand und zwang sich zu einem Lächeln. Bill Scully murmelte etwas Unverständliches und funkelte Mulder weiterhin böse an. „So, Fox, warum sind Sie jetzt hier?" Mulder schaute auf seine Hände, welche er miteinander verknotet hatte. „Tja, ich weiß jetzt gar nicht wie ich anfangen soll.", er macht eine kleine Pause und sprach mit erstickter Stimme weiter. „Es geht ... es geht um... Scully. Sie ..." „Was ist mit ihr?" fuhr ihn Bill an. „Ist ihr was passiert? Wenn ja, dann mache ich Sie dafür verantwortlich." Mulder blickte jetzt auf und sah ihn mit glasigen Augen an. „Fox, was ist passiert?", fragte nun auch Maggie besorgt. Sie konnte die Tränen in Mulders Augen sehen und wusste, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. Mulder versuchte den Kloß, der sich in seinen Hals gebildet hatte, herunter zu schlucken. Aber anstatt das es besser wurde, wurde es nur noch schlimmer und immer mehr Tränen schossen in seine Augen und die ersten rannen seine Wange hinunter. Er machte nicht die Anstalten sie weg zu wischen. „Scully... Scully ist .... verschwunden." Jetzt war es raus und er konnte das Entsetzen in den Augen der anderen sehen. Selbst Bill schien es im Moment die Sprache verschlagen zu haben. Mulder senkte wieder schuldbewusst einen Blick, da er den Schmerz nicht länger ertragen konnte. Er spürte, wie alle ihre Blicke auf ihn gerichtet waren, so als ob sie sagen wollten, dass das alles nur ein schlechter Scherz sei und er endlich damit aufhören sollte. Aber diesen Gefallen konnte er ihnen nicht tun. „Was ... was meinen Sie damit, verschwunden?" wandte sich nun Charlie an Mulder. „Sie meinen doch nicht so, wie vor fünf Jahren, oder?" „Ich ... ich weiß es nicht." „Was soll das heißen, Sie wissen es nicht ?", Bill hatte seine Stimme wieder gefunden und fing gleich an auf Mulder los zu gehen. Sein Gesicht nahm langsam rötliche Farbe an und seine Stimme begann zu zittern. Mulder ließ seinen Kopf in seine Hände fallen und schloss seine Augen. „Das soll heißen, dass ich es nicht weiß. Ich habe sie jetzt seit vier Tagen nicht mehr gesehen.", erwiderte Mulder mit gedämpfter und auch zitternder Stimme. „Und dann kommen Sie jetzt erst hier her?", schrie Bill ihn an. „Bill, bitte beruhige dich.", warf nun seine Frau ein, die sich bis jetzt ganz aus der Unterhaltung heraus gehalten hatte. „Ich soll mich beruhigen? Wann glaubst du denn, wann man es mal für nötig hält die Familie zu benachrichtigen? Etwa erst wenn sie gefunden wird und es dann möglicherweise schon zu spät ist?", Bill war außer sich. „Vielleicht weiß, Mr. Mulder es aber auch erst seit kurzen. Hast du daran vielleicht schon mal gedacht, Bill?", ohne auf eine Reaktion zu warten, wandte sich Tara an Mulder. „Sie wissen es doch erst seit kurzem, oder?" „Ja, ich weiß es erst seit heute Nachmittag. Ich ... ich bin zu ihr gefahren, weil ich sie auf ihrem Arbeitsplatz nicht finden konnte. Als ... als ich dann bei ihr war, hat sie mir nicht geöffnet und .... und als ich dann in die Wohnung gegangen bin, habe ich gemerkt, dass die Tür nicht abgeschlossen war. Das war vollkommen untypisch. Sie schließt immer ihre Tür ab. Ich habe ihr extra eine neue und sichere gekauft, nachdem sie schon einmal....", Mulder stoppte. Er hatte nicht vor ihnen noch mehr schlimme Geschichte zu erzählen. Das war schon schlimm genug. Er räusperte sich einmal kurz und fuhr dann fort. „.... na ja, als ich dann in der Wohnung war, habe ich ....", die Bildfetzen vom Nachmittag schossen ihm wieder durch den Kopf. Mulder konnte nicht verhindern, dass neue Tränen in seine Augen schossen und sich ihren Weg über seine Wange bahnten. „Fox, es ist gut. Ich denke, wir wissen alle, was Sie dort gefunden haben.", sagte Maggie mit ebenfalls erstickter Stimme. Auch ihre Augen waren mit Tränen gefüllt. „Wie ...wie konnte das passieren, Fox?", fragte diesmal Maggie. Mulder schüttelte nur mit seinen Kopf. Bill fuhr von seinen Sessel auf und schritt auf Mulder zu. Jetzt stand er ganz dicht vor ihm. „Wenn wir sie finden und sie dann auch nur den Hauch einer Verletzung oder sonst was aufweist, sind Sie dran! Dana hat schon zuviel durchgemacht. Und ich werde nicht zulassen, dass sie eines Tages stirbt, nur weil sie meint, mit Ihnen arbeiten zu müssen. Dana wird es zwar nie zugeben und sie beschützt Sie auch jedesmal, aber im Grunde leidet sie unter ihrer Arbeit mit Ihnen.", Bill machte eine kleine Pause. „Mr. Mulder können Sie mir eine Frage beantworten? Wie viele Menschenleben wollen Sie eigentlich noch für Ihre Suche nach der Wahrheit opfern? Ich habe schon eine Schwester verloren und ich werde nicht mit ansehen, wie sie mir auch noch die andere wegnehmen, haben Sie mich verstanden?" Keiner sagte etwas. Es breitete sich eine beunruhigende Stille aus. Bill richtete sich wieder auf und schritt aus dem Wohnzimmer in Richtung Treppe. „Bill, wohin willst Du denn jetzt gehen?", fragte ihn seine Frau entgeistert. Bill drehte sich im Türrahmen um und sah sie und die anderen aufbrausend an. „Ich werde jetzt auf mein Zimmer gehen. Denn wenn ich hier bleibe, weiß ich nicht, was noch passieren wird.", mit diesen Worten verließ Bill das Wohnzimmer. Alle sahen Bill nach wie er die Treppe nach oben stapfte. Tara schüttelte ihren Kopf. „Er hat das nicht so gemeint.", entschuldigte sich Tara nach einer Weile bei Mulder. „Er macht sich nur Sorgen um seine kleine Schwester und dann weiß er nicht mehr was er sagt. So sind große Brüder halt." „Nein, nein, er hat im Grunde ja recht. Wenn ich nicht gewesen wäre, dann würde Scully jetzt wahrscheinlich hier sitzen und würde sich auf einen Geburtstag freuen, den sie mit ihrer Familie feiern kann. Sehen Sie, Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen. Ich sehe das auch so. Ich bin doch daran Schuld, dass Scully kein richtiges Leben hat...", Mulder verstummte und die anderen warteten darauf, dass er weiter sprechen würde, aber er tat es nicht. Maggie schluchzte und als Mulder das hörte, fühlte er sich noch elender und er wünschte sich mehr als alles andere auf der Welt nicht mehr hier zu sein. Er konnte das nicht länger ertragen. Er hatte es mal wieder geschafft. Jetzt war es nicht nur Scully, die er zum Weinen brachte, sondern auch noch ihre Familie. >Schaffe ich es eigentlich mal, etwas richtig zu machen? Wie kann ein einziger Mensch nur so viel falsch machen?<, Mulder wurde von Charlie aus seinen Gedanken gerissen. „Mr Mulder, wir kennen uns zwar erst seit ein paar Minuten und ich habe auch schon so einige Geschichten über Sie gehört, aber denken Sie nicht, dass das etwas zu weit hergeholt ist?" „Was meinen Sie? Das ich Ihrem Bruder Recht gebe?" „Ähm... nun, ja, das meine ich. Es ist wirklich schlimm was mit Dana passiert ist und ... und ich kann es ehrlich gesagt noch immer nicht glauben... Da schaffe ich es einmal zu ihren Geburtstag zu kommen und dann muss ihr etwas passieren... Was ich aber sagen wollte, Dana würde jetzt nicht wollen, dass Sie sich für ihr Verschwinden die Schuld geben. Laut dem, was ich schon so alles gehört habe, waren Sie immer derjenige, der sie doch beschützt und auch gerettet hat, oder etwa nicht?" „Ja,...", Mulder lachte verbittert. „Das Problem ist nur, dass sie wegen mir immer wieder in diese Situationen gerät... Ähm, ich denke, es wäre jetzt besser, wenn ich gehe. Ich habe Ihnen schon genug Kummer bereitet." Mulder erhob sich und nickte den anderen zum Abschied kurz zu. Maggie stand ebenfalls auf und begleitete Mulder mit zur Tür. „Warten Sie, ich hohle Ihnen noch eben Ihren Mantel.", Maggie verschwand kurz und war nach nicht einmal fünf Minuten wieder zurück. „Hier bitte sehr.", sie hatte immer noch große Mühe, nicht gleich in einen Weinkrampf auszubrechen. Mulder nahm ihr dankbar den immer noch nassen Mantel ab und legte ihn sich nur über den Arm. Keiner von den Beiden sagte etwas. Beide waren in ihren Gedanken versunken. Mulder regte sich als erster und griff mit seiner rechten Hand zum Türknauf, doch er wurde von Maggie aufgehalten, die ihm ihre Hand auf seinen Arm legte. Mulder sah sie mit traurigen und schuldbewussten Augen an. „Fox, Sie sollten sich nicht so zu Herzen nehmen, was Bill gesagt hat. Ich weiß, dass Sie alles versuchen werden, was in Ihrer Macht steht, Dana zu finden ... und .... ich hoffe Sie haben Glück.", die letzten Worte gingen in ihrem Schluchzen unter. Mulder sah sie mitfühlend an. Er wusste genau, was sie durchmachte. Vorsichtig nahm er sie in seine Arme und drückte sie an sich. Maggies Körper begann zu zittern. Für Mulder war es, als ob er Scully in seinen Armen halten würde. Auch sie gab sich nur ungern ihren Gefühlen hin und wieder sah er, wie ähnlich sich die beiden Frauen doch waren. Beide besaßen eine Stärke, die, wie er annahm, er nie besitzen würde. Bei diesen Gedanken konnte er seine Tränen nun auch nicht mehr zurück halten und begann genauso wie Maggie zu weinen. Beide standen regungslos da, bis sich Maggie wieder einigermaßen gefangen hatte. Langsam löste sie sich aus Mulders Armen und sah ihn mit Tränen verschmierten Augen an. Mulder wischte sich schnell seine eigenen Tränen weg und Maggie brachte ein kleines Lächeln zustande, als sie sah, das Fox sie verstecken wollte. „Danke.", war das Einzige, was sie noch hervor brachte. „Ich danke Ihnen auch.", Mulder öffnete die Tür und lief die Auffahrt zu seinem Wagen hinunter. Maggie sah ihm schweigend nach. >Bitte bring sie mir gesund zurück.<, sie sah, wie er in sein Auto stieg und dort eine Weile regungslos sitzen blieb. Aus der Entfernung konnte sie zwar nicht erkennen, was er tat, aber Maggie konnte es sich schon denken. Erschüttert und voller Angst schloss sie die Haustür und versuchte mit der nun entstandenen Situation fertig zu werden. Fred Steels Haus Am nächsten Tag Irgendwas hatte sich verändert. Nell spürte es ganz genau. Sie wusste nicht was es war, aber sie hatte das Gefühl, dass etwas passieren würde. Bei diesen Gedanken bekam sie Angst. Diese Ungewissheit... nagte an ihren Nerven. >Ach, jetzt mach dir mal nichts vor. Es ist alles in Ordnung. Wovor fürchtest du dich eigentlich. Das er heraus bekommen könnte, dass du in seinen Sachen herum geschnüffelt hast? Wie sollte er das denn anstellen? Oder war es das, was du gefunden hast? Was habe ich denn gefunden, um dass ich mir solche Sorgen zu machen brauche? Gut ich habe die Personalakte einer FBI-Agentin gefunden. Na und? Was hat das schon mit mir zu tun?< Nell wusste es nicht, aber etwas sagte ihr, dass das kein Zufall war. Irgendwas wurde hier gespielt und sie konnte das Gefühl nicht los werden, dass es etwas mit ihr zu tun hatte. Nell saß auf der Couch im Wohnzimmer und schaute aus dem Fenster. Immer und immer wieder drifteten ihre Gedanken zu der Akte und der Frau zurück. Hatte sie etwas wichtiges gefunden? War dieser Name, der noch erwähnt wurde... Fox Mulder, war das der Name, den Dr. Newall ihr sagen wollte? War er die Person, die ihr womöglich helfen konnte? Fragen über Fragen schwirrten ihr durch den Kopf. Sie hatte nicht bemerkt, dass Fred sich neben sie gesetzt hatte. Er saß einfach nur da und sah sie an. Er sagte kein Wort. Es schien so, als ob ihn etwas bedrücken würde, doch Nell reagierte nicht. Sie spürte seine Blicke auf sich, aber sie wollte sich nicht zu ihm umdrehen. Sie hatte Angst, dass er in ihren Augen sehen könnte, dass sie etwas getan hatte, was sie nicht durfte. Langsam begann er sich neben ihr zu bewegen, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Als sie sich immer noch nicht regte, räusperte er sich kurz. Nell schien aus ihrem Tagtraum erwacht zu sein und wandte sich nur langsam Fred zu. Sie sah ihn fragend an und versuchte, seinem Blick stand zu halten. Sie musste sich zwingen nicht wegzuschauen. „Nell, ich mache mir Sorgen...", begann Fred leise und Nell hatte Schwierigkeiten ihn zu verstehen. „Sorgen? Weshalb?" „Ich mache mir Sorgen wegen Dir." „Wegen mir?", fragte Nell nun überrascht. „Wieso machst Du Dir wegen mir Sorgen? Mir geht es doch gut." „Ich ... ich habe ...", er wollte das nicht. Aber was sollte er machen? Er konnte sich nicht gegen die wehren. Sie hatten ihn jetzt wahrscheinlich da, wo sie ihn haben wollten. Sie hatten ihn in der Mangel. Wenn er nicht machte, was ihm aufgetragen wurde, würde er bald die Erde von unten sehen... und auch so gerne er Nell mochte, er brachte es nicht fertig sich gegen diese Leute zu stellen. Sie waren einfach zu stark. Er musste es tun, auch wenn es ihm nicht gefiel. „Was ist los?", unterbrach Nell seine Gedanken. „Ich... ich denke ... nein, ich finde, Du solltest Dich einmal gründlich durchchecken lassen." „Ich sagte doch, dass es mir gut geht. Ich brauche keinen Arzt!" „Ich mache mir aber Sorgen um Dich. Du... hast Dich in meinen Augen noch nicht richtig erholt und nachdem, was Du mir erzählt hast, mache ich mir halt meine Gedanken." „Was genau willst Du damit sagen? Das ich eine Gefahr für Dich darstelle? Möchtest Du das damit sagen?" „Nein, so habe ich das nicht gesagt. Aber Du kannst Dir doch nicht ganz sicher sein, dass dieses Zeug ganz aus Dir draußen ist, oder?" Nell wusste im ersten Moment keine passende Antwort darauf. Leise antwortete sie: „Nein, dass nicht, aber ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn es in einem ist und dieses Gefühl habe ich jetzt nicht!", sagte Nell mit Tränen erstickter Stimme. „Es tut mir leid, ich wollte nicht, dass Du Dich aufregst. Aber mir geht das auch alles ganz schön an die Nerven. Mir wäre wohler, wenn ich Klarheit hätte. Ich habe auch Angst. Weißt Du was das für ein Zeug war? Ist es jetzt auch noch ansteckend, auch wenn, wie Du behauptest, es nicht mehr in Dir hast? Bitte verstehe mich doch, ich mache mir doch nur Sorgen." „Müssen wir wirklich jetzt darüber sprechen? Können wir nicht ein anderes mal darüber reden?", fragte Nell ihn flehend. Er wusste, dass es für sie schwierig war, aber er hatte leider keine andere Wahl. >Bitte lieber Gott. Was soll ich nur machen?<, Fred schüttelte langsam mit seinen Kopf. „Tut mir leid, Nell, aber mir würde es gleich viel besser gehen, wenn ich wüsste, dass mit Dir alles in Ordnung ist. Bitte." Eine einzige Träne rollte Nells Wange hinunter. Fred beugte sich vorsichtig zu ihr hinüber und streckte seine Hand nach ihrem Gesicht aus. Im ersten Moment zuckte Nell zurück, doch als Fred ihr Gesicht berührte, blieb sie reglos sitzen und das einzige was sie machen konnte, war ihn anzustarren. Er wischte vorsichtig die Träne von ihrer Wange und lächelte sie an. Er nahm seine Hand nicht weg, sondern ließ sie da wo sie war. Immer noch schauten sie sich in die Augen. Fred flehte sie an und weitere Tränen rollten über ihr Gesicht. „Ssssh, ist doch gut.", Fred rückte ein Stück näher zu ihr und nahm sie in seine Arme. Sie schlang ihre Arme um seinen Körper und klammerte sich an ihm, als ob ihr Leben davon abhängen würde. Er wiegte sie hin und her und flüsterte ihr beruhigende Worte in ihr Ohr. Mit seiner rechten Hand streichelte er ihr über ihr Haar und er konnte das Zucken ihres Körpers spüren und das Schluchzen hören. Er ließ ihr noch etwas Zeit und drückte sie dann langsam von sich weg, nahm ihr Gesicht in seine Hände und schaute ihr in die Augen. „Und was ist? Wirst Du Dich untersuchen lassen? Du brauchst auch keine Angst haben. Ich kenne einen hervorragenden Arzt. Er hat mir auch immer geholfen.", er hasste sich dafür, dass er das tat. Er wusste jetzt schon mit Sicherheit, dass er sich das nie wird verzeihen können. Wie könnte er auch? Er schickt sie eigenhändig wieder zurück in die Hölle, aus der sie gerade erst entkommen konnte. Er wusste bisher nicht, was dort passierte und hätte es am liebsten auch gar nicht erfahren, aber nachdem Nell ihm erzählt hatte, was dort mit den Frauen und vielleicht auch Kindern gemacht wurde, fühlte er sich miserabel und auch schuldig. Wie hatte er sich nur darauf einlassen können? Er wusste den Grund, aber das es soweit kommen würde, wusste er nicht und er würde auch alles dafür tun, es wieder ungeschehen zu machen. Immer noch hielt er Nells Gesicht in seinen Händen und wartete auf eine Antwort. Ihre Tränen waren langsam versiegt und nur noch anhand ihrer geschwollenen Augen konnte man erkennen, dass sie geweint hatte. Sie brachte noch keinen Ton heraus. Schließlich hatte sie ihre Fassung wieder erlangt und konnte sehen, dass auch Fred geweint hatte. „Ja, ich denke, ich werde es machen.", schaffte Nell endlich zu sagen. „Ich... ich weiß, dass Du recht hast und ich Denke, ich werde mich auch besser fühlen, wenn ich weiß, dass ich wieder einigermaßen gesund bin.", sie lächelte ihn dankbar an. „Freut mich zu hören. Du wirst sehen, alles wird wieder gut.", erneut nahm er sie in die Arme, aber diesmal nicht aus Trost, sondern nur weil er es wollte und auch, weil er sich schon im Voraus bei ihr entschuldigen wollte. „Ich danke Dir.", sagte sie nach einer halben Ewigkeit in sein Hemd nuschelnd. Und als sie beide da so saßen, kamen Nell wieder die Akten in den Sinn. Erst wollte sie sich von ihm lösen, weil sie dachte, dass sie etwas Falsches tat, aber nachdem sie die Worte von ihm gehört hatte, konnte sie sich nicht mehr so richtig vorstellen, dass er etwas damit zu tun hatte. Vielleicht war es ja wirklich nur Zufall? Wenn er die Worte, die er gerade eben gesagt hatte, ernst gemeint hatte, würde er ihr so etwas nie antun. Anschließend fügte sie noch hinzu. „Und ich vertraue Dir." Bei diesen Worten zuckte Fred augenblicklich zusammen. Sein Herz schmerzte als er diese Worte hörte. >Sie vertraut dir. Tu es lieber nicht. Ich werde dich nur enttäuschen. Bitte tu mir das nicht an.< Er wusste, dass er ihr nicht dasselbe Vertrauen entgegen bringen konnte und das Einzige was er machen konnte, war zu hoffen, dass sich schließlich doch noch alles zum Guten wandte. Altes Backsteinhaus selber Tag Der CSM schritt in dem dunklen Zimmer auf und ab. Nervös zog er an seiner Zigarette. Als die Versammlung aufgelöst wurde, hatte er nichts mehr von Krycek gehört. Er fragte sich wo er war. Wenn er nicht bald Antworten abliefern würde, wurde es für ihn eng und das wusste er. Noch ein nervöser Zug an seiner Zigarette. Immer wieder schaute er zu Tür. Über Handy konnte er ihn nicht erreichen. Wo war er nur? Noch während der CSM nervös im Zimmer auf und ab lief, öffnete sich die Tür und Krycek betrat den Raum. Er hatte ein selbstgefälliges Lächeln auf den Lippen. Der CSM drehte sich schnell zu ihm um und starrte ihn grimmig an. „Wo zum Teufel waren Sie? Sie hätten Ihre Ergebnisse vortragen müssen. Wissen Sie, wie ich jetzt dastehe?" „Ich habe nur das bekommen, was ich wollte und das sollte Sie auch interessieren.", lächelte ihn Krycek überlegen an. „Was meinen Sie?", inzwischen hatte er sich die nächste Zigarette angesteckt. „Sie wollten die Information über den Aufenthaltsort der ersten Testperson und den habe ich bekommen." Der CSM sah ihn überrascht und wie es schien erfreut an. Doch schnell nahm sein Gesicht wieder die ausdruckslose Mimik an, die er auch sonst immer trug. „Wo ist sie?" „An einem sicheren Ort. Ich habe veranlasst, dass sie ins neue Labor transportiert wird. Damit dürfte es keine Schwierigkeiten geben." „Gut. Das wär's dann. Sie können jetzt gehen.", der CSM drehte ihm den Rücken zu und schaute aus dem Fenster, von dem er den Vorhang ein wenig zur Seite schob. Krycek verließ den Raum ohne noch ein Wort zu sagen. Seine Teil der Abmachung war erledigt. Nach dem die Tür ins Schloss fiel breitete sich ein kleines Lächeln auf dem Gesicht des CSM aus. Endlich mal gute Nachrichten und die anderen Mitglieder konnten ihm nicht wieder vorwerfen, dass er seine Aufgabe nicht erfüllt hatte. Diesmal nahm er keinen nervösen, sondern einen genüsslichen Zug von seiner Zigarette. Irgendwo Wo zum Teufel war sie? Was war das für ein Licht? Es war so verdammt hell. Immer noch hatten ihre Augen Schwierigkeiten sich daran zu gewöhnen. Schwache Umrisse wurden sichtbar. Zimmer. Es war ein Zimmer. Sie versuchte sich zu drehen, aber konnte es nicht. Das einzige, was sie bewegen konnte war ihr Kopf. Erfolgslos zerrte sie an den Gurten, aber nichts rührte sich. Erschöpft ließ sie ihre Hände wieder auf das Bett fallen. Sie schloss ihre Augen, um ihre Gedanken wieder zu sammeln. Langsam öffnete sie sie wieder und drehte ihren Kopf langsam zu Seite. Jetzt konnte sie alles ganz deutlich sehen und was sie dort sah gefiel ihr überhaupt nicht. Betten. So viele Betten. Aber sie waren leer. Vorsichtig drehte sie ihren Kopf in die andere Richtung. Dort konnte sie nur einen dünnen Vorhang sehen. Sie drehte sich soweit in diese Richtung, wie es ihr möglich war. Angestrengt versuchte sie durch den Vorhang hindurch zu sehen. Sie war sich sicher weitere Betten zu erkennen. Bei dem, welches gleich neben ihr stand, meinte sie noch ein medizinisches Gerät ausmachen zu können. Oh lieber Gott, wo war sie hier nur gelandet? Resigniert drehte sie sich wieder in die Mitte. Sie war erschöpft und ausgelaugt. Ihre linke Wange schmerzte höllisch. Am liebsten hätte sie sie berührt, aber die Gurte verhinderten dies. Was war nur geschehen? Wie kam sie hier her? Sie konnte sich an so gut wie nichts erinnern. Sie schloss wieder ihre Augen, dieses Licht schmerzte, außerdem konnte sie so besser nachdenken. Gerade als sie sie geschlossen hatte, vernahm sie Schritte, die den Gang hinunter liefen. Es müssen mehrere Personen sein. Zwei, vielleicht auch drei. Doch plötzlich verstummten diese. Sie wagte sich nicht zu bewegen, geschweige denn ihre Augen zu öffnen. Wenn sie sich vielleicht noch schlafend stellen würde, würden sie sie in Ruhe lassen. Diesmal ertönten wieder Schritte, aber es war nur eine Person. Diese schritt auf sie zu und blieb auf der linken Seite ihres Bettes stehen. >Nicht bewegen. Bloß nicht bewegen<, war das Einzige woran sie zur Zeit denken konnte. Plötzlich vernahm sie eine Stimme. Die Stimme eines Mannes. Irgendwo hatte sie sie schon einmal gehört, aber sie konnte sie jetzt noch nicht einordnen. Er redete mit anderen Menschen. Also müssen da noch mehr stehen. „Was glauben Sie, wann sie das Bewusstsein wieder erlangen wird?", fragte der Mann, der an ihrer Seite stand. Eine andere Person meldete sich zu Wort: „Ich weiß es nicht, aber eigentlich müsste sie schon längst wach sein." „Das ist sie aber nicht, dass sehen Sie doch!", gab der Mann gereizt zurück. „Sie wird schon wieder zu sich kommen.", sagte noch eine andere Person, aber das war die Stimme einer Frau und sie kannte diese Stimme. Sie hätte sie aus Tausenden heraus gehört und erkannt. Wut stieg in ihr auf. Ihr Körper begann leicht zu zittern, doch sie hatte sich unter Kontrolle. Diese würde sie jetzt nicht hier verlieren. Nicht vor diesen Leuten und schon gar nicht vor ihr. Diese Genugtuung würde sie ihr nicht geben. >Ich habe es doch gewusst. Sie hat ihre Finger mit im Spiel. Von Anfang an.< „Das mag ja sein, aber wir haben nicht alle Zeit der Welt und wir können sie auch nicht ewig hier behalten. Das wissen Sie genauso gut wie ich." „Aber sie hatte doch zufriedenstellende Ergebnisse, oder? Sie wäre doch geeignet. Wir haben Glück, dass wir sie jetzt haben, da uns ja die erste Testperson abhanden gekommen ist.", sagte die Frau vorwurfsvoll. „Ja, schon, aber wir können nichts machen bevor sie aufwacht. Wir wissen nicht, in welcher Verfassung sie ist. Es wäre einfach ein zu großes Risiko.", sagte der Mann an ihrer Bettseite. Jetzt meldete sich auch wieder der Mann, der am Bettende stand. „Er hat recht. Wenn Sie diesmal Erfolg haben wollen, dürfen Sie jetzt nichts überstürzen. Wir sind so kurz davor. Außerdem müssen wir noch das Gegenmittel testen. Wenn es diesmal wirklich klappen sollte, wäre das der Durchbruch." Die Frau gab ein Murren von sich und entfernte sich von den beiden. Die beiden Ärzte standen noch eine Weile am Bett und betrachteten die Frau, die dort lag. „Glauben Sie, es wird diesmal klappen?" „Ich weiß es nicht, aber ich hoffe es. Dann hat das endlich alles ein Ende und wir die Sicherheit, dass wir überleben werden... Es wird schon alles gut werden, das habe ich im Gefühl." „Hoffentlich irren Sie sich nicht. Ich hoffe es wirklich. Bei den anderen hat es nicht geklappt. Sie ist quasi unsere letzte Hoffnung.", beide blickten sie auf die Frau. Keiner sagte etwas. Beide Ärzte hingen ihren eigenen Gedanken hinterher. „Kommen Sie, wir müssen weiter, sonst schöpft diese... wie heißt sie doch gleich noch mal?" „Ähm... ich glaube Fowley." „Ja genau, sonst schöpft diese Fowley noch Verdacht. Ich habe nämlich keine Lust mir ihr Gemecker anzuhören." „Ich kann Dich gut versehen. Na dann, lass uns jetzt gehen." Die beiden Ärzte verließen jetzt ebenfalls das Bett und Scully atmete einmal tief ein und aus. Erst als sie sich sicher war, dass niemand mehr da war öffnete sie ihre Augen. Fowley. Egal wo dieser Name ihr begegnete, gab es immer nur Ärger. >Was wird Mulder dazu sagen, wenn er es erfährt? Wird er mir glauben? Oh Mulder, ich brauche deine Hilfe.< Scully sank traurig und besorgt tiefer in ihr Kissen zurück. Eine einzelne Träne lief ihre Wange hinunter. Ihre Gedanken waren bei Mulder und sie hoffte, dass sie ihn bald wiedersehen würde. Zur selben Zeit Fred parkte seinen Wagen auf einem großen Parkplatz. Er blickte hinüber zu Nell, die auf dem Beifahrersitz saß. Sie sah schweigend aus dem Fenster und erst als Fred den Motor abstellte, drehte sie sich zu ihm um. In ihren Augen konnte er Angst sehen und noch etwas das er nicht richtig deuten konnte. Er streckte seine Hand nach ihrer aus und nahm sie in seine Hand. Erschrocken blickte sie auf . „Nell, mach Dir keine Sorgen, es wird alles wieder gut." Sie nickte ihn aufmunternd zu. „Ja, aber glaubst Du, dass wir hier richtig sind ? Für mich sieht dass hier nicht wie ein Krankenhaus aus und außerdem muss man, wenn man in ein Krankenhaus will, nicht an irgendwelchen Wachen vorbei, die einen nach irgendwelchen Ausweisen fragen...", Nell deutete auf das Gebäude, welches sich vor ihnen erhob. Es wirkte sehr steril und im ersten Moment sah es wie ein Container aus. Nell konnte nirgends Fenster sehen und diese Kleinigkeit beunruhigte sie. Sie ist ein Mensch der Licht braucht und dass sie dort keine Fenster sehen konnte, machte ihr Angst. „Weißt du, Nell, der Arzt arbeitet ja auch nicht in einem gewöhnlichen Krankenhaus. Dies hier...", er zeigte auf das Gebäude. „Dies hier ist eine spezielle Klinik. Hier arbeiten die besten Ärzte.", er drückte kurz ihre Hand und lächelte sie an. „Was ... was für Ärzte arbeiten da genau?" „Tja, das ist schwer zu beantworten.", er kratzte sich mit seiner anderen Hand am Hinterkopf. „Ehrlich gesagt weiß ich das nicht so genau... Sagen wir es mal so, sie sind Spezialisten. Genau weiß ich nicht, was sie machen. Ich weiß nur, dass sie es mit Organismen zu tun haben, die normale Ärzte nicht behandeln können. Und ich denke, du hattest doch so einen Organismus in Dir. Also, du brauchst keine Angst zu haben. Sie werden nur einen Rund um Check machen und wenn Du Glück hast, kannst Du heute abend wieder nach Hause." „Nach Hause? Wie meinst Du das jetzt? Meinst Du, dass ich zu mir nach Hause kann?... Gott, was für ein Gedanke. Weißt Du noch was ich dir erzählt habe?", Fred nickte einmal zögerlich. „Als erstes, ich will das nie wieder erleben. Es ist wirklich die Hölle und zweitens muss ich jemanden anderen finden, der mir helfen kann. Dr. Newall wollte es mir sagen, doch er konnte es nicht mehr. Ich habe mir in den letzten Tagen viele Gedanken darum gemacht. Was wollte mir Dr. Newall wohl sagen? Wen sollte ich finden? Ich weiß es nicht genau, aber ich weiß eins, Fred, und das ist, ich werde ihn nicht da drinnen finden.", Nell streckte ihre Hand aus und zeigte auf das 'Krankenhaus'. Fred verschlug es im ersten Moment die Sprache. „Äh... nun, ... ähm .... vielleicht findest Du ihn/sie ja doch da drinnen. Vielleicht ist er/sie sogar ein Arzt. Komm schon, Nell, wir werden da jetzt rein gehen und Du wirst sehen alles wird gut. Wer weiß, vielleicht musst Du diese Person gar nicht finden, damit man Dir helfen kann. Jetzt lass uns gehen, um so schneller hast Du es hinter Dir, mh?", Fred ließ ihre Hand los und öffnete die Fahrertür und stieg aus. >Lieber Jesus, du hast sie gerade angelogen ohne rot zu werden. Fühlst du dich jetzt besser? Ich glaube immer noch nicht, dass ich das tue.< Plötzlich stand Nell neben ihm und hackte sich bei ihm ein. „Mir ist zwar nicht ganz wohl bei der Sache, aber ich vertraue Dir. Dann lass es uns jetzt hinter uns bringen.", Fred kaute auf seiner Unterlippe herum und je näher sie dem „Ziel" kamen, desto unsicherer wurde er sich. Sie vertraut ihm und was macht er? Er missbraucht es. >Nell, es tut mir leid. Ich hoffe du wirst es irgendwann verstehen können.< Langsam gingen sie beide Arm in Arm auf das Gebäude zu. Scully lag mit offenen Augen in ihrem Bett und starrte mit einem ausdruckslosen Blick an die Decke. Ihr Blick war leer und sie war mit ihren Gedanken an einem ganz anderen Ort. Sie vermisste ihn so. Immer und immer wieder schweiften ihre Gedanken zu dem Abend bei Mulder zurück. Wieso war sie nur zu stolz gewesen? Er hatte bei ihr angerufen und sich bei ihr entschuldigt. Ganz einfach. Er hatte sie verletzt. Vielleicht wollte er es nicht, aber er hatte es getan. Das Diana Fowley da war, war nur ein Nebeneffekt, sie war quasi der Tropfen der das Fass zum überlaufen brachte. Nein, die Tatsache, dass sie bei Mulder war, obwohl er doch genau wusste, dass sie vorbei kommen würde, hatte sie verletzt. Das Mulder derjenige war, der ihr das angetan hatte. Aber je länger sie über darüber nachdachte, desto verwirrender kam ihr das alles vor. Was ist, wenn Mulder doch die Wahrheit gesagt hatte? Und sie wirklich nur so zufällig dagewesen war? Was wollte sie von Mulder? Und vor allem: Was wollte sie von ihr? Was hatte Diana Fowley mit alle dem hier zu tun? Sie hatte es zwar schon immer gewusst, dass Fowley hinterhältig und höchst wahrscheinlich ein Spiel mit Mulder und ihr spielte, aber dass sie so hinterhältig war....Vielleicht wollte sie es auch nur nicht wahr haben. Vielleicht dachte sie, dass wenn sie diesen Gedanken verdrängen würde, es sie schützen würde. Aber schützen wovor? Auf diese Frage hatte jäh aus ihren Gedanken gerissen, als sich plötzlich ihr Bett bewegte. Panisch schaute sie sich um. Neben ihr standen zwei Ärzte, je einer auf einer Seite des Bettes. Es schien so, als ob sie keine Notiz von Scully nehmen würden. Einer der Ärzte holte ein Spritze hervor und füllte diese mit einer farblosen Flüssigkeit. Er drückte einmal kurz auf den Kolben und ein Teil der Flüssigkeit spritze heraus. Dann wandte er sich an Scully und sie konnte sehen, obwohl er eine Schutzmaske trug, dass er lächelte. Dies löste noch mehr Entsetzen in ihr aus. „Wie ich sehe, sind Sie wieder unter uns." „Was soll das? Machen Sie mich sofort los! Was wollen Sie von mir?", Scullys Stimme war angsterfüllt. Aber ihre Fragen blieben unbeantwortet. „Was haben Sie vor???", ihre Stimme nahm fast einen schrillen Ton an. Wieder antwortete der Arzt nicht, sondern gab seinem Kollegen ein Zeichen, dass er sie jetzt wegschieben könnte. „Verdammt! Was wollen Sie von mir? Damit werden Sie nicht weit kommen! Mein Partner wird bald hier sein!", als der Arzt, mit der Spritze, das hörte lachte er einmal kurz auf und schüttelte mit seinem Kopf. „Mulder! MULDER !!!!!! HELFEN SIE MIR!!!!!!! MULDER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!", für Scully war es schon fast so, als ob sie sich die Seele aus dem Leibe schreien würde. Tränen strömten über ihr Gesicht, als sie sich versuchte zu wehren und immer wieder Mulders Namen rief. „MULDER!!!!!!! ICH BRAUCHE IHRE HILFE!!!!!!!!!!!", der andere Arzt versuchte sie festzuhalten, aber Scully wandte sich unter den Gurten und versuchte ihr bestmögliches sich den Arzt vom Leibe zu halten. Sie schrie weiter Mulders Namen und der Arzt der sie festhielt, warf seinen Kollegen einen auffordernden Blick zu. Das Bett stoppte kurz und der Arzt zog eine weitere Spritze aus seiner Tasche. Diese füllte er ebenfalls mit einer Flüssigkeit und griff nach Scullys Arm. „Lassen Sie das!!! Haben Sie nicht verstanden? Sie sollen das lassen!! Lassen Sie mich jetzt sofort los!!!! MULDER!!!!!!!!! MULLL.........", weiter kam sie nicht, denn der Arzt drückte den Kolben ganz herunter und kurze Zeit später erstickte Scullys Schrei. Sie schnappte nach Luft und weitere Tränen flossen ihre Wangen hinunter. Panisch sah sie in die Augen von dem Arzt und ihr Kopf sank schließlich erschöpft zurück in ihr Kissen. „Mu ...Mulder ....bitte.......", schluchzte Scully und mit einem mal wurde ihr schwarz vor Augen. Sie verlor das Bewusstsein. Das letzte, was sie wahrnahm, war die Stimme von dem Arzt, der irgendwas sagte wie: „Ihr Mulder wird Ihnen hier auch nicht helfen können Und jetzt seien Sie endlich still." Das Bett, mit einer, wie es schien, leblosen Scully wurde den Gang hinunter geschoben und in einen der großen Säle gebracht. Fred stieß die Tür auf und betrat mit Nell zusammen das „Krankenhaus". Plötzlich blieb Nell stehen und blickte sich um. Das war definitiv kein Krankenhaus. Irgendwas stimmte hier nicht. Nell wusste, dass sie so was schon einmal gesehen hatte und das entfachte in ihr ein Gefühl, das sie nicht definieren konnte. Eine Mischung aus Angst und Erinnerungen. Hilfe suchend schaute sie zu Fred. „Fred, wo sind wir hier? Ich ... ich will...", in diesen Moment kamen mehrere Männer auf sie zu. Einer blieb bei Fred stehen und redete mit ihm. Während er das tat, schaute er immer wieder zu ihr rüber. Zwei weitere Männer kamen jetzt auf sie zu, blieben jedoch vor ihr stehen. Sie standen so, als ob sie sich jederzeit auf sie stürzen würden. Ängstlich wich Nell einen kleinen Schritt zurück. Die beiden Männer sahen sich kurz an und gingen beide einen großen Schritt auf sie zu. Wieder wanderte ihr Blick zu Fred, der sich jetzt zu ihr umgedreht hatte und sie ansah. Mit großen Augen schaute sie ihn an. Und dann konnte sie sein Gesicht nicht mehr sehen, denn nun stand der Arzt vor ihr, der zuvor mit Fred gesprochen hatte. „Nell, wir haben schon auf Sie gewartet.", er lächelte sie an und Nell wurde im wahrsten Sinne des Wortes schlecht. Sie wusste nicht, was er damit meinte und schaute wieder zu Fred rüber, doch dieser wich ihrem Blick aus. Jetzt war sie sich hundertprozentig sicher. Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. In ihr baute sich wieder dieses Gefühl aus Angst und Erinnerungen auf und verwandelte sich in blankes Entsetzen, als sie plötzlich an den Armen gepackt und weg geschleift wurde. Mit aller Kraft versuchte sie sich zu wehren. Sie trat und schlug um sich, aber es nützte nichts. Es bewirkte nur, dass diese Männer nur noch fester zupackten. „Fred, hilf mir. BITTE!!!!!!! Bitte, mach doch was!!!!", Nell flehte ihn an, doch er sah sie nur mit einen schmerzerfüllten Blick an. „Es tut mir leid.", war das einzige was er sagte. Danach drehte er sich um und wandte ihr den Rücken zu. „NEIN; FRED!!!!!!!!!!!!!! Was soll das? Bleib hier!!!!!! FREEEEEEEEEEEEEEDDDDDDDDDD!!!!!!!!!!!", bei jedem Schrei zuckte er zusammen. Es tat ihm im Herzen weh, sie so schreien zu hören. In ihren Schreien konnte er die pure Angst heraushören. Dies brachte ihm fast dazu wieder umzukehren, doch er konnte es nicht. Er schallte sich selbst für seine Feigheit. In den letzten Tagen, in denen sie bei ihm war, hatte er sie doch irgendwie in sein Herz geschlossen. Er wollte es sich zwar nicht eingestehen, aber es schmerzte ihn zutiefst sie jetzt so leiden zu hören. Was hatte er nur getan? Wie konnte er nur zulassen, dass ihr das passierte? Wie konnte es nur so weit kommen? Mit seinem Schmerz und den Schuldgefühlen verließ er das Gebäude, stieg in seinen Wagen und fuhr davon. Er glaubte sich einzureden, wenn er so schnell wie möglich von hier verschwinden würde, würde er es vielleicht verkraften. Aber auch ohne darüber nachzudenken, wusste er, dass er sich etwas vormachte und dies nie der Fall sein wachte ihm fast dazu wieder umzukehren, doch er konnte es nicht. Er schallte sich selbst für seine Feigheit. In den letzten Tagen, in denen sie bei ihm war, hatte er sie doch irgendwie in sein Herz geschlossen. Er wollte es sich zwar nicht eingestehen, aber es schmerzte ihn zutiefst sie jetzt so leiden zu hören. Was hatte er nur getan? Wie konnte er nur zulassen, dass ihr das passierte? Wie konnte es nur so weit kommen? Mit seinem Schmerz und den Schuldgefühlen verließ er das Gebäude, stieg in seinen Wagen und fuhr davon. Er glaubte sich einzureden, wenn er so schnell wie möglich von hier verschwinden würde, würde er es vielleicht verkraften. Aber auch ohne darüber nachzudenken, wusste er, dass er sich etwas vormachte und dies nie der Fall sein würde. Er wird sich immer für diese Sache schuldig fühlen und das zurecht. Mulders Apartment Wo war sie nur? Das war die einzige Frage, die ihm die ganze Zeit durch seinen Kopf ging. Er konnte hier doch nicht nur einfach herumsitzen. Irgendwas musste er doch tun. Irgendwas. Diese totale Hilflosigkeit und Ungewissheit machten ihn krank. Immer wieder fragte er sich, ob er etwas übersehen hatte. Immer und immer wieder war er die Akten und seine Notizen durchgegangen. Irgendwo musste es doch was geben, was er nicht gesehen hatte. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Ein Traum. Das ist es. Das alles war nur ein schlechter Alptraum und er wird jeden Moment aufwachen. Dann würde er Scully anrufen, nur um ihre Stimme zu hören. So wusste er wenigstens, dass sie in Sicherheit und ihr nichts passiert war. Aber er wachte nicht auf, denn es war kein Traum. Es war die Realität. Und dies versetzte ihm einen Schock. Was, wenn er sie nicht finden würde? Was, wenn ihr gerade jetzt, in diesem Augenblick, etwas passierte und er nicht da war, um ihr zu helfen? Was, wenn sie....? Diesen Gedanken wollte er nicht zu Ende führen. Aber je mehr Minuten, Stunden vergingen ohne ein Lebenszeichen von ihr, um so häufiger suchte ihn dieser Gedanke heim. Immer wieder sah er Bilder von ihr vor sich. Wie sie ihn rief. Sie rief seinen Namen. Er solle ihr verdammt noch mal helfen... aber er tat es nicht. Er konnte es nicht. Sobald er bei ihr war, verschwand sie und er war allein. Dunkelheit umgab ihn. Die Schwärze hüllte ihn vollkommen ein. Dann, jedesmal, hörte er wieder ihre Schreie. Er hörte, wie sie schrie und weinte und er konnte sie nicht sehen, ihr nicht helfen, sie nicht in seine Arme nehmen und sie nicht trösten. Aber diese fürchterlichen Schreie waren das Schlimmste. Sie hatte bestimmt Schmerzen und sie rief nach ihm. Sie rief nicht irgendjemanden. Nein, sie schrie seinen Namen. Sie rief nach ihm. Er sollte ihr helfen. Sie hoffte auf ihn und er kam nicht. Er half ihr nicht So konnte das nicht weitergehen. Wieder griff er nach den Akten und nahm sich die von John Mitchell, dem Lastwagenfahrer Die Akte, die ihm Scully gebracht hatte..... und seit diesem Tag hat er sie nicht mehr gesehen. >Jetzt konzentriere dich. Du wirst ihr nie helfen können, wenn du unkonzentriert bist.< Er öffnete die Akte und ging Satz für Satz, Wort für Wort durch. Den einzigen Hinweis den er jetzt noch hatte, war diese Akte. Die Leiche gab es nicht mehr. Irgendwie wunderte ihn das nicht besonders. Nachdem er Scully nicht auf ihrem Arbeitsplatz angetroffen hatte, hatte er sich nach der Leiche informiert und musste erfahren, dass diese nicht mehr da war. Irgendjemand hatte sie verschwinden lassen. Und niemand hatte es mitbekommen. Mulder wusste, wer dieser jemand war. Wieder spürte er ihre Macht. Er konnte alles versuchen. Sie waren ihm immer einen Schritt voraus. Frustriert schlug er die Akte zu und warf sie zurück auf dem Tisch. Wütend schritt er in seiner Wohnung herum. Diese Enge brachte ihn um. Er fühlte sich eingesperrt. Eingeschränkt. Er musste hier raus. Kurz entschlossen schnappte er sich seine Lederjacke und wollte gerade seine Wohnung verlassen, als es klopfte. Mit etwas zu viel Schwung riss er die Tür auf und er traute seinen Augen nicht, wen er da vor sich stehen sah. Er hätte ja nun wirklich mit allem gerechnet, nur nicht damit. Wie konnte sie es wagen hier nochmals aufzutauchen? Nach alledem, was sie angerichtet hatte? Mulder warf Fowley einen eisigen Blick zu und genauso klang auch seine Stimme. „Was willst Du hier? Ich wollte gerade gehen." „Ich wollte mit Dir reden, Fox.", Diana machte Anstalten in seine Wohnung zu gehen, doch Mulder bewegte sich kein Stück. Ein wenig überrascht sah sie ihn an. „Willst Du mich denn nicht reinlassen?" „Können wir das nicht später besprechen? Ich habe jetzt wirklich keine Zeit." „Nein, es kann nicht warten. Es ist wirklich wichtig." Mulder starrte sie im ersten Moment nur ausdruckslos an. Er dachte darüber nach und wog seine Möglichkeiten ab. Wenn er sie jetzt nicht reinlassen würde, würde sie wahrscheinlich die ganze Zeit vor seiner Tür stehen und ihn aufhalten. Lässt er sie jedoch rein, erzählt sie, was denn so unbeschreiblich wichtig sei und er könnte sie dann schneller wieder los sein. Also, entschied er sich für die letzte Möglichkeit und machte widerwillig einen Schritt zur Seite. Diana machte sofort einen Schritt vorwärts, bis sie in der Wohnung stand. Sie blieb kurz stehen und wandte sich an Mulder. „Vielen Dank. Ich werde auch nicht lange bleiben." Mulder verdrehte einmal kurz die Augen und schloss die Tür hinter ihr. Wie selbstverständlich setzte sie sich auf seine Couch. Mulder folgte ihr, blieb jedoch im Türrahmen stehen. „Also, was ist so wichtig, dass Du mir unbedingt jetzt erzählen musst?", fragte Mulder ungeduldig. „Als erstes wollte ich Dir sagen, dass ich nicht wusste, dass Du Besuch von Scully bekommen würdest. Und auch, dass es mir leid tut, was mit ihr passiert ist. Hast Du schon was von ihr gehört?" „Was soll das, Diana? Du bist doch wahrscheinlich bestens darüber im Bilde, was mit Scully geschehen ist, oder etwa nicht?" „Wie kommst Du denn darauf, Fox?", fragte Diana mit gespielten Entsetzen. Mulder schüttelte seinen Kopf und lachte verbittert. „Komm schon, ich weiß, dass Du für die arbeitest, Diana. Du brauchst mir nichts mehr vorzuspielen. Was willst Du nun von mir? Ich habe heute schließlich nicht ewig Zeit." „Tja, wie ich sehe, willst Du mich los werden, Fox.", gab Diana eingeschnappt zurück, doch Mulder antwortete ihr nicht und sie deutete das als ein `Ja´. „Gut, wie Du meinst, dann werde ich jetzt zur Sache kommen. Ich möchte, dass Du weißt, dass ich immer noch auf Deiner Seite bin und auch weil Du immer noch mein Freund bist, werde ich Dir helfen. Ich habe Informationen bekommen, die Dich interessieren werden.", Diana stoppte und schaute abwartend auf seine Reaktion Mulder an. Dieser schaute sie zunächst skeptisch, doch dann auch interessiert an. Er stieß sich von dem Türrahmen ab und ging langsam in Richtung Couch. Setzte sich jedoch nicht neben Diana, sondern blieb vor ihr stehen. Er richtete einen kritischen Blick auf sie und wartete darauf, dass sie weiter sprach, doch sie machte nicht die nötigen Anstalten. Schließlich brach Mulder das Schweigen. „Na schön, was genau möchtest Du mir sagen?" „Ich weiß wirklich nicht, was mit Scully passiert ist, aber ich habe erfahren, dass es wohlmöglich eine Verbindung zwischen diesem John Mitchell gibt und einer gewissen Nell Johnson gibt..." „Woher weißt Du von John Mitchell?", unterbrach Mulder sie misstrauisch. Mulders Frage hatte sie ein wenig aus dem Konzept gebracht. „Ich .... na ja, .... Scully hatte ihn erwähnt, als sie Dir die Ergebnisse geben hatte und daraufhin habe ich dann ein paar Nachforschungen angestellt." „Mmh,...", Mulder war nicht so ganz davon überzeugt. Er konnte sich noch gut an die Szene in seinen Flur vor ein paar Tagen erinnern, und auch daran, dass Scully ihm die Ergebnisse gegeben hatte, aber daran dass sie seinen Namen erwähnt hatte konnte er sich nicht erinnern. Er wusste, dass Scully Diana nicht traute und so glaubte er kaum, dass sie in Dianas Gegenwart irgendwelche vertraulichen Fakten weitergeben würde.... aber er war trotzdem darauf gespannt, was Diana ihm zu sagen hatte. „Scully hat den Namen erwähnt, wirklich? Muss ich dann wohl vergessen haben.", Mulder strich mit seiner Hand einmal durchs Haar und rieb sich danach sein Kinn. „Ja, wirst Du wohl.... na ja, laut dem Polizeibericht ist diese Nell Johnson vor ca. 2 Monaten verschwunden. Spurlos. Keiner wusste wo sie war. Angeblich war sie auf dem Nachhauseweg. Sie ist aber nie dort angekommen. Auf jeden Fall hat man sie vor ungefähr ein paar Tagen - fast zur selben Zeit, wie Scullys Verschwinden - wiedergesehen." „Und was hat das alles mit Mitchell zu tun?" „Ich bin ja noch nicht fertig. Ein Mann will beobachtet haben, wie sie in einen Lastwagen gestiegen ist. Und genau dieser Lastwagen hatte ungefähr eine viertel Stunde später einen Unfall. Aus unerklärlichen Gründen ist der Lastwagen die Böschung hinunter gefahren. Es hat zwar geregnet, aber nicht so stark, dass extreme Rutschgefahr bestand. Jetzt kommt der Teil, der Dir wahrscheinlich am besten gefallen wird.", Fowley legte eine dramatische Kunstpause ein. „Mitchell war, als man ihn gefunden hatte mit einem schwarzen Film überzogen, aber ich denke, das wusstest Du schon...", Mulder zeigte keine Regung. Bisher hatte ihm Diana noch nichts Spektakuläres erzählt. „Wie ich Dich kenne, denkst Du da sofort an Purity Control, nicht wahr? Es tut mir leid, Dich da jetzt enttäuschen zu müssen, aber das war es nicht. Als ich es sah, dachte ich es auch.... aber ich konnte mich überzeugen, dass dies nicht der Fall war.", Mulder bewegte keinen Gesichtsmuskel, nur in seinen Augen veränderte sich was, doch Diana schien es nicht bemerkt zu haben. Mulder kam gerade der Gedanke, dass Scully sofort gewusst hätte, was mit ihm los war. Sie bemerkte die noch so kleinste Veränderung an ihm und wenn es nur sein Blick war, aber zum Glück besaß Diana diese Fähigkeit nicht. „Es handelte sich ebenfalls um Öl, aber nicht um außerirdisches. Es war ganz normales Öl. Man hat in der Nähe seines Sitzes einen Kanister gefunden, in dem sich das Öl befand. Wie es genau auslaufen konnte und dann auch noch auf Mitchell ist noch nicht geklärt, aber es wurde eindeutig nachgewiesen, dass es sich um keine außerirdische Lebensform handelte.", Mulder zog eine Augenbraue hoch, so wie es Scully immer getan hat und schaute sie ungläubig an. Immer noch sagte er nichts, doch innerlich lachte er auf. Sie glaubte doch wirklich nicht, dass er ihr das abkaufen würde. „Jetzt fragst Du Dich bestimmt, warum man Nell nicht gefunden hatte. Darauf kann ich Dir auch keine Antwort geben. Ich denke, dass sie Angst bekommen hat und nachdem sie gesehen hatte, dass sie nichts mehr für Mitchell machen konnte, ist sie abgehauen. Wahrscheinlich hatte sie auch gedacht, dass der Lastwagen jeden Moment hoch gehen kann und wollte sich dann einfach nur in Sicherheit bringe. Bevor Du fragst, man hat sie noch nicht gefunden." Mulder dachte noch über das nach, was Fowley ihm gerade erzählt hatte und nickte dabei leicht mit dem Kopf. Schließlich wandte er sich an sie. „Und warum erzählst Du mir das?" „Fox, ich will doch nur nicht, dass Du Dich da in etwas verennst, dass noch nicht mal wahr ist. Ich kenne Dich, und Du hättest die Sache in diese Richtung verfolgt, aber ich glaube, Du solltest dich mehr darauf konzentrieren Dana wieder zu finden, anstatt jetzt irgendwelchen vermeidlichen Außerirdischen hinterher zu jagen.", sie blickte zu ihm hoch und stand schließlich ganz auf. Als sie vor ihm stand wollte sie seine Hand nehmen, doch als sie sie berührte zog er sie weg. Sie schaute ihn überrascht an. „Danke, Diana, dass Du mir das gesagt hast. Ich werde darüber nachdenken..., aber eines solltest Du dennoch wissen, Scully zu finden, steht für mich an erster Stelle, dann könnte jetzt auch ein UFO vor meinen Haus landen, es wäre mir egal. Scully ist für mich alles und ich werde sie finden, da kann auch der Krebskandidat nichts gegen tun. Du kannst es ihm gerne sagen, wenn Du ihn siehst.", mit diesen Worten ging er in Richtung Tür. Diana folgte ihm und Mulder öffnete diese. Man konnte den Schock, den sie hatte, als Mulder ihr das gesagt hatte, ansehen und ohne etwas zu sagen, gab Mulder Fowley zu verstehen, dass sie jetzt gehen sollte. Sie ließ alle Ansätze zu einem Protest fallen und verließ seine Wohnung. Mulder wartete noch ein paar Minuten und knallte die Tür dann ebenfalls hinter sich zu. Ohne jegliche Orientierung fuhr Mulder los. Er fuhr wie in Trance. Der Verkehr war ihm völlig egal, auch dass er fast eine Massenkarambolage verursachte, interessierte ihn nicht. Er fuhr seinen Wagen wie von Geisterhand geführt. Kein bestimmtes Ziel vor Augen. Immer wieder hallten die Worte Dianas durch seinen Kopf. Sollte er ihr Glauben schenken? Sie hatte schon die ganze Zeit über ein Spiel mit ihm und Scully gespielt. Sagte sie diesmal, einmal in ihrem Leben, die Wahrheit? Eine leise Stimme in ihm sagte, er solle ihr glauben, doch eine andere sagte ihm das Gegenteil. Dies war der Scully Teil in ihm, so nannte er es. Es war seine rationale Seite, die normalerweise nicht im Vordergrund stand, aber dieses mal tat sie es. Er fragte sich, was Scully jetzt getan hätte. Wäre sie dem Hinweis gefolgt und hätte ihm Glauben geschenkt? Plötzlich kam ihm ein Gedanke und jetzt als er über ihn nachdachte, war auf einmal alles sonnenklar. Die wollten, dass er nach Scully suchte! So würde er ihnen nicht im Weg sein und sie könnten ungehindert ihre Arbeit machen. Sie wussten, wie viel Scully ihm bedeutete und das er alles für sie machen würde... und jetzt hatten sie ihn da, wo sie wollten. Sie haben ihn für einige Zeit aus dem Weg....Unweigerlich stellte er sich eine Menge Fragen, die er sich schon so oft gestellt hatte. Wieso musste immer Scully für ihn erhalten? Wieso musste immer sie leiden, damit sie ihre Arbeit machen können? Gibt es denn keine einfachere Möglichkeit? Wenn sie nicht wollen, dass er ihnen im Weg ist, wieso beseitigen sie ihn dann nicht? Wollen die, dass er leidet? Dass er sieht, was er mit seiner Suche, Menschen antut, die an seiner Seite sind? Sams' Verschwinden, Scullys Verschwinden und später ihren Krebs. Wollen sie ihn leiden sehen? Wollen sie, dass er von alleine das Handtuch wirft? Dass er von sich aus sagt, dass die X-Akten geschlossen werden sollen? Und zuletzt stellte er sich immer wieder die gleiche Frage. Sind die X-Akten das wirklich wert? Erst als er seinen Wagen stoppte, merkte er, dass er vor Scullys Haus stand. Wie ist er hier hingekommen? Er zuckte mit den Schultern. Irgendwas schien ihn ja schließlich hier her geführt zu haben. Oder war es vielleicht nur das Verlangen in ihrer Nähe zu sein? Mulder öffnete die Autotür und überquerte die Straße. Als er vor Scullys Wohnungstür stand, kramte er seine Schlüssel aus er Tasche und suchte den für Scullys Tür. Nachdem er ihn gefunden hatte steckte er ihn ins Schloss und drehte ihn mehrmals um. Die Tür öffnete sich. Mit seinem Fuß stieß er sie leicht auf. Er betrat ihre Wohnung und blickte sich um. Alles war wieder so, wie er es kannte. Jeder Gegenstand stand wieder an seinem Platzt und es sah so aus, als ob nie etwas passiert war. Mulder hatte das Gefühl, dass Scully gleich jeden Moment aus der Küche kommen würde und ihm etwas zu Trinken anbieten würde, so wie sie es immer getan hatte. Aber sie kam nicht. Sie kam nicht aus der Küche und fragte ihn: „Mulder, kann ich Ihnen irgendwas bringen? Kaffee, Tee oder Eistee?". Er starrte auf den Kücheneingang, so als ob sie dort stehen würde. Erst nach einer halben Ewigkeit registrierte er, dass er allein war. Er war allein in Scullys Wohnung. Total in seinen Gedanken versunken schlurfte er durch ihre Wohnung. Er wusste nicht warum, aber hatte das Gefühl, dass er Scully spüren konnte. Alles in dieser Wohnung war so.... so ...Scully. Das war das einzige Wort, was ihm einfiel. Dafür gab es keine Beschreibung. Er ging in ihr Wohnzimmer, setzte sich auf die Couch und starrte in den offenen Kamin. Traurig und wehmütig schüttelte er seinen Kopf und setzte seinen Rundgang fort. Das Badezimmer, die Küche und schließlich das Schlafzimmer. Erst wagte er nicht es zu betreten, weil er dachte, er würde etwas Privates von ihr berühren. Doch dann schritt er mit langsamen und vorsichtigen Schritten in ihren privaten Bereich. Er blieb vor dem großen, weichen Bett stehen und sah auf der Bettdecke Scullys Pyjama liegen. Wie in Zeitlupe griff er danach und hielt das Oberteil fest in seiner Hand. Er drückte es an sich. Mit nun geschlossenen Augen setzte er sich auf das Bett und drückte das Oberteil immer fester gegen seine Brust. Er hatte Angst. Angst davor, dass, wenn er es loslassen würde, es genauso wie Scully verschwinden würde. Nach einer Weile lockerte er seinen Griff und vergrub sein Gesicht in den Pyjama. Sein Körper begann zu zittern. Erst ganz leicht und dann immer heftiger. Sein Schluchzen wurde durch den Stoff gedämpft, aber er konnte nicht mehr aufhören. Er hatte sein Limit erreicht. Er schaffte es einfach nicht mehr, stark zu bleiben. Mulder weinte. Er weinte bitterlich. Er legte sich auf das Bett und rollte sich zusammen, wie ein Baby. Dabei ließ er den Pyjama nicht einmal los und sein Gesicht war weiter in ihm verborgen Er konnte nicht alles verdrängen, so wie Scully es immer getan hatte. Er schaffte es einfach nicht. Das Einzige was er im Moment wollte war, einmal alles raus zu lassen. Bei den Gedanken an Scully wurde sein Körper von nur noch stärkeren Krämpfen überschüttet und das klägliche Wimmern und Schluchzen erfüllte den Raum. Wieso war sie jetzt nicht hier? Wieso konnte er ihr nicht sagen, was für ein Idiot er doch war? Er hatte eine wahnsinnige Angst. Er wusste nicht, was er tun sollte. Aber im Moment schien ihm das einzig Richtige zu sein, hier, auf Scullys Bett zu liegen. Er versuchte vergebens neue Kraft zu tanken, die er brauchen würde, für seine Suche. Plötzlich schrie er einen Verzweiflungsschrei aus. Es kümmerte ihn nicht, ob sich die Nachbarn beschweren würden. Niemand konnte ihm im Moment das geben, was er brauchte und das war Scully. Sie war alles für ihn. Sie war sein Anker, sie gab ihm Kraft, sie war seine Inspiration. Wenn sie nicht jeden Tag dagewesen wäre, hätte er das alles nicht geschafft..... Nach seinem plötzlichen Ausschrei wiegte er sich hin und her und neue Tränen liefen ungehindert ihren Weg über seine Wange. Er weinte verzweifelt. Ihr Oberteil, welches er immer noch so fest hielt, als ob sein Leben davon abhängen würde, war von seinen Tränen schon ganz durchnässt. „Scu... Scully.... wo bist du nur? Ich ... ich brauche dich doch.... Es ... es tut mir so leid..... Scully .... bitte....komm zurück....", mit diesen Worten weinte er sich in den Schlaf. Zur selben Zeit Es war die Hölle! Wie konnte er es nur zulassen? Wie? Wie konnte er sich nur so verraten? Sie hatte ihm vertraut. Sie hat Schutz und Geborgenheit gesucht und er hatte es ihr nicht gegeben. Er hätte es tun können. Aber er hat es nicht getan. Fred saß auf seiner Couch und hatte seinen Kopf in seinen Handflächen vergraben. Er fühlte sich elend und miserabel. Langsam richtete er sich auf. Seine Augen waren gerötet. Er schlurfte durch den Flur zu seinem Arbeitszimmer. Wie in Trance suchte er aus seiner Hosentasche den Schlüssel heraus und öffnete die Tür. Seitdem er Nell gefunden hatte, war er nicht mehr hier drin gewesen. Mit einem wütenden Funkeln in seinen Augen stürmte er auf seinen Schreibtisch und schmiss die ganzen Akten mit einer Handbewegung auf den Boden. Die Blätter verteilten sich im Raum. Er sank auf den Boden, mit dem Rücken an den Schreibtisch gelehnt und fing an zu weinen. „Ihr verdammten Schweine!!!", schrie er mit tränenerstickter Stimme in die Leere. „Ihr ver.... verdammten Schweine....Wie ... Wie könnt ihr das nur tun?", es war jetzt nur noch ein Schluchzen. Immer und immer wieder wiederholte diese Worte. Er wollte hier nicht einfach herumsitzen, mit dem Gedanken daran, dass man ihr wieder Schmerzen zufügte. Und er konnte es nicht. Er würde sich die ganze Zeit Vorwürfe machen. Jetzt hatte er noch eine Chance etwas zu ändern. Die würde er nicht einfach wegwerfen. Schnell sammelte er sich wieder und schöpfte neue Hoffnung, dass es noch nicht zu spät war. Er veränderte seine Position bis er auf allen Vieren war und anfing die Papiere einzusammeln. Er stapelte sie vor sich und begann sie zu sortieren. Einige Minuten später waren alle Papiere wieder in der dazu gehörigen Akte. >Okay, jetzt denk nach. Alleine wirst du das garantiert nicht schaffen. Hier muss doch irgendwas sein, was dir weiterhelfen wird.< Fred begann jede Akte einzeln durchzusehen. Konzentriert las er sich Seite für Seite durch. Er wollte bloß nichts übersehen. Er hatte schon einen großen Fehler gemacht und noch einen wollte er nicht in Kauf nehmen. Deshalb musste er jetzt jede noch so kleine Kleinigkeit ernst nehmen. Irgendwo Obwohl Nell ihre Augen nicht geöffnet hatte, konnte sie das Licht sehen. Es war dasselbe Licht, welches sie noch vor ein paar Tagen gesehen hatte. Inständig hatte sie gehofft es nie wieder sehen zu müssen und nun lag sie wieder hier. In irgend so einen angeblichen Krankenhaus - welches, sie wusste, in Wirklichkeit ein Labor sein musste -, gefesselt an einem Bett und musste wieder irgendwelche Experimente über sich ergehen lassen, ohne das sie die Chance hatte sich auf irgend eine Art und Weise zu wehren. Sie war im wahrsten Sinne des Wortes wieder zurück in der Hölle. Ihr war zum Heulen zumute, aber das würde sie jetzt nicht tun. Sie würde keine Schwäche zeigen. Nicht hier. Sie musste stark sein. Sie war schon einmal hier heraus gekommen und Nell hatte sich vorgenommen, dies auch noch ein zweites Mal zu schaffen. Langsam öffnete sie ihre Augen, um sich ihrer Umgebung vertraut zu werden. Alles war so, wie sie es schon kannte. Wieder waren die Wände mit weißen Kacheln verziert und überall standen Betten. Jedes wurde durch einen Vorhang abgeschirmt. Nur neben ihr war eine Lücke. Sie wusste, was das hieß. Diese Person, die neben ihr liegen würde, war gerade in einen der berühmt berüchtigten Räume, die sie so hasste und sich vorgenommen hatte, nie wieder in so einen Raum zurück zu kehren. Aber wie es aussah, musste sie diesen Vorsatz fallen lassen. Wenn die Leute hier genauso vorgingen, wie in dem anderen Labor, dann würde sie wahrscheinlich die Nächste sein.... Ihre Gedanken schweiften zu Fred zurück. Wie er da stand und sie angesehen hatte. Diesen Ausdruck in seinen Augen würde sie nie vergessen... Wieso war sie nur so naiv gewesen? Wie konnte sie nur glauben, dass, nachdem sie die ganze Akten in seinen Büro gefunden hatte, er nicht in irgendeiner Weise in dieser Sache verwickelt war? Vielleicht war es nur der Wunsch, der Gedanke endlich sicher zu sein und jemanden gefunden zu haben, der sich um einen kümmert. Sie hatte ihm vertraut. Sie hat ihm geglaubt, als er ihr gesagt hatte, dass nichts passieren würde. Dass alles in Ordnung sei. Dass sie sich keine Gedanken zu machen brauchte. Alles würde wieder gut werden. Nell war wütend, aber noch mehr überragte das Gefühl der Enttäuschung. Er hatte sie enttäuscht. Er hatte nicht nur ihr Vertrauen missbraucht. Nein, er hatte sie über dies hinaus auch noch angelogen und sie wieder dahin zurück gebracht, von dem er wusste, dass es für sie die reinste Qual war. Sie hatte ihm alles erzählt....und er hatte - so schien es ihr - ohne mit der Wimper zu zucken sie wieder dorthin zurück befördert. Jetzt war sie wieder ganz am Anfang und noch so einen Arzt wie Dr. Newall würde es nicht geben. Niemand würde sich jetzt darum kümmern, ob sie Schmerzen hatte und ihr eine Chance geben dem ganzen Wahnsinn zu entkommen. Sie war wieder auf sich allein gestellt. Nell drehte ihren Kopf auf die linke Seite, als sie ein Geräusch hörte. Es war das Geräusch von Rollen eines Bettes und von Schritten. Leicht hob sie ihren Kopf an. Nell hatte sich nicht getäuscht. Das Bett wurde in die Lücke geschoben und sie konnte erkennen, dass die Person, die da auf dem Bett lag eine Frau war. Sie hatte ihre Augen geschlossen und es sah so aus, als ob sie schlief, doch Nell wusste es besser. Bevor der Vorhang zu gezogen wurde, konnte Nell noch einen Blick auf die Frau erhaschen. Als Nell sie sah, wusste sie eines sofort. Sie hatte sie schon irgendwo gesehen. Diese Frau kam ihr bekannt vor. >Überleg! Verdammt noch mal, jetzt streng deinen Kopf an und überleg. Wo hast du diese Frau schon mal gesehen?< Rotes Haar, blasser Teint. Diese Kombination kannte sie. Nell überlegte und überlegte. Dann hatte sie auf einmal ein Bild vor ihren Augen. Es war das Bild der Frau aus dieser Akte. Das Gesicht dieser FBI-Agentin. Konnte das sein? Diese Erkenntnis traf sie wie ein Schlag. Diese Frau neben ihr hatte zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit ihr, aber Nell konnte sich nicht sicher sein. Diese Frau sah krank und ausgemergelt aus, soweit sie es sehen konnte. Aber sie konnte sich auch noch daran erinnern, wie sie ausgesehen hatte, als sie sich im Spiegel sah. Sie hatte sich nicht wieder erkannt. Also, wenn das wirklich neben ihr die FBI-Agentin war, dann begann sie langsam alles zu verstehen. Eine Akte von einer FBI-Agentin und noch viele andere in Freds Haus. Er hatte sie auch wieder hier hin gebracht. Jegliche Zweifel, die sie bisher hatte waren verflogen. Er wusste die ganze Zeit davon. Und wenn dieser Mulder jetzt noch der ist, nachdem sie die ganze Zeit gesucht hatte, hatte er ihr die ganze Zeit über was vorgespielt. Fred wusste von Anfang an, dass er die Person war, die sie suchte und er hatte ihr nichts gesagt. Wieso machte er das nur? Wie konnte sie sich nur so in einem Menschen täuschen? Freds Haus Zur selben Zeit Fred saß noch immer auf dem Boden, umgeben von zahlreichen Akten. Im Augenblick hielt er die Akte von einer Dana Scully in der Hand. Erst überflog er sie nur, doch dann hielt er an einer Stelle inne. Plötzlich stutzte er. Am Ende stand geschrieben, dass sie bereits seit fünf Tagen verschwunden sei. Das war ungefähr im selben Zeitraum, als er Nell gefunden hatte. Konnte da ein Zusammenhang bestehen? Fred blätterte wieder an den Anfang. Dieses mal hatte er das Gefühl, etwas Wichtiges gefunden zu haben. Je öfters er diesen Namen las, desto sicherer wurde er sich, dass er ihn schon mal irgendwo gehört hatte. Es muss in der Klinik gewesen sein. Bevor der Arzt zu ihm kam, war er sich sicher, dass der Name Scully gefallen war. Hat ihr Verschwinden etwas mit den Versuchen zu tun? War sie etwa auch dort? Das alles gefiel ihm überhaupt nicht. Diese Sache nahm immer mehr an Größe an und Fred hatte das Gefühl immer weiter mit hinein gezogen zu werden. „Okay, okay, dann fang jetzt noch mal von vorne an.", sprach er leise mit sich selbst. „Dana Kathrine Scully. Geboren am 23. Februar 1964....Tochter von William Scully, Captain der Navy.... Studierte Physik.... später Ausbildung als Medizinerin ... 1992 Abschluss der FBI-Ausbildung in Quantico.... Beordert zur Ausbildungseinrichtung nach Quantico als Ausbilderin.... später beordert zur Abteilung X-Akten als Agentin ... Schließung der X-Akten und später Wiedereröffnung.... X-Akten? Oh man, wo bin ich da nur hineingeraten?", Fred blätterte weiter bis er endlich das gefunden hatte, was er im Grunde suchte. Die Arbeit an den X-Akten. „...Agent Scully wurde Agent Fox Mulder als Partnerin zugeteilt. Ihre Aufgabe bestehe darin, das Verhalten und seine Ermittlungsmethoden zu beobachten und zu dokumentieren.....", er las den Rest noch zu Ende und suchte dann in der Akte nach weiteren Hinweisen im Bezug auf ihren Partner. Agent Mulder. Vielleicht könnte er ihm ja helfen und vielleicht war er ja sogar die Person, von der Nell sprach. Er brauchte eine Adresse. In der Akte würde er keinen weiteren Hinweise finden. Schnell richtete er sich auf und ging zu seinem Schreibtisch. Fred öffnete die unterste Schublade und holte ein Telefonbuch hervor. Hastig ging er alle Namen unter 'M' durch. „Ma.... Mu....Mul.....da Mulder. Fox William Mulder. Das muss er sein.", Fred schnappte sich einen Zettel und schrieb sich Telefonnummer und Adresse auf. Vorsichtshalber tat er das gleich auch noch mit Scullys Anschrift. Scullys Wohnung Nächster Morgen Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster und schienen genau in Mulders Gesicht. Er rümpfte ein paar mal die Nase bis er wie von einer Biene gestochen hochfuhr. Wo war er? Er lag in einem Bett. Es war nicht sein Bett. Nur langsam erinnerte er sich an den Abend zuvor, wie er zu Scully gefahren war und sich auf ihr Bett gelegt hatte und dort wohl eingeschlafen sein musste. Immer noch hielt er ihr Pyjamaoberteil in der Hand. Er legte sich wieder zurück in die Kissen, drückte das Oberteil an sich und starrte an die Decke. Das war im Moment das einzige, was er noch von ihr hatte. Mulder drehte sein Gesicht in Richtung Fenster und ihn trafen wieder die Sonnenstrahlen, die ihn geweckt hatten. Erst jetzt fiel ihm auf, dass ihr Bett so stand, dass die Sonne genau darauf scheinen konnte. Mulder schaute auf den Wecker, welcher angesprungen war und ein langsames Lied spielte, und musste feststellen, dass es erst früh am Morgen war. Er drehte sich jetzt vollkommen auf die Seite und starrte weiterhin aus dem Fenster. Plötzlich erregte etwas anderes seine Aufmerksamkeit. Es war ein Bild. Es stand auf ihrer Kommode, neben dem Wecker und der Nachttischlampe. Mulder setzte sich auf und griff danach. Jetzt hielt er es in beiden Händen. Das Bild zeigte Scully und ihn. Sie standen vor *ihrem* Haus in `The Falls´. Als Mulder an diesen Fall zurück dachte, musste er schmunzeln. Scully und er waren verheiratet. Seiner Meinung nach hatten sie das perfekte Paar abgegeben, aber er glaubte Scully war nicht so begeistert davon gewesen mit ihm *verheiratet* gewesen zu sein. Gut, er musste zugeben, dass er es ihr auch nicht immer einfach gemacht hatte, aber trotzdem hat er es genossen. Mulder hätte nicht gedacht, dass Scully das Bild behalten, geschweige denn aufgestellt hatte. Sie überraschte ihn halt immer wieder. Mulder war so in seinen Gedanken vertieft, dass er das Klopfen an der Tür nicht hörte. Erst als die Klopfer lauter und energischer wurden, registrierte er es. Erstaunt blickte er auf. Mulder griff langsam nach seiner Waffe die er auf dem Nachttisch abgelegt hatte. Er schwenkte seine Beine über die Bettkante und schritt langsam in Richtung Tür. Bevor er sich jedoch vollständig der Tür widmete, merkte er, dass er noch immer das Bild in den Händen hielt. Leise stellte er es auf dem Tisch ab und drehte sich wieder in Richtung Tür. Seine Waffe im Anschlag. Wieder klopfte es. Mulder entsicherte seine Waffe. „Wer ist da?" Das Klopfen hatte aufgehört, aber Mulder bekam keine Antwort. Mulder befeuchtete einmal seine Lippen und atmete tief durch. Diesmal hörte er ein Schaben vor der Tür, so als ob jemand mit seinen Füßen über den Boden streifen würde. „Wer ist da?", fragte Mulder nochmals mit Nachdruck. In seiner Stimme schwang ein Hauch von Nervosität. Er fragte sich, wer wohl was von Scully wolle. Ihre Familie würde es wohl kaum sein und Skinner auch nicht.... also wer sollte etwas von Scully wollen? Mit seiner linken Hand griff er zu dem Schloss. Jetzt musste alles schnell gehen. Sonst wäre der Überraschungsmoment dahin. Mulder legte seine Hand auf den Knauf und wartete noch ein paar Sekunden. Dann riss er die Tür auf und richtete seine Waffe auf die Person, die vor der Tür herumlungerte. Fassungslos starrten ihn zwei angsterfüllte Augen an. Die Person wich einen Schritt zurück und schnappte nach Luft. „Wer sind Sie und was wollen Sie hier?", Mulders Stimme klang jetzt eisig, die keinen Widerspruch duldete. Immer noch sagte die Person kein Wort. „Ich frage Sie jetzt ein letztes Mal. Wer sind Sie und was wollen Sie hier?", immer noch zielte er mit seiner Waffe auf sein Gegenüber. „Ich ... ähm ... ich ....sind Sie Fox Mulder?" Mulder schaute ihn einen Moment verwirrt an. Er ließ seine Waffe ein Stück sinken. „Wer will das wissen?", ihm kam das mehr als merkwürdig vor. Er kannte diesen Mann nicht und im Moment war nicht besonders scharf drauf jemanden zu sehen. Immer noch ein wenig verunsichert antwortete ihm sein Gegenüber. „Ich ....mein....Name ist Fred .... Fred Steel und ich habe gehofft ....hier einen gewissen Fox William Mulder zu finden.", schließlich ließ Mulder seine Waffe sinken, sagte aber nichts. Musterte ihn mit einem undurchdringlichen Blick. Fred schaute nervös auf den Boden. Er konnte Mulders Blick nicht standhalten. Mulder konnte aus seinen Worten nicht direkt schließen, ob er ihn anlog, aber für ihn machte sein Gegenüber nicht den Eindruck, als ob er irgendwas im Schilde führen würde. Er gab ein Brummen von sich und ging wieder zurück in Scullys Apartment. Fred sah auf und folgte ihm zögernd. Als er im Apartment stand wusste er nicht so recht, was er tun sollte. Unschlüssig sah er sich um. Mulder saß mit dem Rücken zu ihm auf der Couch und schwieg. Fred ging einen kleinen Schritt vorwärts und Mulder drehte sich augenblicklich um. Sofort blieb Fred stehen. Er räusperte sich kurz. „Sind Sie nun Fox Mulder? Der Partner von Dana Scully?", bei Scullys Namen zuckte Mulder zusammen. Er schloss einmal kurz seine Augen und nickte dann kurz. „Woher wissen Sie, dass ich hier bin? Das hier ist nicht ....", begann Mulder wurde aber von Fred unterbrochen. „Ich weiß, ich weiß. Das ist die Wohnung von Ms Scully. Ähm, darf ich mich setzen?", Fred sah ihn fragend an. Mulder nickte einmal kurz, hatte aber immer noch seine Waffe in der Hand. Man konnte schließlich nie wissen. „Sie haben mir immer noch nicht meine Fragen beantwortet. Woher wussten Sie, dass ich hier bin und was wollen Sie von mir?" Langsam entspannte Fred sich. Er hatte ja auch gar keinen Grund sich um irgendwas Sorgen zu machen. Er war schließlich nur hier um mit Mulder zu sprechen und nachdem er sich von dem ersten Schock erholt hatte, erkannte er nur einen Mann, dem es nicht besser ging als ihm, wenn nicht noch schlechter. Beide hatten Personen verloren, die einem etwas bedeuteten. Soviel konnte er jetzt schon sagen, ohne auch nur ein vernünftiges Wort gewechselt zu haben. Für ihn schien es so, als ob Mulder einigermaßen gefasst war. Er hatte sich unter Kontrolle. Aber ob das nur Fassade war wusste er nicht. „Nun, um Ihre erste Frage zu beantworten. Ich bin hier her gekommen, weil bei Ihnen keiner aufgemacht hat und da bin ich halt hierhin gekommen und...." „Woher wissen Sie meine Adresse und die von Scully?", fragte Mulder auch schon sofort. Ein wenig überrascht antwortete Fred: „Ich ... ähm ... ich habe sie aus dem Telefonbuch und die Adresse von Ms Scully habe ich aus .... die habe ich aus ihrer Akte.", fügte Fred fast flüsternd hinzu. Mulder sah zu ihm auf und etwas hatte sich verändert. Sein Blick. Es war sein Blick. Fred schluckte. „Woher haben Sie die Akte von Scully? Was wollen Sie von ihr? Wo ist sie?", fuhr Mulder ihn an und stand sofort auf seinen Beinen. Er war außer sich. Am liebsten hätte er Fred genommen und ihn durchgeschüttelt. Drohend beugte er sich zu ihm runter. „Ich will wissen, was Sie mit ihr machen!!! Sollte ihr auch nur ein Haar gekrümmt sein, dann....", Mulder sprach nicht weiter, aber Fred hatte auch so seine Botschaft verstanden. Dies bereitete ihn jetzt nur noch größere Schwierigkeiten. Wie sollte er dem Mann erklären, was er getan hatte? Wenn er erfährt, dass seine Partnerin auch höchst wahrscheinlich in diesem „Krankenhaus" ist, wird er ihn zu Kleinholz verarbeiten. Wenn er jetzt schon so reagiert, wie wird er dann reagieren, wenn er dass gehört hatte, was Fred ihm noch erzählen musste? Aber er konnte jetzt auch nicht mehr gehen und so tun, als ob er nie hier gewesen wäre und der Blick von Mulder bewahrte ihn davor aufzuspringen und aus dem Apartment zu rennen. Gott, wo war er da nur hinein geraten? „Ich... ich kann Ihnen alles erklären. Das ... Das ist auch der Grund warum ich mit Ihnen sprechen wollte.", krächzte Fred. „Wenn Sie mich nicht gleich erschießen, werde ich Ihnen alles erzählen...ich ... ich habe gar nichts mit Ihrer Partnerin gemacht, aber ich weiß möglicherweise wo sie sich befindet." Mulder sah ihn weiterhin misstrauisch an. „Woher weiß ich, dass Sie nicht lügen? Woher soll ich nicht wissen, ob das nicht wieder eines dieser Spielchen ist, die schon die ganzen Jahre über mit uns gespielt wurden? Woher soll ich wissen, dass Sie mir die Wahrheit sagen und mich nicht wieder in eine Sackgasse führen, wie schon so oft?" „Also, ich... ich kann Ihnen versichern, dass ich nicht vorhabe irgendwelche Spielchen mit Ihnen zu spielen und ... und Sie müssen mir einfach vertrauen." „Ha! Vertrauen, ja. Ich kann niemanden vertrauen, Mr Steel. Es wurde schon zu oft ausgenutzt und missbraucht. Der einzigen Person auf dieser Welt, der ich vertraue, ist Scully und das wissen Sie." „Ich weiß gar nichts. Ich blicke da überhaupt nicht mehr durch. Ich weiß noch nicht mal, warum das alles passiert und was Sie damit zu tun haben....." „Sie sagten gerade, Sie wüssten wo Scully ist.... Wo ist sie?", griff Mulder wieder das eigentliche Thema auf. Er misstraute ihm noch immer, aber im Moment hatte er keine andere Chance. Dies war jetzt sein einziger Anhaltspunkt. Und diesen musste er verfolgen. Er hatte die Möglichkeit Scully zu finden und da klammerte er sich an jeden noch so kleinen Strohhalm. „Als erstes möchte ich, dass Sie wissen, dass ich mit all dem nichts direkt zu tun habe.", Mulder zeigte keine Regung. „Na schön, ich glaube, es wäre das Beste, wenn ich ganz von vorne anfangen würde. Eigentlich begann alles vor ca. einem Jahr. Meine Frau Claira lag im Sterben. Sie hatte Lungenkrebs. Ich weiß gar nicht mehr genau wann, aber eines Tages tauchten Männer im Krankenhaus auf und meinten sie könnten ihr helfen. Sie hätten ein Gegenmittel. Ich meine, ich sah es als die Chance an ihr zu helfen. Ich habe wirklich alles versucht und da war dieses Angebot ein Geschenk des Himmels.", Mulder nickte einmal kurz. Er konnte ihn verstehen. Er hatte auch alles versucht, als Scully verschwunden war. Er hatte keine Möglichkeit ausgelassen. Als er sie dann wiedergefunden hatte, hatte er Tag und Nacht an ihrem Krankenbett gesessen und sich geschworen so etwas nie wieder geschehen zu lassen. Und auch als Scully im Sterben lag und jeder glaubte, dass sie den Kampf gegen den Krebs verloren hatte, wäre er fast einen Deal mit dem Teufel eingegangen. Doch eine Nacht an Scullys Krankenbett hat ihn die richtige Entscheidung treffen lassen. Dies wusste er jetzt. Aber trotzdem hatte er das Gefühl, dass er im Kreis gelaufen war. Er ist wieder an dem Punkt angelangt, an dem er Scully nun ein weiters Mal verloren hatte und Mulder fragte sich, wie viele weitere Male noch folgen würden. Aus seinen Gedanken wurde er durch Fred gerissen, der damit fortfuhr weiter zu erzählen. „ .... ich hatte ja keine Ahnung, dass das alles mal so enden würde. Hätte ich es gewusst, wäre ich diesen Handel nie eingegangen." „Was für einen Handel?" „Die Männer haben mir versprochen, dass meine Frau wieder gesund wird und als Gegenleistung sollte ich für sie eine Aufgabe erledigen. Ich bin nur auf diesen Handel eingegangen, weil es wohl möglich meiner Frau hätte helfen können und zweitens, weil ich dachte, es wäre eine einmalige Sache.", Mulder schüttelte einmal den Kopf. „Was hat das nun alles mit Scullys Aufenthaltsort zu tun. Ich möchte wissen, wo sie ist." „Okay, okay, vor ungefähr ein paar Tagen fand ich eine Frau im Wald.", Mulder schaut ihn erstaunt an. „Ich habe sie mit zu mir genommen. Als ich sie danach gefragt habe, was mit ihr passiert war, hatte sie mir erst ausweichend geantwortet, doch dann hat sie es mir erzählt und ich konnte es immer noch nicht glauben. Ich habe es immer versucht zu verdrängen, aber seitdem Nell mir erzählt hat ...." „Nell?" „Ja, so heißt sie. Nell Johnson, glaube ich. Sie hat mir erzählt, dass sie in irgendeinem Labor aufgewacht sei und man an ihr irgendwelche Test durchgeführt hatte. Doch sie hatte Glück und konnte fliehen. Sie hat sich dann halt so durchgeschlagen. Sie ist zu Fuß gegangen oder per Anhalter in einem Lastwagen mit gefahren. Sie meinte, man hätte sie etwas ausgesetzt, was gelebt hat und .. und als sie dann in diesen Lastwagen war, meinte sie, es wäre es so gewesen, als ob *es* raus wollte. Ich meine, ...." „Warten Sie. Sie meinen sie ist per Anhalter mit einem Lastwagen gefahren und sie hatte etwas in sich, was gelebt hatte und dann aus ihr raus wollte?" „Ja, aber..." „Wie hat es ausgesehen?", Mulder war jetzt hellwach. Sollte es doch stimmen und Diana hatte ihn belogen? Zutrauen würde er es ihr ja.... „Ähm ... ich weiß nicht..." „Überlegen Sie. Wie hat es ausgesehen?" „Ich verstehe nicht, was ist daran so wichtig?" „Wie hat es ausgesehen?", wiederholte Mulder seine Frage ungeduldig. „Mmmh, ich glaube es war schwarz.", Mulder atmete einmal tief ein und aus. Er lehnte sich zurück in die Couch und sein Blick fiel auf das Bild mit ihm Scully. Fred brauchte gar nicht weiter zu erzählen, Mulder wusste auch so, was mit Scully geschehen war. Wut stieg in ihm auf und am liebsten hätte er irgendwas genommen und gegen die Wand geworfen. Es fiel ihm schwer die Kontrolle zu bewahren. Er fasste sich mit seinen Händen an seine Schläfen und begann diese leicht zu massieren. Sein Blick immer noch auf das Bild gerichtet. Fred wusste nicht genau was er jetzt machen sollte. Weiter erzählen oder nicht? Er schaute Mulder an, der immer noch starr auf das Bild schaute. Fred folgte diesem und bemerkte erst jetzt das es dort stand. Er sah es sich kurz an und blickte dann wieder zu Mulder. Es zeigte eindeutig Scully und Mulder. Mulder hatte seinen Arm um ihre Schultern gelegt. Fragend sah er ihn an und Mulder wusste, was er dachte, aber er hatte jetzt keine große Lust darauf einzugehen. Er wusste, dass jeder, der sie nicht kannte und dieses Bild sah, dachte, dass sie verheiratet wären. Wie leicht man doch die Leute täuschen kann. Nach weiteren Sekunden des Schweigens erhob Mulder als erster wieder seine Stimme. „Es war also ein schwarzes, lebendiges Etwas? Wissen Sie wie der Lastwagenfahrer hieß?" „Ja, das weiß ich noch. Nell hat es mir gesagt, aber ich verstehe nicht, warum das so wichtig ist.", Mulder sah ihn mit einem durchdringenden Blick an. „Sein Name war John Mitchell.", sagte Fred schließlich ergeben. Das war es. John Mitchell wurde mit dem schwarzen Öl infiziert und ist dann gestorben. Nell hat es wahrscheinlich nur überlebt, weil sie eventuell eine Art Gegenmittel in sich trug. Für Mulder machte es jetzt fast alles Sinn. Diana wollte ihn auf eine falsche Fährte locken. Sie wusste von Anfang an über Scully und den Unfall Bescheid. Die Wut, die vor nur wenigen Sekunden erloschen war, fasste wieder Fuß und ergriff ihn. Nur wenige Male in seinen Leben hatte er auf den Scully-Teil in sich gehört und jetzt war er froh es getan zu haben. Sie hatte mal wieder Recht gehabt und er mal wieder erfahren, wie wichtig sie doch war. Sie hatte ihn mal wieder vor einer Dummheit bewahrt. So normal wie möglich sprach er weiter. „Und was ist passiert, nachdem Sie Nell gefunden hatten?" „Ich habe sie mit zu mir genommen und mich um sie gekümmert. Dann bekam ich noch einen Auftrag. Ich habe mich mit dem Mann getroffen und ihm gesagt, dass ich schon längst das gemacht habe, was sie von mir verlangt haben, aber ich komme da nicht mehr raus und sie drohen mir damit mich umzubringen, wenn ich nicht das mache, was sie sagen. Sie müssen mir glauben, ich wollte das nicht." „Wissen Sie wer der Mann war?", obwohl Mulder die Antwort schon kannte, fragte er trotzdem und er wurde nicht enttäuscht. „Nein, ich kenne ihn nicht. Jedenfalls nicht seinen Namen." „Was wollte er?" „Ich habe schon vor unserem Treffen gewusst, dass sie die Testperson ist, die diese Männer gesucht haben und durch einen Fehler von mir wussten sie es auch. Sie befahlen mir noch einen Tag auf sie aufzupassen und sie dann in das neue Labor zu bringen.", Fred machte eine kurze Pause und fuhr dann fort. „Ich konnte sie überreden, indem ich ihr sagte, dass ich mir Sorgen um sie mache und ich mich wohler fühlen würde, wenn sie sich untersuchen lassen würde. Jetzt im Nachhinein kann ich nicht verstehen warum ich es getan habe, aber ich glaube, ich hatte zu viel Angst und die habe ich auch jetzt noch.", wieder hörte er auf zu sprechen. Jetzt sah er Mulder nicht mehr an, sonder blickte auf seine Hände, die er ineinander verflochten hatte. „Sie ...Nell hat sich überreden lassen und ich habe sie zu dem „Krankenhaus" gebracht. Als wir dann drin waren.....oh mein Gott....", Freds Stimme war tränenerstickt als er weiter sprach. „.... die Ärzte kamen .... und..... und haben sie weg gebracht. Sie hat geschrien. Ich sollte ihr helfen.... aber ich habe es nicht getan.", Fred unterbrach sich selbst, als er versuchte die Tränen zurück zu halten. Mulder stand auf und holte ihm aus der Küche ein Taschentuch. „Danke.", Fred wischte sich die Tränen weg und sah Mulder dann wieder in die Augen. „Als ich dort war, habe ich den Namen Dana Scully gehört im Zusammenhang mit irgendwelchen Test.", Mulder starrte ihn nur an. Kein Muskel bewegte sich. Aber Mulders Augen sprachen Bände. Leicht begann sein Körper zu zittern. Seine Hände ballte er zu Fäusten und drücke sie so fest gegeneinander, dass sie weiß wurden. Zögernd erzählte Fred weiter. „Ich ... ich habe mir dann ihre Akte genommen. Erst da habe ich richtig verstanden, warum man mir diese Akte gegeben hatte. Sie war die nächste Versuchsperson... Es tut mir so leid.... Hören Sie, ich weiß, ich kann das nicht mehr gut machen, was ich getan habe, aber ich möchte Nell da wieder raus holen und ihre Partnerin auch. Es war nicht leicht für mich, sie wieder zurück zu bringen... ich fühle mich deswegen auch ziemlich mies und wenn ich es jetzt schaffe sie da wieder raus zu holen, kann ich vielleicht einen Teil meiner Schuld gut machen.", Fred war fertig mit seiner Erzählung und keiner sagte was. Beide saßen sich gegenüber und schwiegen. Mulder beugte sich nach vorne und griff nach dem Bild. Er hielt es in seinen Händen und zeichnete zärtlich mit seinen Fingern die Konturen von Scullys Gesicht nach. Tränen stiegen ihm in die Augen. Er hielt sie nicht zurück. Er hatte keinen Grund sich zu schämen. Mit Tränen verschmierten Augen und einem entschlossenen Ausdruck darin sah er Fred an. „Bringen Sie mich zu diesem Labor!" „Sie meinen, Sie wollen da jetzt einfach so auftauchen und dann da rein spazieren?" „Haben Sie einen besseren Vorschlag? Wir wissen wo sich Scully und Nell befinden. Ich sehe keinen vernünftigen Grund noch zu warten. Wer weiß, was man mit ihnen macht, während wir hier noch herumstehen und uns darüber streiten, was wir jetzt machen sollen!", Mulder sprintete förmlich in Scullys Schlafzimmer und Fred folge ihm, blieb jedoch im Türrahmen stehen. Fred sah die verwühlte Bettdecke und Mulders Sachen, die mehr oder weniger im Raum verteilt waren. Langsam fragte er sich wirklich, ob er auch in Scullys Wohnung war. Für ihn sah es so aus, als ob Mulder hier wohnen würde, er schlief in ihrem Bett und benutzte ihre Sachen, so als ob sie ihm gehören würden.... aber vielleicht fühlte er sich ihr auch so nur näher. Mulder zog sich gerade seine Lederjacke an und steckte seine Waffe in sein Halfter. „Dann lassen Sie uns jetzt gehen.. und bevor Sie jetzt noch was sagen, ich werde mir schon noch was überlegen, wie wir da rein kommen. Ich habe so was schon öfters getan.....ist jetzt aber nicht wichtig. Kommen Sie, wir dürfen keine Zeit verlieren." Irgendwo Scully wurde durch ein Stechen im Unterleib aus ihrem „Schlaf" gerissen. Mit Schmerz verzerrtem Gesicht richtete sie sich auf, wurde jedoch durch die Gurte zurückgehalten. Nur mit Mühe konnte sie ein Stöhnen unterdrücken. Ihr schien es so, als ob die Schmerzen immer größer wurden. Sie kniff ihre Augen zusammen und presste ihre Lippen aufeinander, so dass sie nur noch ein dünner, weißer Strich waren. Was haben die nur mit ihr gemacht? So gut es ging legte sie sich auf die Seite und rollte sich zusammen wie ein Fötus. So hoffte Scully, dass die Schmerzen ein wenig gelindert würden. Und tatsächlich: die Schmerzen ließen nach. Jetzt konnte sie sie wenigstens einigermaßen aushalten. Erleichtert darüber öffnete sie die Augen und schaute in das Gesicht einer ihr nur zu gut bekannten Person. Am liebsten hätte sie sich wieder weg gedreht, doch sie wollte das Risiko nicht eingehen, dass die Schmerzen wieder auftauchen. Dann fing diese Person auch noch an mit ihr zu sprechen und Scully hätte ihr am liebsten gesagt, dass sie den Mund halten solle, aber sie hatte jetzt keine Kraft sich mit ihr anzulegen. Das wichtigste war im Moment, dass sie ihre Schmerzen unter Kontrolle hatte. „Wie ich sehe, haben Sie diesen kleinen Eingriff gut überstanden, Dana." Scully antwortete ihr nicht. Sie hatte jetzt wirklich nicht die Nerven dazu sich mit dieser Frau zu unterhalten. Besonders nicht nach alledem, was sie getan hatte. Wut stieg in ihr auf und Scully blitzte Fowley böse an. Wenn Blicke töten könnten, wäre Fowley auf der Stelle tot umgefallen, doch sie ignorierte Scullys Blick. „Wir werden nachher noch ein paar andere Experimente durchführen. Sie haben Glück, wir haben die eigentliche Testperson wiedergefunden und so wird Ihnen wahrscheinlich Einiges erspart bleiben. Aber ich will Ihnen keine leeren Versprechungen machen." „Wieso?", brachte Scully mit großer Mühe hervor. Obwohl sie noch immer auf der Seite lag, wurden die Schmerzen wieder größer. „Was meinen Sie mit 'wieso'?", fragte Fowley scheinheilig. „Wieso ...ah.... wieso tun Sie das alles?" „Das wissen Sie doch, Dana. Das ist alles nur zu unserem Besten." „Ich glaube, Ihnen kein Wort, Fowley. Sie wissen, dass Sie damit nicht durchkommen. Mul...ah....", Scully wurde von einen Schwall neuer Stiche in ihrem Unterleib überschüttet. „Was.... was haben Sie mit mir gemacht?" „Sie glauben doch nicht wirklich, dass ich Ihnen das jetzt erzähle, oder? Und was Fox angeht, er hat die falsche Entscheidung getroffen. Er hätte alle Antworten haben können, auf all seinen Fragen, aber er wählte den schwierigeren Weg und das hat er jetzt davon. Er war kurz davor, das Angebot anzunehmen und wenn Sie nicht gewesen wären, hätte er auch die richtige Entscheidung getroffen. Aber er wird schon noch früh genug merken, dass er einen Fehler begangen hat, indem bei Ihnen blieb." „Wovon reden Sie da überhaupt?" „Fox, hat es Ihnen nie erzählt? Er hatte die einmalige Chance gehabt schneller an ein Heilmittel gegen Ihren Krebs zu kommen. Die einzige Gegenleistung, die man von ihm verlangte, war, das FBI, die X-Akten und Sie zu verlassen. Wie gesagt, er hätte es fast getan....mich wundert es, dass Fox Ihnen das nie erzählt hat, wo Sie doch sonst alles von ihm zu wissen scheinen." „Halten Sie den Mund! Mulder weiß, dass Sie für die arbeiten und Sie wissen auch, dass er es weiß. War es das Wert? Haben Sie erreicht, was Sie wollten? Die X-Akten sind geschlossen, Mulder ist Ihnen nicht mehr im Weg, also was wollen Sie noch von ihm? Lassen Sie ihn doch endlich in Ruhe." „Solange die X-Akten noch existieren, wird er nicht aufhören zu suchen. Nach seiner Schwester, nach der Wahrheit. Deshalb stellt er ein großes Risiko dar, genau wie Sie, und irgendwie müssen wir ihn ja unter Kontrolle halten. Glauben Sie mir fällt es leicht zu sehen, wenn er leidet? Ich liebe ihn noch immer.", als Scully auflachte, kam nichts weiter als ein Röcheln hervor. Scully brauchte einige Sekunden, bevor sie sprach. „Wenn Sie ihn wirklich lieben würden, würden Sie ihm so was nie antun. Sie sind nicht fähig zu lieben, nämlich wenn Sie es wirklich könnten, würden Sie sehen, wie sehr Sie ihn damit verletzen und ein Mensch, der liebt tut so was nicht. Wenn dies wirklich ihr Standpunkt ist, ...." „Was wollen Sie damit sagen? Wollen Sie damit sagen, dass ich ihn nicht liebe und es mir nicht schwer fällt dies zu tun?", fuhr Fowley sie erbost an. „Verstehen Sie es von mir aus so, wie Sie wollen....", erschöpft drehte sie ihren Kopf in die andere Richtung. „Nein, ich will, dass Sie diese Fragen beantworten." „Das wollen Sie doch gar nicht wirklich. Sie sind gar nicht daran interessiert, was ich denke. Das waren Sie noch nie und ich lege auch keinen Wert darauf. Ich habe Ihnen noch nie vertraut, aber Mulder tut es. Es gab eine Zeit, da hat er Ihnen mehr vertraut als mir... das hat weh getan.... aber ich bin trotzdem bei ihm geblieben, weil ich wusste, dass er mich nie im Stich lassen würde und das wird er auch jetzt nicht. Glauben Sie wirklich er wird Ihnen nach alle dem noch ein Wort glauben?" Fowley antwortete nicht, sondern starrte Scully nur an. Ohne sich davon beeindrucken zu lassen fuhr Scully fort. „Ich werde ihn nie verlassen. Ich werde immer für ihn dasein, wenn er mich braucht und er ist auch immer für mich da. Wir haben etwas, was Sie nie haben werden. Es ist etwas Besonderes. Es geht über eine normale, berufliche Freundschaft hinaus, es ist auch keine normale private Freundschaft. Wir wissen immer, wann es dem anderen schlecht geht und wann er Hilfe braucht. So was werden Sie nie kennenlernen und auch wenn Sie mich töten, werde ich ihn nicht allein lassen. Ich werde immer für ihn dasein ...", diesen Stoß musste sie ihr geben. Das konnte sie sich nicht verkneifen... In Fowleys Augen blitzte es. Mit gepresster Stimme brachte sie hervor: „Sie denken Fox zu kennen, aber das tun Sie nicht. Sicher, er wird alles versuchen Sie zu retten, so wie er es schon die letzten sechs Jahre über getan hat, aber sie kennen Ihn nicht wirklich und wenn er die Arbeit behindert, wird er dafür die Folgen tragen müssen - so leid es mir auch tut - aber hier muss man Berufliches und Privates trennen. Glauben Sie mir, Dana, er wird es spüren." „Für Sie heiße ich immer noch Scully! Haben Sie mich verstanden?", erhob Dana ihre Stimme und diese kleine Anstrengung entfachten in ihr wieder neue Schmerzen. Sie biss die Zähne zusammen und zog scharf die Luft an. „Wie Sie meinen, Scully, aber Sie können soviel hoffen, wie sie wollen. Er wird nicht kommen, dafür wurde schon gesorgt.", das waren die letzten Worte, die Fowley sagte. Mit schnellen Schritten entfernte sie sich und wenn Scully gekonnt hätte, wäre sie aufgestanden und hätte ihr mal so richtig die Meinung gesagt. Ihre Wut auf diese Frau wurde immer größer. Dies hatte nur einen Vorteil. Es ließ sie für wenige Augenblicke die Schmerzen vergessen. Zur selben Zeit Mulder raste die Interstate entlang ohne auf den fließenden Verkehr zu achten. Fred klammerte sich förmlich an den Sitz fest. „Können Sie nicht ein bisschen langsamer fahren? Wenn Sie uns in den Himmel befördern, können wir ihnen auch nicht helfen." Mulder schaute verwirrt zu ihm rüber. In seinen Augen fuhr er ganz normal. Scully hatte sich auch nie beschwert. Er zog eine Augenbraue fragend hoch und drosselte ein wenig das Tempo. „Haben Sie sich schon überlegt, wie wir in das Gebäude kommen? Immerhin wird es von Wachen bewacht." „Ja, habe ich. Sie haben doch eine Karte, oder?", Fred nickte einmal kurz. „Gut, könnte ich diese bitte kurz haben?", Fred sah ihn unsicher an. „Ich werde sie auch nicht kaputt machen. Wir brauchen sie schließlich noch. Ich möchte sie nur Freunden zeigen.", Fred sah ihn immer noch skeptisch an. Er hatte schon so ein paar merkwürdige Geschichten über Mulder gehört und er hoffte, dass seine besagten Freunde nicht genauso verrückt waren. Aber schließlich überreichte er sie Mulder widerwillig. Mit quietschenden Reifen parkte Mulder in einer Seitenstraße zwischen zwei nicht gerade einladenden Häusern. Fred rümpfte seine Nase und sah Mulder an, doch dieser nahm keine Notiz davon, sondern löste seinen Sicherheitsgurt und stieg aus. Fred saß noch immer im Wagen und rührte sich nicht. Als Mulder ausgestiegen war beugte er sich nochmals in den Wagen. „Wollen Sie nicht aussteigen?" „Denken Sie, dass wir hier richtig sind? In diesen Häusern wohnt doch keiner mehr." „Steigen Sie einfach aus und lassen Sie sich einfach überraschen. Jetzt kommen Sie, wir haben nicht alle Zeit der Welt.", in Mulders Stimme lag eine Dringlichkeit, die er nicht verbergen konnte. Nur unter Protest löste Fred seinen Sicherheitsgurt und stieg aus dem Wagen. Ein wenig angewidert sah er sich die Umgebung an. Sofort als Fred die Tür des Wagens zugeschlagen hatte, machte sich Mulder auch schon auf den Weg. Überrascht über den so plötzlichen Aufbruch folgte Fred Mulder. „Agent Mulder, warten Sie!", Mulder blieb stehen und wartete bis Fred aufgeholt hatte und bog dann um die Ecke und öffnete eine Tür. Dann gingen sie ein paar Stufen rauf und einen längeren Gang entlang. Mulder klopfte an einer massiven Tür. Er hatte sich schon auf dem ganzen Weg darüber Gedanken gemacht, ob er Fred mitnehmen sollte. Eigentlich machte er es wirklich ungern und er wusste auch, dass seine Freunde nicht begeistert davon waren, wenn Fremde ihren Sitz wussten. Aber er hatte keine andere Wahl gehabt und wenn er ihnen sein Anliegen erklären würde, dann würden sie garantiert verstehen. Da es nun mal um Scully ging, und er wusste genau, wie sehr sie sich um Scully sorgten. Wieder klopfte er an die Tür und blickte in die Kamera „Jungs, jetzt macht endlich die Tür auf. Es ist wirklich dringend.", wie auf das Stichwort hörte er, wie die verschieden Schlösser geöffnet wurden. Frohike öffnete die Tür einen Spalt und schaute durch das Vorhängeschloss Mulder verbittert an. „Sag mal, Mulder, musst du immer so einen Lärm machen? Es gibt noch Menschen, die wollen sich ausruhen." „Entschuldigung, aber darf ich erst einmal reinkommen. Ihr müsst mir einen riesen Gefallen tun." „Warte.", Frohike schloss die Tür und entsicherte das letzte Schloss. Dann öffnete er die Tür ganz und ließ Mulder herein. Als er jedoch Fred sah, warf er ihm einen missbilligenden Blick zu. „Wo ist deine reißende Partnerin, Mulder, und wer ist das da?", fragte Frohike skeptisch und deutete auf Fred. „Wo sind die anderen beiden?", fragte Mulder die Frage ignorierend. Und sofort kamen auch schon Langly und Byers aus dem Nebenzimmer. Beide noch ein wenig verschlafen. Langly war gerade dabei seine Brille zu richten. „Welcher Trottel verbreitet hier so viel Lärm?", fragte Langly verärgert, doch als er Mulder sah, wusste er es sofort. „Hätte ich mir ja denken können. Niemand anderes ist so rücksichtslos...", murmelte Langly verärgert vor sich hin. Fred sah sich derzeit erstaunt in dem Büro der 'Einsamen Schützen' um. Wenn er ehrlich war, hatte er noch nie ein so großes Durcheinander auf einen Haufen gesehen und die ganzen Geräte die im Raum verteilt standen, ließen seine Augen nur noch größer werden. „Wow.", war das Einzige, was er hervor brachte. „Also, Mulder, wo ist Dana? Ist das jetzt Dein neuer Partner?", fragte Frohike, aber er hoffte, dass Mulder ihm jetzt die richtige Antwort gab. „Nein, das ist nicht mein neuer Partner.", sagte Mulder leicht entsetzt. Frohike und die anderen stießen hörbar die Luft aus, die sie angehalten hatten. „Das ist Fred Steel.", Fred reichte ihnen seine Hand und die drei nahmen sie abschätzend entgegen. „Jungs, ich brauche dringend eure Hilfe." „Das sagtest Du bereits, Mulder.", mischte sich nun auch Byers ein. „In welchen Schwierigkeiten steckst Du denn nun schon wieder?", fragte er und die anderen fingen an zu lachen. Nur Mulder war nicht nach Lachen zumute. Er holte von Fred die Karte aus seiner Jackentasche und zeigte sie den Dreien. „Könnt ihr mir so eine besorgen?" Frohike nahm ihm die Karte aus der Hand und betrachtete sie sich genauer. Langly und Byers gesellten sich ebenfalls zu ihm, um die Karte ebenfalls in genaueren Augenschein zu nehmen. „Woher hast du die?", fragte ihn Langly. Mulder deutete auf Fred und nun wandten sich die drei Fred zu. „Gut, Jungs, ich brauche so eine Karte." „Mulder, das wird nicht so einfach sein. Das ist eine Karte der Ebene 5 und das wird ein wenig Zeit benötigen." „Ich habe aber keine Zeit!", sagte Mulder frustriert und lief nervös in dem Büro auf und ab. Langsam begann die Lone Gunmen zu verstehen. Scully war nicht hier, Mulder benötigte eine Karte, welche den Zugang zu Ebene 5 sicherte und Mulder machte dasselbe Gesicht, wie er schon vor vier Jahren gemacht hatte, als Scully damals verschwunden war. „Es ist irgendwas mit Dana, richtig?", fragte Frohike besorgt und aufgebracht zugleich. Mulder schaffte nicht irgendwas zu sagen. Er senkte seinen Blick und nickte nur. Mulder hörte auf Herumzulaufen und setzte sich auf einen Stuhl. Seine Arme stützte er auf seinen Knien ab und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. „Mein Gott, Mulder, was ist passiert?", Mulder begann mit seiner Erzählung. Er ließ nichts aus. Er berichtete Ihnen davon, dass er und Scully darum gekämpft haben die X-Akten wieder zu bekommen, von seinem Besuch in der Pathologie. Er überlegte kurz, ob er ihnen auch die Sache mit Diana berichten sollte, doch dann dachte er sich, wenn er schon einmal dabei ist, kann er auch gleich alles erzählen. Also, begann er auch die kleine Odyssee mit Diana zu erzählen und auch davon, dass sie gestern noch bei ihm war und was sie ihm berichtet hatte. Ihre kleine Lüge, dass Mulder sich aus dieser ganzen Angelegenheit heraus halten sollte... Als er den Namen Diana erwähnte, hörte man sofort ein verächtliches Gemurmel und auch Fred schien dieser Name nicht fremd zu sein. Er fuhr fort damit, dass er Scullys Wohnung verwüstet vorgefunden hatte und was er bisher alles versucht hatte sie wiederzufinden. Und schließlich noch das Treffen mit Fred, der meinte, er wüsste wo Scully und Nell wären. „Warte mal, Nell Johnson hast Du gesagt?", unterbrach ihn Byers und Fred und Mulder nickten gleichzeitig. „Ich habe da was gefunden. Eine gewisse Nell Johnson konnte vor nur wenigen Tagen aus einem Versuchslabor entkommen. Wir wissen nicht genau, was dort getestet wird, aber den Informationen zufolge handelt es sich um Purity Control. Die haben jetzt angeblich ein neues Gegenmittel gefunden und wollen es testen. Und da Nell ja fliehen konnte, musste man sich ein neues Opfer suchen. Wenn das wirklich stimmt, was Dir Fred erzählt hat, dann sind Scully und Nell in großer Gefahr." „Nell hatte auch einen gewissen Dr. Newall erwähnt.", meldete sich nun Fred zu Wort. „Sie meinte, er hätte ihr versucht zu helfen, wurde aber von einem Mann erschossen." „Also, alle Ärzte kamen bei der Explosion ums Leben, bis auf einen...", Byers kramte in seinen Unterlagen herum. Schließlich zog er ein Blatt Papier heraus. „Hier habe ich es. Ein gewisser Dr. Jannings.", wieder meldete sich Fred zu Wort. „Den hat Nell auch erwähnt, vielleicht können wir uns ja an den wenden." „Nein, das wäre keine gute Idee. Sie würden nicht viel aus ihm heraus bekommen. Er ist tot. Er wurde ebenfalls erschossen. Er hatte einen neuen Job gefunden und wurde dort von einer unbekannten Person umgebracht.", sagte nun Langly. „Ähm.... ich weiß nicht, ob das von sehr großer Bedeutung ist, aber ich habe einmal mitbekommen, wie jemand was von einer Diskette erzählt hatte. Ich glaube, dieser Dr. Jannings hatte sie. Ich habe nur einmal mit ihm gesprochen und da habe ich gehört, wie er gesagt hatte, dass er sie wie sein Augapfel hüten würde.", meldete sich Fred wieder zu Wort. Die andere schauten ihn erstaunt an. „Wissen Sie, was auf der Diskette war?", fragte Frohike aufgeregt. „Nicht direkt, aber ich denke, irgendwelche medizinischen Daten. So habe ich es verstanden. Glauben Sie, dass hat was mit den Versuchen zu tun?" Die vier sahen sich an und nickten alle einstimmig. „Möglich.", sagte Mulder. „Es wäre denkbar." „Nicht nur möglich, Mulder, es ist sogar höchstwahrscheinlich. Denk doch mal nach. Dr. Jannings hatte die Diskette, auf welcher eventuell die Formel für das Gegenmittel ist, er wird von einer unbekannten Person getötet, wobei ich wetten möchte, dass dieser Auftrag von unserem wandelnden Krebsgeschwür höchst persönlich stammt.", sagte Langly grimmig. „Jetzt ist niemand mehr da, der ihnen im Weg ist und sie wissen, dass die Diskette wieder in guten Händen ist. Wenn dieser Befehl wirklich vom Krebskandidaten stammt, dann dürfte Krycek derjenige sein, der es ausgeführt hat und es würde mich auch nicht wundern, wenn er dafür verantwortlich wäre, dass dieses Labor explodiert ist. Das passt alles zusammen. Und Nell war unauffindbar, also, hat man sich um eine neue Testperson gekümmert. Wer wäre da nicht die beste Kandidatin, als Scully? So haben die zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Sie haben ein neues Opfer und sie verhindern, dass Du ihnen ihre Pläne durchquerst..." „Daran habe ich auch schon gedacht... und gerade das ist auch ein Grund, wieso ich sie so schnell wie möglich wieder finden muss.", unterbrach Mulder Langly „Mulder, kannst Du Dich noch an die Antarktis erinnern?", fragte ihn nun Frohike. „Ja.", ein wenig überrascht über den so plötzlichen Themenwechsel schaute er Frohike an. „Ich habe aus einer Quelle erfahren - bin mir aber nicht hundertprozentig sicher, ob das stimmt, gehe aber davon aus - dass jetzt ein neues Projekt gestartet wurde. Nachdem das in der Anarktis schief gegangen ist und das Raumschiff verschwunden ist, hat man aus dem Embryo, welches man gelagert hatte, eine neue Versuchsreihe gestartet." „Das hätte ich mir schon denken könne, Frohike, die werden nicht so einfach aufgeben." „Ja, aber dieses mal handelt es sich nicht um den exakt selben Virus. Es handelt sich um einen genetisch manipulierten. Was ich damit sagen will ist, wenn Scully bereits damit infiziert sein sollte, gibt es kaum noch eine Chance sie zu retten. Diesmal hast Du kein Gegenmittel, was Dir helfen könnte, sie zu retten." „Halt den Mund, Frohike!", fuhr Mulder ihn an und bereute es sofort auch wieder. „Entschuldige, aber das ist alles zu viel. Glaubst Du daran habe ich nicht gedacht? Es ist nur, ich muss sie wiederfinden. Was soll ich denn ohne sie machen? Ich habe doch dann niemanden mehr, der meinen Hintern vor Schwierigkeiten bewahrt und noch ist ihr nichts passiert. Ich weiß es, ich fühle es." „Mulder, ...", setzte Frohike an. „Nein, Frohike, ich werde sie finden und zwar lebend und gesund. Ich brauche diese Karte, um sie daraus zu holen. Das ist im Moment meine einzige Chance. Ich denke da nicht nur an mich. Hast Du schon mal an ihre Familie gedacht? Ich habe ihnen gesagt, dass ihre Tochter wieder verschwunden ist. Weißt Du wie sie reagiert haben? Ihr Bruder hat mich zur Schnecke gemacht und mal wieder ausgedrückt, was für ein Verlierer und schlechter Umgang ich doch sei. Außerdem hat er mich indirekt wieder einen armseligen Schweinehund genannt. Ihre Mutter ist fast zusammengeklappt und ihre ganze Familie ist da, um mit ihrer vermissten Tochter morgen ihren Geburtstag zu feiern." „Mulder, so habe ich das doch gar nicht gemeint und das weißt Du auch. Ich will auch, dass Du Dana da heil herausholst, aber wenn Du da jetzt Kopfüber hineinstürmst, wird ihr das auch nicht helfen. Du brauchst einen Plan. Du hast gesagt, dass die jetzt ein neues Labor haben, richtig?", Mulder nickte kurz. Er wusste das Frohike Recht hatte, aber am liebsten wäre er jetzt dahin gefahren und hätte sie da einfach nur heraus geholt. „Wo genau liegt es?" „Es liegt ungefähr 150 km östlich von Washington. In der Nähe eines Waldes. Genaueres weiß ich auch nicht so genau. Man kommt nicht sofort dorthin, sondern man muss verschiedene Schleichwege fahren.", antwortete Fred an Mulders Stelle. So aufgelöst hatte er Mulder bisher noch nicht gesehen. Das ihm das Verschwinden seiner Partnerin so an die Nieren ging, hätte er nicht gedacht, aber im selben Augenblick wurde er an Nell erinnert und an das, was er ihr angetan hatte. Frohikes Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. „....und ich weiß auch schon wie Du da rein kommst. Wir werden über Funk in Kontakt stehen. Langly, Byers und ich werden in der Nähe warten mit der nötigen Versorgung. Okay, also, so sieht mein Plan aus...", alle scharrten sich um Frohike, der ihnen ausführlich seinen Plan erläuterte. Skeptisch blickten sich Byers und Langly an und auch Mulder und Fred sahen nicht gerade glücklich aus. „Sag mal. Frohike, was Blöderes ist Dir nicht eingefallen, oder?", sagte Langly. Verärgert antwortete Frohike. „Dann schlag doch was besseres vor, Du Freak." „Hey, komm mir ja nicht so, Zwerg.", Langly baute sich vor Frohike auf, welcher drohend seine Faust hob. Byers verdrehte die Augen und ging dazwischen. „Könntet ihr Beiden dass vielleicht auf später verschieben? Wir haben jetzt wirklich keine Zeit für eure Kinderspielchen." „Das sind keine Kinderspielchen!", protestierten Langly und Frohike wie aus einem Munde. „Nein, und was sind das dann? Wenn Ihr euch hier weiter so aufführt, wird das Scully und Nell auch nicht helfen, also, hört jetzt auf damit." Widerwillige trennten sich die beiden voneinander und Byers griff Frohikes Plan nochmals auf. „Also, ich finde, dass Dein Plan, Frohike, nicht gerade der Originellste ist, a.....", Frohike wollte gerade was sagen, als Byers seine Hand hob, um ihn zu zeigen, dass er noch nicht fertig war. „ ...., aber ich denke, dass ist die einzige reelle Chance die wir haben, um dort hineinzukommen.", Frohike gab ein „Da hast Du's," von sich, und hob triumphierend seine Hand. „Na dann lasst uns jetzt alles vorbereiten.", unterbrach Byers Frohikes ` Freudentanz ´. Irgendwo Nell hatte das Gespräch zwischen Scully und Fowley zum Teil mit verfolgt. Alles konnte sie nicht verstehen, aber doch soviel, dass sie sich jetzt hundertprozentig sicher sein konnte, dass Mulder die Person war, die Dr. Newall meinte. Aber wieso seine Partnerin ebenfalls hier war konnte sie nicht ganz verstehen. Aber sie war davon überzeugt, dass er kommen würde und sie hier raus holen würde. Vielleicht könnte er ihr dann auch helfen? Egal was als nächstes passieren würde, sie musste zusehen, dass sie irgendwie mit Scully sprechen konnte. Nur wie sollte sie das machen? Als erstes einmal musste sie von diesen Fesseln loskommen. Das war für sie zunächst das nächste Ziel und dann würde sie weiter sehen. Mit ihren Händen versuchte sie an das Band zukommen, welches um ihr Handgelenk geschnallt war. Eine kleine Schnalle hing lose an den Fesseln und auf diese hatte Nell es abgesehen. Verzweifelt versuchte sie es zu fassen, doch es war zu kurz. Sie streifte sie nur mit ihren Fingerspitzen. Durch ständiges hin und her ziehen versuchte sie zu erreichen, dass sich das Band löste und ein wenig verschob, so dass sie die überstehende Schnalle fassen konnte. Doch es rutschte nicht ihr Handgelenk nach unten, sondern nach oben. Frustriert ließ sie den Arm fallen und atmete einmal kurz durch. Schnell schaute sie auf den Gang, aber niemand war zu sehen. Sie startete einen neuen Versuch an der anderen Hand, doch auch hier klappte es nicht so wie sie es sich vorgestellt hatte. Nell schaffte es einmal kurz die Schnalle festzuhalten, aber sie war zu kurz und so verlor sie sie auch wieder. Langsam fragte sie sich, ob nicht einmal was so laufen konnte, wie sie es sich vorgestellt hatte. Am liebsten hätte sie alles hingeschmissen. Sollten die doch machen, was sie wollen. Was kann sie alleine schon daran ändern? Sie drehte ihren Kopf in Richtung Scully. Der Vorhang war nicht ganz zu gezogen und so konnte sie ihr Gesicht sehen. Leere, traurige und gerötete Augen starrten sie an. Erst erschrak sie bei diesen Anblick, doch sie musste nicht besser aussehen. Aber sie konnte in Scullys Augen noch etwas anderes sehen, außer die Leere und der Trauer. Ihr schien es so, als ob dort noch ein kleiner Hoffnungsschimmer glimmte. Ganz klein, aber doch präsent. Und dieser klitzekleine Schimmer von Hoffnung machte ihr wieder Mut und sie entschied sich erneut dazu nicht Kampflos aufzugeben. Sie wandte ihren Blick von Scully ab und überlegte wie sie von den Fesseln loskommen könnte. Immer wieder schaute sie zu dem Gang und auch zu Scully. Ihr kam ein Gedanke. Sie rutschte langsam mit ihrem ganzen Körper nach unten, soweit es ging. Das bisschen an Bewegungsfreiheit, die sie besaß nutzte sie vollkommen aus. Ihren rechten Arm führte sie zu ihren Mund und versuchte die Schnalle mit ihren Zähnen festzuhalten. Erst misslang es ihr, doch nach mehreren Versuchen schaffte sie es die Schnalle fest mit ihren Zähnen zu halten. Sie zog mehrmals fest daran und ihr gelang es die Schnalle ein wenig zu lockern. Ein wunderbares Gefühl von Erfolg breitete sich in ihr aus. Jetzt wusste sie, wie sie es anstellen musste.... das einzige Hindernis, welches ihr jetzt noch im Weg war, waren die Ärzte. Nell wusste, dass sie extrem vorsichtig sein musste. Einen flüchtigen Blick auf den Gang verriet ihr, dass sie noch niemand gesehen hatte, doch sie wollte ihr Glück nicht über strapazieren. Mit der anderen Hand durchfuhr sie dasselbe Szenario. Sie löste die Schnallen jedoch nicht ganz. ... das Risiko war ihr zu groß. Mit den nun gelockerten Fesseln legte sie sich wieder so hin, als ob nichts geschehen war. Und just in diesem Moment kam ein Arzt vorbei und schaute nach dem Rechten. Nells Atem ging schnell und flach. Ihre Augen waren geschlossen. Er hatte doch wohl nichts gemerkt? Sie schluckte einmal schwer und hoffte, dass ihre Aktion unbemerkt blieb. Kleine Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn. Die Schritte blieben vor ihrem Bett stehen. Jetzt wagte Nell nicht mehr zu atmen. Automatisch presste sie sich tiefer ins Bett. All ihre Sinne waren geschärft. Sie hatte das Gefühl, dass sie jedes noch so kleine Geräusche wahrnehmen konnte. Sie konnte deutlich das Kratzen des Kugelschreibers auf dem Papier hören und auch dem Atem der Person vor ihrem Bett. Die Zeit verging ätzend langsam und ein Gefühl der Angst und Nervosität nagte an ihr. Lange würde sie das nicht mehr aushalten, da war sie sich sicher. Und dann hörte sie das, was sie aus ihrer Starre auftauen ließ. Die Person begann sich wieder in Bewegung zu setzen. Die Schritte halten durch den Raum und Nell atmete tief aus... Das war ein Schock fürs Leben und wenn Nell nicht ihren Herzschlag gehört hätte, hätte sie das Gefühl gehabt, auf der Stelle gestorben zu sein. >Immer mit der Ruhe... Niemand hat was bemerkt....Tief ein und aus atmen.....alles wird gut....du schaffst das... jetzt nur nicht nervös werden.... Ha, leichter gesagt als getan. Liege hier mal halb gefesselt an einem Bett mit dem Gedanken zu fliehen..... das klappt nie....jeden Moment kommt gleich jemand um die Ecke und zieht meine Fesseln wieder stramm....Nein, Nell, immer positiv denken.... du wirst jetzt das, was du angefangen hast auch zu Ende machen... du wirst jetzt nicht aufgeben, nicht, wo du jetzt so kurz davor bist..... Du bist hier fast raus.... jetzt bindest du nur noch deine Füße los.... stehst auf..... gehst zu der Person neben dir, weckst sie auf - wenn sie nicht schon längst wach ist - bindest sie los und wir marschieren dann hier raus.... ist doch ganz einfach..... 'kay, Nell, atme tief durch und konzentriere dich....das wird klappen.....< Nell machte genau das, was sie sich selbst geraten hatte. Als erstes schloss sie ganz fest ihre Augen und atmete tief ein und aus. Drei Atemzüge, vier Atemzüge, so, als ob sie nie wieder frischen Sauerstoff bekommen würde. Sie inhalierte die Luft förmlich ein. Sie zog sie in sich auf. Mit einem Ruck öffnete sie ihre Augen und starrte an die Decke. Sie waren weit aufgerissen und in ihnen spiegelte sich die Angst und die Ungewissheit wieder. Ganz langsam und vorsichtig zog sie ihre Beine an und rutschte entgegengesetzt mit ihrem Oberkörper so weit nach unten, dass sie mit ihren Fingern die Fußfesseln greifen konnte. Sie war heil froh, dass über ihr eine Decke lag, so hatte sie das Gefühl nicht ganz nackt und offensichtlich zu sein. Es gewahr ihr Schutz, zwar nicht viel, aber schon der Gedanke daran beruhigte sie. Hektisch spielten ihre Fingern mit dem Verschluss. Das musste doch klappen. Wenn nicht, war die ganze Mühe umsonst gewesen. Ihr Augen waren starr auf den Gang gerichtet. Sie musste vorsichtig sein. Sie zerrte an den Fesseln. Teilweise schnitten sie ihr in das Fleisch, aber Nell spürte die Schmerzen nicht und wenn doch, dann beachtete sie sie gar nicht. Die waren ihr im Moment egal. Sie würde jetzt die schlimmsten Schmerzen der Welt auf sich nehmen, wenn sie doch nur die verdammten Fesseln endlich losbekommen würde und hier raus käme..... Sie hörte das ständige Surren der Schnallen und dieses Geräusch machte sie verrückt. Wieso lösten sich diese Schnallen nicht? Schweißperlen liefen ihr in die Augen. Sie brannten höllisch, doch Nell wagte es nicht die Fesseln auch nur eine Sekunde loszulassen. Sie versuchte sie weg zublinzeln und zum Teil gelang ihr das auch. Nell hielt kurz inne, um nochmals richtig Luft zu bekommen. Sie traute sich nicht zu atmen. Was wenn jemand sie bemerkte? War es das wirklich wert? Würde sie es wirklich schaffen? Wenn sie jetzt aufgab, dann müsste sie wieder die Schmerzen über sich ergehen lassen... und sie hätte ihr Versprechen gebrochen....Also, wirklich aufgeben? >Denk nicht mal im Traum dran.<, ermahnte sie sich selbst. Sie nahm sich vor es ein letztes Mal zu machen und wenn es dann nicht klappte, würde sie es später nochmals versuchen, aber so ganz aufgeben wollte sie noch nicht. Sie wusste nicht, ob es irgendwo jemanden gab, der es vielleicht doch gut noch mit ihr meinte, aber der letzte Ruck war der entscheidende Ruck. Nell spürte, wie sich die Fesseln lockerten und am liebsten hätte sie aufgeschrien. Schnell zog sie den Fuß aus der Schlinge und rollte sich noch mehr zusammen, so dass sie leichter an den anderen Fuß drankommen konnte. Die letzte Schnalle war leicht geöffnet und auch den anderen Fuß konnte sie endlich befreien. Sie glaubte es nicht. Sie hatte es tatsächlich geschafft. Sie lag jetzt ungefesselt auf dem Bett. Es war wie in einem Traum. Zur selben Zeit „Schneller. Frohike! Fahr doch schneller!!! Man, tritt aufs Gas.... Wir hätten schon längst da sein können!!!", rief Mulder ungeduldig vom hinteren Platz. Frohike saß am Steuer und Byers neben ihm. Langly, bereitete derweil die gesamte Ausrüstung vor. „Mein, Gott!!! Kann jemand den mal ruhig stellen??? Mulder, ich sage es Dir auch gerne noch zum Tausendsten Mal. Ich kann nicht schneller!!!! Oder willst Du, dass wir gleich in der nächsten Böschung liegen?" „Nein, aber ...." „Dann halt jetzt Deinen Mund.", sagte Frohike leicht verärgert. Er konnte ja verstehen, dass Mulder Scully wiederhaben wollte. Er hatte sie auch gerne, aber was wird ihr das nützen, wenn sie verletzt in der nächsten Graben lagen? „Außerdem muss Dich Langly noch verkabeln. Bevor das nicht gemacht wurde, gehst Du mir hier nicht raus, verstanden?" „Ja.", brummte Mulder. Er mochte es nicht, wenn man ihm sagte, was er machen sollte. Bisher hatte er es sich so was immer nur von Scully sagen lassen... und auch dann hatte er meistens das gemacht, was er wollte... „Okay, Mulder, zieh Dein Hemd aus.", meldete sich nun Langly zu Wort. Mulder machte wie ihm gesagt wurde und stand nur noch mit einem Unterhemd vor Langly. Er befestigte ein kleines Mikrofon am Unterhemd und klebte über die Kabel mehrere Klebestreifen. Dann holte er noch ein kleines metallisches Objekt aus einer Petrischale. „Was ist das?", fragte Mulder. „Das ist die neuste Erfindung..... Man könnte ihn einen Mikrokopfhörer nennen. Du wirst ihn nicht einmal spüren, aber so können wir Dir einfacher Anweisungen geben. Der Sound ist sogar noch besser, als bei den Teilen, die ihr beim FBI habt.... warte, ich werde es Dir jetzt einsetzen. Es dürfte gleich ein wenig weh tun...", Langly nahm eine Pinzette und holte vorsichtig den Minikopfhörer aus der Schale. Langsam fuhr er damit zu Mulders Ohr und setzte ihn ein. „Au!!! Pass doch auf.", Mulder verzog schmerzhaft das Gesicht, doch so plötzlich dieser gekommen war verschwand er auch schon wieder. „'Tschuldigung.... gut, dann lass uns jetzt einen Test machen." Langly ging zu seinen ganzen Geräten und setzte sich einen Kopfhörer auf, ebenfalls mit Mikrophon. „Test, Test, kannst Du mich hören, Mulder?" sprach Langly leise. „Klar und deutlich.", Mulder wiederholte seinerseits den Test, um zu sehen, ob sein Mikrophon ebenfalls funktionierte. Nun wurde auch Fred noch verkabelt und schließlich saßen beide fertig auf den Rücksicht. Frohike fuhr den Waldweg entlang und endlich konnte man das Labor sehen. Fred drehte automatisch seinen Blick weg. Er begann zu zittern und schüttelte immer mehr mit seinem Kopf. „Ich... ich kann das nicht.... ich kann da nicht reingehen....", stammelte er vor sich hin. „Wie bitte?", sah in Mulder fassungslos an. „Was soll das heißen, Sie können da nicht reingehen?" „Ich... ich weiß nicht... ich kann das nicht...." Langsam war Mulders Geduld am Ende. Erst die Nervenzerreibende Fahrt hier hin und jetzt noch jemand der kalte Füße bekam.... "Hören Sie, wir beide, Sie und ich, werden da gleich reingehen und Scully und Nell rausholen, haben Sie mich verstanden?", schrie Mulder ihn an. Seine Nerven lagen blank. Das konnte doch echt nicht wahr sein. „Ich fragte Sie, ob Sie mich verstanden haben?" Fred stand eindeutig unter Schock. Er gab Mulder kein Signal, dass er ihn verstanden hatte. Mulder fasste ihn an den Schultern und begann ihn zu schütteln. „Mulder, lass ihn los. So wirst Du nie was erreichen. Er steht unter Schock!", mischte sich Langly ein. Mulder ließ von ihn ab und vergrub sein Gesicht verzweifelt in seinen Händen. Er war fertig. Er hatte die vergangenen Tage nicht viel geschlafen und er konnte sich nicht mehr richtig konzentrieren. Er versuchte sich zu beruhigen und schloss seine Augen. Er dachte an Scully und sah ihr Gesicht vor seinen inneren Augen. Er hörte, wie er sagte: *Ich werde Sie nie wieder im Stich lassen.* Das wird er ganz bestimmt nicht! Mulder öffnete die Tür und stieg aus. „Mulder, was machst Du denn da?", fragte Frohike überrascht. „Ich werde da jetzt hingehen und Scully rausholen. Wenn er nicht mit will, kann ich nichts dafür, aber ich werde nicht zusehen, wie ihr weh getan wird.", Mulder drehte ihnen den Rücken zu und ging in Richtung Labor. „Warten Sie! Ich komme mit", rief Fred ihm hinterher. Mulder blieb stehen und wartete darauf bis Fred bei ihm war und setze sich dann wieder in Bewegung. „Entschuldigen Sie, ich weiß nicht, was mit mir los war, aber als ich das Labor gesehen habe, kam alles wieder hoch und ich hatte oder besser gesagt habe eine scheiß Angst." „Geht doch jedem mal so, ich habe auch Angst. Angst, dass ich sie nicht mehr lebend wiederfinden werde." Fred sagte nichts, sondern ging mit Mulder schweigend zu dem Labor. Im Labor Sollte sie es wirklich machen? Es war nur eine kleine Bewegung. Aber diese kleine Bewegung würde alles entscheiden. Schnell warf sie noch einen Blick auf den Gang und ihr Entschluss stand fest. Jetzt oder nie. Sie löste endgültig die Handfesseln und warf die Decke zur Seite. Sie schwenkte ihre Beine aus dem Bett und ein kalter Lufthauch erfasste sie. Ein Zittern durchfuhr ihren Körper. Vorsichtig entfernte sie die Kanüle aus ihrer Hand. Angespannt schob sie sich langsam vom Bett und sie hätte fast vor Überraschung aufgeschrien als ihre nackten Füße den kalten Boden berührten. Sofort breitete sich eine Gänsehaut auf ihren Körper aus. Vorsichtig setzte sie sich schließlich auf, stellte ihre Füße auf den Boden und musste erst einmal nach Luft schnappen. Sie hätte nicht gedacht, dass das so eine eisige Kälte war. Mit noch sehr wackeligen Beinen versuchte sie zu Scully Bett zu gehen. Nell klammerte sich an ihrem Bett fest, bis sie der Meinung war es zu schaffen. Schließlich ließ sie los und tanzte mehr zu Scullys Bett, als das sie ging. Nell konnte sich gerade noch an Scullys Bettkante festhalten, bevor sie auf den Boden fiel. Mit Mühe unterdrückte sie einen Aufschrei und bloß ein Stöhnen entwich ihr. „Mist...", zischte sie und rieb sich das Knie. Scully öffnete von dem Aufprall erschrocken ihre Augen. Bevor sie doch etwas sagen konnte, hielt Nell ihr den Mund zu und führte ihren anderen Zeigefinger zu ihren Mund. „Sssh...nichts sagen....", Scully starrte sie mit angsterfüllten Augen an und nickte vorsichtig. „Ich werde Ihnen nichts tun...", flüsterte Nell, so leise wie es ging. „Ich werde jetzt Ihre Schnallen lösen... und dann werden wir hier raus gehen.", Scully sah sie verwirrt und völlig perplex an. Sie verstand nicht, was die Frau von ihr wollte, aber sie ließ sie gewähren. Und auch ohne auf eine Zustimmung von ihr zu warten, machte sich Nell an den Fesseln von Scully zu schaffen. Schnell hatte sie die Handfesseln gelöst und Scully zog dankbar ihr Hände aus ihnen raus und rieb sich die Handgelenke. Genauso schnell waren die Fußfesseln geöffnet. „Okay, wir werden nicht viel Zeit haben, die werden wahrscheinlich bald bemerken, dass ich nicht mehr in meinen Bett bin... aber ich habe gehofft, dass Sie mir helfen können." Scully war immer noch sprachlos und wusste nicht, was diese Frau von ihr wollte. Sie kannte sie doch überhaupt nicht. „Ich? Wie soll ich Ihnen helfen? Ich kenne Sie doch überhaupt nicht...." „Kommen Sie, wir müssen zu sehen, dass wir hier verschwinden. Ich habe keine Lust, das alles ein weiteres mal durchzumachen.", sie streckte Scully ihre Hand entgegen und Scully sah sie zögernd an. Nell nickte kurz und schaute sich weiterhin hektisch um. Scully ergriff ihre Hand, weil sie ehrlich gesagt nicht gewusst hatte, was sie sonst hätte tun sollen. Sie hatte keine Ahnung, was hier los war, aber diese Frau schien die Absicht zu verfolgen abzuhauen und unter normalen Umständen hätte Scully protestiert, aber dies hier waren keine normalen Umstände. Nell zog Scully aus dem Bett, nachdem auch diese ihre Kanüle entfernt hatte. Sie schien mit etwas zu viel Schwung gezogen zu haben, denn Scully war so überrascht, dass sie nach vorne flog. Aber sie schaffte es ihr Gleichgewicht zu halten und klammerte sich an Nells Arm. Nell wollte sie noch weiter stützen doch Scully schüttelte ihren Kopf und lies Nells Arm los. Sie konnte das alleine.... Mulder und Fred gingen auf das große Eisentor zu. Beide sahen sich nochmals an und Fred nickte Mulder zu. Er war bereit. Jetzt würde er keine kalten Füße bekommen. Mulder drückte auf den Knopf und sofort erklang ein Knacken in der Anlage. „Name und Passnummer." Mulder schluckte einmal und beugte sich dann näher zu der Sprechanlage runter. „Dr. Stevens. 55523021964.". dann beugte sich Fred zu der Anlage runter und sagte seinen Namen. „Fred Steel. 02711421013." Er richtete sich wieder auf und versuchte so gelassen wie möglichen zu wirken. Lange meldete sich niemand und alles war ruhig und Mulder dachte schon, dass sie aufgeflogen wären aber Fred flüsterte ihm zu, dass es immer etwas dauern würde. Mulder lächelte einmal kurz und starrte dann gespannt auf das Tor und schon setze es sich in Bewegung. Beide gingen durch das nun geöffnete Tor. „Okay, gleich kommt noch eine Passkontrolle. Dort müssen wir unsere Karten in einen Automaten schieben. Ab da an, wird sehr streng bewacht. Überall befinden sich Wachen...", flüsterte Fred Mulder zu und Mulder nickte. Kaum hatte Fred ausgesprochen waren sie auch schon angekommen. In einem kleinen Haus saß ein Mann und begutachtete sie kritisch. Mit leicht zitterten Händen führte Mulder seine Karte zu dem Automaten und schob sie hinein. Ein kleines Lämpchen leuchtete rot und für Mulder war es eine Ewigkeit bis sie auf grün umsprang. Er sandte ein riesengroßes Dankeschön zum Himmel. Bisher verlief alles nach Plan, aber das Schlimmste war noch nicht überstanden. Auch bei Fred verlief alles ohne Probleme. Sie bekamen zwei Ausweise und befestigten sie sich an ihren Mänteln. Beide atmeten einmal tief durch und dachten das gleiche. >Auf in die Hölle..... jetzt gibt es kein zurück mehr....< Mulder zuckte einmal kurz zusammen, als er Langlys Stimme in seinem Ohr hörte. „Mulder? Wir haben uns mal den Plan von diesem Gebäude angesehen. Es wäre am besten wenn ihr durch den Eingang am Westflügel gehen würdet. Dort gelangt ihr dann in so eine Art Abstellraum." „Okay.", Mulder gab Fred ein Zeichen, dass er ihm folgen sollte. Mit schnellen Schritten gingen sie zum Westflüge. Aber anstatt einer Tür fanden sie mindestens zehn Türen. „Welche, Langly? Hier sind mindestens 10 unterschiedliche Türen.", flüsterte Mulder. „Versuch die dritte von links.", meldete sich Frohike zu Wort. Mulder und Fred gingen zu der besagten Tür und rüttelten am Griff. „Abgeschlossen.", sagte Fred. „Hör zu, Mulder, Du kannst diese Tür nicht einfach so öffnen. Sie sind alle mit einem komplizierten Sicherheitssystem verbunden." „Dann seht zu, dass ihr es abschaltetet." „Wir arbeiten dran." „Beeilt euch.", Mulder rüttelte wieder an der Tür und trommelte nervös mit seinen Fingern auf das Metall. „So, ihr müsst jetzt die Tür loslassen, sonst bekommt ihr einen Stromschlag.", Mulder und Fred gingen automatisch ein paar Schritte nach hinten und man hörte ein Zischen und einzelne Funken konnte man sprühen sehen. „Wow.", war das einzige was Fred hervorbrachte. Mulder hatte sich als erster wieder gefangen und zog Fred mit sich. Diesmal ließ sich die Tür öffnen und er und Fred betraten, wie gesagt, eine Abstellkammer. Mulder dankte den Lone Gunmen einmal mehr für ihre Fähigkeiten. Es war dunkel und Mulder kramte seine kleine Taschenlampe hervor, die er immer bei sich trug. Schnell knipste er sie an und schaute sich um. „Okay, Jungs, wir sind jetzt drin. Wohin jetzt?", Mulder schaute sich suchend um. Er konnte keine Tür sehen. „Schau mal an die linke Wand. Was steht da?" Mulder drehte sich in die Richtung und beleuchtete die Wand mit seiner Taschenlampe. „Also, ich sehe nur Regale. Aber auf der rechten Seite ist eine leere Stelle." „Das müsste es sein. Okay, Mulder jetzt hör gut zu. Um diese Tür zu öffnen, brauchst du einen bestimmten Zahlencode..." „Ähm...... Langly, ich will Dich ja nicht unterbrechen, aber ich sehe keinen Türgriff." „Ich weiß, Mulder. Ich war ja auch noch nicht fertig. Wenn Du den korrekten Code eingeben hast entsichert sie sich von alleine, dann musst Du nur noch dagegen drücken." „Ich dachte, ihr hättet gerade das Sicherungssystem lahmgelegt...." „Das war auch nur für die äußeren Türen. Im Gebäude selbst befindet sich noch ein Separates und noch viel komplizierteres." Mulder nickte mehrmals und erst nach einer gewissen Zeit merkte er, dass die Lone Gunmen ihn ja gar nicht sehen konnten. „Gut, gut, und wie lautet der Code?" „Tja, das ist das Problem..." „Was soll das heißen? Ihr wisst den Code nicht? Was sollen wir denn jetzt machen?", Mulder konnte es nicht fassen. Jetzt waren sie schon mal so weit gekommen und dann dass. Er hatte schon geahnt, dass nicht alles nach Plan laufen würde. War das je mal der Fall? Liefe einmal etwas so, wie er es wollte? Er konnten nicht warten. Schnell kramte er in seiner Jackentasche herum. Fred sah ihn verwundert an, doch Mulder ließ sich nicht davon beirren. Schließlich hatte er gefunden, was er gesucht hatte und zog sein Taschenmesser aus der Tasche und machte sich an dem Sicherungsapperat zu schaffen. „Hey, was machen Sie da?", fragte Fred überrascht. „Sie können doch nicht einfach..." „Doch ich kann. Keine Sorge, ich habe das schon öfters gemacht...", Mulder wusste, dass das eine Lüge war, aber wenn Fred aufhörte hinter ihm herumzuzappeln, würde er sich auch beruhigen. Mulder schraubte die Verkleidung von dem Kasten ab und entfernte sie. Jetzt hatte er ein Meer von bunten Kabeln vor sich. Er wusste nicht, was passieren würde, wenn er sie einfach durchtrennte, aber es gab nur eine Möglichkeit das herauszufinden. Er nahm die Kabel in die Hand und legte die Klinge an. >Was kann schon Großartiges passieren? Wenn ich Pech habe, fliegt der ganze Kasten in die Luft, aber wenn dies die einzige Chance ist, nehme ich das Risiko gerne in Kauf....gut, dann auf ins Vergnügen.< Mulder schloss seine Augen und durchtrennte die Kabel. Man konnte ein lautes Brummen und Zischen hören. Mulder wartete nur darauf, dass gleich alles hoch gehen würde, doch statt dessen machte es Klick und die Tür ging auf. „Na geht doch. Kommen Sie, wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.", Mulder öffnete die Tür und Fred folgte ihm immer noch sprachlos. „Mulder, was war das gerade eben für ein Geräusch? Du hast doch nicht etwa...?", fragte Frohike fassungslos. „Doch habe ich... dir Tür ist jetzt offen.", flüsterte Mulder leicht erfreut. „Dann willst Du wahrscheinlich nicht hören, dass Du Dir mit dieser, äußerst schlauen Aktion, gerade ein Eigentor geschossen hast." „Was meinst Du mit 'Eigentor'?", fragte Mulder jetzt doch ein wenig verunsichert. Fred schaute bei diesen Worten entsetzt auf. Was hatte er jetzt wieder angestellt? „Das war's... die werden uns finden....", murmelte Fred die ganze Zeit panisch. „Seien Sie doch mal still. Frohike, was meinst Du mit 'Eigentor'?" „Ich meine damit, dass Du, indem Du das gesamte Sicherheitssystem lahmgelegt hast, die Wachen informiert hast. Die wissen jetzt, dass ihr hier seit und für euch wird die Sache Scully und Nell zu befreien nur noch schwieriger und außerdem hast Du damit den Selbstzerstörungsmechanismus gestartet.." „Den WAS???", Mulder konnte es nicht glauben. „Ich ... ich habe gerade .....? .... oh mein Gott.....Ja, aber woher hätte ich das denn wissen sollen?" „Nachdenken, Mulder... aber jetzt kannst du eh nichts mehr dran ändern." „Was haben Sie gemacht?", fragte Fred aufgebracht. „Ich habe gar nichts gemacht!", sagte Mulder unschuldig. „Es.... es könnte nur sein, dass ich gerade den Selbstzerstörungsmechanismus gestartet habe, aber das ist...." „Sind Sie denn wahnsinnig???", schrie ihn Fred fassungslos an. Sie würden alle sterben. „Mein Gott, jetzt beruhigen Sie sich doch wieder. Wenn Sie jetzt aufhören hier so einen Zirkus zu veranstalten können wir es noch schaffen. Wir werden jetzt Scully und Nell hier rausholen und dann verschwinden." „Wenn das Teil nicht vorher in die Luft fliegt....Ich sage Ihnen, das schaffen wir nie!" „Doch, das werden wir! Und jetzt kommen Sie mit." Mulder öffnete die Tür und betrat mit Fred zusammen einen langen Korridor. Er zweigte nach beiden Seiten ab und überall waren Türen. Hier den richtigen Raum zu finden, würde eine Ewigkeit dauern. Sobald Mulder die Tür geöffnet hatte, ging rotes Warnlicht und eine nervtötende Sirene an. „Na toll.", Mulder schaute sich kurz um und entschloss sich dann den rechten Gang zu nehmen. Mulder zog seine Waffe und entsicherte sie. Fred wollte hinter ihm hergehen, doch Mulder hielt ihn auf. „Es wäre besser, wenn wir uns trennen, so haben wir eine größere Chance sie zu finden.", Fred wollte gerade etwas erwidern. „Haben Sie eine Waffe?", fragte ihn Mulder leise, doch dieser schüttelte nur den Kopf. „Gut, nehmen Sie diese hier.", Mulder griff an sein Bein und holte seine Zweitwaffe hervor. Er schaute noch schnell nach, ob sie auch geladen war und übergab sie dann Fred. „Haben Sie mit so einem Ding schon mal geschossen?", und wieder musste Fred verneinen. Innerlich stöhnte Mulder verzweifelt auf. „Okay, wenn Sie den Hahn zurück ziehen, entsichern Sie die Waffe. Sie halten sie mit beiden Händen umschlossen. Etwa so.", Mulder demonstrierte ihm die dir richtige Haltung und betete, dass jetzt niemand um die nächste Ecke kommen würde. „Wenn Sie zielen, müssen Sie immer darauf achten, dass Kimme und Korn eine Linie bilden und dann einfach auf den Abzug drücken. Es wird einen leichten Rückschlag geben, also, nicht erschrecken und die Waffe fallen lassen. Haben Sie das soweit verstanden?", ein wenig überrumpelt nickte Fred mit den Kopf und nahm sehr verunsichert die Waffe in die Hand. Er hielt sie weit von sich gestreckt und hatte Angst, das sie jeden Moment los gehen würde. „Gut, hören Sie zu. Sie gehen in diese Richtung und ich werde in die andere gehen. Falls Sie sie finden sollten schaffen Sie sie hier raus und sagen den Jungs Bescheid und die können es dann mir sagen. Falls ich sie finden sollte, werde ich es genauso machen, noch Fragen?", Fred schüttelte schnell mit seinem Kopf. „Bestens, ich sage dann mal, bis nachher.", er war wieder ganz in seinem Element. Alle seine Spürsinne waren geschärft und Mulder ließ Fred einfach stehen und ging den Korridor entlang. Fred schaute Mulder nach und schluckte dann einmal und wandte sich dann seiner Hälfte zu. Scully und Nell schlichen mit zitternden Beinen den Gang entlang. Bisher hatte noch niemand etwas gemerkt. Nell schaute sich suchend nach einem geeigneten Versteck um. Sie mussten sich erst einmal ausruhen. So konnte Nell dann auch Scully erklären, was diese ganze Aktion zu bedeuten hatte, doch sie konnte kein geeignetes finden. Beide fuhren erschrocken zusammen, als plötzlich ein lautes Sirenengeheul losging. Sie brauchten eine Weile, bis sie sich von diesen Schock erholt hatten und Scully tippte Nell einmal kurz auf die Schulter und deutete auf eine Tür. Wie gerne hätte sie jetzt ihre Waffe bei sich. Ohne sie fühlte sie sich so hilflos und sie wusste mit Sicherheit, dass sie bei einem Nahkampf auf jeden Fall den Kürzeren ziehen würde. Das war etwas, was sie zutiefst beunruhigte, doch sie versuchte ihre Angst und Unsicherheit nicht zu zeigen. Wenn sie jetzt davon überrumpelt werden würde, hätten sie überhaupt keine Chance mehr. Sie musste jetzt einen kühlen Kopf bewahren. Sie war eine Agentin und schon in ähnlichen Situationen gewesen. Eine weitere kleine Hilfe für sie war der Gedanke an Mulder. Sie versuchte sich in ihn hinein zu versetzen. Was würde er jetzt tun? Wie würde er sich verhalten? Scully war in diesem Moment überaus glücklich, dass sie Mulder so gut kannte und so auch sein Verhalten in bestimmten Situation wusste. Sie besann sich darauf und wie bei Mulder waren jetzt alle ihre Sinne geschärft. Aber trotzdem konnte sie das Gefühl von Schwäche nicht ganz von sich schütteln und auch nicht, dass sie glaubte, dass ihre Beine jeden Augenblick nachgeben würden. >Nur nicht dran denken, Dana.<, sprach sich Scully selbst Mut zu. Beide gingen so leise wie möglich an den anderen Betten vorbei und als Scully ein kleines Mädchen sah, wurde ihr schlecht. Wie konnte man einem kleinen Mädchen nur so etwas antun? Und automatisch dachte sie an Samantha. Sie schloss ihre Augen und versuchte, den Gedanken beiseite zu schieben. Am liebsten hätte sie das Kind mitgenommen, doch sie wusste auch, dass das nicht möglich war. Aber eins schwor sie sich, wenn sie hier jemals lebend rauskam, würde sie noch mehr kämpfen, damit das alles aufhörte. Niemand sollte mehr leiden. Sie hatte gar nicht registriert, dass sie schon bei der Tür angekommen waren. Nell drückte gegen sie und sie ließ sich ohne Probleme öffnen. Nell und Scully tauschten überraschte Blicke aus und nutzen die Gelegenheit und verschwanden aus dem Raum. Diana Fowley hob erschrocken den Kopf als der Alarm losging. Was war das? Wieso ging der Alarm los? Schnell sprintete sie zu dem Überwachungsraum, wo Nell und Scully lagen. Als sie bei den Betten angekommen war, musste sie mit Entsetzen feststellen, dass die beiden Betten leer waren. Wie angewurzelt stand sie da und ihre Kinnlade klappte nach unten. Sie regte sich nicht und starrte nur auf die leeren Betten. Langsam begann sie zu verstehen, was sie dort vor sich sah und rannte wie vom Blitz getroffen, zurück in den Untersuchungsraum und blickte auf die ganzen Monitore. Einige waren ausgefallen und die wenigen die noch liefen, lieferten mehr schlechte Bilder, als gute. Erst sah sie nichts, doch dann sah sie etwas, was ihre Augen zu kleinen Schlitzen verändern ließen. Im ersten Moment war sie sich nicht sicher, doch dann sah sie Gesicht und das genügte, um das Fass zum überlaufen zu bringen. Er hatte es nicht anders gewollt. Er wollte den Kampf, so wird er ihn bekommen und so einfach würde sie nicht aufgeben. Noch war nicht alles verloren. Sie verständigte die Wachen und zückte dann ihr Handy. Mulder schlich, mit seinem Körper an die Wand gedrückt, den Korridor weiter entlang. Bisher hatte er sie noch nicht gefunden. Er wusste nur nicht, ob das ein gutes Zeichen war oder nicht. Sein Körper war angespannt und er reagierte auf die noch so kleinste Bewegung. Schritt für Schritt ging er den Gang entlang. Er fand die nächste Tür und lehnte sich seitlich an die Wand. Mit einer schnellen Drehung schnellte er hervor und trat gegen die Tür, so dass sie aufflog. Mulder hatte seine Waffe genau auf eine Wache gerichtet. Diese schaute ihn erst überrascht an, doch fing sich als erster und stürmte auf ihn los. Mulder wollte gerade schießen, als ihm die Waffe aus der Hand geschlagen wurde und er eine Faust in seinem Gesicht spürte. Sein Kopf flog zu Seite und er stolperte nach hinten und knallte mit dem Rücken gegen die Wand. Automatisch fasste er sich an die Nase und musste feststellen, dass sie blutete. Er schüttelte benommen seinen Kopf und als er seinen Blick hob sah er, wie die Wache auf ihn zukam und zu einem weiteren Schlag ausholte. Doch diesmal reagierte er schneller und wich geschickt zur Seite aus. Der Mann traf die Wand und schrie einmal vor Schmerzen auf. Mulder nutzte seine Chance und boxte ihm in den Bauch. Der Mann gab ein Stöhnen von sich und taumelte ein paar Schritte zurück. Mulder wusste, wenn er jetzt nicht schnell machte, würde er diesen Kampf verlieren. Sein Gegner war ungefähr einen halben Kopf größer als er und wog garantiert das doppelte. Außerdem hatte er immer noch eine Waffe und Mulder nicht. Schnell suchte er den Boden, auf der Suche nach seiner Pistole, ab und fand sie schließlich ungefähr 10 Meter entfernt von sich liegen. Sein Gegner hatte sich wieder aufgerappelt und zog seine Waffe und feuerte ein paar Schüsse ab. Mulder konnte gerade noch rechtzeitig in Deckung gehen. Gekonnt rollte er sich ab und griff nach seiner Waffe. Doch er verfehlte sie, als er plötzlich einen Fuß in seiner Magengrube spürte. Überrascht schrie er einmal auf und röchelt nach Luft. Sofort rollte er sich zusammen und sein Widersacher nutze seine Chance und nahm Mulders Waffe ebenfalls an sich. Diese steckte er in seine Tasche und richtete seine Pistole auf Mulder. Mulder wusste, dass es jetzt vorbei war. Wenn nicht gleich ein Wunder geschehen würde, hätte er keine Chance das zu überleben. Der Mann zog ihm am Kragen hoch und drückte ihn gegen die Wand. Die Waffe unter sein Kinn. Hasserfüllte Augen starrten ihn an und Mulder zweifelte nicht einen Augenblick daran, dass er abdrücken würde. Mulder schloss kurz seine Augen, bei dem Gefühl des kühlen Metalles auf seiner Haut und sein Gegenüber entsicherte seine Waffe. „Ich habe den Befehl bekommen, jeden Eindringlich zu töten.", zischte er Mulder an und für ihn war jetzt schon alles gelaufen. Er hatte es mal wieder nicht geschafft, sondern nur noch alles schlimmer gemacht. Mulder bereitete sich auf sein baldiges Ende vor, als plötzlich ein Schuss erklang. Erschrocken fuhr er zusammen und dachte er wäre getroffen, doch er spürte nichts. Unsicher öffnete er seine Augen und sah, wie die Wache seinen Griff lockerte und gegen ihn fiel. Jetzt erst merkte er, dass nicht er getroffen war, sondern sein Gegner. Überrascht darüber, dass er noch am Leben war, schaute er auf und sah Fred mit gezogener Waffe im Gang stehen. Angeekelt schubste er die Wache beiseite und schnappte sich seine Waffe und die der Wache. Mit seinem Ärmel wischte er sich das Blut von der Nase und ging langsam auf Fred zu. Dieser starrte immer noch geschockt auf die Leiche. Er konnte nicht glauben, dass er das gerade eben wirklich getan hatte. Erst als Mulder ihn auf die Schulter klopfte fand er in die Realität zurück. „Das kam gerade rechtzeitig. Danke, sonst wäre ich jetzt derjenige, der da liegen würde. Sie haben mir das Leben gerettet.", bedankte sich Mulder. „Was haben Sie eigentlich in diesem Bereich des Korridors zu suchen?" Langsam fand Fred seine Sprache wieder. „Ich ... ich ... ähm... da .... da waren Schüsse.... und ich... ich habe dann umgedreht und habe dann..... dann Sie mit dem Mann da gesehen..... und habe geschossen....oh mein Gott, ich habe ihn umgebracht....ich... ich habe ihn wirklich getötet.....ich. bin....bin ein Mörder....ich glaube das nicht....ich wollte das doch nicht.....", stotterte Fred panisch. Mulder fasste ihn an beide Schultern und zwang ihn anzusehen. „Fred, was Sie getan haben, hat mir das Leben gerettet. Sie haben das Richtige getan. Wenn Sie nicht geschossen hätten, wäre ich jetzt tot. Sie sind kein Mörder und niemand möchte so etwas tun.... jedenfalls kein normaler Mensch.... Sie haben nichts Falsches getan. Dank Ihnen lebe ich jetzt noch. Vergessen Sie das nicht, okay?", Mulder sah ihn mit einem durchdringenden Blick an, doch Fred antwortete ihm nicht. „Ist das klar, Fred? Sie haben so zu sagen aus Notwehr gehandelt. Ich hätte dasselbe an Ihrer Stelle getan, ja?", Fred zitterte immer noch am ganzen Körper, doch langsam besann er sich und nickte mit seinem Kopf. Mulder klopfte ihm auf die Schulter und nickte ebenfalls. „Ich glaube, es wäre besser, wenn wir doch zusammen bleiben. So können wir uns gegenseitig schützen. Haben Sie sie im anderen Bereich des Korridors gefunden?", Fred schüttelte mit seinen Kopf und mit leicht gebrochener Stimme fügte er hinzu. „Ich bin in eine Sackgasse geraten. Ich konnte dort niemanden finden." Mulder schaute sich um und steckte seine Waffe zurück in das Halfter und umklammerte statt dessen die Waffe der Wache. Diese hatte ein besseres Kalibar und Mulder nahm sie in Anschlag. Er hatte keine Lust, nochmals an so einem Vergnügen Teil zu haben. Scully und Nell blickten den großen Korridor entlang. Wohin sollten sie gehen? Bevor sich Scully jedoch darüber Gedanken machen konnte, wurde sie von einem Schwindelgefühl gepackt. Alles begann sich vor ihren Augen zu drehen. Erschöpft lehnte sie sich gegen die Wand und rutschte mit dem Rücken nach unten. Sie musste sich setzen, sonst würde sie sofort zusammenbrechen. Doch je mehr sie sich bewegte, desto mehr begann sich alles zu drehen. Scully schloss ihre Augen, in der Hoffnung, dass dann das Drehen aufhören würde, doch dadurch wurde es nur noch schlimmer. Als Scully auf dem Boden saß, hielt sie ihren Kopf in ihren Händen und begann damit ihre Schläfen zu massieren. Bisher hatte dies immer einigermaßen geholfen, doch diesmal schien es keine Wirkung zu zeigen. Nell hatte gar nicht bemerkt, dass Scully zurückgeblieben ist und war schon die ganze Zeit dabei gewesen ihr zu erklären, woher sie sie kannte und was sie von ihr wollte. Scully hatte sich bemüht ihr zuzuhören, aber die Worte zogen einfach nur an ihr vorbei. Schließlich blieb Nell stellen, als sie merkte, dass sie nur noch mit sich alleine sprach. Schnell drehte sie sich um und sah Scully nun auf den Boden liegen. Regungslos und mit geschlossenen Augen. >Oh Gott, nein!!!!! Um Himmels Willen.<, schoss es Nell durch den Kopf. Sie stürzte zu Scully und kniete sich neben sie. Das darf doch nicht wahr sein. Was sollte sie denn jetzt tun? Verzweifelt rüttelte sie sie an den Schultern, doch Scully rührte sich nicht. „Dana, Dana, können Sie mich hören? Dana, bitte, sagen Sie doch was? Oh mein Gott, machen Sie jetzt bloß keinen Scheiß... jetzt sagen Sie doch endlich was.", immer fester begann sie Scullys schlaffen Körper zu schütteln. Aber Scully wachte nicht auf. Nell sah sich hektisch um. Sie war kreidebleich. Wieder wandte sie sich Scully zu und zwang sich dazu ruhig zu bleiben. Was würde jetzt ein Arzt in dieser Situation als erstes tun? Nell war viel zu aufgeregt., als jetzt zusammenhängend zu denken. >Okay, okay, Nell, was hast du bei der Ersten Hilfe gelernt?<, alles schien wie weggeblasen, doch dann kam ihr ein Wort in den Sinn. Puls. Sie musste den Puls überprüfen. Dar war nichts. Das war das Schlimmste, was ihr jetzt passieren konnte. Die pure Panik stieg in ihr auf. Sie hatte überhaupt keine Ahnung, was sie jetzt überhaupt machen sollte. Hektisch atmete sie ein und aus. Das einzige, was ihr als nächstes in den Sinn kam war, einfach nur von hier zu verschwinden. Sie griff Scully unter die Arme und versuchte sie hochzuziehen, aber hatte nicht genug Kraft, um sie gleich beim ersten Mal richtig hoch zu ziehen. Nell versuchte es ein zweites mal und diesmal schaffte sie es Scully so festzuhalten, dass sie nicht gleich wieder runter rutschte. Sie hätte nicht gedacht, dass es so schwer war. Ungeschickt hielt sie Scully schließlich in ihren Armen und verbesserte ihren Griff so, dass Scully schließlich neben ihr stand. Den rechten Arm legte sie um Scullys Taille und mit dem Linken hielt sie Scullys Hand über ihrer Schulter fest. Sie festigte ihren Griff und versuchte los zu gehen, aber Scully machte es ihr nicht gerade leicht und so stolperte sie den Gang entlang und hatte Schwierigkeiten Scully aufrecht zu halten. Die Tatsache, dass Nell selbst wackelig auf den Beinen war verschlimmerte ihre Situation nur noch.... Fowley wählte die Nummer des CSM und wartete bis er abnahm. Sie hasste diesen Teil ihrer Arbeit. Er würde garantiert nicht erfreut über diese Nachricht sein. Aber da musste sie jetzt durch. Nervös lief sie auf und ab und schaute immer wieder zu den Monitoren. Sie hörte nur ein Freizeichen. Sie hätte schon fast aufgelegt, als sie plötzlich eine ihr bekannte Stimme hörte. „Ja?" Gott, wie sollte sie ihm das nur beibringen? Am besten geradeaus heraus. Fowley atmete einmal tief durch. „Hier spricht Diana Fowley." „Was gibt es Diana?", fragte er und sie konnte hören, wie er einen Zug von seiner Zigarette nahm. „Es gibt Schwierigkeiten.", jetzt hatte sie es gesagt und im ersten Moment fühlte es sich so an, als ob eine riesen Last von ihr gefallen war, doch dieser Moment dauerte, wenn überhaupt nur eine Sekunde. Der CSM sagte nichts und Diana hätte ihn am liebsten angeschrien, er solle doch verdammt noch mal etwas sagen. Schließlich meldete er sich mit belegter Stimme. „Was für Schwierigkeiten?" „Scully und Nell sind aus ihren Betten verschwunden und ich habe Mulder gesehen.", sie konnte deutlich hören, wie der CSM nach Luft schnappte. Mit einem zitternden Unterton in seiner Stimme sprach er weiter und Diana konnte sehr genau heraus hören, dass er wütend war. „Sieh zu, dass Du Scully und Nell wieder findest und stell sicher, dass Mulder uns nicht mehr in die Quere kommt." „Ich habe bereits die nötigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen." „Gut. Wenn es was Neues gibt, melde Dich wieder bei mir.", der CSM unterbrach die Verbindung und Diana ließ langsam ihr Handy sinken. Sie steckte es wieder zurück in ihre Tasche und verließ fluchtartig den Raum. Sie konnte nicht mehr. Erschöpft lehnte sie sich gegen die Wand. Sie war nicht mehr in der Lage weiterzugehen. Nell hatte einfach keine Kraft mehr. Behutsam legte sie Scully auf den Boden und lehnte sich erleichtert, von der Last befreit zu sein, gegen die Wand. Wie auch schon bei Scully begann sich vor ihren Augen ebenfalls alles zu drehen, aber sie wollte jetzt noch nicht aufgeben. Sie darf nicht ohnmächtig werden. Jemand musste doch jetzt darauf aufpassen, dass ihnen nichts passierte. Vorsichtig setzte sie sich neben Scully und zog sie zu sich hoch. Vielleicht würde sie ja doch noch wieder zu sich kommen, wenn sie spürte, dass jemand bei ihr war. „Dana, .... können Sie mich hören?...Dana .... ich.. ..... es tut mir leid, dass ich Sie hier nicht rausbringen konnte.....bitte..... tun Sie mir den Gefallen und kommen Sie zurück....", Nell redete die ganze Zeit auf sie ein. So würde sie es schaffen nicht auch noch ohnmächtig zu werden. Sie musste sich unbedingt beschäftigen. Nell wollte hier jetzt nicht einfach herumsitzen. Nochmals versuchte sie sich an der Wand hinauf zu ziehen, aber ihre Arme begannen so sehr zu zittern, dass sie nicht mehr die nötige Kraft aufbrachte, sich aufrecht zu halten. Niedergeschlagen und erschöpft sank sie auf den Boden zurück. Tränen der Verzweiflung liefen ihre Wange hinunter. Sie konnte doch jetzt nicht hier bleiben... was wenn man sie findet? Dann wären alle Anstrengungen umsonst gewesen... aber sie konnte nicht mehr.... ein Gefühl der Schwäche überkam sie und Nell schloss weinend ihre Augen und kämpfte verzweifelt gegen die aufkommende Schwärze an, aber die Dunkelheit hüllte sie vollkommen ein..... Mulder und Fred gingen jetzt noch vorsichtiger den langen Gang entlang. Mulders Nase pochte höllisch. Seine Lippe war ebenfalls aufgeplatzt. Er schmeckte den Geschmack von Blut in seinem Mund und er hasste es. Mit einem mal fuhr sein linker Arm aus und schlug gegen Freds Brust. Er schaute ihn überrascht an. Mulder fuhr seinen Finger an den Mund, um ihm zu zeigen, dass er still sein sollte. „Haben Sie das gehört, Fred?", fragte Mulder flüsternd. Er war sich hundertprozentig sicher gerade ein Geräusch gehört zu haben. „Was?", entgegnete Fred aufgebracht. „Ich habe nichts gehört. Was meinen Sie?" „Dieses Geräusch...so, als ob etwas hingefallen wäre....es muss hier ganz in der Nähe sein." Mulder lehnte sich gegen die Wand und hob seine Waffe. Er gab Fred ein Zeichen sich hinter ihn zu stellen. Fred gehorchte ihm und stellt sich hinter ihn an die Wand. Mulder entsicherte seine Waffe und zählte leise bis drei. Eins. Er umfasste die Waffe fester. Zwei. Er fuhr sich nervös mit seiner Zunge über die Lippen. Er glaubte, diese Angewohnheit hatte er sich von Scully abgeguckt. Drei. Schnell sprang er um die Ecke und schaute sich nach allen Seiten um. Er konnte nirgends eine Wache sehen. Was hatte dieses Geräusch verursacht, welches er meinte gehört zu haben? Und dann sah er sie. Sie lagen beide auf den Boden und regten sich nicht. Mulder riss entsetzt seine Augen auf, warf alles Vorsichtige über Bord und rannte zu den leblosen Körpern und ließ sich auf den Boden fallen. Vorsichtig nahm er Scully in den Arm und strich ihr übers Haar. Er tastete nach ihrem Puls, war sich aber nicht sicher einen zu fühlen. „Oh mein Gott, Scully, ... Scully...", doch Scully lag nur schlaff in seinen Armen. Tränen schimmerten in Mulders Augen und er versuchte sie herunter zu schlucken. Einerseits war er so froh, sie wieder gefunden zu haben, aber auf der anderen Seite, machte ihm ihr Zustand eine scheiß Angst. Was ist wenn sie es nicht schaffen würde? Er drückte sie fest an sich und vergrub seinen Kopf in ihren Haaren und weinte. Heiße Tränen liefen ihm über die Wangen und er konnte sie nicht mehr stoppen. Immer mehr und mehr....und die ganze Zeit über nuschelte er ihren Namen in ihr Ohr. „Scully.... nein..... Scully... bitte...Scully.... das können Sie mir doch nicht antun..... Dana, bitte...." Als Fred Mulders Aufschrei gehört hatte, war er ebenfalls um die Ecke gelaufen und hatte Mulder auf den Boden hocken sehen, mit einer Person in seinem Arm hin und her wiegend.... Erst langsam näherte er sich Mulder, doch als er sie sah lief er zu schnell zu ihr. Nell lag bewusstlos auf den Boden. Fred kniete sich neben sie und fühlte rasch nach ihrem Puls. Er fühlte ihn und Fred schöpfte wieder neue Hoffnung und sah zu Mulder hinüber. Dieser hatte Scully immer noch in seinen Armen und gab ihr gerade einen Kuss auf die Stirn. Er wusste, wie froh Mulder war, sie endlich wieder gefunden zu haben, aber hier war weiß Gott nicht der richtige Ort dafür. Fred wollte Mulder wirklich nur ungern stören, aber sie konnten jeden Moment entdeckt werden. „Mulder...", Mulder schien ihn nicht gehört zu haben, sondern sprach immer noch auf Scully ein. „Mulder, wir müssen von hier verschwinden. Mulder!", sagte Fred mit zusammen gebissenen Zähnen eindringlich zu ihm. Jetzt erst schaute Mulder überrascht auf. Er hatte an gar nichts mehr gedacht. Das einzige woran er im Moment denken konnte war, dass er Scully wieder hatte und der Rest war ihm egal. Er sah Fred fragend an. „Mulder, wir müssen von ihr verschwinden! Wer weiß, wie lange wir noch ungestört sind und wann dieses Ding uns um die Ohren fliegt. Komm lassen Sie uns jetzt gehen. Je schneller wie wir hier rauskommen, desto schneller können wir ihnen helfen. Nell hat noch eine relativ starken Puls, aber wenn ich mir Scully so ansehe....", ohne weiter zu reden stand er auf und hob Nell hoch, aber Mulder hatte trotzdem verstanden was er meinte. Mulder stand ebenfalls auf und hob Scully vorsichtig hoch. Er hatte Angst ihr weh zu tun. Sie war nur noch Haut und Knochen. Mulder konnte deutlich ihre Rippen unter dem dünnen Nachthemd spüren und das machte ihm Angst. Sie war noch nie eine kräftige Person gewesen und dass sie so abgemagert und blass war, ließen seine Sorgen nur noch wachsen. Schnell setzte er sich in Bewegung und holte Fred bald ein, der schon vorgelaufen war. Fowley lief hektisch den Gang entlang. Alles schien drunter und drüber zu gehen. Es herrschte ein riesiges Durcheinander. Sie sah sich suchend nach einem der leitenden Ärzte um, konnte jedoch niemand ausfindig machen. Schnell ging sie durch die Bettreihen hindurch in einen der Untersuchungsräume. Auch hier herrschte ein großes Durcheinander, nur dass sie hier einen der leitenden Ärzte ausfindig machen konnte. Geradewegs ging sie auf einem zu und schob ihn zur Seite. Dieser schaute sie verwundert an, folgte ihr dann aber. In einer etwas ruhigeren Ecke blieb sie stehen und wartete darauf, dass der Arzt endlich kam. Kaum war er da fing sie auch schon an. „Okay, wie Sie selbst sehen, geht hier alles drunter und drüber. Ich will dass, sie alle Personen hier rausschaffen." Der Arzt nickte. „Gut, aber wohin sollen wir die ganzen Testpersonen bringen?", schrie er, damit man ihn verstehen konnte. Diana überlegte einen kurzen Augenblick, bevor sie weiter sprach. „Schaffen Sie sie erst einmal nach draußen. Dort werden sie dann entgegengenommen. Jetzt sehen Sie zu, dass das Gebäude evakuiert wird, bevor es ganz in die Luft fliegt." Der Arzt nickte schnell und machte sich sofort auf den Weg, seinen Befehl auszuführen. Für Diana bestand ihr nächste Aufgabe darin Mulder zu finden. Noch während sie den Raum verließ zog sie ihre Waffe. Sie wollte ihn nicht anschießen oder sogar töten, aber wenn es die Situation erfordert würde sie es tun. Egal ob ihr Gegenüber dann Mulder oder sonst wer wäre. Als sie den Korridor betrat sah sie etwas, was ihr überhaupt nicht gefiel. Eine Wache lag angeschossen auf den Boden. Schnell eilte sie zu ihm und drehte ihn auf den Rücken. Sie tastete mit ihren Fingern seine Halsbeuge ab um seinen Puls zu finden, konnte jedoch keinen finden. Dann untersuchte sie die Wunde genauer und sogar sie als Nichtmedizinerin konnte sehen, dass es ein Schusswunde war und der Mann tot war. Und es würde nur ein Mann in Frage kommen, der dafür verantwortlich wäre. Sie suchte seinen Körper nach seiner Schusswaffe ab, konnte diese jedoch nicht finden. Wütend stand sie wieder auf und folgte den Gang weiter. Bis jetzt hatte sie Mulder, Scully oder Nell noch nicht gefunden. Sie wusste nicht, ob Scully bei ihm war, aber wenn doch, wäre er langsamer. Scully müsste eigentlich nicht mehr bei Bewusstsein sein, genauso wie Nell, also, hätte sie eine größere Chance ihn noch zu finden. Ist sie jedoch nicht bei ihm, wird er noch irgendwo hier in diesen Gängen sein und nach ihr suchen. Sie konnte sich mit keiner der beiden Möglichkeiten anfreunden. Sie brachten ihr beide keinen Vorteil. So oder so, würde er alles tun, um sie hier raus zu holen. Wie sie ihn kannte, würde er sogar sein Leben für sie riskieren. Sie konnte zwar verstehen, dass man sich als Partner schützen musste, und dass man dem jeweils anderen vertrauen musste, aber sie könnte nicht von sich aus sagen, dass sie für ihren Partner ihr Leben lassen würde... und der Gedanke, dass Mulder alles für Scully tun würde, verletzte sie zutiefst. Würde er auch für sie sein Leben riskieren? Wem würde er eher helfen, Scully oder ihr? Wenn sie ehrlich war, beschäftigte sie diese Frage schon eine ganze Zeit lang. Eigentlich seitdem, sie wieder von Europa zurück nach Washington gekommen ist. Fowley bog um die nächste Ecke und stand vor einem Notausgang. Sie drehte sich wieder um und dann sah er ihn. Mit ihr. Wie hätte es auch anders sein sollen? Er schien sie noch nicht entdeckt zu haben, aber er war nicht allein. Sie kannte den Mann neben ihn, konnte im Moment jedoch sein Gesicht keinem Namen zuordnen. Mulder bog gerade, mit Scully auf dem Arm, um die nächsten Ecke. Er hatte das Gefühl, die ganze Zeit im Kreis zu laufen. Mulder richtete seine Blick wieder auf Scully. Ihr Zustand war unverändert. Er macht sich wahnsinnige Sorgen und je mehr Zeit verging, desto schlimmer wurde es. Als er wieder aufschaute, blieb er plötzlich stehen. Fred rannte automatisch in ihn hinein. „Was ist denn los? Warum bleiben Sie stehen?", doch Mulder antwortete ihm nicht, sondern starrte nur auf den Notausgang und dann sah Fred auch den Grund, warum er so plötzlich stehen blieb. Mulder schluckte einmal und ging dann einen Schritt nach dem anderen auf Fowley zu. Diese starrte ihn im ersten Moment ebenfalls nur an. Doch dann stellte sie sich breitbeinig vor die Tür und richtete ihre Waffe auf ihn. Als Mulder das sah stoppte er sofort. So gut er konnte, versuchte er Scully zu schützen. „Bleib da stehen, Fox." „Was soll das, Diana? Willst Du mich jetzt erschießen?", und er machte noch einen weiteren Schritt auf sie zu. „Ich sagte, Du sollst da stehen bleiben, oder ich werde schießen.", um ihn zu zeigen, dass sie es ernst meinte, entsicherte sie ihre Waffe. Sofort stoppte Mulder wieder und drückte Scully noch fester an sich. Das konnte sie doch nicht machen! Sie sah doch, dass Scully dringend ärztliche Hilfe brauchte. „Diana, bitte, Scully braucht dringend Hilfe. Lass uns jetzt gehen.", seine Stimme wurde immer lauter, doch das schien Fowley nicht im geringsten zu beeindrucken. „Fox, Du glaubst doch nicht wirklich, dass Du hier einfach reinspazieren kannst und hier irgendwelche Patienten rausholen kannst." „Nein, das habe ich nicht gedacht. Ich dachte mir, dass ich es so mache, damit Du es nicht mitbekommst.", entgegnete Mulder. „Scully hatte von Anfang an Recht...... Du hast mich die ganze Zeit über angelogen." „Es war für einen guten Zweck. Du hast nur einzelne Teile vom gesamten Puzzle gesehen.... Ich stand dem Ganzen Anfangs auch skeptisch gegenüber, aber jetzt weiß ich, was das Ziel ist...." „Halt den Mund, Diana. Ich glaube Dir kein Wort! Hör zu, Scully braucht dringend Hilfe...."einzelne Tränen kämpften sich wieder ihren Weg seine Wange hinunter. „..... ich werde diesem ganzen Projekt nie optimistisch gegenüber stehen. Was ihr hier macht ist schon lange nicht mehr Menschenwürdig. Durch eure Arbeit sterben Menschen..... und ich lasse nicht zu, dass Du mir jetzt auch noch den Menschen wegnimmst, der mir am meisten bedeutet. Dein Freund, der Krebskandidat, hat sie mir schon einmal weggenommen und dass sie jetzt stirbt, werde ich verhindern.", Mulder überrollte die Wut und er schrie Diana an. Leicht begann ihre Lippe zu zittern und sie musste schwer schlucken. „Wenn Du verhindern willst, dass Fred und ich jetzt rausgehen musst Du uns schon erschießen oder uns solange hier behalten, bis alles in die Luft fliegt. Dadurch, dass ich das System ausgestellt habe, wurde automatisch eine Bombe gezündet, die jeden Augenblick in die Luft gehen kann." „Glaubst Du, dass weiß ich nicht? Ich bin mir darüber durchaus im Klaren." „Diana, wenn Du uns jetzt ohne irgendwelche Schwierigkeiten gehen lässt, tust Du einmal was richtiges in Deinem Leben....und Dir wird nichts passieren.", Diana schaute ihn überrascht an und Mulder wusste, dass er das nur zum Schutz gesagt hatte. Ihm ist nichts anderes eingefallen und er hatte gehofft, wenn er ihr drohen würde, würde sie das zurückschrecken, doch er hätte sich denken könne, dass dies nach hinten los gehen würde. „Fox, ich glaube, Du bist jetzt nicht in der richtigen Position mir zu drohen, meinst Du nicht? Das hier ist ein Teil meiner Arbeit und die werde ich nicht aufgeben." „Und ich werde Dana nicht aufgeben, hörst Du? ....Du wirst uns noch alle umbringen! Mein Gott, Diana, denk doch mal nach! In vielleicht wenigen Minuten wird das hier alles nicht mehr existieren und wenn Du uns jetzt gehen lässt, können wir es noch schaffen. Was nützt es Dir denn, wenn wir sterben?", Mulder konnte sie wirklich nicht verstehen. Wieso sah sie nicht ein, dass sie alle draufgehen würden, wenn sie noch länger hier drin bleiben? Diana hatte ihn nicht auf seine Frage geantwortet und er hatte auch gar keine Antwort erwartet, aber er wollte jetzt hier raus und Scully endlich in Sicherheit bringen. Er hatte ja überhaupt keine Ahnung, wie lange sie schon bewusstlos war und wie es um sie stand. Er würde sich sein Leben lang noch mehr Vorwürfe machen, wenn er sie jetzt nicht retten könnte. Mulder gab Fred ein Zeichen und beide stürmten los, auf Diana zu. Sie war so überrascht von der Aktion, dass sie schoss. Drei Schüsse. Der erste ging daneben und prallte in die Wand, aber der zweite streifte Mulders Arm, woraufhin er schmerzerfüllt aufschrie. Fast hätte er Scully fallengelassen, konnte sie jedoch noch rechtzeitig auffangen. Sein oberer Ärmelteil färbte sich rot und er musste die Zähne zusammenbeißen um Scully nicht doch noch auf den Boden fallen zu lassen und sich den Arm halten. Und wo der dritte Schuss hinging wusste er nicht. Erst als er an seinen Händen etwas warmes runterlaufen spürte und sah, dass sie blutbeschmiert waren, wusste er, wer die dritte Kugle abgekommen hatte. Scully gab ein leises Stöhnen von sich und baute sich kurz auf, als die Kugel sie traf und sank dann wieder in sich zusammen. Mulder starrte entsetzt auf seine Hände und anschließend auf Scullys Wunde. Er konnte es nicht glauben, Scully war getroffen. Schnell legte er sie auf den Boden und zog seine Jacke aus. Dass ihm dabei sein Arm höllisch schmerzte merkte er gar nicht. Er riss panisch Scullys Hemd auf und versuchte die Blutung zu stoppen. Immer wieder schrie er verzweifelt ihren Namen, doch Scully rührte sich nicht. Und die Wunde wollte nicht aufhören zu bluten. „Scully! NEIN! Scully! Nein, bitte Scully.... halte durch... Scully... ich werde Dich hier raus bringen und Du wirst wieder gesund. Hast Du mich verstanden... Scully...nein....bitte, Sc...Scu.....lly....", Mulder schrie sie verzweifelt an und weinte sich die Seele aus dem Leib. Scully durfte nicht sterben. Nicht wenn er es doch fast geschafft hatte. Sie durfte ihn nicht verlassen... nicht jetzt... nicht jetzt, wo er sie doch so brauchte...... er konnte es doch nicht ohne sie schaffen..... Fowley stand entsetzt und wie angewurzelt an ihrem Platz. Sie konnte es nicht fassen, dass sie auf Mulder geschossen hatte und die Kugel ihn tatsächlich gestreift hatte, aber dass sie jetzt auch noch Scully getroffen hatte, machte es nur noch schlimmer. Erschrocken über sich selbst schmiss sie die Waffe weg und schaute sich panisch im Flur um. Der einzige Gedanke, der ihr gekommen war, war von hier zu verschwinden. Sie drückte die Tür auf und verließ den Korridor und ließ Mulder, der immer noch verzweifelt versuchte Scullys Blutung zu stoppen, zurück. „Bitte, Scully, Du darfst mich jetzt nicht verlassen... ich brauche Dich doch..... Scully.....", Mulder schloss seine Augen und drückte sie ganz fest an sich. Fred hatte die ganze Zeit über nichts gesagt und als er sah, dass Mulder angeschossen wurde, stand er unter Schock. Das war eindeutig zuviel ihn, aber er musste jetzt einen klaren Kopf bewahren. Mit Nell auf den Arm ging er zu Mulder und stieß in mit seinen Fuß an, doch Mulder reagierte nicht. Fred wollte das wirklich nicht tun, aber er sah in diesem Moment keinen anderen Ausweg. Er holte einmal kurz aus und trat Mulder fest in die Seite, so, dass er seine Aufmerksamkeit hatte. Mit Tränen verschmierten Gesicht und geröteten Augen sah er zu Fred auf. „Mulder wir müssen jetzt von hier verschwinden!!! Jetzt stehen Sie auf und tragen Sie Scully hier raus, vielleicht ist noch nicht zu spät....", doch Mulder sah ihn nur an und die Worte von Fred gingen bei ihm ins einen Ohr rein und im anderen wieder raus. „Gott!! Jetzt kommen Sie endlich!!!! Bewegen Sie Ihren Hintern!!!!", Fred stürmte an Mulder vorbei ins Freie. Als er draußen war, drehte er sich nochmals um und sah, wie Mulder Scully vorsichtig auf den Arm nahm. Nervös wartete er auf ihn und wollte jeden Moment los laufen. Er wusste ja nicht, wann dieses Gebäude in die Luft ging... und wenn er ehrlich war, hatte er keine Lust als gegrilltes Hähnchen zu enden. „Beeilen Sie sich!!!! Das Ding kann jeden Moment hochgehen!", schrie er Mulder an, doch dieser konnte nicht so schnell laufen, weil er Angst hatte, Scully dadurch noch mehr zu gefährden. Beide liefen, so schnell sie konnten, mit Nell und Scully auf dem Arm vom Labor weg. Mulder drückte weiterhin eine Hand auf Scullys Wunde und er hoffte, dass es noch nicht zu spät war. Inzwischen war auch sein T-Shirt und Jacke mit Blut besudelt...... das war ihm im Grunde egal, aber es war nicht irgendein Blut. Nein, es war Scullys Blut und das war etwas, was die ganze Sache nur noch verschlimmerte. Es war Scullys Blut, dass ihn bedeckte.... er konnte es immer noch nicht glauben. Und wenn er ehrlich war, behinderte ihn seine Wunde ebenfalls, aber davon wollte er sich nicht beirren lassen. Er würde es schaffen. Er würde Scully in Sicherheit bringen. Er würde nicht zulassen, dass ihr jetzt etwas passierte. Nochmals würde er sie nicht hergeben. Nie. Nie wieder.... Immer wieder versuchte Mulder Kontakt zu den Lone Gunmen aufzunehmen, aber er konnte keinen herstellen. Frustriert schüttelte er den Kopf. „Fred!!", Mulder war einige Meter zurück und musste zusehen, dass er aufholte. „Warten Sie mal kurz", doch Fred wollte sein Tempo nicht verringern. „Fred, jetzt warten Sie doch mal!!", schrie Mulder ihn an. Nur widerwillig wurde er langsamer und wartete bis Mulder aufgeholt hatte. „Was ist denn? Wir haben keine Zeit für irgendwelche Schwätzchen." Mulder überhörte sein Kommentar. „Ich kann keine Verbindung zu den Lone Gunmen aufstellen. Ich glaube, es wurde bei dem Kampf beschädigt. Sie müssen ihnen sagen, dass wir Nell und Scully haben, damit sie schon mal alles vorbereiten können..... Wissen Sie wo wir hier sind? Ich weiß nur, dass wir hier nicht rein gekommen sind..." „Ich... ich weiß nicht, aber ich denke, wir müssen in diese Richtung. Sehen Sie da vorne ist Wald, dort müssten wir fürs Erste sicher sein.", Mulder nickte und begann wieder schneller zu gehen. Fred versuchte zugleich eine Verbindung zu den Lone Gunmen zu erstellen. „Frohike??" „Oh man, bin ich froh von euch was zu hören. Die Verbindung mit Mulder wurde unterbrochen. Was ist passiert? Habt ihr Nell und Scully?", antwortete Frohike. „Ja, ja, wir haben die beiden. Hier geht alles drunter und drüber. Die Verbindung wurde unterbrochen, weil Mulder in einen Kampf verwickelt wurde und er hat einen Streifschuss abbekommen, aber..." „WAS???", schrien alle drei gleichzeitig und Fred zuckte einmal kurz zusammen, als sie ins Mikrofon schrien. „Geht es ihm gut?" „Mulder ist nicht das Problem, er schafft das schon..... aber... oh Gott .... Scully und Nell sind bewusstlos und Scully wurde angeschossen." „SCULLY wurde angeschossen?", rief Frohike fassungslos. „Wie geht es ihr? Ist es schlimm? Jetzt sag doch was!!" „Es sieht nicht gut aus. Sie hat schon sehr viel Blut verloren." „Okay, Jungs, bereitet schon einmal alles vor und.....", mehr konnte Fred nicht verstehen, denn hinter ihm vernahm er einen ohrenbetäubenden Knall. Erschrocken fuhren Mulder und Fred zusammen und versuchten so gut es ging Nell und Scully zu schützen. Wie Fontänen schossen die Gesteinsbrocken in die Luft und landeten wenige Meter entfernt von den beiden auf den Boden. Einige andere Brocken landeten in dem nahe gelegenen Wald. Hitze schlug ihnen von hinten entgegen und als sich Mulder und Fred in Sicherheit wiegten drehten sie sich langsam um und sahen mit weit aufgerissen Augen das Spektakel an. Flammen schlugen wild umher und es würde nicht lange dauern, bis sie auch den Waldrand erreichten. Sie rissen sich von dem atemberaubenden und zugleich tödlichen Anblick los und liefen weiter in den Wald hinein. Obwohl sie sich so gut es ging geschützt hatten, trugen sie doch einige Blessuren davon. Freds Hemd war am Rücken aufgerissen und kleine Blutränder zeichneten sich ab. Aber auch Mulder wurde getroffen. Ihm lief ein Blutrinnsal die Stirn hinab. Schnell drehten sie sich um und liefen noch weiter in den Wald hinein. Frohike, Langly und Byers bereiteten in der Zwischenzeit alle nötigen Vorbereitungen vor. „Gott, ... wo bleibt der nur?", fragte Frohike bestimmt schon zum hunderstenmal und lief die ganze Zeit nervös auf und ab. Er machte sich wahnsinnige Sorgen. Aus Freds Stimme konnte er entnehmen, dass es wirklich schlimm sein musste. Und sie würden Scully sofort in ein Krankenhaus bringen, egal was Mulder dazu sagen würde. Scullys Leben war wichtiger, als jede Sicherheit. Sie kannten Scully jetzt schon seit sechs Jahren und obwohl sie ständig etwas an ihren Theorien auszusetzen hatte, haben sie sie doch in ihr Herz geschlossen, genau wie Mulder. Sie würden alles für sie tun. Scully müsste sie nur darum bitten, sie würden nicht widersprechen. „Jetzt beruhige Dich doch. Mulder wird das schon schaffen... hoffe ich doch. Bis jetzt hatte er immer Glück, wenn es um solche Dinge ging. Er wird es schaffen.", sagte Byers um Frohike zu beruhigen, aber es war mehr an sich selbst gerichtet, als an Frohike. Er warf Byers nur einen Blick zu und lief weiter nervös hin und her. Byers verdrehte daraufhin seine Augen. „Mein Gott, Frohike, jetzt setzt Dich endlich auf deine vier Buchstaben und hör auf hier auf und ab zu laufen. Du machst mich ganz verrückt damit.", sagte Byers genervt und Frohike sah ihn erstaunt an, setzte sich dann auf den nächstbesten Sitz und kaute statt dessen auf seinen Fingernägeln herum. Langly hatte die ganze Zeit nichts gesagt, sondern starrte nur aus dem Fenster. Sein Blick starr auf die Bäume gerichtet, so als ob sie ihm sagen könnten, wo Mulder und Fred waren und was mit ihnen passiert war. Plötzlich sprang er wie von einer Biene gestochen auf, riss die Wagentür auf und lief hinaus in den Wald. Erschrocken sahen Byers und Frohike auf und tauschten einen verwirrten Blick aus. „Langly! Hey, Du Freak! Wo rennst Du denn hin?", brüllte ihm Frohike hinter her, und die beiden entschlossen sich dann doch dazu ihm zu folgen. Byers erreichte ihn als Ersten und hielt ihm am Arm fest. Frohike kam völlig außer Atem zum stehen. „Sag mal, was ist denn da gerade in Dich gefahren?", fragte Frohike immer noch nach Luft ringend. „Ich... da vorne.... da habe ich was gesehen.", Langly deutete auf eine Böschung. „Ich bin mir sicher, dass es Menschen waren.", bevor noch irgend jemand etwas erwidern konnte, lief Langly in die besagte Richtung. Die beiden anderen zögerten nicht lange und folgten ihm. Fred und Mulder schleppten sich mühsam den schmalen Waldweg entlang. Beide konnten nicht mehr. Und wenn Mulder ehrlich war, schmerzte ihn sein Arm so sehr, dass er es fast nicht mehr aushielt und immer wieder knickte er mit seinem Fuß weg. Lange würde er es nicht mehr durchhalten. Er setzte einen weiteren Schritt nach vorne und sackte wieder ein. Er landete auf seinem Knie und biss mit Schmerz verzerrten Gesicht seine Zähne zusammen. Ihm entfloss nur ein qualvolles Stöhnen. Aber er zwang sich dazu wieder aufzustehen, er hatte es fast geschafft. Langsam richtete er sich wieder auf. Aber auch Fred schaffte es nicht mehr. Er hustete mehrmals, bis ihm die Tränen in den Augen standen. Er strich Nell eine Strähne aus ihrem Gesicht und zwang sich weiter zugehen. Sie hatten wirklich noch eine Chance bekommen und die wollte er nicht so einfach hergeben. Plötzlich hörten sie Stimmen und sahen sich erstaunt an. Könnten sie es doch noch schaffen? Sie sahen wie Langly durch die Böschung preschte und auf sie zu stürmte. „Mulder! Gott, bin ich froh, Dich heil zu sehen.", rief Langly glücklich, doch als er Scully sah, verging ihm jegliche anfängliche Freude. Sie sah noch schlimmer aus, als er sich vorgestellt hatte. Schließlich kamen noch Frohike und Byers zu ihnen und blieben wie angewurzelt stehen. „Ach du heiliger Strohsack...", entfuhr es Frohike, als er Scully sowie Mulder in blutigen Hemden sah. Der Schock stand ihm buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Langly hatte sich als erstes wieder gefangen. „Okay, Jungs, jetzt hört mal zu. Byers Du kümmerst dich um Nell, Frohike, Du, kümmerst dich um Fred und Mulder und ich werde Scully nehmen.", bestimmte Langly kurzerhand. Frohike wollte gerade etwas erwidern, doch er sah ein, dass jetzt nicht richtige Moment war, um einen Streit anzufangen, also schloss er seinen Mund wieder und machte das, was Langly gesagt hatte. Schnell ging Langly zu Mulder und nahm ihm Scully ab und trug sie zu dem Bus. Byers tat es ihm gleich und nahm Fred Nell aus dem Arm und folgte Langly. Frohike versuchte Fred und Mulder zu stützen, doch es fiel ihm schwerer als er zuerst angenommen hatte. Mulder sackte förmlich in sich zusammen, als ihm Scully aus dem Arm genommen wurde und Fred erging es nicht anders. Beide waren total erschöpft. Als Frohike als Letzter die Wagentür schloss, fuhr Langly auch schon sofort los. Man hatte versucht so gut es ging Nell und Scully zu verarzten, aber sie hatten nicht die richtige Ausrüstung. Alles drei wussten, dass es sehr schlecht um Scully stand, doch sie wollten es Mulder nicht sagen. Er hatte einen riesen Aufstand gemacht, als man seine Wunde desinfizieren wollte. Er bestand darauf, bei Scully zu bleiben und erst als Byers ihn bei Scully untersucht hatte, gab er Ruhe. Die ganze Zeit über hielt er ihre Hand und sprach mit ihr. Ab und zu strich er ihr zärtlich eine Strähne aus ihrem blassen Gesicht und wieder begann er bitterlich zu weinen. Er hatte sie wieder. Er hatte Scully wieder. Seine Scully. Georgetown Memorial 23.02 2000 Mit einem kräftigen Stoß wurde die Tür des Krankenhauses aufgestoßen. Mulder rannte mit Scully auf dem Arm ins Innere und drehte sich mehrmals um die eigene Achse und sah sich Hilfe suchend um. „Hilfe! Ich brauche Hilfe! Ich habe hier eine sehr schwer verletzte Frau.", kaum hatte er den Satz ausgesprochen, stürmten auch schon Ärzte und Schwestern auf ihn zu und legten Scully auf eine Trage und brachten sie in den OP. Mulder wollte nicht von ihrer Seite weichen und so ging er neben der Trage her, immer noch ihre Hand haltend. „Hey, Scully, sehen Sie, Sie sind jetzt in einem Krankenhaus... alles wird wieder gut hören Sie?", er drückte leicht ihre Hand. „Ich bin bei Ihnen.... alles wird gut....", redete Mulder die ganze Zeit auf Scully ein, bis ihn plötzlich jemand an seinen gesunden Arm fasste und ihn von Scully wegzog. „Nein!!! Lassen Sie mich los! Ich muss... muss doch bei ihr bleiben...SCULLY!!!", schrie Mulder mit belegter Stimme. „Kommen Sie, die Ärzte werden alles für sie tun, was sie können.", versuchte ihn eine Schwester mit ruhiger Stimme zu beruhigen. Verzweifelt drehte Mulder sich um und sah Scully hinterher. Er wollte sich losreißen, aber die Schwester hielt ihn mit einem festen Griff fest. „Sir, jetzt seien Sie doch vernünftig. Sie können jetzt nichts mehr für sie tun. Sie haben getan was Sie konnten und die Ärzte werden sie nicht aufgeben.", nur mit starkem Widerstand ließ sich Mulder fortbringen. „Und jetzt werde ich mich um Ihre Wunde kümmern.", Mulder schaute sie nur an. Sein Blick war leer. „Sir? Ist alles in Ordnung?", sie rüttelte Mulder ein paar mal, doch dieser starrte sie nur an. „Sir?", langsam wurde die Schwester nervös und rüttelte ihn nochmals. Mit einem mal verdrehte Mulder die Augen und sackte in sich zusammen. Die Schwester schaute ihn überrascht an und versuchte ihn so gut es ging festzuhalten, doch er war ihr zu schwer und so konnte sie nur seinen Fall abbremsen „Schnell! Ich brauche hier einen Arzt!!!", rief sie, ganz wieder in ihrem Element und begann sofort mit der ersten Hilfe. Sofort kamen Ärzte zu ihr und hievten Mulder ebenfalls auf eine Trage. Durch den Alarm kamen auch die Lone Gunmen und Fred zu ihnen gerannt. Erschrocken blieben sie stehen und sahen zu, wie Mulder weggeschoben wurde. „Ich hab's kommen sehen. Lange hätte er das nicht mehr durchgehalten.", brach Frohike schließlich das Schweigen. „Kommt lasst uns wieder zurück zum Wartezimmer gehen. Hier können wir eh nichts mehr machen.", sagte Frohike und ging an den Dreien vorbei in Richtung Warteraum. 3 Stunden später Es hatte sich ein bedrückendes Schweigen gebildet. Die Lone Gunmen und Fred, welcher inzwischen auch verarztet wurde, saßen im Wartezimmer und schwiegen vor sich hin. Alle hingen ihren eigenen Gedanken nach. Man hatte Mulder eine Beruhigungsspritze gegeben. Nachdem er wieder aufgewacht war, hatte er sich mit Händen und Füßen gewehrt und hatte die ganze Zeit über Scullys Namen gebrüllt. Die Ärzte sahen keinen anderen Ausweg, als ihn erst einmal ruhig zu stellen. Wie sie gesagt hatten, steht sein Körper und Geist unter sehr großer Anspannung, das einzige, was ihn im Moment helfen würde, wäre Ruhe und jede Menge Schlaf. Mit einemmal sprang Frohike auf und ging im Warteraum auf und ab. Bevor Byers noch etwas sagen konnte, warf er ihm einen warnenden Blick zu und Byers machte seinen Mund wieder zu. „Ich fasse das nicht! Wie lange brauchen die denn?", Frohike war außer sich. Niemand konnte ihm sagen, wie es um Scully stand. Aber auch Nell ging es nicht besonders gut. Sie ist in einen Koma ähnlichen Zustand gefallen und war an mehreren Maschinen angeschlossen. Doch die Ärzte waren zuversichtlich und meinten, dass sie bald wieder erwachen würde. Sie bezeichneten es sogar als gut, dass sie in ein Koma gefallen wäre, so könnte sich ihr Körper ihre Reserven wieder auftanken. „Ich sage euch eins, wenn mir diese Fowley über den Weg läuft, dann.....", er ballte seine Hände zu Fäusten und man konnte sehen, dass er vor Wut kochte. „..... dann garantiere ich für nichts. Falls Scully das nicht überlebt, hat sie ein Leben auf ihren Gewissen und da kann ihr das Krebsgeschwür auch nicht helfen." „Frohike, sie wird es schaffen.", versuchte Byers mit Überzeugung zu sagen, aber es gelang ihm nicht. „Sie hat schon so viel überstanden.... na ja, immerhin hat sie es geschafft 6 Jahre lang mit Mulder zu arbeiten, dann muss man doch abgehärtet sein. Das hat bisher noch niemand geschafft.", wollte Byers scherzen, aber er versagte kläglich. Fred hatte sich ebenfalls erhoben und ging zur Tür. Er drehte sich zu den Jungs um und sagte dann: „Ich ... ähm .... ich werde zu Nell gehen. Ich glaube, es wäre ganz gut, wenn jetzt jemand bei ihr ist.", er drehte sich wieder, räusperte sich kurz und verließ dann das Wartezimmer. Langsam öffnete Mulder seine Augen und schloss sie sofort wieder, als ihm helles Licht in die Augen schien. Er machte eine kleine Bewegung und sofort machte sich sein Arm bemerkbar. Scharf zog er die Luft an und fasste sich automatisch an die Wunde. Zu einem kleinen Schlitz öffnete er wieder seine Augen und vernahm neben sich eine Bewegung. Aber er konnte nichts richtig erkennen. Alles war so verschwommen. „Scu....Scully?", krächzte er benommen. „Sind Sie das?" „Nein, tut mir leid, Mister Mulder, aber ich bin nicht Scully. Ich bin Schwester Kathy Holmes. Aber alle nennen mich Kathy.", sagte sie freundlich und lächelte ihn an. Mulder war inzwischen vollkommen wach und wollte sich gerade aufrichten, als ein höllischer Schmerz seinen Körper durchfuhr. „Aaaah.", schnell drückte ihn Kathy sanft aber bestimmt wieder zurück in die Kissen. „Sie dürfen jetzt noch nicht aufstehen. Sie sollten sich noch ausruhen." „Aber ich kann nicht. Ich muss doch zu ihr...." „Sie müssen gar nichts...", Mulder sah sie mit seinem Hundeblick an. Kathy verdrehte einmal kurz ihre Augen. Bei diesem Blick blieb einem gar nichts anderes übrig, als nachzugeben. „Hören Sie....Sie können noch nicht so hier herum laufen, dazu sind Sie noch zu schwach, aber ich könnte ihnen einen Rollstuhl besorgen, dann...." „Einen Rollstuhl??", fragte Mulder leicht entsetzt. „Ja, einen Rollstuhl." „Gibt es da keine andere Möglichkeit?, fragte Mulder verbittert. „Nun, Fox, ...", Mulder verzog sein Gesicht. Kathy hatte von seinen Freunden erfahren, dass er seinen Vornamen hasste und jetzt nannte sie ihn extra so, um ihn zu ärgern und zu zeigen, dass er gar keine anderen Möglichkeiten hatte. „Sie haben zwei Möglichkeiten. Erstens Sie setzen sich in einen Rollstuhl und ich könnte Sie zu Scully.... Scully ist doch richtig, oder?", Mulder nickte einmal kurz. „Gut, wie gesagt, ich könnte Sie zu Scully bringen, obwohl, dass ziemlich kompliziert werden könnte, da Sie ja kein Familienangehöriger sind, aber das werde ich schon hin bekommen oder aber, Sie entscheiden sich gegen den Rollstuhl und müssen hier liegen bleiben, weil ich sie ganz bestimmt nicht hier herum laufen lasse.... falls es dann sogar nötig wäre, müsste ich Sie sogar festschnallen und...." „Okay, okay, ist ja gut.", unterbrach Mulder Kathy und diese sah ihn auffordernd an. „Sie haben gewonnen. Ich nehme den Rollstuhl.", sagte Mulder erschlagen. Kathy schenkte ihm ein freundliches Lächeln und zog ihre Handschuhe aus. „Ich werde mich dann sofort darum kümmern. Und laufen Sie mir ja nicht weg.", Kathy verließ den Raum und Mulder schaute ihr mürrisch hinterher. Aber was sollte er machen? Er wollte unbedingt zu Scully, da würde er auch noch einen Rollstuhl in Kauf nehmen, obwohl ihm der Gedanke, hilflos in so einem Gestell zu sitzen und herum geschoben zu werden, überhaupt nicht gefiel. „Sehr witzig.", murrte er leicht verärgert. Vorsichtig betrat Fred Nells Zimmer. Sie lag in einem großen Bett und ihre schmale Gestalt ging fast darin unter. Fred schluckte einmal als er sie sah und schlich zu ihrem Bett. Behutsam zog er einen Stuhl an ihr Bett und setzte sich. Erst sah er sie nur an, doch dann hob er langsam seine Hand und nahm die ihre in seine und hielt sie fest. Fred sagte im ersten Moment nichts, er wollte ihr so viel sagen, doch er konnte es nicht. Er wusste nicht wie er es machen sollte. Er öffnete seinen Mund, um ihn sofort wieder zu schließen. Wie sollte er nur anfangen? Aber es war noch weitaus mehr, als nur den richtigen Anfang zu finden.... er schämte sich. Er schämte sich dafür, was er ihr angetan hatte und er wusste auch, wenn er alles bereuen würde - und das tat er wirklich - würde er ihr nie mehr richtig in die Augen sehen können. Er würde es ihr noch nicht mal übel nehmen, wenn sie nichts mehr von ihm wissen wollte. Die Schuld ihr das angetan zu haben, könnte ihn niemand nehmen und er wollte es auch nicht. Er hatte diesen Fehler gemacht und so musste er ihn auch wieder ausbaden. Er wusste, dass er jetzt die Chance hatte ungestört mit ihr zu reden, aber ihm fehlte der Mut. Er wollte ihr doch alles sagen. Ihr erzählen, was für einen großen und blöden Fehler er begannen hatte und wie leid es ihm tat, dass er wusste, dass er diesen Fehler nie wieder gut machen konnte. Dass er alles dafür tun würde, wenn sie jetzt aufwachen würden und noch so vieles mehr. Leise und kaum hörbar begann er zu sprechen. „Nell, ... ich weiß nicht ob Du mich hören kannst, aber ..... ich .... ich kann nicht einfach so weiterleben, mit dem Wissen, dass ich Dir etwas Schlimmes angetan habe.... ich ... ich weiß, dass es Dir wahrscheinlich nicht helfen wird, aber ich möchte, dass Du weißt, dass es mir schrecklich leid tut.... ich wollte es wirklich nicht, und die Entscheidung, dies zu tun, war der größte Fehler in meinen Leben...", Fred rutschte näher zu Nell und beugte sein Gesicht vor, so dass er ganz nah an ihrem Ohr war. „Nell, ich habe eingesehen, dass ich ein riesen Feigling war oder vielleicht immer noch bin, aber ich hatte Angst. Ich hatte Angst, dass die mich auch umbringen,... das soll jetzt keine Entschuldigung dafür sein, dass Du diese Qualen erleben musstest und meinetwegen jetzt in diesem Zustand bist.... aber ich kann Dir nicht sagen wie leid es mir tut...", Fred begann zu schluchzen und einzelne Tränen liefen seine Wangen hinunter. Sie tropften an seinem Kinn hinunter und fielen auf Nells Wange, wo sie weiter ihre Bahnen zogen. Mit gebrochener Stimme sprach er weiter. „.....ich ..... ich habe lange mit mir gekämpft..... und ich habe mich für den einfacheren und zugleich falschen Weg entschieden..... aber als ich Deine Schreie hörte, zerbrach mein Herz in tausend Stücke.....ich glaube..... Gott, Nell....als ich das gesehen und gehört habe und später ganz alleine war....da habe ich.... habe ich gemerkt, wie sehr ich Dich in mein Herz geschlossen habe.....ich... ich weiß... wir kennen uns noch nicht allzu lang, aber.... aber... auf gewisse Art und Weise brauche ich Dich...... bitte, Nell...... komm zu mir zurück......verzeih mir.....", Fred konnte nicht weiter sprechen. Seine letzten Worte gingen in einem kläglichen Schluchzen unter. Er legte seinen Kopf auf Nells Bett und schloss seine Augen. Tränen liefen ungehindert ihren Weg. Er würde die ganze Zeit bei ihr bleiben. Sie nicht einen Moment verlassen. Sie sollte wissen, dass er ihr nicht noch einmal weh tun wollte, sondern von nun an ihrer Seite wachen würde. Kathy schob Mulder am Wartezimmer vorbei, als die Lone Gunmen auf ihm zuliefen. „Mulder, wie geht's Dir?", fragte Byers „Ganz gut soweit..." „Mulder, wir müssen jetzt weg... noch etwas untersuchen....wir wollten uns bloß überzeugen, dass es Dir wieder besser geht.", mischte Langly geheimnisvoll ein. „Danke, Jungs...", plötzlich fiel ihm etwas ein und er schaute die Lone Gunmen an. „Was ... was ist mit Scullys Familie? Wissen die schon Bescheid? Ich konnte sie bis jetzt noch nicht darum kümmern." Frohike legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Alles erledigt, Mulder, ich hab vorhin bei ihnen angerufen und ihnen gesagt, dass man Dana gefunden hat und sie jetzt hier im Krankenhaus ist. Sie werden kommen. Ich habe Skinner ebenfalls Bescheid gegeben. Er ist zwar nicht mehr eurer Vorgesetzter, aber ihn dürfte es trotzdem interessieren...okay, wir kommen später nochmals vorbei, aber jetzt...." „Ist gut, ich komme ganz gut klar... ich will euch nicht von der Arbeit abhalten...." „Na schön.... sag Dana von uns, dass wir hoffen, sie bald wieder zu haben..." „Mach ich.", die Lone Gunmen drehten sich um und verließen das Krankenhaus. Mulder schaute ihnen noch eine Weile hinterher und Kathy setzte ihn dann wieder in Bewegung und fuhr mit ihm in Richtung Intensivstation. Sie hatte es tatsächlich geschafft, Mulder zu Scully zu bringen. Bevor sie Mulder jedoch in den Raum schob, hielt sie nochmals kurz an. „Mister Mulder, Sie sollten wissen, dass das jetzt kein schöner Anblick sein wird. Sie hatte mehrere innere Blutungen, aber die Ärzte konnten sie soweit stoppen...." „Wird sie....?", begann Mulder, doch unterbrach sich selbst, als er Kathys Gesichtsausdruck sah. „Ich weiß es nicht, Mister Mulder, aber sie hat sehr viel Blut verloren. Ich will Ihnen keine großartigen Illusionen machen. Es sieht sehr schlecht aus. Zudem ist sie noch in eine Art Koma gefallen.... und wir wissen nicht, wann sie wieder aufwacht... ob sie es jemals wieder tun wird.", fügte Kathy leise hinzu. „Sie sollten sich nicht allzu große Hoffnungen machen... hier könnte jetzt nur noch ein Wunder helfen..." „Kann ich jetzt zu ihr?", fragte Mulder mit belegter Stimme und schaute zu Kathy auf. Sie nickte einmal kurz und öffnete dann die Tür und schob Mulder in das Zimmer. Kurz vor Scullys Bett hielt sie an und schaute auf die reglose Gestalt vor ihr. Sie drehte sich um und verließ das Zimmer. Sie wollte die beiden jetzt alleine lassen. Mulder starrte geschockt und entsetzt auf Scully. Er holte einmal tief Luft und schloss einmal kurz seine Augen. Er wünschte sich, wenn er sie jetzt wieder öffnen würde, dass die ganzen Schläuche und Verbände verschwunden wären und er nur Scully sehen würde, aber das war nicht Fall. Tränen schimmerten in seinen Augen bei diesen schrecklichen Anblick und erst jetzt sah er wie abgemagert und blass Scully wirklich war. Sie sah aus wie tot und dieser Gedanke versetzte ihn in einen Schock. Er wollte so etwas nicht denken, aber er konnte ihn nicht verbannen. Er nistete sich tief in seinen Kopf ein und das Bild einer Krebskranken Scully formte sich. Damals sah sie genauso schlimm aus. Tiefe dunkle Augenringe zierten ihr Leichenblasses und eingefallenes Gesicht und genau dieses Bild sah er jetzt wieder vor sich. Aber er hatte den Eindruck, dass sie jetzt noch schlimmer aussah. Er nahm ihre Hand und gab ihrer inneren Handfläche einen langen und intensiven Kuss. Mulder legte ihre Hand an seine Wange und die Tränen, die sich gesammelt hatten, liefen ungehindert seine Wange hinunter. Sie berührten ihre Hand und folgten weiter ihren Pfad, so als ob sie es ihnen völlig gleichgültig war, was passierte. Er brauchte jetzt nicht zu sprechen. Immer noch mit Scullys Hand auf seinem Gesicht begann er sich vor und zurück zu wiegen. Das fahle Mondlicht schien durch das Fenster und tauchte die beiden in seinen silbrigen Schein. Es lag eine unheimliche Stille in der Luft und diese wurde nur durch ein herzzerreißendes und qualvolles Wimmern unterbrochen. Leise öffnete sich die Tür und eine schmale Person betrat den Raum, gefolgt von einer großen und kräftigen und von einer wieder etwas kleineren Person. Alle blieben wie angewurzelt stehen, als sie das Bild, dass sich ihnen bot, sahen. Langsam trat die schmale Person einen Schritt vor und im Schimmer des Mondlichtes konnte man Maggie Scullys Gesicht erkennen. Bestürzt sah sie auf ihre Tochter und den an ihrem Bett sitzenden, aber inzwischen schlafenden Mann an. Er war ebenfalls in einem Krankenhauskittel gekleidet. Sie presste eine Hand vor ihren Mund, um ein Schluchzen zu unterdrücken. Als sie näher herantrat konnte sie sehen, dass Mulder ebenfalls einen Verband an seinem Kopf und Arm trug. Außerdem war sein Gesicht immer noch nass von seinen Tränen und noch immer umklammerte er Scullys Hand krampfhaft. Sie schüttelte kaum merklich den Kopf und wandte sich dann wieder um und ging zu den anderen zurück und verließ das Zimmer. Die anderen sahen ihr erst unsicher hinterher, doch entschieden sich dann dafür ebenfalls den Raum zu verlassen und ihr zu folgen. Maggie konnte es nicht glauben. Sie hatte ihre Tochter wieder. Er hat sein Wort gehalten und sie wieder zurückgebracht. Im ersten Moment war sie einfach nur froh sie wieder zu sehen, doch dann überkam sie die Gewissheit, dass es noch nicht überstanden war. Es würde noch ein langer und harter Weg werden. Fred wurde durch ein piependes Geräusch geweckt. Schläfrig öffnete er seine Augen und sah sich um. Er hatte keine Ahnung wo er war. Erst langsam erinnerte er sich an den letzten Tag und warum er hier in einem Krankenhaus war. Er setzte sich wieder gerade hin und merkte, dass ihm sein Rücken höllisch schmerzte. Er streckte sich mehrmals und gähnte einmal. Er ließ kurz Nells Hand los und rieb sich seine Augen. Fred wandte sich wieder an Nell und er glaubte gesehen zu haben dass sie blinzelte. Schnell stand er auf und rieb sich nochmals seine Augen. Das konnte doch nicht wahr sein. Gebannt schaute er auf ihr Gesicht und dann sah er es wieder. Sie hatte geblinzelt, da war er sich ganz sicher. „Nell!", rief er aufgeregt. „Nell, kannst Du mich hören?", er strich ich eine Strähne aus dem Gesicht und sie schlug langsam ihre Augen auf. „Oh, mein Gott, Nell...", sagte Fred froh und musste wieder weinen, aber diesmal waren es keine Tränen der Trauer, sondern des Glücks. Sie war wieder aufgewacht. Sie hatte geschafft. „Gott, Nell, ich hatte so eine Angst, dass Du nicht mehr aufwachen würdest.", sie war noch zu schwach um etwas zu sagen und lächelte ihn nur an. Aber trotzdem versuchte sie es und Fred schüttelte seinen Kopf. „Sssh, Nell, nein, sag nichts. Es wird alles wieder gut. Ich werde jetzt immer für Dich da sein und nicht nochmals zulassen, dass man Dir so was antut. Bitte glaube mir. Ich bereue zutiefst, dass ich Dir das angetan habe und ich hoffe, dass Du mir eines Tages verzeihen kannst, aber ich meine es ernst...... in den letzten Tagen bist Du zu einem entscheidenden Teil meines Leben geworden und ich würde alles für Dich tun.", Nell öffnete abermals ihren Mund um etwas zusagen, aber sie brachte keinen Ton heraus. Fred schaute ihr liebevoll in die Augen und sie versank völlig darin. Sie schauten sich nur an und Nell wusste, was er ihr sagen wollte. Sie würde zwar nie vergessen, was er ihr angetan hatte, aber sie verzieh ihm. Während sie in diesem Komatösen Zustand war, hatte er ihr erzählt, warum er es getan hatte und auch wenn sie es am Anfang nicht verstanden hatte, so verstand sie es jetzt. Sie fühlte, dass er es wirklich ernst meinen musste und sie gab ihm zu verstehen, dass sie ihm verziehen hatte. Fred strich ihr sanft eine Strähne aus dem Gesicht und Nell lächelte ihn an. Langsam beugte er sich zu ihr runter und gab ihren langen Kuss auf die Stirn. Als seine Lippen ihre Haut berührten schloss sie ihre Augen und genoss es sichtlich. Fred unterbrach den Kontakt und schaute ihr wieder in die Augen. „Ich werde jetzt einen Arzt holen gehen.", sagte er mit leiser Stimme und Nell nickte ihn einmal kurz zu. Er stand auf und ging in Richtung Tür. Das Nächste, was sie hörte, war seine Stimme, wie er nach einem Arzt rief. 10:35 Uhr Immer noch schlief Mulder an Scullys Krankenbett und hielt ihre Hand. Sachte legte sich eine Hand auf seine Schultern und er schreckte hoch. Schnell drehte er sich um und sah in das Gesicht von Kathy. „Mr. Mulder, ...." „Mulder." „Bitte?", fragte Kathy überrascht. „Nennen Sie mich einfach nur Mulder. Lassen Sie dieses Mister weg, sonst komme ich mir immer wie mein Vater vor." „Okay, also, Mulder, ich muss Sie jetzt leider mitnehmen." „Was? Nein, ich kann doch nicht gehen..." „Mulder, ich muss aber Ihren Verband wechseln und außerdem müssen Sie nochmals untersucht werden." „Aber...." „Kein aber. Sie kommen jetzt mit mir. Ihr wird nichts passieren.", sagte Kathy mit ruhiger Stimme und schob Mulder aus dem Raum. Wieder öffnete sich die Tür zu Scullys Zimmer und Maggie, Bill und Charlie betraten den Raum. Überrascht stellte Maggie fest, dass Mulder nicht mehr da war. Alle drei gingen sie zu Dana und Maggie trat sofort wieder einen Schritt zurück. Sie sah jetzt noch viel schlimmer aus, als in der Nacht. Sie musste sich erst einmal setzen und schüttelte bedrückt den Kopf. Bill stellte sich hinter hier und legte seine Hand auf ihre Schulter und drückte sie leicht. Er presste seine Lippen zusammen und starrte wütend und grimmig auf Dana. „Mom, sie wird es schaffen. Sie war immer stark.... und ich schwöre Dir, ich werde ihn nicht ungeschoren davon kommen lassen. Er wird dafür büßen müssen, was er Dana all die Jahre über angetan hat." „Bill, nicht....", versuchte Maggie ihn zu beruhigen. „Nein, Mom. Diesmal kannst Du mich nicht zurückhalten. Wenn er auch nur noch einmal Dana zu nahe kommt ist, ist er dran. Er gehört nicht zur Familie... er wird ihr nichts mehr tun." „Mein Gott, Bill, jetzt hör doch auf, hier so einen Schwachsinn zu labern. Er hat ihr das ganz bestimmt nicht angetan.", mischte sich nun auch Charlie ein. Er konnte sich das ewige Genörgel von seinem Bruder nicht mehr anhören. Als er Schreie auf den Flur hörte, ging er schnell zur Tür und öffnete sie und ließ einen noch wütender werdenden Bill zurück. Charlie lief in die Richtung aus der die Schreie kamen. „Schnell, ich brauche einen Arzt!!! Sie ist aufgewacht!!! Schnell!!!", schrie Fred aufgeregt und rannte den Ärzten entgegen. Langsam ging Charlie auf ihn zu, immer darauf bedacht den Ärzten nicht im Weg zu sein. Fred hätte am liebsten die ganze Welt umarmt, weil er sich so freute. Aber da er das nicht konnte, nahm er sich den erst besten und das war Charlie. Er lief auf ihn zu und umarmte ihn. Charlie riss überrascht seine Augen und stand starr wie eine Salzsäure. „Sie ist aufgewacht. Endlich!!!", erst jetzt merkte Fred, was er getan hatte. Er überlegte kurz und ließ Charlie dann abrupt los. „Oh, hey, 'tschuldigung, das wollte ich nicht. Ich weiß auch nicht, was da in mich gefahren ist. Es...." „Ist schon gut, ist ja nichts passiert." „Da bin ich ja froh.... ach so, ja, ähm.... mein Name ist Fred Steel.", Fred reichte Charlie die Hand und Charlie nahm sie entgegen. „Schön, Sie kennen zu lernen. Ich bin Charlie Scully. Meine Schw....", stellte er sich vor und wollte gerade weitererzählen, als er von Fred unterbrochen wurde. „Scully?", fragte er und Charlie nickte. „Dann müssen Sie der Bruder von Dana sein, der Mulder so zur Schnecke gemacht hat, oder?" „Ähm, ....", Charlie wusste gar nicht was er sagen sollte. Ihm fehlten die Worte. Woher kannte dieser fremde Mann seine Schwester und Mulder und wieso glaubte er, dass er Mulder zu Schnecke gemacht hatte? „Ja, ja, ich bin Danas Bruder, aber.... aber ich glaube Sie müssen mich mit meinen Bruder verwechselt haben. Ich kenne Mulder erst seit ein paar Tagen und woher kennen Sie meine Schwester?", fragte Charlie neugierig. „Nun ja, das ist eine lange Geschichte...." „Ich habe Zeit." „Na schön, sollen wir uns vielleicht irgendwo hinsetzen? In die Cafeteria oder so?", Charlie nickte und beide gingen sie in die Cafeteria und holten sich einen Kaffee, was man aber eigentlich nicht als diesen bezeichnen konnte, und setzten sich an einem Tisch am Fenster. Fred erzählte ihm davon wie er Nell gefunden hatte und wie er erpresst wurde und davon wie er Mulder in Scullys Wohnung gefunden hatte. Charlie zog eine Augenbraue nach oben und sah Fred mit großen Augen an. Fred hatte jetzt den Eindruck, dass er irgendwas Falsches erzählt hatte, aber Charlie gab ihn zu verstehen, dass er fortfahren sollte. Also berichtete er davon wie sie Nell und Scully gefunden haben und sie dort rausgeholt haben, kurz bevor alles in die Luft flog. „Sie glauben mir nicht, oder?" „Na ja, also, ein wenig phantastisch klingt das schon..... aber ich weiß auch so einiges was Dana mir erzählt hat, über ihre Arbeit und so und wenn ich das so aus diesem Blickwinkel betrachte, kommt es einem gar nicht mehr so abwegig vor... ich weiß es nicht.... aber ich weiß eins mit Sicherheit. Das dürfen Sie auf gar keinen Fall meinem Bruder erzählen und besonders nicht die Szene, dass Mulder in Danas Wohnung war und dort wohlmöglich noch in ihrem Bett geschlafen hat. Falls sie das tun, sind sie garantiert einen Kopf kürzer, da mein Bruder einen ungeheuren Hass auf Mulder hat. Er gibt ihm die Schuld daran, dass ihr das alles passiert ist und dass unsere andere Schwester gestorben ist.... also, erwähnen sie am besten seinen Namen und irgendwas von irgendwelchen Regierungsverschwörungen nicht in seiner Gegenwart." „Okay.", antwortete Fred verunsichert und beide verließen dann gemeinsam die Cafeteria. Mulder sah Kathy unglaubwürdig an. Was hatte sie ihm da gerade gesagt? Er durfte nicht zu Scully? Ihre Familie wollte nicht, dass er sie sah? Er konnte es nicht glauben. Seine Gedanken überschlugen sich. Wie konnte das passieren? Wieso durfte er Scully nicht sehen? „Was soll das heißen, ich darf nicht zu Scully?", fuhr Mulder sie an. „Die Familie hat ausdrücklich gesagt, dass kein Außenstehender sie sehen darf." „Aber ich bin doch kein Außenstehender! Ich bin ihr Partner, ihr Freund... Ich will sie jetzt sofort sehen!" „Es tut mir leid, Mulder, aber ich kann Sie nicht zu ihr lassen. Die Familie hat es ausdrücklich verboten.", versuchte sie ihn zu beruhigen. „Nein!!! Sie können mich doch nicht einfach aussperren! Ich ... ich...", Mulder verstummte langsam. Er konnte schon ahnen wer dafür gesorgt hatte, dass er sie nicht sehen durfte. Er atmete einmal tief durch. „Können Sie mir wenigstens sagen, wie es ihr geht, oder haben die das auch verboten?", fragte Mulder sarkastisch. „Ihr Zustand ist unverändert und... wenn sich diese Nacht nichts verändert...dann stehen ihre Chancen sehr schlecht. Um es besser auszudrücken. Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich ihr eine sehr schwache 2 geben wenn nicht sogar eine 1. Es tut mir wirklich leid. Kann ich sonst noch was für Sie tun?" „Können Sie mich wenigstens zu ihrem Zimmer schieben? Wenn ich schon nicht rein darf, möchte ich wenigstens in ihrer Nähe sein.", Kathy nickte und schob ihn in Richtung Scullys Zimmer. „Danke." Frohike, Langly und Byers gingen den Krankenhausflur entlang. Sie wussten, wo sich Mulder aufhalten würde und so machten sie sich auf den Weg zu Scullys Zimmer. Überrascht blieben sie stehen, als sie sahen dass Mulder vor Scullys Zimmer saß. Wenigstens konnte er, so wie es aussah, Kathy überreden den Rollstuhl wegzulassen. Er saß auf einen der Stühle und hatte seinen Kopf in seinen Händen vergraben. Einen Arm auf die Stuhllehne gestützt und den anderen schlaff auf seinem Bein liegend. Die drei verlangsamten ihren Schritt bis sie schließlich vor Mulder stehen blieben. Sie bildeten einen Halbkreis um ihn. „Mulder?", fragte Langly vorsichtig. „Mh?", brachte Mulder hervor, sah aber immer noch nicht zu ihnen auf. „Mulder, wir haben was entdeckt und wir dachten, dass es Dich interessieren würde.", sagte Frohike mit gedämpfter Stimme. Mulder sah mit geröteten Augen zu ihnen auf. Dunkle Augenringe hatten sich gebildet und wiesen darauf hin, dass er mal wieder eindeutig zu wenig Schlaf bekommen hatte. „Wir haben von Scully und Nell eine Blutprobe untersucht.", fuhr Frohike fort. „Und wir haben etwas Merkwürdiges entdeckt. Beide Blutproben enthielten eine große Menge an Barbitursäure. Bei Scullys jedoch mehr als bei Nells und noch eine andere Substanz, die ich noch nie zuvor gesehen habe.", bevor er weiter sprach schaute er sich nochmals um, um nachzusehen, ob auch niemand in der Nähe war, der ihn hätte hören können und ging noch näher zu Mulder und die anderen beiden taten es ihm gleich. „Und was ist das, dieses Barbi... blabla?", fragte Mulder genauso leise. „Es ist auch bekannt als Malonylharnstoff. Es ist der chemische Grundkörper aus dem viele Schlafmittel, wie z. B. Evipan, Veronal. Phanodorm oder Luninal hergestellt werden. Aber zuviel von diesem Zeug kann abhängig machen und die Dosis, besonders in Scullys Blut war alles andere als beruhigend. Es kann sogar eventuell zum Tode führen." „Was genau willst Du damit sagen?" „Ich will damit sagen, dass dieser Zustand von diesem Mittel und diesem anderen Zeug herrühren könnte. Das ist nicht normal. Mulder, ich konnte vorhin, bevor wir gegangen sind ihre Werte ansehen und die sind keinesfalls normal. Jeder Mensch, der im Koma liegt, weist nicht solche Werte auf. Was ist, wenn durch das, was wir in Scullys und Nells Blut gefunden haben, diesen Zustand hervorruft?" „Das ist ja gut und schön, Jungs, aber Nell ist wieder aufgewacht und ihr geht es ausgesprochen gut." Die Lone Gunmen sahen sich erstaunt an. Als erster fand Byers die Sprache wieder. „Das liegt vielleicht daran, dass es ihr erstens nicht soviel und zweitens nicht so intensiv ausgesetzt wurde. Wie... wie geht es Scully?", fragte er und alle sahen betroffen Mulder an. „Sie ... sie .....es sieht nicht sehr gut aus.....die .... die Ärzte haben sie schon aufgegeben. Ich war gestern Nacht bei ihr.... aber jetzt wurde mir der Zutritt verweigert....Ich gehöre halt nicht zur Familie, aber durch Kathy habe ich erfahren, dass sie ihr nur noch diese Nacht geben...", Mulder sprach nicht weiter. Er versuchte seine Gedanken zu sammeln und atmete einmal tief durch. Denn das, was er jetzt sagen musste, fiel ihm nicht leicht und er bereute schon wieder Kathy so hartnäckig befragt zu haben. Jetzt machte ihn dieser Gedanke nur noch trauriger und gab ihm das Gefühl total hilflos zu sein.. „Wenn in vier Stunden immer noch nichts passiert ist, werden sie die Geräte abschalten.", Mulder schluckte schwer und versuchte den Kloß wegzubekommen, der sich in seinem Hals gebildet haben. „Aber... aber, die können sie doch nicht so einfach aufgeben. Die müssen doch was tun.", sagte Frohike fassungslos. „Ihre Familie..... die können sie doch nicht so einfach aufgeben. Ich verstehe das nicht." „Frohike, ich weiß es nicht. Ich habe noch nicht mit Ihnen gesprochen, aber .....ach ich weiß auch nicht. Es ist.... ich meine, wenn sie wirklich sterben sollte, ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich habe doch nur noch sie und sie jetzt nicht mehr sehen zu können und mit der Ungewissheit sie vielleicht nie wieder zusehen.... das ist das Schlimmste was mir passieren konnte. Ich hatte noch nicht mal die Möglichkeit gehabt mich zu verabschieden.", Mulder weinte und schluchzte leise. „Ich ... ich meine, ich ... ich kann sie doch nicht einfach so gehen lassen...." „Mulder, noch ist nichts verloren. Du darfst sie nicht so einfach aufgeben. Du musst jetzt stark sein. Sie braucht Dich doch." „Frohike, hast Du mir eigentlich gerade zugehört? Ich darf nicht zu ihr!", Mulder betonte jedes einzelne Wort. „Ich weiß, aber sie weiß, dass Du sie nicht im Stich lassen wirst und immer für sie da sein wirst. Beweist das denn nicht schon alles?", entgegnete Frohike. Mulder dachte einen kurzen Augenblick über die Worte nach. „Aber wie kann sie es denn wissen, wenn ich es ihr nicht sagen kann?" „Mulder, ich denke sie weiß es. Ihr beide habt jetzt schon so viel durchgemacht und da weiß sie es einfach. Ich an Deiner Stelle würde mit ihrer Familie reden. Sie können Dir nicht Deinen letzten Wunsch abschlagen, sich von ihr zu verabschieden.", Frohike verstummte und keiner sagte etwas. Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis das Schweigen gebrochen wurde. „Kommt, Jungs, wir sollten versuchen ein Gegenmittel zu finden. Noch haben wir sie nicht verloren.", war es Byers der das Schweigen brach. Die anderen nickten ihm zu und die Lone Gunmen verabschiedeten sich und ließen Mulder wieder allein. 04:00 Uhr Die Tür zu Scullys Zimmer öffnete sich einen kleinen Spalt. Eine Person schlüpfte in den Raum und schloss sie sofort wieder. Sie blieb kurz stehen, um zu horchen, ob irgend jemand etwas mitbekommen hatte. Aber alles war still. Langsam und so leise wie möglich ging sie weiter in Richtung Scullys Bett. Die Person blieb davor stehen und schaute auf die reglose Gestalt runter. Nochmals schaute sie sich um und steckte dann ihre Hand in ihre Tasche und holte eine Spritze hervor. Aus der anderen Tasche holte sie eine kleine Ampulle hervor. Nur das Mondlicht spendete ihr Licht, doch es reichte. Vorsichtig zog sie die Spritze auf und betrachtete die Flüssigkeit darin. Sie wusste, dass sie jetzt alles in der Hand hatte. Schnell schaute sie auf die Uhr und musste feststellen, dass es nur noch 2 Stunden waren, bis die Geräte abgeschaltet wurden. Wieder schaute sie zu Scully und ihrem blassen Gesicht. Eins wusste die Person, sie würde auf jeden Fall sterben, wenn in den nächsten Minuten nicht etwas passierte. Sollte sie es wirklich tun? Jetzt war sie schon einmal hier, wenn sie jetzt umkehren würde, hätte sie sich den Weg auch sparen können und so entschied sie sich dazu, das zu tun, wieso sie überhaupt hergekommen war. Wie in Zeitlupe hob sie die Spritze und löste ein Ventil an dem Infusionsständer und steckte die Nadel hinein. Danach drückte sie den Kolben so lange herunter bis die Spritze leer war. Sie schloss das Ventil wieder und lies Spritze und Ampulle wieder verschwinden. Sie wollte gerade gehen, als sie sich jedoch dagegen entschied und nochmals zu Scullys Bett zurückkehrte. Mit sehr leiser Stimme begann sie zu sprechen. „Ich habe über das, was Sie zu mir gesagt haben nachgedacht, Dana. Ich weiß, dass Sie nicht wollen, dass ich Sie so nenne, aber ich werde es trotzdem tun. Ich finde es schon überraschend, aber Sie und Fox haben zu mir dasselbe gesagt. Sie haben zu mir gesagt, wenn ich ihn wirklich lieben würde, würde ich ihm so was nie antun. Außerdem haben Sie zu mir gesagt, dass ich nicht fähig bin zu lieben, nämlich wenn ich es wirklich könnte, würden ich sehen, wie sehr ich ihn damit verletze und ein Mensch, der liebt tut so was nicht. Das haben Sie gesagt und Fox hat zu mir gesagt, als er Sie retten wollte..... er sagte: *Diana, wenn Du uns jetzt ohne irgendwelche Schwierigkeiten gehen lässt, tust Du einmal was richtiges in Deinem Leben.* Irgendwie sagt es doch das gleiche aus, oder was meinen Sie, Dana? Ich glaube, Sie und Fox werden nie meine Beweggründe verstehen, warum ich das alles tue, aber das ist jetzt auch nicht mehr wichtig. Sie und Fox können solange weiter machen wie Sie wollen. Wir werden immer einen Schritt weiter sein. ... doch auch ich habe ein Gewissen, Dana. Ich habe gesehen, wie er leidet. Ich habe gesehen, wie er Sie angefleht hat, ihn nicht zu verlassen, ich habe sogar mitbekommen, wie er gestern Nacht hier an ihrem Bett saß und die ganze Zeit ihre Hand gehalten und geweint hatte. Es tat weh ihn so zu sehen. Damals war ich nur auf Rache aus, aber jetzt sehe ich.... dass er Sie wirklich braucht. Ich glaube, wenn Sie jetzt sterben würden, dann würde er durchdrehen und das kann ich nicht verantworten. Das könnte ich nicht mit meinen Gewissen vereinbaren. Wir werden uns wohl nie gut verstehen, Dana, Sie haben Vorurteile mir gegenüber und ich Ihnen... ich habe bemerkt wie Sie reagiert haben, als ich wieder aufgetaucht bin, aber ich wollte keinen Keil zwischen Ihnen und Fox schlagen. Anfangs war ich eifersüchtig auf Sie, aber als ich erfuhr, dass da nichts zwischen Ihnen und Fox war, wollte ich mein Glück nochmals versuchen, aber er hat es nicht zugelassen. Ich glaube, er hat es wegen Ihnen getan. Er wollte Sie damit wohl nicht verletzen. Ich denke, hiermit habe ich, wie Fox es gesagt hat, einmal in meinen Leben etwas Richtiges getan....", Fowley drehte sich um und ging in Richtung Tür. So unauffällig wie sie gekommen war, verschwand sie auch wieder. 5:30 Uhr Nur noch eine halbe Stunde. Mulder sah ständig auf die Uhr. In einer halben Stunde würde es soweit sein und man würde die Geräte, die Scully am Leben hielten, abschalten. Ihre Wunde war soweit verheilt, aber sonst zeigte sie keine weiteren Aktivitäten. Laut Scullys Testament, wollte sie nicht durch Geräte am Leben erhalten bleiben. Er hatte es ebenfalls unterschrieben und in seinem stand genau dasselbe, aber jetzt so kurz davor, konnte er es immer noch nicht glauben. Er konnte nicht glauben, dass es soweit gekommen war. Würde er sie je wieder lachen sehen? Würde er jemals wieder mit ihr streiten? Würde er sie jemals wieder in den Arm nehmen, wenn es ihr schlecht ging? Würde er sie je wieder necken können, so wie er es immer tat und sie dann auf dieses Spiel einging? Diese Gedanken machten ihm Angst. Erst jetzt merkte er, dass er dann ganz alleine sein würde... er hätte sie verloren und hatte noch nicht mal die Möglichkeit sich zu verabschieden, aber so wollte er sich nicht enden lassen. Ihm wurde mit einem mal klar, dass sie sich gestritten hatten und er konnte sich noch nicht mal bei ihr entschuldigen. Nein, er konnte sie nicht gehen lassen, nicht ohne sich entschuldigt zu haben..... das würde zwar sein Schuldgefühl nicht mindern, aber so hatte er es ihr wenigstens gesagt und sie konnte dann entscheiden, ob sie ihm vergab oder nicht. Entschlossen stand Mulder auf und ging zu Scullys Tür. Gerade in diesem Moment öffnete sie sich und Bill Scully kam heraus. Er blieb stehen und sah Mulder verächtlich an. „Was wollen Sie denn hier?", fragte er grob und funkelte ihn an. „Ich würde Scully gerne nochmals sehen...." „Nur die Familie darf zu ihr. Erweisen Sie ihr wenigstens den nötigen Respekt und lassen Sie sie in Würde sterben und belästigen Sie sie nicht noch unnötig mit Ihren bekloppten Theorien über irgendwelche grünen Männchen.", zischte er Mulder wütend an. Er schloss einmal kurz die Augen. „Ich will mich doch nur von ihr verabschieden.", versuchte Mulder so ruhig es ging zu sagen. „Jetzt lassen Sie die Arbeit doch mal außen vor. Ich möchte mich als Freund von ihr verabschieden. Bitte, sie bedeutet mir wirklich viel und ich hatte noch nicht mal die Chance mich ......", er konnte es nicht glauben, jetzt flehte er schon um Scully zu sehen. Wieso konnte er nicht verstehen, dass es noch andere Menschen gab, die ihr was bedeuteten? „Agent Mulder, Sie nehmen Dana mit Ihrer Arbeit total ein. Sie hat kein Leben mehr und ich sehe sie öfters im Krankenhaus als gesund bei einen Familientreffen. Sie geht an Ihnen Zugrunde und ich lasse nicht zu, dass ich durch Sie noch eine Schwester verliere. Eine haben Sie mir schon genommen, aber die andere..... ich warne Sie kommen sie auch nur in ihre Nähe, dann...", drohend hob er seine Hand. „Bill!", mischte sich Maggie ein. „Was soll denn das?", Bill drehte sich zu seiner Mutter um, überrascht darüber, dass sie sich eingemischt hatte. „Was meinst Du denn damit? Ich habe Mr Mulder nur gerade klar gemacht, dass er nicht in das Zimmer darf, da er nicht zur Familie gehört." „Nein, Bill, Du hast recht, er gehört nicht zur Familie, aber er hat dafür gesorgt, dass Dana jetzt wieder hier ist. Er ist wer weiß wo hingefahren um sie dort rauszuholen. Hat sein Leben dabei riskiert und konnte sie uns wieder bringen und dass sie jetzt in diesem Zustand ist....", sie war den Tränen nahe und deutete auf Dana. „.... dafür kann er nichts. Was die mit ihr gemacht haben, konnte er nicht verhindern...."fuhr sie mit bebender Stimme fort. „Und jetzt zeigst Du ihm gegenüber wenigstens genauso viel Respekt und lässt ihn zu ihr gehen, damit er sich verabschieden kann .... Dana würde es genauso machen.", mit Tränenüberströmten Gesicht ging sie an Mulder und Bill vorbei. Bill warf Mulder einen vernichteten Blick zu und wenn Blicke töten könnten, da war Mulder sich sicher, wäre er jetzt auf der Stelle tot gewesen. Er trat widerwillig einen Schritt zurück und ließ Mulder in Danas Zimmer. Danach schloss er dir Tür hinter sich und lief Maggie nach. Langsam und schleichend, fast kaum die Füße hebend, ging Mulder auf Scully zu. Sie lag noch genauso bewegungslos da, wie in der Nacht zuvor. Er blieb vor ihrem Bett stehen und war unschlüssig. Sollte er sich auf den Stuhl setzen oder nicht? Nach einer Weile des Überlegen entschied er sich dagegen und setze sich statt dessen auf die Bettkante. Behutsam nahm er ihre kalte und zarte Hand in die seinen, welche groß und warm waren. Mulder begann damit sie vorsichtig zu streicheln. Er hatte Angst ihr weh zu tun. Als er in ihr Gesicht sah, die Augen geschlossen, sah es so aus, als ob sie schlafen würde. >Bald wird sie ewig schlafen<, dachte Mulder. Sie wird endlich ihren wohlverdienten Schlaf bekommen. Ruhig und friedlich. So wie sie es verdient hatte. Ohne Sorgen oder Ängste. In Freiheit und Frieden, so wie sie es sich in ihrem Herzen vielleicht immer gewünscht hatte. Mulder nahm seine andere Hand und führte sie zaghaft zu Scullys Gesicht. Er strich sanft über ihre zarte Haut und sog ihren Anblick vollkommen in sich auf. Es war das letzte mal, dass er sie sehen würde und so wollte er jeden Millimeter von ihr in seinen Gedächtnis haben. Ihr makelloses Gesicht und diese wunderbaren Augen, die ihn meistens den berühmten Scully - Blick zuwarfen, aber auch die Momente, wo sie voller Sorge, Trauer oder Glück waren. Wie sie geblitzt haben, wenn sie lachte.... alles, all dies zog er in sich auf. Er biss sich auf die Unterlippe. Jetzt wollte er seine Chance nutzen und sich von ihr verabschieden. „Scully.... Dana ...., als erstes wollte ich Ihnen noch zu Ihrem Geburtstag gratulieren.....", Mulder dachte einen Augenblick über seine Worte nach und schüttelte dann leicht den Kopf. „.... ich hätte nie gedacht, dass ich das schon so früh tun muss. Und ehrlich gesagt, bin ich auch gar nicht darauf vorbereitet gewesen..... ich .... ich möchte Ihnen doch noch so viel sagen. Zum Beispiel wie leid es mir tut, dass ich Sie enttäuscht habe.... in so vielerlei Hinsicht. Ich habe ihnen so viel genommen. Ihr Leben, Ihr Glück, einfach alles. Wahrscheinlich habe ich von Anfang an alles falsch gemacht. Ich habe egoistisch gehandelt. Ich habe die X-Akten als meine Arbeit angesehen und es war für mich selbstverständlich, dass Sie mir folgen würden. Ich weiß nicht, warum Sie es getan haben, doch wenn Sie es nicht getan hätten, dann würde Sie jetzt nicht hier liegen .... Ich kann so Vieles nicht mehr rückgängig machen...die Sache mit Melissa, Emily und auch mit Diana.... Sie haben mir gesagt, was Sie von ihr halten, doch ich wollte Ihnen nicht glauben.... ich wollte nicht einsehen, dass sie sich so verändert hat und wenn wir schon bei dem Thema Diana sind..... ich konnte mich gar nicht bei Ihnen entschuldigen und das ist, was mir am meisten weh tut..... wir gehen in Streit auseinander. So habe ich mir das nicht vorgestellt.... Dana, ich weiß, was Sie jetzt von mir denken müssen, aber Sie hätten sich nie mit ihr vergleichen sollen, da Sie doch eigentlich hätten wissen müssen, dass Sie bei immer mir an erster Stelle stehen.....und hey, Sie haben noch ein Essen bei mir gut.... Sie wollen doch nicht wirklich auf die muldersche Kochkünste verzichten, oder?", Mulder lachte verbittert auf, bei diesen Gedanken. „Also, ich kann Ihnen sagen, dass Sie da wirklich etwas verpassen..... Dana, .....", fuhr Mulder nach einer längeren Pause fort. „Ist Ihnen eigentlich schonmal aufgefallen, dass wir ziemlich versagt haben? Ich meine damit jetzt nicht unsere Arbeit oder Freundschaft, nein, die war etwas ganz besonderes...... aber ich meine, wir kennen uns jetzt schon knapp sieben Jahre und wir sind immer noch beim ` Sie ´ hängen geblieben.... das ist doch wirklich erbärmlich., es hat eben nicht sollen sein....Die ...ähm ..... die Ärzte haben Sie schon aufgegeben, aber ich kann mich mit diesem Gedanken nicht anfreunden..... und ich werde es auch nicht. Wissen Sie noch was ich zu Ihnen gesagt habe? Sie sind mein Halt, meine Konstante.... wie kann ich denn ohne diese Leben? Wer soll mich denn zurecht weisen, wenn ich vor Skinner mal wieder ausfallend werde? Sehen Sie, Dana, ich brauche Sie... ohne Sie bin ich doch nichts.... alleine bin ich schwach... nur zusammen können wir das alles durchstehen, aber alleine geht das nicht.... wenn Sie jetzt aufgeben, haben die gewonnen..... wissen Sie noch? Das waren Ihre Worte. ....Ich weiß nicht, ob es hilft, Sie wieder zurück zu bringen, aber ich glaube, dass Sie noch nicht bereit sind zu gehen und ich möchte, dass Sie wissen, dass ich immer für Sie da sein werde, egal, wo Sie gerade sind....", er holte einmal tief Luft und wischte sich schnell seine Tränen weg. „ Sehen Sie, Sie schaffen es sogar mich zum weinen zu bringen. Mich Fox Mulder.... das soll doch schon was heißen......aber, was ich eigentlich sagen wollte....", noch ein tiefer Atemzug und er sprach mit bebender und zitternder Stimme weiter. „Scully, die haben mir vielleicht Sie genommen, als Person, aber sie können mir nicht meine Erinnerungen nehmen, denn das ist jetzt noch das einzige, was ich von Ihnen besitze..... noch nicht mal ein Foto habe ich von Ihnen..... Sie sind jetzt noch alles was ich habe...... und ich habe Angst davor Sie zu verlieren.... dann habe ich nichts mehr.....aber ich brauche Sie doch.... ich ...ich kann nicht mehr....wie soll ich denn weitermachen? Alles wird mich an Sie erinnern, unser Büro, die ganze Arbeit... einfach alles.... ich werde das nicht ohne Ihre Hilfe schaffen....oh Gott, Dana, was wenn meine Erinnerungen eines Tages an Sie verblassen? Ich könnte mit dieser Leere nicht leben......", Tränen liefen jetzt sein Gesicht hinunter und während er sprach hat er sich weiter zu Scully gebeugt und seine Tränen tropften ungehindert auf ihre Wange, ihre Augen, ihren Mund.... „Ich glaube, jetzt ist es langsam Zeit, um lebe wohl zu sagen..... Dana, Sie werden immer einen Platz in meinen Herzen haben und ich hoffe, da wo Sie jetzt sind, werden Sie es besser haben, als hier bei mir und den X-Akten. Sie haben einen großen Teil meines Lebens ausgemacht und die letzten Jahre waren die schönsten meines Lebens..... ich werde sie nie vergessen..... ich..... Dana, ich will nur, dass Du weißt, dass ich immer für Dich da sein werde.... und ich möchte Dich nochmals um Verzeihung bitten.... Du kannst Dich jetzt entscheiden, ob Du meine Entschuldigung annimmst oder nicht, aber so wollte ich Dich nicht gehen lassen.... nicht im Streit, nicht im Unklaren darüber, wieviel Du mir bedeutest...... Lebe wohl, Dana, wir werden uns eines Tages wiedersehen und bis dahin.... werde ich Dich immer bei mir haben.... in meinen Herzen......", noch mehr Tränen fanden ihren Weg und Mulder hätte nicht gedacht, dass er noch welche hatte. Behutsam nahm er ihr Gesicht in seine Hände und beugte sich noch tiefer zu ihr runter. Er küsste sie lange und intensiv auf die Stirn. Er schloss seine Augen und genoss das Gefühl.....langsam bewegte er sich weiter runter und gab ihr noch einen sanften Abschiedskuss auf den Mund. „Halte durch, G-Woman." Wie in Zeitlupe rutschte er von ihrem Bett. Er ließ sich Zeit damit ihre Hand aus der seinen zu lösen, doch als er es schließlich getan hatte, drehte er sich mit einem gebrochenen, tief traurigen Herzen von ihr weg. Mit wackeligen Beinen schlurfte er in Richtung Tür. Er öffnete sie einen Spalt und drehte sich dann aber doch noch mal zu ihr um. „Meine Erinnerungen an Dich werden immer in meinen Herzen ruhen." Mit all seiner Kraft überwand er sich dazu die Tür ganz zu öffnen und den Raum zu verlassen und somit auch Scully. Sie hatte ihn verlassen..... und würde jetzt in eine Welt reisen, in der es ihr gut ging. Mulder klammerte sich an den Türrahmen, doch seine Beine schlotterten wie Espenlaub und er schaffte es nicht, sie wieder unter Kontrolle zu bringe. Mit den Rücken an der Wand gelehnt sackte er in sich zusammen und vergrub sein Kopf in seinen Händen. Er weinte leise und sein Herz begann zu bluten..... 30 Minuten später Es war soweit. Die Maschinen würden gleich abgestellt werden und Mulder konnte es immer noch nicht glauben. Er hatte das Gefühl neben sich zu stehen. Er konnte das, was bisher geschehen war, noch gar nicht richtig realisieren. Es war alles wie in einem Traum und er hoffte zum wiederholten Male bald daraus auf zu wachen. Alles wäre wieder normal. Scully wäre am Leben und alles wäre wie immer....aber so war es nicht! Und eine leise Stimme in ihm bestätigte dies. Es war kein Alptraum. Nein, dies war die harte Realität und er hatte sie für immer verloren. Zusammengesunken saß er im Wartezimmer auf einem der vielen Stühle. Er konnte wirklich nicht mehr. Er war wortwörtlich ausgepowert. Die letzte Hoffnung die er bisher noch hatte waren die Lone Gunmen gewesen, aber die schwand mit jeder verstrichenden Sekunde und jetzt war sie nur noch minimal. Er blickte einmal kurz auf, als er merkte, dass jemand am Wartezimmer vorbei ging. Mulder blickte in die verheulten Augen von Maggie Scully. Sie war auf den Weg zu Dana. Jetzt war es soweit. Mulder hatte sich dagegen entschieden nochmals zu Scully zu gehen. Er hatte sich bereits verabschiedet, auch wenn er es immer noch akzeptieren konnte, doch wenn er sie jetzt noch einmal sehen würde, wüsste er nicht, was passieren würde. In einem war er sich ganz sicher. Es würde ihm das letzte bisschen Selbstbeherrschung kosten. Nicht dass er sich in letzter Zeit besonders gut unter Kontrolle hatte, aber den kleinen Rest, den er noch besaß, wollte er nicht auch noch verlieren. Maggie blieb kurz stehen und sah auf das Häufchen Elend im Wartezimmer, aber wandte sich dann von ihm ab und ging in Richtung Danas Zimmer. Die ganze Familie stand um das Bett und starrte auf den leblosen Körper. Leises Schluchzen war zu vernehmen. Tara umfasste krampfhaft den Arm ihres Mannes und zerknüllte mit der anderen Hand das Taschentuch, mit welchen sie sich noch vor ein paar Sekunden die Tränen aus dem Gesicht gewischt hatte. Sie konnte es immer noch nicht fassen. Sie war schon geschockt gewesen, als sie erfahren hatte, dass Dana entführt wurde, aber sie jetzt so zu sehen konnte sie nicht ertragen. Sie wusste durch ihren Mann, dass es nicht das erste Mal war, dass so was passiert war und dass Dana schon einiges mehr durchgemacht hatte, als sie oder irgendeine andere Frau, aber sie kannte ihren Mann und wusste auch, dass er gerne übertrieb. Gleich würden die Ärzte kommen und nochmals alles prüfen und wenn sich dann nichts verändert hatte, würden sie die Geräte abschalten....... bei diesen Gedanke schloss sie gequält die Augen und begann wieder zu weinen. Bill nahm sie zärtlich in die Arme und starrte nur auf Dana. Er bewegte keinen Gesichtsmuskel. Für jeden anderen hätte es so ausgesehen, als ob das alles so an ihm vorbeigehen würde, doch das tat es nicht. Er trauerte in seinem Inneren um seine Schwester. Er vergoss keine äußeren Tränen sondern innere. Er schluckte einmal schwer, als er spürte, dass seine Frau in seinen Armen anfing zu zittern. Noch fester drückt er sie an sich und gab ihr ein Kuss auf ihren Kopf, sein Blick nicht abwendend von Dana. Charlie stand bei seiner Mutter und hatte einen Arm um sie gelegt. Im Gegensatz zu Bill, war Charlie nicht nach außen hin so stark. Man konnte sehen, dass er geweint hatte, aber das verletzte nicht seinen männlichen Stolz. Schließlich war es seine Schwester um die er weinte und nicht wegen irgend so einer Liebesschnulze im Fernsehen. Keiner sagte ein Wort, aber alle hofften innerlich, dass es bald vorbei sein würde. Dann hätten sie endlich diese ständigen Qualen, denen sie ausgesetzt waren überstanden, obwohl der Schmerz wahrscheinlich nie versiegen würde, und Dana hätte endlich ihren Frieden gefunden. Fred schob Nell leise in das Wartezimmer und blieb vor Mulder stehen, doch dieser zeigte ihm keine Reaktion darauf, dass er seine Anwesenheit registrierte. Langsam setzte er sich neben ihn und legte ihm eine Hand auf die Schultern. Mulder sah erschrocken auf und Fred hatte das Gefühl, dass ihn ein Gespenst ansehen würde. Ohne etwas zu sagen, wandte er sich von Fred ab und sah statt dessen Nell an. „Schön, dass es Ihnen wieder gut geht.", sagte Mulder ohne einen sarkastischen Unterton in seiner Stimme. Nell nickte kurz. „Ja, ich ... ich wollte mich auch nochmals bei Ihnen bedanken, dass Sie das für mich getan haben.", sie sprach so leise, dass man sie kaum verstehen konnte. Das Reden strengte sie immer noch an und so machte sie eine lange Pause und Mulder dachte schon, dass sie nicht weiter sprechen würde, doch dann sah sie zu ihm auf und schaute ihn mit traurigen Augen an. „Fred hat mir erzählt, wie es um Dana steht......Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es so.... so.... schlecht aussieht.... Fred hat mir auch erzählt, was passiert war, ich... ich hatte keine Erinnerungen mehr und... und vielleicht hätte ich auch nur schneller sein sollen, dann hätten wir es wahrscheinlich noch rechtzeitig geschafft....", Nell wischte sich schnell eine Träne weg und Mulder starrte sie nur fassungslos an. Was hatte sie da gerade eben gesagt? Sie gab sich die Schuld daran, dass Scully sterben wird? „Nell, ....", er hatte keine Ahnung was er sagen sollte. Er begann mit seinem Kopf zu schütteln und nahm vorsichtig ihre Hand. In ihren Augen glänzten die Tränen und ihre Kehle war wie zugeschnürt. „Nell, nein.... sagen Sie nicht so was. Was Sie getan haben..... ich glaube, wenn Sie nicht so weit gekommen wären, hätten wir Sie wahrscheinlich gar nicht gefunden und, dass Dana jetzt im Sterben liegt....", Mulder schluckte einmal. Es fiel ihm immer noch schwer sich mit diesen Gedanken anzufreunden und er fragte sich, ob er es je könnte. „.... dafür können Sie nichts. Sie haben ihr das nicht angetan..... das waren diese Männer, die daran Schuld sind, aber nicht Sie! Hören Sie, Sie haben versucht sie zu retten.... mehr hätten Sie nicht für sie tun können. Das einzige, was uns jetzt noch helfen kann ist ein Wunder......", Mulder verstummte und schaute an einen unsichtbaren Punkt an der Wand. Fred war in der Zwischenzeit aufgestanden und zu Nell rüber gegangen. Vorsichtig legte er einen Arm um ihre Schulter und sie lehnte sich gegen ihn. „Nell, es ist nicht Deine Schuld..... Du hast alles getan, was Du konntest.", sagte Fred auch nochmals und Nell ergriff seine Hand, die auf ihrer Schulter lag und drückte sie leicht. „Es... es tut mir nur so leid..... ich wünschte ich hätte etwas ändern können...... sie war bestimmt ein bezaubernder Mensch...." „Oh ja, das war sie...", begann Mulder und als er weiter erzählte, war er vollkommen in seinen Gedanken versunken. „...... sie war wirklich eine wundervolle Frau. Sie war einmalig. Meine bessere Hälfte sozusagen. Sie war immer der vernünftigere Teil von uns beiden..... ich war immer derjenige, der uns und unsere Arbeit in Gefahr gebracht hatte und sie hatte es jedesmal wieder ausgebügelt.... Sie war einfach phantastisch.... ich kann mir keinen besseren Partner vorstellen, sie.... sie war..... wie sage ich das jetzt? ..... wenn sie richtig in ihren Element war, dann.... dann sprühte sie immer richtig vor Energie.... und aus ihr habe ich dann meine Kraft getankt. Sie war sozusagen, mein rettender Anker und meine Quelle.....", Mulder verstummte einen Augenblick und Nell schaute ihn gebannt an. „Wie ... wie haben Sie sich kennengelernt?", fragte Nell leise. Mulder schaute sie eine Weile nur an und dann lachte er einmal kurz auf, als er sich an den Tag ihres erstens Treffens erinnerte. Nell dachte schon sie hätte irgendwas falsches gesagt, doch dann merkte sie, dass er nicht über sie lachte, sondern über seine Erinnerungen. „Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, so als wäre es gestern. Es war der 6. März 1992. Ich saß gerade an meinem Schreibtisch und untersuchte irgendwelche Dias. Ich hörte wie jemand an die Tür klopfte und ich hatte nichts besseres zu Antworten als: *Tut mir leid, keiner da - außer, der am wenigstens gesuchte Mann des FBI*", Mulder schüttelte kurz den Kopf. „Ich will gar nicht wissen, was sie da von mir gedacht haben muss, aber ich kenne sie jetzt schon gut genug, dass ich es mir denken kann. Sie dachte bestimmt, was ist dass denn für ein Spinner? Sie öffnete die Tür und betrat mein Büro. Ich habe mich noch nicht zu ihr umgedreht, aber ich kann mir gut vorstellen, wie sie sich umgesehen hat. Wie wohl ein Büro im Keller des FBI's aussehen mag? Und wahrscheinlich hatte sie es sich auch genauso vorgestellt. Unaufgeräumt und vollgestopft mit Gerümpel. Erst als sie hinter mir stand drehte ich mich um und ich sah eine junge, lebensfrohe Agentin vor mir. Ich glaube, wenn sie vorher gewusst hätte, was noch alles auf uns zugekommen wäre, hätte sie nicht so eine optimistische Einstellung gehabt. Scully streckte mir ihre Hand entgegen und ich schüttelte sie, dann sagte sie: *Agent Mulder, ich bin Dana Scully, ich soll Ihnen bei Ihrer Arbeit helfen.*, und schenkte mir ein Lächeln, dass sie mir in den folgenden 7 Jahren nicht sehr oft zeigte. Ich nenne es ein Scully-Lächeln. Es ist das schönste Lachen, was ich je gesehen habe. Das kann niemand ersetzen. Es ist einzigartig. Naja, ich erwiderte dann nur trocken: *Na ist das nicht nett, plötzlich so hoch angesehen zu sein? Was haben Sie ausgefressen, dass man Sie hierher Strafversetzt hat, Scully?*, ich glaube, sie war im ersten Moment geschockt. Da wurde sie gerade neu in eine Abteilung versetzt und ich machte ihr solche Hoffnungen. Sie warf mir dann diesen Blick zu, bei dem sie immer eine Augenbraue hochzog. Diesen Blick habe ich Scully-Blick getauft.. Diesen habe ich im Gegensatz zum Scully-Lächeln viel öfters gesehen. Ich glaube jeden Tag mindestens einmal.", wieder schüttelte Mulder den Kopf. „Aber eins muss ich ihr lassen, auf den Mund gefallen ist sie nicht. Sie sagt immer das, was sie gerade dachte, außer wenn es um irgendwelche persönlichen Dinge ging, dann hatte sie immer eine Mauer um sich herum aufgebaut. *Gar nichts, und ich freue mich darauf mit Ihnen zu arbeiten. Ich habe schon viel von Ihnen gehört.*, wenn ich ehrlich bin, war ich im ersten Moment überrascht, aber trotzdem wusste ich, dass dies nicht der wahre Grund war und dies sagte ich ihr auch. *Ach, wirklich? Ich habe eher den Eindruck, dass man Sie hergeschickt hat, um mich auszuspionieren.*, Scully verzog keine Mine aber in ihren Augen konnte ich sehen, dass ich Recht hatte, aber ich wollte ihr trotzdem eine Chance geben und so konfrontierte ich sie mit unserem ersten Fall.....", Mulder hörte auf zu erzählen und man konnte richtig sehen, wie er diesen Moment nochmals durchlebte. Nell wollte ihn wirklich nicht stören, aber Mulder hatte sie neugierig gemacht und sie wollte, dass er weiter erzählte. „Was war Ihr erster Fall?", fragte sie und sie merkte außerdem, dass es Mulder gut tat über die alten Zeiten zu reden, so war er wenigstens ein bisschen abgelenkt und konnte sich an die schönen Ereignisse mit Scully erinnern. Mulder fuhr mit seiner Erzählung über ihren ersten Fall fort und während er erzählte ging ein Arzt am Wartezimmer vorbei und lauschte kurz dem, was Mulder erzählte und schüttelte traurig den Kopf und machte sich dann auf den Weg zu Scullys Zimmer. Mit leisen Quietschen öffnete sich die Tür und der Arzt betrat den Raum. Die Familie sah ihn an und er ging auf Scullys Bett zu. „Es ist jetzt soweit.", alles Anwesenden schluckten schwer und nickten leicht. Er schaltete das EKG ein, doch anstatt einer Kurve, war nur ein gerader Strich zu sehen und ein nervenzerreißendes Piepen durchbrach die Stille. Der Arzt schaltete das Gerät ungefähr nach einer Minute wieder ab und sagte zu Kathy, die kurz nach dem Arzt gekommen war. „Genaue Todeszeit 5 Uhr 34 am 23.02.2000", Kathy schrieb alles auf und brachte dann die Geräte aus dem Raum. „Es tut mir leid. Wenn Sie wollen, können Sie sich noch in Ruhe von ihr verabschieden.", daraufhin verließ er den Raum. Erst standen alle nur da, konnten sich nicht bewegen. Jetzt war es endgültig. Sie würden Dana nie wiedersehen. Alles hatte ein Ende und jetzt schienen sie dort angekommen zu sein. Charlie löste sich aus der Umarmung von seiner Mutter und ging zu Dana hinüber. Er nahm ihre Hand und drückte sie leicht. „Hey, großes Schwesterherz. Da komme ich schon einmal zu deinem Geburtstag und dann..... ich werde Dich vermissen, Dana. Wir hatten immer ein besonderes Verhältnis. Du warst nicht nur eine Schwester für mich, sondern auch eine sehr gute Freundin. Meine Beste habe ich gerade verloren. Ich hoffe, da wo Du jetzt bist, geht es Dir gut, aber hier auf der Erde werden Dich eine Menge Menschen vermissen......", er beugte sich zu ihr runter und gab ihr einen Kuss auf ihre Stirn, dabei sprach er leise: „Ich werde Dich niemals vergessen und Dich immer lieben.", er richtete sich wieder auf und verließ dann ohne noch ein Wort zu sagen das Zimmer. Als nächstes gingen Bill und Tara zu ihr und Tara brachte kein Wort heraus. Sie umarmte Dana innig und das Einzige, was sie schließlich doch noch schaffte zu sagen war: „Ich werde Dich nie vergessen. Lebe jetzt in Frieden weiter, wo immer Du auch sein magst.", sie löste sich von Dana und Bill trat einen Schritt näher an ihr Bett. „Ich weiß, Dana, dass wir nicht immer einer Meinung waren, besonders was....", er unterbrach sich selbst und überlegte, wie er weiter machen sollte. „... aber, ich möchte, dass Du weißt, dass ich immer stolz auf meine kleine Schwester war. Du warst immer eine starke Person und ich hatte gehofft, dass ich wenigstens noch Dich behalten könnte, nachdem Melissa uns verlassen hat, aber so wollte es das Schicksal.....", auch er gab ihr einen Kuss auf die Stirn und fügte dann noch hinzu. „Du warst schon immer was Besonderes, aber Du hast dies nie zur Kenntnis genommen, vielleicht siehst Du es ja jetzt." Gemeinsam gingen Bill und Tara zur Tür, doch bevor sie den Raum verließen und Maggie Scully alleine mit ihrer Tochter ließen, drehte sich Bill nochmals zu seiner Mutter um. „Mom, wir werden draußen auf Dich warten." Maggie nickte und die beiden verließen das Zimmer. Maggie setzte sich auf das Bett und sah in Danas blasses Gesicht. „Kind, wie konntest Du mir das nur antun? Jetzt habe ich keine Tochter mehr. Beide haben mich verlassen. Ich weiß nicht, ob ich es jemals überwinden werde, aber irgendwie muss ich lernen, damit zu leben. Ich weiß nicht, ob ich es schaffen werde..... Dein Vater ist nicht mehr da und Melissa auch nicht..... Bill und Charlie müssen bald wieder zurück zu ihren Stützpunkten und dann werde ich ganz alleine sein. Ich weiß, dass Du wahrscheinlich bis zum Letzten gekämpft hast, aber diesmal war das Glück nicht auf Deiner Seite, Dana. Du lagst jetzt schon so oft in diesem Krankenhaus.... und ich wusste, dass es irgendwann so weit sein würde, aber ....aber doch nicht so.... Du bist doch mein Baby. Ich habe es Dir nie erzählt, aber als Du damals verschwunden warst, habe ich immer und immer wieder von Dir geträumt... nur durch diese Träume wusste ich, dass Du noch am Leben warst, aber jetzt umgab mich eine völlige Schwärze. Ich hatte geahnt, dass es so kommen würde, aber jetzt wo es soweit ist, will und kann ich es nicht glauben, aber was soll ich machen? Das wird Dich auch nicht mehr zu uns zurückbringen. Lebe wohl, Dana. Ich liebe Dich.", sie küsste ihre Tochter und verließ dann unter Tränen das Zimmer. Mulder, Fred und Nell saßen noch immer im Wartezimmer und Mulder erzählte ihnen von den verschiedenen Fällen, die sie bisher bearbeitet hatten. Er erzählte ihnen von den Leberfressenden Mutanten Eugene Victor Tooms und die beiden starrten ihn nur ungläubig an. Mulder hatte damit gerechnet und zuckte nur mit den Schultern. Was konnte er dafür, wenn es wirklich so war? Aber wenn sie da schon so ungläubig waren, was würden sie dann zudem sagen, was sie sonst noch so erlebt hatten? Als Mulder ihnen von Donnie Pfaster erzählte hielt er kurz inne. „Ich glaube, dass war der erste Fall, wo Scully wirklich Angst hatte. So habe ich sie noch nie erlebt.... Vielleicht kam da alles raus, der Tod ihres Vaters und der ganze Stress und dann noch einen Fall, der mit Leichenschändung zu tun hatte und wo der Mörder nicht bei Leichen blieb, setzte mir auch ganz schön zu. Das war auch der erste Fall, wo ich sie weinen gesehen habe. Nachdem wir sie befreien konnten, ist sie fast in meinen Armen zusammengebrochen. Ich denke, sie war bis jetzt immer noch nicht darüber dahin hinweg....", Mulder machte eine kurze Pause und dachte an den Moment zurück, wo er eine weinende und total aufgelöste Scully in seinen Armen hielt. „Aber für mich war am Schlimmsten, als sie plötzlich verschwunden war. Die X-Akten waren noch immer geschlossen und sie hat mich angerufen und da ich nicht da war, hat sie mir was auf meinen AB gesprochen.... doch dann hörte ich nur, wie sie um Hilfe rief. Ich habe mir diese Nachricht hundertmal angehört und ich gebe mir heute noch die Schuld dafür, dass ich ihr nicht helfen konnte.... Später stellte sich heraus, dass sie von einem Psychopaten entführt wurde, der behauptete von Außerirdischen entführt worden zu sein. Er .... er hat Scully genommen, damit die dann sie nehmen und er somit befreit war. Ich... ich kam zu spät... ich habe ihn am Tatort festgenommen, aber von Scully fehlte jede Spur.... 3 Monate war sie verschwunden und das einzige was ich von ihr hatte, war ihre goldene Kette. Ich habe sie seitdem immer getragen und dann plötzlich tauchte sie im Koma liegend im Krankenhaus auf. Ich weiß noch was für eine Szene ich den Ärzten gemacht habe, als ich sie sah. An tausenden Schläuchen angeschlossen. Sie lag da, als ob .... als ob sie schon tot wäre......", Mulder fuhr sich einmal mit seinen Händen durch seine Haare und holte einmal tief Luft. Es war immer noch schwer für ihn darüber zu reden. „Es war so wie jetzt. Alle hatten sie aufgegeben. Ihre Familie, die Ärzte, alle. Sie haben sich schon alle von Dana verabschiedet und ich hatte die Möglichkeit, die zu erwischen, die ihr das angeblich angetan haben, aber ich entschied mich dagegen und bin zu ihr gegangen. Heute weiß ich, dass ich wahrscheinlich nie die Männer dafür dran kriegen werde die ihr das angetan haben und auch das, was ihr jetzt passiert ist. Ich kenne sie und Scully kannte sie auch..... aber wir konnten nichts machen...... aber sie hatte es trotzdem geschafft. Sie ist wieder zurückgekommen. Ich war so froh sie wieder zu haben und habe mir geschworen es nicht noch einmal so weit kommen zu lassen, aber dieses Versprechen konnte ich nicht halten.....Man hat irgendwelche Experimente mir ihr durchgeführt..... wir haben lauter biologischen Abfall in ihr gefunden......und eine Folge von diesen Experimenten war, dass sie unfruchtbar wurde. Sie hatte nie die Chance gehabt irgendwelche Kinder zu bekommen, aber trotzdem hatte sie eine Tochter. Emily. Sie war ein kleiner Engel, aber sie starb an einer undefinierbaren Krankheit. Scully hatte alles versucht um sie zu retten, aber sie war machtlos. Dana hat sich daran immer die Schuld gegeben. Sie hat es mir zwar nie gesagt, aber ich glaube, sie war der Ansicht, dass sie als Ärztin ihr hätte helfen können, aber - so in Danas Augen - hat sie sie einfach sterben lassen. Ich weiß nicht, aber ich fühle mich auf einer Seite schuldig, ich habe sie in einer Sache angelogen, aber ich konnte es ihr damals nicht sagen, nicht als sich gerade dazu entschieden hatte gegen ihren Krebs anzukämpfen.... da konnte ich ihr doch nicht sagen, dass man ihr Eizellen entnommen hatte und aus diesen dann Kinder züchtet.....", Mulder schüttelte den Kopf an all diese Gedanken. Wie musste sich das hier anhören, was er hier gerade erzählte? Wie eine Sciene-Fiction Story, aber Fred und Nell starrten ihn nur an. Beide wussten, dass Dana an Krebs erkrankt war, aber hatten keine Ahnung davon gehabt, dass dies etwas mit den Experimenten zu tun hatte. „Sie meinen, Dana ist an Krebs erkrankt, weil die irgendwelche Experimente mit ihr gemacht haben?", frage Nell ängstlich. Was ist wenn sie jetzt auch Krebs bekommen würde? „Nein, nicht direkt.... sie hatte einen Chip bei sich im Nacken gefunden, er wurde ihr wahrscheinlich dort eingepflanzt als sie entführt wurde...", und Mulder fuhr mit seiner Hand zu seinen Genick und zeigte ihnen die Stelle. „Sie hat ihn entfernen lassen. Ich glaube, dadurch wurde der Krebs ausgelöst...... Sie sagte zu mir: *....dass mich diese Männer hinter diesem Schwindel, die Männer hinter diesen Lügen, an Krebs erkranken ließen, damit auch Sie weiterhin glauben.* Wieder musste sie wegen mir leiden. Sie lag wieder im Sterben und alle Heilmethoden haben fehl geschlagen. Es hätte nur ein Wunder helfen können..... und dann kam ein Mann zu mir, der Mann, der hinter all diesem steckt und hatte mir ein Angebot gemacht. Ich würde die ganze Wahrheit erfahren, wenn ich das FBI und somit Scully und die X-Akten verließe. Ich wusste erst nicht was ich machen sollte, doch eine Nacht an Scullys Krankenbett hatte mir die Augen geöffnet. Ich entschied mich für den langen und schwierigen Weg, aber so würde ich bei Scully bleiben und das war auch das, was ich eigentlich wollte. Ich weiß nicht, wieso er mir trotzdem geholfen hatte, aber er hat mir gesagt, wo ich das Gegenmittel finden kann. Das Heilmittel fand ich im Pentagon. Unter hunderttausenden von Daten habe ich schließlich Scullys gefunden und was ich dort fand verblüffte und erschreckte mich zugleich. Es war der Chip. Sie hat ihn sich wieder einsetzen lassen und wurde gesund. Ob es nun der Chip war, der dies bewerkstelligt hatte oder ihr neu gefundener Gauben, weiß ich nicht, aber sie hatte es zum zweiten Male geschafft, dem Tot zu entkommen, aber jetzt....." Nell nahm Mulders Hand und drückte sie leicht. „Aber Sie haben doch bestimmt auch schöne Erinnerungen mit ihr, oder? Außerhalb der Arbeit...." „Die Arbeit war unser beider Leben. Wir hatten nichts anderes mehr. Was ein Privatleben ist, wussten wir gar nicht mehr. Aber ja, es gab auch zahlreiche wundervolle Momente in all den Jahren. Lassen Sie mich überlegen. Ich kann mich noch an einen Fall erinnern, da mussten wir im Wald übernachten, weil wir uns verlaufen hatten.", Mulder entschied sich dazu die Mottenmänner lieber nicht zu erwähnen, dann würden sie ihn garantiert für komplett verrückt halten. „Ich wurde von etwas angegriffen und war verwundet und Scully hat sich um mich gekümmert, na ja, so gut es ging. Sie hat ein Lagerfeuer gemacht und versucht mich warm zu halten. Ich weiß noch wie ich aus Spaß zu ihr sagte: *Ich habe mal gehört, dass der beste Weg wieder warm zu werden, wäre nackt in einen Schlafsack zu kriechen, zu jemanden der schon nackt darin liegt.* Wie ich schon gesagt habe überraschte sich mich immer wieder und sie sagte dann, so als ob es das normalste der Welt wäre: *Sollte es irgendwann Schlafsäcke regnen, haben Sie vielleicht Glück.* Ich glaubte mich verhört zu haben, aber dann hat sie noch etwas getan, von dem ich glaubte, sie würde es nie tun. Sie hat mir doch tatsächlich ein Schlaflied vorgesungen. Ich glaube, es war *Joy to the World*. So schlimm dass auch alles vielleicht war, aber diesen Tag möchte ich nicht missen. Was ich auch nie vergessen werde war, als wir zusammen auf einem Cher Konzert waren und ich sie zum Tanzen aufgefordert habe und sie dann doch wirklich mit mir getanzt hat. Sie hat mir eines ihrer wunderbaren Scully-Lächeln geschenkt und da wusste ich, dass sie für eine kurzen Moment glücklich war. Seitdem war es irgendwie unser Lied. *Walking in Memphis*. Immer wenn ich dieses Lied höre, muss ich daran denken, und es war einfach nur wundervoll....... Aber einen Fall habe ich besonders genossen. Scully und ich mussten Undercover als Ehepaar ermitteln. Mir hat es wirklich Spaß gemacht, aber ich glaube, Scully fand das alles nicht so lustig. Ich habe natürlich auch keine Möglichkeit ausgelassen, sie aufzuziehen oder irgendwelche anderen Späße mit ihr zu treiben. Ich habe bemerkt, dass ich mit einer Bemerkung wohl doch übertrieben habe. Ich lag auf unseren Bett und Scully kam gerade mit einer grünen Gesichtsmaske aus dem Badezimmer. Sie sah aus wie irgend so ein Seemonster. Na ja, ich wollte noch einen drauf setzen und bin ein Stück zur Seite gerückt und habe eine einladende Geste gemacht und habe zu ihr gesagt: *Komm schon, Laura, wir sind jetzt verheiratet*, man Sie hätten mal den Blick sehen sollen. Das war die erhöhte Stufe vom Scully-Blick. Aber nachdem sie sich von diesem Schock erholt hatte, war sie wieder ganz sachlich und sagte: *Scully. Gute Nacht, Mulder.* Ich durfte dann meine Sachen packen und den Rest der Ermittlungen auf dem Sofa schlafen. So bringt man sich auch um die Chance mit Scully in einem Bett zu schlafen und ich denke, nach diesem Fall hat sie jegliches Interesse daran verloren mich jemals zu heiraten.", Mulder grinste breit als er von diesem Fall erzählte und Fred verstand, was das Bild in Scullys Wohnung zu bedeuten hatte. Nachdem Mulder wieder einigermaßen ernst war erzählte er weiter: „...... oh ja, und dann habe ich ihr noch das Baseball spielen beigebracht. Wir standen beide auf einem riesen Baseballplatz und sie stand vor mir und wir beide hielten den Schläger. Ich glaube, wir standen einige Stunden dort und haben einfach nur Bälle in die Nacht geschlagen. Es hatte ihr wirklich Spaß gemacht. Sie hatte den ganzen Abend über gelacht und sich wie ein kleines Kind gefreut, wenn sie einen Ball getroffen hatte.", seine Augen begannen zu glänzen und ein kleines Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er in seinen Gedanken versunken war. Mulder wollte gerade weitererzählen, als Kathy zu ihm kam und ihn unterbrach. Er blickte auf und sah, dass im Türrahmen ebenfalls Maggie, Charlie, Bill und Tara standen. Er fragte sich, wie lange sie schon da standen, und wieviel sie von dem mitbekommen hatten, was er gerade erzählt hatte, aber im Nachhinein, war es ihm egal. Er wandte seine Aufmerksamkeit wieder Kathy zu und sah sie an. „Mulder, es ... es ist jetzt vorbei....... wenn Sie wollen können Sie noch einmal zu ihr..... ihr Familie hat nichts dagegen, .... also, wenn Sie sie noch einmal sehen wollen, dann können Sie ......", Mulder schloss seine Augen und vergrub sein Gesicht in seinen Handflächen. Leicht schüttelte er seinen Kopf. Sollte er nochmals zu ihr gehen? Er hatte sich geschworen dies nicht zu tun, aber jetzt wo er darüber nachdachte, kamen ihm Zweifel. „Mulder, gehen Sie zu ihr. Werfen Sie nicht einfach die Chance weg, sie ein letztes Mal zusehen. Sie werden es sich die ganze Zeit über vorhalten. Sie werden es bereuen, wenn Sie es nicht tun, glauben Sie mir.... Sagen Sie ihr auf Wiedersehen.", sagte Nell schließlich und Mulder schaute sie mit qualvollen Augen an. Sie konnte deutlich seine Zweifel in ihnen sehen. Wie er mit sich kämpfte. „Gehen Sie zu ihr.", Mulder warf noch schnell einen Blick auf ihre Familie und stand dann auf. Alle schauten ihm hinterher, als er zu Scully ging. Die Geräte waren weg. Scully lag jetzt nur in ihren Bett, ohne an irgendwas angeschlossen zu sein, ohne das irgendein Geräusch die Stille vertrieb. Der Raum war erfüllt von einer Stille, die Mulder Angst machte. Er setzte sich auf das Bett und sah sie einfach nur an. Wie schon am Abend saugte er ihren Anblick in sich auf. Er nahm ihre Hand und sprach dann leise. Es war nur ein Flüstern, aber man konnte ihn trotzdem verstehen. „Dana, jetzt ist es soweit..... Sie haben sich entschieden..... die drei Chaoten haben es nicht mehr geschafft ein Gegenmittel herzustellen, die Zeit war einfach zu kurz. Ich habe Nell und Fred gerade erzählt, was wir so durchgemacht haben.... Sie fragen sich jetzt bestimmt, wer die beiden sind, aber sie haben mir geholfen Sie daraus zu holen...... Sie konnten nicht glauben, dass es solche Dinge gibt, die wir erlebt haben, aber es tat gut in all den schönen Erinnerungen zu schwelgen. Wir haben schon wirklich so einiges durchgemacht, aber ich möchte keinen Tag davon ändern..... Es ist schwer jetzt irgendwelche geeigneten Worte zu finden, wenn ich mir vorstelle, dass es das letzte Mal ist, dass ich mit Ihnen rede..... die haben jetzt gewonnen, Scully. Die haben jetzt endlich erreicht was sie wollten. Ich habe meinen letzten Halt verloren und sie haben mich an meiner verwundbarsten Stelle getroffen. Sie haben mir das genommen, was ich zum überleben brauche..... Sie waren immer alles für mich und ich weiß nicht, wie ich jetzt weitermachen soll. Die X-Akten kann ich nicht ohne Sie führen ..... Sie waren immer der fehlende Teil, der dies alles zu einem Ganzen machte. Sie haben mich zu etwas Ganzen gemacht.... und jetzt bin ich wieder da, wo ich auch schon am Anfang war...... aber ich werde nicht aufgeben, Dana, die werden dafür bezahlen, was die Ihnen angetan haben..... das schwöre ich Ihnen ..... .... Ich .... ich habe nie an Ihren Gott geglaubt, aber in den letzten Tagen habe ich gebetet. Ich habe gebetet, dass er sie wieder zurückbringt. Ehrlich gesagt, verstehe ich Ihren Gott nicht...... dass er so etwas Grausames tun kann. Er kann uns doch nicht einfach so einen wunderbaren Menschen wegnehmen. Ein Stern wird am Firmament erloschen und dann weiß ich, dass Sie endgültig Ihren Entschluss gefasst haben, aber vorher weigere ich es mich zu glauben. Ich weiß, dass Sie mich hören können...... Sie können doch nicht einfach so viele Menschen zurück lassen, die Sie lieben. Ihre ganze Familie, mich....... wenn Sie mich hören können, dann geben Sie mir ein Zeichen.", Mulder wischte sich mit seinem Ärmel die Tränen weg, immer noch Scullys Hand haltend. Wieder drückte er sie sachte, so als ob, sie so wieder zurück kommen würde. Aber Scully zeigte keine Regung. Mulder beugte sich zu ihr runter und nahm sie in den Arm. Während er sie hielt begann er wieder zu weinen und er hatte das Gefühl, dass es das erste Mal war, dass es irgendwie befreiend wirkte. Er weinte sich seinen ganzen Kummer, Frust, Angst und seine ganze Wut vom Herzen. „Bitte, Dana, komm zurück...... ich brauche Dich doch......bitte......", immer und immer wieder wiederholte er diese Worte. Er drückte sie an sich. Sie konnte ihn doch nicht wirklich verlassen haben. Der Gedanke, dass er sie nie wieder sehen würde, brachte ihn nur dazu, sie noch fester an sich zu drücken und noch mehr und noch bitterer zu weinen. Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn und anschließend noch einen sanften und zarten Kuss auf ihren Mund. Dann merkte er etwas, doch er dachte, er würde es sich nur einbilden und so reagierte er nicht darauf. Doch als Mulder spürte, wie seine Hand zum zweiten Mal, leicht gedrückt wurde - ganz schwach, so dass man es kaum spüren konnte - unterbrach Mulder den Kuss und sah Scully erstaunt an. Sie sah noch genauso aus, wie zuvor. Die Augen immer noch geschlossen und sie bewegte sich nicht. Gebannt schaute er Scully an, ob sie ihre Augen öffnen würde, aber das tat sie nicht und so hakte Mulder dieses Gefühl nur als eine Einbildung ab. Wahrscheinlich hatte er sich einfach nur gewünscht, dass sie ihn hören und darauf reagieren würde, doch dann spürte er es wieder. Diesmal war etwas stärker, als noch beim letzten mal. Nein, das konnte er sich unmöglich eingebildet haben. Er war sich sicher. Sie hatte seine Hand gedrückt. Sie war am Leben! Sie hatte es doch geschafft! „Scully, .... Dana, .... können Sie mich hören?", fragte Mulder aufgeregt. Seine Gedanken überschlugen sich und er wusste nicht, was er als nächstes denken oder machen sollte. „Dana, wenn Sie mich hören können, dann geben Sie mir bitte ein Zeichen....", wieder liefen ihm Tränen die Wange hinunter, aber diesmal waren es Tränen der Freude. „Bitte....", er hatte es in ihr Ohr geflüstert und hoffte, dass er sich nicht geirrt hatte. Erst schien es so, als ob sie ihn nicht gehört hatte, doch dann drückte sie wieder seine Hand. Dies war das schönste Gefühl, was er sich vorstellen konnte. „Oh mein Gott, Dana, was machst Du nur für Sachen? Dana, Dana, Dana.....warte hier! Ich werde einen Arzt holen.", er gab ihr noch schnell einen kleinen Kuss auf ihren Mund und nur schwer konnte er sich von ihrer Hand lösen, da er fürchtete, dass, sobald er sie losließe, dass alles doch vielleicht nur ein Traum war. Er richtete sich auf und wollte ihre Hand loslassen, aber Scully hielt sie weiterhin fest. „Dana, ich werde gleich wieder kommen, aber jetzt muss ich eben einen Arzt holen und dann bin ich wieder da....", langsam schwächte sie den Druck und gab schließlich seine Hand frei. Mulder machte sich auf den Weg und rief lauthals nach einem Arzt. Erschrocken sahen alle Anwesenden im Wartezimmer auf als Mulder schreiend nach einem Arzt den Gang hinunter lief. Kathy kam auf ihn zu und hielt ihn an. „Mulder, was ist los?" „Schnell einen Arzt... Scully... Scully ist aufgewacht.... sie ist nicht tot." „Mulder, ....", begann Kathy, doch Mulder schüttelte heftig mit dem Kopf und er fasste sie an ihren Schultern. „Nein, Kathy, das habe ich mir nicht eingebildet. Sie lebt! Verstehen Sie das? Sie ist nicht tot! Sie lebt!", schrie er sie an. Sollte sie ihm wirklich glauben? Als er sich zu den anderen umdrehte, sah er nur in verständnislose Gesichter. „Ich habe mir das nicht eingebildet. Sie lebt wirklich! Überzeugt euch doch selbst." „Fox, ich weiß wie sehr Sie Dana lieben, aber sie ist von uns gegangen. Der Arzt hat sie für tot erklärt. Mir fällt es auch schwer dies zu glauben, aber wir können daran nichts ändern....", sagte Maggie mit leiser Stimme. „Nein! Sie ist nicht tot! Wieso glaubt mir denn niemand? Dana lebt!", Mulder konnte es nicht fassen, dass sie ihm nicht glaubten. Auffordernd sah er sie an und schüttelte dann mit seinen Kopf. Hoffnungsvoll wandte er sich wieder Kathy. Sie musste ihm doch glauben. „Bitte, Kathy, kommen Sie mit und überzeugen Sie sich selbst. Ich habe mich nicht geirrt. Es war kein Wunschdenken. Scully hat meine Hand gedrückt. Ganze viermal. Ich bin nicht verrückt! Bitte, Kathy!", Mulder flehte sie mit seinen Hundeblick an. Und noch bevor sie was erwidern konnte, nahm er ihre Hand und zog sie mit sich als er in Richtung Scullys Zimmer ging. „Mulder, lassen Sie mich los.", sagte sie geschockt. „Nur, wenn Sie mit kommen und das EKG-Gerät mitnehmen.", Mulder ließ nicht locker und er würde es auch nicht. Wenn sie es nicht machen wird, dann würde er es eben selbst machen. Es schien so, als ahne Kathy dies und warf ihm einen warnenden Blick zu. „Also, gut, dann lassen Sie uns zu Scully gehen.", sie holte sich das Gerät und ging dann mit Mulder zusammen zu Scullys Zimmer. Mulder öffnete die Tür zu Scullys Zimmer und Kathy folgte ihm. Scully hatte noch immer ihre Augen geschlossen. Mulder ging schnell zu ihr und nahm wieder ihre Hand. „Dana? Ich bin wieder da.", als Zeichen dafür, dass sie ihn gehört hatte, drückte sie leicht seine Hand und Mulder strahlte sie an. Kathy kam zu ihm herüber und stellte das Gerät wieder auf. Dann wurde es wieder an Scully angeschlossen und nachdem dies geschehen war, schaltete Kathy das EKG wieder ein und schaute skeptisch auf die Anzeige. Mulder strahlte immer noch wie ein Honigkuchenpferdchen und als er sah, wie sich die gerade Linie in gleichmäßige Kurven verwandelten, wurde sein Grinsen noch breiter. Kathy dagegen starrte ungläubig auf das wie sie sah. Dann wieder zu Scully. Ihre Kinnlade klappte nach unten und sie wusste nicht was sie sagen sollte. Sprachlos wechselte sie Blicke zwischen Scully und dem Gerät. Fassungslos schüttelte sie den Kopf. So was hatte sie auch noch nicht erlebt. Aber es gab doch immer noch Wunder. Ohne weiter auf Mulder zu achten, der immer noch Scullys Hand hielt, rannte sie aus den Raum und rief nach einem Arzt. Als sich die Tür ein zweites Mal öffnete, kam nicht nur Kathy mit dem Arzt herein, sondern jetzt auch ihre ganze Familie und Fred zusammen mit Nell. Alle starrte ungläubig auf das Gerät, doch das regelmäßige Piepsen verriet ihnen, dass es keine Einbildung war. „Das gibt es doch nicht.", war das einzige, was dem Arzt einfiel. Überglücklich schlug Maggie ihre Hände vor den Mund. Sie war sprachlos. Sie hatte ihre Tochter nicht verloren. Neue Tränen liefen ihre Wange hinunter und sie ging langsam auf das Bett zu. Immer noch konnte sie nichts sagen. Mulder machte einen Schritt zur Seite und wollte Scullys Hand loslassen, doch wie schon beim ersten Mal hielt sie sie weiter umklammert und wollte ihn nicht gehen lassen. Trotzdem schaffte es Maggie zu Scully zu gehen und nachdem der Arzt sie soweit untersucht hatte, nahm sie ihre Tochter überglücklich in die Arme. Sie ist wieder zurückgekommen. Und zum ersten Mal, seitdem Scully im Krankenhaus lag, öffnete sie ihre Augen. Verwirrt sah sie sich um und sie hatte keine Ahnung wo sie war. Dann erst registrierte sie, dass ihre ganze Familie, zwei Personen, die sie nicht kannte und Mulder da waren. Mulder. Es war das Erste was ihr einfiel. Sie schaute zu ihrer Hand hinunter und sah, dass ihre Hand in seiner lag und lächelte. Mulder hatte ihren Blick gesehen und strahlte sie weiterhin an. „Mu....Mulder....", war das einzige was sie heraus brachte. Ihre Stimme war rauh und kratzig. „Sssh.", Mulder legte ihr seinen Zeigefinger auf den Mund und schüttelte leicht den Kopf. „Sagen Sie nichts.", aber Scully hatte so viele Fragen und egal was er ihr jetzt sagen würde, sie würde sie jetzt stellen. Mulder nahm seinen Finger von ihrem Mund und sie fuhr sich einmal mit ihrer Zunge über ihre trockenen Lippen. „Wo... wo bin ich?", fragte sie schließlich und Mulder warf ihr einen Blick zu, den Scully nur allzu gut kannte. Scully hielt ihm stand und sah ihm herausfordernd an. Und da wusste Mulder, dass er seine Scully wieder hatte. Sie war wieder da. Scully konnte sehen, dass Mulders Augen schimmerten und keinem anderen wäre es aufgefallen, aber ihr war es aufgefallen und sie merkte, wie schwer es ihm fiel, seine Tränen zurück zu halten. Nochmals drückte sie seine Hand und Mulder schloss für einen kurzen Moment seine Augen. „Also, Mulder, wo bin ich?", ihre Stimme war schon kräftiger, aber immer noch ein Flüstern. „Sie sind in einem Krankenhaus.", gab er schließlich nach. Er wollte ja nicht, dass ihr erster Wortwechsel in einem Streit ausartete und das dann auch noch vor ihrer Familie.... aber wie er Scully kannte, würde es sie wahrscheinlich amüsieren, das sie eh nicht die ganzen Anspielungen verstanden. Und er merkte wie Scully ihn irritiert anschaute. „Ich werde Ihnen das alles später erklären.", es war ebenfalls nur ein Flüstern. Dies schien auch das Stichwort für den Arzt zu sein. Er trat hervor und stellte sich neben Mulder. „Ms. Scully braucht jetzt Schlaf.", sagte er bestimmt und alle verstanden seine stumme Aufforderung und Scully verdrehte einmal kurz die Augen und Mulder schüttelte glücklich seinen Kopf. Alle wandten sich der Tür zu, doch Scully hielt Mulder noch zurück. „Mulder?", er drehte sich zu ihr um und auch die anderen blieben stehen. „Ja?" Scully fasste wieder seine Hand und sah ihn dann in die Augen. „Ich war so stark wie Ihre Überzeugungen.", sagte sie leise und Scully hatte mit Absicht dieselbe Worte gewählt, die sie auch schon vor ein paar Jahren zu ihm gesagt hatte, als sie damals aus dem Koma aufgewacht war. Mulder verstand ihre Bedeutung und nickte ihr wissend zu. Er gab ihr einen langen Kuss auf ihre Stirn, so wie er es die Male zuvor schon des öfteren getan hatte. Er überlegte sich kurz, ob er ihr auch einen „Abschiedskuss" auf den Mund geben sollte, gerade vor ihrer Familie, aber dann entschied er sich doch dafür. Was sollten sie denn tun? Ihm den Kopf abhacken? Und Scully würde ihm schon seine Meinung sagen, wenn sie etwas dagegen haben sollte. Also, beugte er sich noch weiter zu ihr runter und gab ihr einen sanften und zärtlichen Kuss auf den Mund. Scully weitete ihre Augen vor Überraschung und bewegte sich nicht. Als Mulder sich von ihr löste, schaute sie ihn immer noch wie paralysiert an, doch Mulder schenkte ihr ein Lächeln und Scully gab ihn daraufhin eines ihrer berühmten Scully-Lächeln zurück. Bill wollte gerade etwas sagen, als Charlie und Maggie ihn zurückhielten und ihn aus dem Raum schoben. Fred und Nell tauschten einen Blick aus und jetzt wussten sie wie ein Scully-Lächeln aussah und sie mussten zugeben, Mulder hatte nicht übertrieben. Es war wirklich ein wunderschönes Lächeln, aber für Fred war das Lächeln von Nell genauso, wenn nicht noch schöner. Er drückte einmal kurz ihre Schulter und schob sie dann hinaus. Als alle draußen waren, wandte sich Mulder wieder Scully zu und sagte mit einen Lachen in der Stimme: „Ich glaube, Ihr Bruder war ganz schön geschockt...." Scully lachte ebenfalls. „Das glaube ich auch, aber er wird es überleben... ich weiß nur nicht, ob Sie das auch tun werden....." „Das Risiko, bin ich gerne eingegangen.", fügte Mulder schelmisch hinzu. Sie sahen sich beide intensiv in die Augen und ein merkwürdiges Schweigen breitete sich zwischen den beiden aus. Wie hatte er diese blauen Augen vermisst. Aus denen er immer lesen konnte und sie immer verstand. Erst jetzt, wo er sie wieder hatte, wurde ihm klar, dass er es wahrscheinlich nicht geschafft hätte, ohne sie weiter zu leben. Langsam machte sich in Mulder eine undefinierbare Unruhe breit, was das Schweigen mit sich brachte und unterbrach den Blickkontakt. Er räusperte sich und fügte dann mit leicht zitternder Stimme hinzu. „So, jetzt müssen Sie aber schlafen, damit Sie mir auch wieder zu Kräften kommen." Scully ist nicht entgangen, dass Mulder nervös wurde, und auch ihr wurde es ebenfalls ein wenig unbehaglich zumute. Nervös fummelte sie mit ihrer freien Hand an der Bettdecke herum und als Mulder schließlich weg schaute, richtete sie ihren Blick beschämt nach unten. Eigentlich hätte sie sich für nichts schämen müssen, aber sie tat es trotzdem. Sie liebte diese Momente zwischen ihnen, aber zugleich wusste sie auch, dass sie Gefahr lief zu viel hinein zu interpretieren und das wollte sie auf gar keinen Fall riskieren. Nach ein paar Sekunden des weiteren Schweigens hatte sie sich wieder einigermaßen unter Kontrolle und fasste den fehlenden Mut um Mulder wieder in die Augen sehen zu können. Sie brauchten nichts zu sagen und sie hoffte, dass Mulder in ihren Augen ihre Dankbarkeit sehen konnte und noch so vieles mehr, dass sie nicht wagte zu sagen. „Jawohl, Sir.", sagte Scully schließlich mit gespieltem Ernst, nachdem sie ihre Fassung wiedererlangt hat und beide begannen erneut zu lachen. „Ach und, Mulder,...", sie sah ihn weiterhin mit einem Lächeln an. „Irgendwann müssen Sie mir nochmals ihre mulderschen Kochkünste beweisen.", Mulder Lippen fuhren Himmelwärts und er nickte lächelnd und überglücklich. Diesmal gab Mulder ihr einen Kuss auf ihre innere Handfläche und verließ das Zimmer nur mit schweren Herzen. Am liebsten wäre er die ganze Zeit bei ihr geblieben, aber er wusste auch, dass der Arzt recht hatte und sie Schlaf brauchte und Scully wusste dies auch, aber diese kleine Enttäuschung wurde sofort von einem überglücklichen Gefühl in seinem Inneren übertrumpft. Er hatte sie wieder und das war im Moment das Wichtigste. Sie würde es schaffen, aber diesmal gab er sich nicht das Versprechen so etwas nicht nochmals geschehen zu lassen. Er wollte es nicht ein zweites Mal brechen, stattdessen sagte er sich, dass er alles in seiner Machte stehende tun würde, um sie vor diesen Schicksal zu bewahren. Mit einem neuen Gefühl der Hoffnung und einem angenehmen Kribbeln in seinem Bauch und einem breiten Grinsen auf seinen Gesicht ging er den Krankenhausflur entlang. Scullys Wohnung 4 Wochen später 20:30 Uhr Endlich war sie wieder zu Hause. Verträumt blickte sie sich um. Sie hatte das Gefühl seit Ewigkeiten nicht mehr hier gewesen zu sein, aber zugleich hatte sie auch das Gefühl, als wäre sie erst gestern in ihrer Wohnung gewesen. Ein wenig verwirrt über diese widersprüchlichen Gefühle ging sie weiter ins Wohnzimmer. Erst als sie hinter sich den Knall der Tür, die ins Schloss fiel, hörte, wurde sie aus ihrem Tagtraum gerissen. Erschrocken drehte sie sich um und sah Mulder, der entschuldigend seine Schulter hob. Er stellte Scullys Tasche neben dem Sofa ab und sah sich unentschlossen um. Was sollte er jetzt tun? Gehen oder noch bleiben? >Bestimmt will sie jetzt ihre Ruhe haben. Also, werde ich mich dann mal verabschieden.< „Also, dann, Scully, ich werde dann mal gehen.", er sah sie ein wenig hilflos an. „Ähm..., ja, okay, .... und danke nochmals." „Wofür denn? Das habe ich doch gerne gemacht. Brauchen Sie vielleicht noch etwas?", Mulder sah sie fragend an, aber Scully schüttelte nur den Kopf. „Nein, nein, ich habe alles.... ich glaube, ich werde mich jetzt hinlegen und noch ein wenig ausruhen, damit ich dann morgen wieder fit bin..... Sie wissen schon, die Arbeit ruft.", sie lächelte ihn aufmunternd zu und Mulder nickte. Er hatte ihre stumme Aufforderung verstanden und wandte sich der Tür zu. Er griff nach der Türklinke und wollte diese gerade herunter drücken, als er Scully hinter sich hörte. „Mulder, ....". Er drehte sich zu ihr um, seiner Hand immer noch am Griff und sah sie fragend an. „Mulder, ich ... ich kann mich zwar an nichts mehr richtig erinnern, aber ich.... ich wollte ihnen danken." „Aber das haben Sie doch schon." Scully schüttelte leicht ihren Kopf und schaute auf ihre Hände, die ineinander verflochten waren. Schließlich blickte sie zu ihm auf und sah ihm direkt in die Augen. „Nein, Mulder, ich meine Danke.", sie sah in hoffend an, dass er ihre Botschaft verstanden hatte und in seinen Augen konnte sie sehen, dass Mulder ihre stumme Botschaft verstanden hatte. Ohne ein Wort zu sagen, ließ er den Türgriff los und ging weiter auf Scully zu, bis er direkt vor ihr stand. Etwas unsicher machte er den letzten Schritt und nahm sie vorsichtig in die Arme. Scully schlang ebenfalls ihre Arme um Mulders Taille und er drückte sie noch fester an sich. Sie legte ihren Kopf auf seine Brust und schloss ihre Augen. Scully hörte Mulders kräftigen und gleichmäßigen Herzschlag und dies ließ die ganze Anspannung, unter der sie die ganze Zeit gestanden hatte, fallen. Und anstatt der Anspannung breitete sich in ihr ein Gefühl der Entspannung aus. Sie atmete tief ein und aus und merkte wie Mulder sein Gesicht auf ihren Kopf legte. Für ihn war es das Schönste, was er sich vorstellen konnte. Endlich konnte er Scully wieder in seinen Armen halten. Die letzten Wochen waren die reinste Qual und Scully ließ ihn diese Qual für einen Moment vergessen. Still standen sie da. Arm in Arm. Keiner bewegte sich, beide wollten das Gefühl der Geborgenheit nicht verlieren und klammerten sich regelrecht an den anderen. Sie hatten sich endlich wieder! Leise nuschelte Mulder nach einer Ewigkeit des Schweigens in Scullys Haar. „Jeder Zeit wieder, Dana.", er drückte sie noch einmal ganz fest an sich und ließ sie dann los. Auch Scully lockerte ihren Griff und öffnete ihren Augen wieder. Aufmunternd sah sie Mulder an, als er sich auf den Weg zur Tür machte. Mulder öffnete die Tür und trat hinaus in den Flur. „Gute Nacht, Scully." „Gute Nacht, Mulder.", Mulder nickte ihr noch einmal zu und drehte ihr dann den Rücken zu und ging den Korridor hinunter. Scully sah ihm noch eine Weile nach und schloss dann ihre Tür und der Flur war wieder genauso einsam und verlassen wie zuvor. *NEIN!!!! LASSEN SIE MICH LOS!!!!!!!! SIE SOLLEN MICH LOSLASSEN!!!!!! HIIIIIIIIILLLLLLLLFFFFFEEEEE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! MMMMMMUUUUUUUUUUUULLLLLLLLLDDDDDDDERRRRRRRRRRR!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!* Erschrocken und schweißgebadet fuhr Scully auf. Sie saß senkrecht in ihrem Bett und sah sich panisch um. Nur langsam erkannte sie, dass sie bei sich zu Hause und in ihrem Bett war. Sie zwang sich dazu ruhig ein und aus zu atmen. Sie hörte wie ihr Herz wild und schnell in ihrer Brust hämmerte und nur unter großer Anstrengung schaffte sie es, sich wieder zu beruhigen. Ein Blick auf ihren Wecker verriet ihr, dass es 3 Uhr nachts war. Wieder hatte sie es nicht geschafft eine Nacht durchzuschlafen. Immer und immer wieder sah sie irgendwelche schrecklichen Bildfetzen und jedesmal sah sie irgendwelche Leute....... aber sie konnte nicht erkennen, was sie taten...... sie sah, wie ihr irgendwelche Männer irgendwas zeigten, doch sie konnte nicht sagen was es war. Dann versuchte sie sich jedesmal verzweifelt zu befreien und schrie und schlug um sich.... und immer an dieser Stelle wachte sie auf. Diese Alpträume verfolgen Scully jetzt schon, seitdem sie im Krankenhaus war und sie hatte das Gefühl, dass sie von Nacht zu Nacht schlimmer wurden. Mulder hatte sie davon nicht erzählt. Er würde sich nur wieder unnötig Sorgen machen und außerdem redete Scully sich ein, dass die Alpträume bald vorbei sein würden, aber bisher war dies nicht der Fall und es schien so, als ob das Gegenteil eingetreten sei. Scully atmete nochmal durch und schlug dann die Bettdecke zur Seite und setzte einen Fuß auf den Boden und dann den anderen. Langsam stütze sie sich in die Höhe und merkte, wie ihre Beine anfingen zu zittern. Scully stütze sich auf der Bettkante ab und ging langsam und mit unsicheren Schritten in Richtung Küche. Dort angekommen setzte sie Wasser auf und suchte sich in ihrem Schrank nach dem passenden Tee. Als sie ihn gefunden hatte legte sie ihn auf die Anrichte und setzte sich an den Küchentisch. Abwesend und nachdenklich starrte sie auf einen Punkt an der Wand. Scully stützte ihre Ellbogen auf den Tisch und hatte ihre Fingerspitzen aneinander gelegt. Sie versuchte sich zu beruhigen und sprach immer und immer wieder mit den gleichen Worten auf sich ein. „Es war nur ein Traum......nur ein Traum...... die kann nichts mehr passieren.......nur ein Traum......" Erst das schrille Pfeifen des Wasserkessels ließ sie erschrocken zusammenzucken und Scully drehte sich abrupt um. Das Pfeifen wurde immer lauter und lauter und erst da schob sie ihren Stuhl langsam beiseite und stand auf. Wie in Trance schnappte sie sich einen Topflappen und nahm den Kessel in die Hand. Mit der freien Hand griff Scully nach ihrer Tasse und füllte das Wasser hinein. Danach hängte sie den Teebeutel in die Tasse und stellte den Kessel wieder ab. Während sie ins Wohnzimmer schlurfte, umfasste sie die heiße Tasse fester. Scully stellte die Tasse auf ihren Tisch und überlegte sich, ob sie Licht machen sollte, entschied sich dann aber doch dagegen. Statt dessen nahm sie ein Feuerzeug und zündete die Kerzen an, die auf dem Tisch standen. Sie hoffte, dass das Licht der Flammen sie noch weiter beruhigen würden und setzte sich in einer Wolldecke gehüllt auf ihre Couch. Sie beugte sich kurz nach vorne und nahm die dampfende Tasse in ihre Hände und nahm schließlich den Teebeutel raus und legte ihn auf ein Tuch auf den Tisch. Scully nahm einen kleinen Schluck und schaute hinaus aus dem Fenster in die Nacht. Der Tee wärmte sie äußerlich, aber ihre innere Kälte, die Kälte der Angst, konnte er nicht vertreiben. Ja, sie hatte Angst. Dana Scully hatte Angst und sie gab es zu. Sie hatte Angst davor, wieder einzuschlafen. Sie wollte nicht noch einmal diese Qualen durchleben, die sie jedesmal hatte, wenn sie dieser schreckliche Alptraum heimsuchte. Wach bleiben, war das einzige, was sie jetzt wollte. Bloß nicht schlafen. Eine kalte Brise von der nächtlichen Luft, die durch das auf Kippe stehende Fenster, wehte, streifte Scullys Gesicht und trockneten die Tränen, die sie stumm vergoss. Augenblicklich begann sie zu zittern, aber sie wollte das Fenster nicht schließen, so wusste sie wenigstens dass sie noch wach war...... Nächster Morgen Sonnenstrahlen und ein kalter Lufthauch streiften Scullys Gesicht. Langsam öffnete sie die Augen und sah sich verwirrt um. Wie war sie nur ins Wohnzimmer gekommen? Sie erblickte die Tasse, die auf dem Tisch stand und die erloschen Kerzen und langsam konnte sie sich wieder daran erinnern, was letzte Nacht geschehen war. Sie hatte wieder einen dieser Alpträume gehabt. Mühsam richtete sie sich auf und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Eine Sekunde später machte sich ihr Nacken bemerkbar, der eine Nacht auf einem Sofa nicht gewohnt war. Er schmerzte höllisch und als Scully begann ihre Schulterpartien zu massieren, entfuhr in ein erschöpftes Stöhnen. Das einzige, was sie jetzt noch wach bekommen würde war eine Dusche und diese würde vielleicht auch ihre Muskeln wieder lockern. Schwermütig richtete sie sich auf und ging in Richtung Badezimmer. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass sie schon viel zu spät war. In ungefähr 10 Minuten würde ihre Arbeit beginnen und sie hatte noch nicht geduscht, noch nicht gefrühstückt, noch gar nichts. Das Frühstück musste dann heute eben ausfallen, und wenn Scully ehrlich war, hatte sie gar keinen Hunger. >Mist, Mist..... und das an meinem ersten Arbeitstag.....< Schnell lief sie in ihr Schlafzimmer und sammelte ihre Sachen zusammen und verschwand dann im Badezimmer. Als sie einen Blick in den Spiegel warf hielt sie kurz inne und blickte die Person an, die ihr gegenüberstand. Wenn sie nicht gewusst hätte, dass es wirklich sie war, hätte sie es nicht geglaubt. Die Frau, die sie anblickte, sah aus wie ein Geist. Blass und Ringe unter ihren geröteten und angeschwollenen Augen. Scully riss sich von diesem Anblick los und stellte die Dusche an. Akademie, Quantico 1 Stunde später Scully stand vor der Tür zum Autopsiesaal und atmete noch einmal tief durch, bevor sie die Tür öffnete. Man hatte ihr gesagt, dass sie noch Urlaub nehmen sollte, aber das wollte sie nicht. Sie hatte schon zuviel Zeit vergeudet und Arbeit war im Moment das einzige was ihr half. So war sie wenigstens etwas abgelenkt. Mit einem kräftigen Stoß schlug sie die Tür auf und betrat den Saal. Dort erwarteten sie schon ihre Schüler. Erfreut stellte Scully fest, dass es immer noch dieselben waren, wie vor vier Wochen. Sie schenkte ihnen ein Lächeln und die Schüler nickten ihr ebenfalls zu. Aber man merkte ihnen an, dass sie leicht verunsichert waren. Würde Scully jetzt so weiter machen, wie sie es zuvor gemacht hatte? Einfach so, nachdem sie verschwunden war und eigentlich hatte sie noch gar nicht mit ihr gerechnet und so schauten sie doch ein wenig verwirrt drein. Man hatte ihnen nicht gesagt, dass Dr. Scully wieder da war und es freute sie sie gesund und lebendig wieder zusehen, aber sie machten sich doch Sorgen. Sie sah krank und blass aus und die gefiel ihnen ganz und gar nicht. „Guten Morgen, und entschuldigen Sie bitte meine Verspätung.", brach Scully das Schweigen und zog sich Handschuhe über. Sie wollte sofort mit der Arbeit beginnen. Sie hatte das Gefühl einiges nachzuholen und sah ihre Schüler auffordernd. Als sie sich jedoch nicht bewegten, sondern sie nur musterten, wurde Scully langsam ungeduldig. Scully sah jeden einzelnen an und dann schließlich an sich herunter. Vielleicht hatte sie ja irgendwo etwas, aber sie konnte nichts finden. „Was ist los? Sie sehen aus, als ob sie einen Geist gesehen hätten.", Scully hatte keine Ahnung was das sollte und langsam war ihre Geduld am Ende. Mit ihrer Vermutung schienen sie genau ins Schwarze getroffen zu haben. Denn für sie sah Scully aus wie ein Geist und manche von Ihnen schüttelten den Kopf. Aber alle schienen sie das gleiche zu denken.: Was hatte sie nur durchgemacht, dass sie jetzt so blass, fertig und total ausgemergelt aussah? Scully trug zwar ihre normale Arbeitskleidung, aber trotzdem konnte ein Leihe sehen, dass die Sachen nur schlabberig an ihrem Körper hingen und außerdem konnte man ihre Augenhöhlen und die hervorstehenden Wangenknochen deutlich erkennen. Immerhin hatte Scully es einigermaßen geschafft ihre dunklen Augenringe unter dem Make Up zu verbergen, aber ganz verstecken konnte sie sie nicht. „Würde mir jetzt jemand sagen, was los ist?", fragte Scully in die Runde, obwohl sie schon eine Ahnung hatte, war sie nicht bereit darauf einzugehen. Jedenfalls dann nicht, wenn sich ihre Vermutung nicht bestätigt hatte. „Wenn nicht, dann würde ich jetzt gerne mit der Arbeit beginnen." Schließlich räusperte sich Mike, einer der Schüler und Scully sah ihn an. Vielleicht würde sie jetzt mal eine Antwort bekommen. „Wir... wir fragen uns nur, ob....", er wusste im Grunde gar nicht was er sagen sollte. Doch er wusste es schon, aber er hatte keine Ahnung, wie er es ihr sagen sollte. „Ob?", hakte Scully nach und legte ihren Kopf schief. „Na ja, ich will Sie nicht beleidigen, aber Sie sehen nicht gerade gesund aus und da haben wir uns gefragt, was Sie hier machen..... ich meine.....wir hatten für heute eigentlich Dr. Carvers erwartet.....", er sah sie zögernd an. „Dr. Carvers? Er hat Sie die ganze Zeit unterrichtet?", fragte Scully. „Ja, aber das soll nicht heißen, dass.... ich meine, wir sind froh, dass Sie wieder da sind, aber wir machen uns nur Sorgen. Sie sehen nicht sehr gesund aus, das ist alles.", meldete sich nun Rachel zu Wort. „Ich verstehe, aber mir geht es wirklich gut, ich habe die Nacht nur nicht besonders gut geschlafen.... und Arbeit ist im Moment das einzige, was mich ein wenig ablenkt.....",Scully holte einmal tief Luft, bevor sie weiter sprach. „....... und außerdem habe ich schon genug Zeit verloren.", keiner wusste was er dazu sagen sollte und sie merkten, dass Scully nicht über das sprechen mochte, was ihr passiert war. Die Schüler nickten ihr zu und warfen sich vielsagende Blicke zu. Scully entging dies nicht, aber sie ignorierte sie einfach. „Gut, dann können wir ja jetzt anfangen." Scully ging zu den Kühlfächern und sah auf ihre Unterlagen. Sie öffnete eines der Fächer und zog die Trage heraus. „Mike würden Sie mir mal bitte helfen?", Mike nickte und ging zu Scully. Gemeinsam hievten sie die Leiche auf die Trage und während Mike das Kühlfach schloss, schob Scully die Leiche in Richtung Obduziertisch. Wie vor jeder Autopsie ordnete sie die Instrumente in ihrer Reihenfolge an. Sie wartete noch darauf bis Mike wieder bei dem Rest der Gruppe war und begann dann mit dem Unterricht. „Wie Sie schon alle wissen, ist Ordnung und die richtige Reihenfolge der zu nutzenden Instrumente, das A und O einer Autopsie.", Scully hatte wieder einen ganz sachlichen Ton angenommen und man konnte ihr nicht anmerken, dass sie übermüdet oder unkonzentriert war. „Wenn Sie soweit alles vorbereitet haben beginnen Sie damit die Leiche auf äußere Merkmal zu untersuchen. Meistens wissen Sie schon ungefähr wonach sie suchen müssen, aber es kann auch mal vorkommen - aber ich denke, das wird Ihnen nicht all zu häufig passieren...." >..... es sei denn Sie arbeiten bei den X-Akten.<, fügte Scully amüsiert in ihren Gedanken hinzu. „...... dass sie nicht wissen wonach Sie suchen müssen. Am besten Arbeiten Sie sich von oben nach unten durch.", Scully wandte sich den Kopf der Leiche zu und öffnete die Augen. „Hier können Sie geweitete Pupillen sehen und dass sich ein milchiger Film gebildet hat. Worauf weist das hin, Rachel?", sie schaute Rachel nicht an, sondern untersuchte die Leiche weiter. „Ähm.... das ist ein Zeichen dafür, dass....dass......", Rachel kam nicht dazu weiter zu reden, weil sie von jemand anderem unterbrochen wurde. „Das ist ein Zeichen dafür, Dr. Scully, dass die Person schon seit mehreren Tagen tot ist, worauf auch die Leichenstarre hindeutet und wenn Sie die Temperatur überprüfen, werden Sie feststellen, dass diese gesunken ist.", Scully hörte auf die Leiche zu untersuchen, als sie die Stimme hörte, aber sie drehte sich nicht um, sondern lachte leise in sich hinein und schüttelte den Kopf. Mit sachlicher Stimme fuhr sie fort. „Gut, das ist richtig, aber ich hatte eigentlich Rachel gebeten meine Frage zu beantworten. Aber schön zu wissen, dass Sie in den letzten Jahren doch noch was behalten haben, obwohl Sie ja ein Meister darin waren Leichenhallen zu meiden, Agent Mulder.", sie drehte sich mit einem kleinen Lächeln zu ihm um und versuchte toternst zu bleiben. Es gelang ihr auch ganz gut, aber Mulder konnte trotzdem sehen, dass sie kurz davor stand, einen Lachanfall zu bekommen. Er ging weiter auf sie zu. „Sehen Sie, da ist mein fotografisches Gedächtnis doch auch mal zu was nütze.", als er das sagte zeigte er auf seinen Kopf und er merkte, dass er Scully bald so weit hatte. Aber Scully hatte nicht vor ihn so leicht gewinnen zu lassen und deshalb änderte sie ihre Strategie und wechselte das Thema. „Und, Mulder, was führt Sie zu mir? Doch nicht hoffentlich irgendein....", sie schaute sich um und hatte jetzt keine Lust mit irgendwelchen abstrakten Mutanten oder so etwas in der Art zu kommen, weil sie dann genau wusste, würde sie es sagen, würde es Mulder wahrscheinlich abstreiten und sie dürfte sich wieder irgendwelches Gequatsche hinter verdeckten Händen anhören, die sie dann als letztes erfahren würde, während inzwischen die ganze Pathologie davon wusste, aber wenn sie ehrlich war, machte ihr das auch nichts mehr aus. Schließlich war sie ja bekannt als Ms Spooky. „.....Na ja, irgendein Fettsaugender Vampir oder so.", sie sah in unschuldig an und Mulder schüttelte mit gespielten Entsetzen seinen Kopf. „Scully! Ich und Vampire? Das sind doch zwei ganz unterschiedliche Welten. Ich bitte Sie, ich doch nicht." „Stimmt, wie konnte ich das nur vergessen?", Scully ging auf Mulder zu und blieb dicht vor ihm stehen und flüsterte dann ganz leise. „Wenn ich hinter einen Pizzajungen hergerannt wäre und ihn dann ein Stuhlbein ins Herz geschlagen hätte, würde ich auch nicht mehr dran glauben, ....", Mulder zuckte unschuldig die Schultern, so als ob er sagen wollte: Was hätte ich anderes tun sollen? Und lauter fuhr Scully dann fort und drehte sich von Mulder weg. „.....oder aber, ich wäre auch dahinter gekommen, dass Dracula nicht wirklich existiert.", sie schenkte ihm ein breites Grinsen, da sie wusste, dass der Punkt an sie ging. „Aber, Scully, um Ihre Frage zu beantworten. Ich bin hier, weil ich Sie sprechen wollte und da sie nicht zu Hause waren - so hätte ich mir dann auch den Umweg sparen können und die Brötchen die ich Ihnen mitgebracht habe, sind inzwischen auch schon kalt und da hatte ich mich doch so auf ein gemeinsames Frühstück mit Ihnen gefreut- ....", fügte Mulder mit einem noch breiteren Grinsen hinzu. „........ Sie hätten sich noch Urlaub nehmen sollen. Sie sehen überhaupt nicht gut aus. Das sieht sogar jemand, der nicht Medizin studiert hat.", Mulders Ton wurde wieder ernst und sein Lächeln verschwand aus seinem Gesicht. Statt dessen sah er Scully besorgt an, doch diese verdrehte nur genervt die Augen. „Jetzt fangen Sie nicht auch noch an. Mir geht es gut, Mulder.", aber Mulder nickte nur den Kopf. Er wusste, dass sie log und sie wusste auch, dass er es wusste. „Es ..... es war nur eine harte Nacht. Ich habe nicht besonders gut geschlafen." „Scully, ....", versuchte Mulder es noch einmal. „Nein, Mulder, hören Sie, ich muss mich jetzt ablenken.... wenn ich jetzt Urlaub nehmen würde, würde ich alles nur in mich hinein fressen.", sie schob Mulder ein wenig zur Seite, so dass die beiden Abseits standen. „.... und das will ich nicht... ich meine es ist schon schwer genug damit klar zu kommen... immer diese Bilder vor Augen zu haben und nicht richtig zu wissen, was sie bedeuten...... Sie.... Sie haben doch die letzten Wochen auch mit erlebt..... ich .... ich weiß doch nur das, was Sie mir erzählt haben und ich kann es immer noch nicht glauben.... ich meine, von alle dem, was Sie mir erzählt haben..... das Labor, die Ärzte, Diana Fowley, von alle dem weiß ich nichts mehr.... es ist so, als ob ich es nie erlebt hätte..... und .... und....", Scully fiel es schwer weiter zu sprechen, da sie auf der einen Seite nicht wollte, dass Mulder sah, dass sie nicht alleine klar kam und weil sie sich nicht hier die Blöße geben wollte. Sie versuchte den Kloß herunter zu schlucken und senkte ihren Blick. Leicht begann sie zu zittern und Mulder sah sie mitfühlend an. Er fuhr mit seiner Hand zu Scullys Kinn und hob es soweit an, dass sie ihm in die Augen sehen musste. „Scully, ich habe Ihnen das jetzt schon so oft gesagt, ich bin immer für Sie da und das wird sich auch nie ändern, okay? Sie müssen das nicht alleine durchstehen..... wenn Sie Angst haben, dann verheimlichen Sie es nicht vor mir, denn dann kann ich Ihnen auch nicht helfen..... und wenn Sie das Gefühl oder das Bedürfnis haben sollten, sich mal aussprechen zu müssen oder auch mal zu weinen, dann tun Sie es einfach. Sie müssen nicht denken, dass ich oder irgendjemand anders Sie dann für Schwach halte, denn das ist nicht der Fall..... und wenn ich Ihnen sage, dass ich finde, dass Sie blass um die Nase aussehen und dass Sie Urlaub nehmen sollen, dann will ich damit auch nicht sagen, dass ich finde, dass Sie nicht in der Lage wären zu arbeiten..... ich mache mir halt nur Sorgen um Sie. Sie sind gerade erst vor einem Tag aus dem Krankenhaus entlassen worden, da ist es doch ganz normal, dass Sie noch etwas wackelig auf den Beinen sind." „Danke, Mulder, aber mir geht es wirklich gut....." „Können Sie nicht einmal ehrlich zu mir und zu sich selbst sein? Ich sehe doch, dass es Ihnen nicht gut geht. Sie zittern am ganzen Körper..... Sie schlafen nicht, weil Sie irgendwelche Alpträume quälen... ich weiß es, Scully, aber Sie sollten lernen nicht alles alleine zu machen und sich auch mal von anderen helfen zu lassen. Vertrauen Sie mir, Dana." „Ich vertraue Ihnen doch und das wissen Sie.", Scully fiel es immer schwerer Kontrolle zu wahren. „Ich weiß, aber Sie haben Angst..... das müssen Sie nicht, wir beide schaffen das, Scully, so wie wir auch schon das andere alles geschafft haben, 'kay?", Scully nickte ihm zu und ging noch einen Schritt auf ihn zu. Mulder schritt ihr entgegen und nahm sie vorsichtig in den Arme. Scully vergrub ihr Gesicht in Mulders Jacke auf seiner Brust und ließ ihren Tränen freien Lauf. Mulder strich ihr sanft über den Rücken und durch ihre Haare und redete leise und beruhigend auf sie ein. Im Moment war ihr egal, dass sie sich in der Pathologie befand und sie jeder Mensch sehen konnte und auch, dass sie von den Schülern erst fassungslos, hinter her dann aber doch schmunzelnd angestarrt wurden, störte sie nicht. „Ssssh, ssssshh, ist doch gut, lassen Sie alles raus.... das wird Ihnen gut tun.", flüsterte Mulder in ihr Haar. Nach einer Weile löste sich Scully von ihm und ging einen kleinen Schritt zurück. Doch Mulder nahm ihr Gesicht in seine Hände und wischte ihr zärtlich die Tränen weg und lächelte sie an. „Sehen Sie, jetzt ist alles wieder gut...." Scully fuhr sich selbst mit den Händen über ihr Gesicht und versuchte noch zu retten, was nicht mehr zu retten war. „Oh Gott, ich sehe bestimmt schrecklich aus. Total verheult und verschmiert.", sie lachte einmal kurz, aber Mulder schüttelte nur den Kopf. „Nein, Scully, Sie sehen nie schrecklich aus. Sie sehen hervorragend aus.", Scully warf ihm einen ihrer Blick zu und kramte dann aus ihrer Tasche ein Taschentuch und ging zum Waschbecken rüber, wo auch ein kleiner Spiegel hing. Als sie sich sah schüttelte sie nur den Kopf. Sie sah schrecklich aus. Rote, geschwollenen Augen und ihr Make Up war verschmiert. „Mulder, Sie sind ein Lügner, ich sehe zum Fürchten aus.... so kann ich nirgends hingehen." „Schade, ich denke, Skinman wollte Sie bestimmt schon immer mal so sehen.", Mulder stand jetzt hinter ihr und blickte sie durch den Spiegel in ihre Augen. Scully hielt sofort inne, als sie die Bedeutung der Worte verstand. Auch sie sah erstaunt in die Augen seines Spiegelbildes. Mit ihrem Mund formte sie die *Skinner* und Mulder nickte ihr zustimmend zu. Erst jetzt drehte sie sich um und sah ihn immer noch ungläubig an. „Sie meinen Skinner.....", Mulder nickte ihr zu. „Ja genau, er möchte uns in einer halben Stunde in seinem Büro sprechen.", Mulder strahlte übers ganze Gesicht und auch Scully musste lachen. Sie konnte es nicht fassen. Das waren die besten Neuigkeiten, die sie bisher gehört hatte. „Meinen Sie, das hat was mit....?", Scully brachte keinen vernünftigen Satz zusammen, aber Mulder wusste auch so, was sie meinte. Amüsiert schüttelte er den Kopf. Scully wusste nicht was sie sagen sollte. Ihr hatte es doch wahrhaftig die Sprache verschlagen. „Yeap, ganz genau." „Mulder, das ist ja phantastisch! Ich meine....", sie gestikulierte wild mit ihren Armen. „Na kommen Sie, wir müssen jetzt wirklich los, sonst schaffen wir es nicht mehr. Und Sie wollen doch nicht, dass wir bei unserem erstem Meeting mit Skinner zu spät kommen, oder?" „Nein, aber was ist mit....?" „Alles erledigt....", Mulder wollte gerade noch etwas sagen, als Dr. Carvers den Raum betrat. Erstaunt drehte er sich zu Scully um. „Agent Scully, was machen Sie denn noch hier? Ich dachte, ich bin jetzt für Ihren Kurs verantwortlich." „Ja, ja, das ist schon richtig... wir .... uhm .... wollten gerade gehen, nicht wahr, Agent Mulder?", Mulder nickte bejahend mit seinem Kopf und Scully verabschiedete sich durch ein stummes Nicken von den Schülern. Einige sahen ihr wehmütig hinterher, als sie mit Mulder zusammen den Raum verließ. Aber Dr. Carves fackelte nicht lange und begann sofort damit fortzufahren, womit Scully aufgehört hatte. Freds Haus Zur selben Zeit Genüssliche streckte sich Nell und gähnte einmal herzhaft. Sie öffnete ihre Augen und drehte sich auf die Seite. Sie sah wie Fred friedlich neben ihr schlief und das einzige, was sie im Moment machen konnte, war ihn anzustarren. Für sie war es schon fast eine Art Ritual und jedesmal, wenn sie ihn ansah, wusste sie, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatte. Nell rutschte näher zu ihm und legte sich in seine Arme. Ihren Kopf auf seine Brust und daneben ihre Hand. Sie atmete tief ein und mit einem zufriedenen Seufzer aus. Oh ja, sie hatte die richtige Entscheidung getroffen. Seitdem Nell aus dem Krankenhaus entlassen wurde, ist sie bei Fred eingezogen. Sie hatte ihm eine zweite Chance gegeben und er hatte versucht ihr noch einmal alles zu erklären, aber sie wollte davon gar nichts mehr wissen. Für sie war das Thema abgehakt und jetzt vertraute sie ihm, dass so etwas nicht noch ein weiteres Mal geschehen würde. Ob die Männer, die hinter alle dem steckten jemals aufgeben werden, bezweifelte sie stark, aber diese Schlacht hatten sie gewonnen. Vielleicht war der gesamte Krieg noch nicht vorbei, aber sie würden es durchstehen, das wusste sie. Sie schaute zu Fred hinauf und sah in sein Gesicht. Sie konnte nichts anderes tun, als ihn zu mustern. Sie wusste, dass ihr Leben nie wieder so werden würde, wie es früher einmal war, aber sie wusste auch, dass sie es mit Fred an ihrer Seite schaffen wird. Liebevoll gab sie ihn einen Kuss und flüsterte leise: „Ich liebe dich." Dann kuschelte sie sich wieder bei ihm ein schloss zufrieden ihre Augen. Sie würden es schaffen, daran bestand für sie gar kein Zweifel. FBI-Hauptquartier Skinners Büro Mulder und Scully betraten gerade das Vorzimmer, als die Sekretärin zu ihnen auf sah. Sie lächelte ihnen freundlich zu und deutete auf die Tür des Direktors. „Director Skinner erwartet Sie bereits.", und dann wandte sie sich wieder ihren Papieren zu. Scully und Mulder tauschten noch schnell einen Blick aus und nickten sich dann leicht zu. Scully hatte es geschafft, mit Hilfe von Make Up, wieder einigermaßen normal auszusehen und fuhr sich schnell durch ihr Haar, so wie sie es immer tat, wenn sie etwas nervös wurde. Mulder lächelte sie an und öffnete dann die Tür zu Skinners Büro. Mulder ließ Scully als erstes durchgehen und als er ihr folgte legte er seine Hand auf seine Lieblingsstelle, auf ihren Rücken. Skinner erhob sich von seinem Schreibtisch und ging auf die beiden zu. „Agent Scully, Agent Mulder, schön sie wieder zusehen.", er schüttelte ihre Hand und deutete auf die zwei Stühle vor seinem Schreibtisch. „Nehmen Sie bitte Platz." Mulder und Scully kamen seiner Aufforderung nach und setzten sich nebeneinander auf die jeweils zwei Stühle, so wie sie es sonst immer taten, wenn sie eine Strafpredigt von Skinner erwarteten. Skinner suchte mehrere Akten aus seinem ganzen Unterlagen heraus und legte sie vor sich hin. An Scully gewandt fragte er: „Geht's Ihnen wieder besser, Scully?", Scully nickte einmal kurz. „Wenn Sie wollen können Sie aber noch Urlaub nehmen, damit Sie sich richtig erholen können." Scully schaute Skinner leicht genervt an und veränderte ihre Sitzhaltung. Sie schlug ihr rechtes Bein über das Linke und faltete ihre Hände, die auf dem Bauch lagen. Mit reservierter Stimme antwortete sie ihm. „Danke, Sir, aber wie ich Agent Mulder schon mitgeteilt habe, würde ich sehr gerne wieder mit der Arbeit beginnen. Ich fühle mich durchaus in der Lage dazu, aber nochmals danke.", sie setze ein leichtes Lächeln auf und Skinner sah sie noch einen Moment an, schrieb dann aber etwas auf seinen Zettel. „Gut, dann bin ich ja beruhigt, dass es Ihnen wieder gut geht. Aber jetzt dazu, wieso ich Sie zu mich zitiert habe.", Skinner öffnete die oberste Akte und überflog sie kurz. „Sie sollten wissen, Agent Scully, dass Agent Mulder eine Akte über Ihr Verschwinden angelegt hat.... und er brachte es damit im Zusammenhang mit einem Fall, den er zuvor untersucht hatte und an dem Sie ihm geholfen hatten.", Mulder blickte schnell zur Seite in Scullys Richtung und wartete ihre Reaktion ab, aber Scully reagierte nicht. Nachdem keiner von den beiden etwas gesagt hatte fuhr Skinner fort. „Sie haben in Ihrem Autopsiebericht geschrieben, Agent Scully, dass dieser gewisse John Mitchell, der Lastwagenfahrer, mit einer ihnen unbekannten Schicht bedeckt war. Die Todesursache ist ungeklärt und Agent Mulder hat in seinen Bericht geschrieben, dass er vermutete, dass es sich bei dieser Substanz um das schwarze Öl handelt, Purity Control, und das er sich von seiner Beifahrerin angesteckt haben sollte, die er als Anhalterin mitgenommen hat. Nach dem Unfall ist sie spurlos verschwunden und taucht dann mit Ihnen zusammen im Krankenhaus auf. Das ist doch soweit alles richtig, oder, Agent Mulder?", Mulder nickte ihm zustimmend zu. „Ich hätte es nicht besser sagen können." „Schön das zu hören.", Skinner klappte die Akte wieder zusammen und legte gefaltet seine Hände auf seinen Schreibtisch. „Agent Scully, können Sie vielleicht nochmals erzählen was passiert ist, nachdem sie die Leiche untersucht hatten?" Scully beugte sich ein wenig nach vorne und blickte Skinner direkt an. „Ich kann mich nicht mehr an genaue Einzelheiten erinnern." „Dann erzählen Sie uns das, woran Sie sich noch erinnern können." Scully holte einmal tief Luft und begann dann zu erzählen. Ab und zu wechselte sie einen Blick mit Mulder, doch dieser gab ihr zu verstehen, alles zu sagen, woran sie sich erinnern konnte. Scully berichtete davon wie sie die Autopsie durchgeführt hatte und anschließend die Unterlagen zu Mulder gebracht hatte, aber Diana Fowley erwähnte sie mit Bedacht nicht. Schließlich war das etwas Persönliches und sie nahm sich vor mit Mulder nochmals über das Thema Diana zu reden. Sie fuhr damit fort, wie sie in ihrer Wohnung etwas gehört hatte und dann angegriffen wurde. „Tja, ich konnte nicht direkt erkennen, wer es war, aber seit dem weiß ich nichts mehr. Das nächste an was ich mich erinnern kann ist, dass ich im Krankenhaus aufgewacht bin und ich weiß auch nur das, was Agent Mulder mir erzählt hat, aber bestätigen kann ich dies nicht." Skinner nickte verstehend mit seinen Kopf. „Und wo Sie waren oder was man dort mit Ihnen gemacht hat, können Sie sich nicht erinnern?", Scully schüttelte verneinend den Kopf „Sagt Ihnen der Name Nell Johnson etwas?" „Laut Agent Mulder, haben sie uns zusammen gefunden. Sie war ebenfalls dort, in diesem angeblichen Labor." „Ja, ich habe mit ihr gesprochen und sie kann sich auch an nichts erinnern und alle Beweise sind verschwunden. Wie Sie wahrscheinlich schon wissen existiert das Labor nicht mehr und so können Sie nicht beweisen und auch nicht Sie, Agent Mulder, dass Diana Fowley ebenfalls etwas damit zu tun hatte. Agent Mulder hat Ihnen bestimmt schon erzählt, was man in diesem Labor seiner Meinung nach gemacht hat, oder?" „Ja, hat er. Er erzählte mir, dass man dort an Testpersonen das schwarze Öl testete." „Wir haben mal wieder mehr Fragen als Antworten, aber Ihr Verschwinden und aufgrund der bisher bekannten Fakten aus den X-Akten habe ich beschlossen, dass es an der Zeit ist, das zu tun, wovor sich diese Leute am meisten fürchten. Mit dem heutigen Tag sind die X-Akten wieder geöffnet. Sie und Agent Scully als ihr Partner werden diese Abteilung wieder übernehmen. Haben Sie noch irgendwelche Fragen? Falls dies nicht der Fall sein sollte, wäre das dann alles." Scully und Mulder strahlten über das ganze Gesicht. Ihre Vermutung hatte sich bestätigt, aber sie ließen sich ihre Freude nicht anmerken. „Danke, Sir.", sagten sie wie aus einem Munde und lächelten Skinner an. Zum Abschied gab er noch jedem die Hand und entließ dann die Beiden. Die Suche nach der Wahrheit konnte weitergehen und eins wussten Mulder und Scully genau. Sie würden nicht vorher aufgeben, bis alle Lügen aufgedeckt waren und zusammen würden sie es schaffen. Mal wieder hatten sie sich den schwereren aber auch zugleich ehrlicheren Weg ausgesucht. Doch der Glaube gab ihnen Kraft und das Wissen, dass sie aufeinander Vertrauen konnten und das der andere immer für den jeweils anderen da war, untermauerte nur die Erkenntnis, dass sie richtige Entscheidung getroffen hatten. THE END xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Ja, das war meine kleine Story. Ich hätte selbst nicht gedacht, dass der zweite Teil soooooo lang wird, aber was soll man machen, wenn man immer wieder neue Ideen hat? Eigentlich wollte ich das Ende ja ganz anders gestalten. Am Anfang hatte ich vor Scully sterben zu lassen, weil ich es am realistischsten fand. Aber nach einen riesen inneren Kampf und mit dem Gedanken, dass mich meine Freundin (und wahrscheinlich auch zahlreiche andere Shipper/X-Philes) lynchen werden, wenn ich das mache, habe ich mich schließlich doch dagegen entschieden. Ich hoffe nur, dass es jetzt trotzdem noch realistisch genug geworden ist und ihr nicht denkt: Was ist denn das für ein Quatsch? Sagt mir, was ihr davon haltet, ob es gut geworden ist und ein paar Fragen des ersten Teiles beantwortet wurden oder nicht. Lasst es mich wissen, schließlich lebe ich von Feedback. Ich wäre euch wirklich sehr dankbar dafür. Und allen die das hier zu Ende gelesen haben. VIEEEEEELLLLLLLLLEEEEEENNNNNNNNNN DDDDDDDDAAAAAAAANNNNNNNNNNNNNKKKKKKKKKKKKKKKKKK!!!!!!!!!!!!!!!!! *ganzdollumarmentuneuchalle* Eure Destiny J ~~~ this is a download from all thingx http://www.allthingx.com thankx